Disclaimer - wenn man so will

In meinem Sport-Blog schreibe ich über meine Sporterlebnisse teilweise ernsthaft, teilweise aber auch mit überspitztem Humor - den Unterschied sollte man erkennen, wenn man mich persönlich kennt ;) Generell gilt: Wer die Dinge, die ich hier schreibe, zu ernst nimmt, ist selbst schuld ;)

Team 2019

Team 2019

2019 fahre ich Lizenzrennen für RMV Concordia Strullendorf 1920 e.V. und ausgewählte Jedermannrennen

Donnerstag, 2. Juni 2011

Platz 2 in Pförring

Okay, es war nur als Trainingsmaßnahme ausgeschrieben, aber einen 2. Platz hatte ich Anfang Juni noch nie. Ganz so schlecht kann die Form dann doch nicht sein, auch wenn die Besetzung des Starterfeldes im Rennen der Senioren 1 sicherlich nicht die Qualität von offiziellen Rennen oder vom Trainingsrennen in Pleisdorf hatte. Der Kurs an sich war nicht sonderlich selektiv, der Wind war schon die größte Schwierigkeit. Mir gelang es sehr gut, auf der windgeschützten Seite des Feldes zu fahren, denn egal wo man fuhr: Der Wind kam aus irgendeinem Grund immer von der Seite!

Ich führte gleich vom Start weg bis zur ersten Welle. Natürlich mit lockerer Pace, aber dem Fahrerfeld schien die Pace zu passen. Erst am Ende der ersten Welle wurde ich aus der Führung gegangen und wollte dann nachholen, was ich am Start nicht hinbekam: SAUBER ins linke Pedal einklicken. Beim Losfahren ging der Schuh nämlich ins Pedal, aber ohne Klick. Ich merkte dann auch gleich, dass der Winkel nicht stimmte. Ich war also nicht ganz richtig eingeklickt und hätte z.B. bei einem Sprint aus dem Pedal rutschen können. Außerdem fährt es sich mit verdrehtem Schuh nicht gut. Leider kam ich beim erneuten Einklicken nicht gleich ins Pedal, sondern rutschte über die nasse Pedalfläche - denn in Pförring regnete es zu Rennbeginn leider leicht. Und wohl gemerkt: Nur in Pförring! Die andere Hälfte der Rennstrecke war trocken.

Ich klickte dann erneut ein - und wieder ohne Klick und mit verdrehtem Winkel. Geht's noch?!? Also ein drittes Mal versucht, richtig einzuklicken - und endlich kam das lockere KLICK und ich war richtig im Schuh! Das war schon das größte Problem auf der ersten 10-km-Runde, die wir 5 Mal zu bewältigen hatten. Zu Beginn der vierten Runde wollte ich mal etwas attackieren, weil zwischenzeitlich eher Gruppentraining als Rennen angesagt war. Ich hatte also ein paar überflüssige Körner zu verbraten und konnte mich auch gleich vom Feld lösen. Leider fand sich kein Mitstreiter und ich kann so etwas eben nicht solo - zumal der Wind echt garstig war! Kaum war ich nicht auf der windgeschützten Seite des Feldes, sondern allein unterwegs, schon fühlte sich das gleiche Tempo fast doppelt so anstrengend an!

Alle sonstigen Attacken erfolgten normalerweise erst bei den "drei Wellen" der Querstraße des Dreieck-Kurses, was aber kein günstiger Zeitpunkt mehr für Angriffe war - zumal vorher eben zu locker gefahren wurde. Daher waren alle Fahrer noch ausgeruht und konnten jede Attacke mitgehen. Ein weiterer Grund dafür wurde mir in der 5. Runde klar, als ich etwas weiter vorne im Feld fahren wollte und daher auf der windanfälligen Seite bei den "drei Wellen" vorfuhr - der Wind! Das war echt ein großer Unterschied gegenüber der vier vorherigen Runden, in denen ich brav auf der windgeschützten Seite des Feldes fuhr. An eine Flucht war also kaum zu denken.

Es war nun klar, dass es eine Sprintankunft geben würde. Allerdings war das auch letztes Jahr bei der Mainfrankentour klar - und dort wurde ich eingebaut, weil ich zu früh zu weit vorne war. Diesmal wollte ich nicht zu früh vorne sein und blieb zudem knallhart auf der windgeschützten Seite, die in diesem Falle rechts war. Das barg zwar theoretisch wieder das Risiko, dass ich eingebaut werde, aber da man auf der linken Seite durch den starken Seitenwind deutlich mehr Kraft lassen musste, ging ich einfach davon aus, dass sich auf der rechten Seite doch eine Chance ergeben würde.

Kurz vorm Ziel fuhr dann ein Fahrer des ausrichtenden TSV Gaimersheim weg und zwei seiner Kollegen bremsten das Feld. An der Stelle war ich doch eingeklemmt, aber auf der linken Seite erbarmten sich dann drei Fahrer mit einem Vorstoß, was zur Folge hatte, dass auch die zwei Gaimersheimer wieder anzogen und sich dadurch eine Tür für mich öffnete. Ich fuhr zu den drei Fahrern vor, die das Tempo angezogen hatten, aber zögerte dort nicht lange, weil ich an den Punkt kam, den ich mir für die Sprinteröffnung ausgeguckt hatte. Ich sprintete also los und konnte von vorne in die Zielkurve fahren. Da ich in den vorherigen vier Runden aber immer am Ende des Feldes sehr langsam durch die Kurve bin, wusste ich nicht, wie ich sie nun bei Tempo richtig anfahre - und als ich sah, dass der Flüchtling vor mir in der Kurve an Boden gewann, war mir klar: Ich bin die Kurve falsch angefahren :(

Für den Sieg reichte es dann nicht mehr, obwohl ich zu Beginn der Zielkurve schon sehr nah am Sieger dran war, aber durch die schlechte Linie verlor ich zu viel Schwung und konnte dann froh sein, dass ich wenigstens meinen 2. Platz noch bis ins Ziel verteidigen konnte. Dabei musste ich noch von 13 auf 12 schalten, obwohl ich mir die 12 auf der leicht ansteigenden Zielgeraden und nach meinem "ersten Sprint" vor der Zielkurve gar nicht mehr zugetraut hatte. Aber hey - irgendwie konnte ich die 12 doch gut durchtreten und den Angriff des am Ende Dritten abwehren. Mit 13 hätte ich den 2. Platz auf keinsten halten können. Und mit 11? Tja, mit 11 wäre ich vielleicht "gestanden". Das brach mir ja letztes Jahr in Altenkunstadt das Genick - als ich beim 9. Saisonrennen auch auf Platz 2 fuhr. Und rechnet man die 4 Trainingskriterien in Kulmbach weg, dann war Pförring wieder mein 9. Saisonrennen! Krass, was? ;)

Der Durchschnitt lag übrigens bei 38,5 km/h, wobei wir mit 37 angefangen hatten. Also zum Ende hin zog das Tempo dann doch etwas an. Top-Speed - oh je, noch gar nicht nachgesehen. Dürfte aber nicht sonderlich hoch gewesen sein. Gewiss keine 82 km/h wie am Sachsenring ;)

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