Disclaimer - wenn man so will

In meinem Sport-Blog schreibe ich über meine Sporterlebnisse teilweise ernsthaft, teilweise aber auch mit überspitztem Humor - den Unterschied sollte man erkennen, wenn man mich persönlich kennt ;) Generell gilt: Wer die Dinge, die ich hier schreibe, zu ernst nimmt, ist selbst schuld ;)

Teams 2018

Team 2018

2018 fahre ich Lizenzrennen für RMV Concordia Strullendorf 1920 e.V. und ausgewählte Jedermannrennen

Montag, 16. April 2018

Mehr schlecht als recht...

Nach dem krankheitsbedingten Trainingsausfall im März ging es im Laufe der drei intensiven Wochen der erneuten Friel-Phase "Grundlagen 2" langsam wieder dorthin zurück, wo ich vor der Zwangspause schon war. Die Trainings-Software sieht mich jetzt wieder dort, wo ich Mitte Februar war, ich selbst bin einfach nur froh, dass sich der Puls wieder normalisiert hat und der Hustenreiz auch schon deutlich zurückgegangen ist. Allerdings zieht sich das immer noch, körperlich bin ich nach wie vor nicht ganz auf der Höhe - und durch die drei intensiven Wochen hänge ich derzeit erst recht richtig durch. Beim gestrigen Fußballspiel habe ich auch noch eine Fliege verschluckt, die wohl auf der "bronchialen Schleimhaut" hängenblieb und dort für eine Austrocknung sorgte. Musste in der Pause ganz schön viel trinken, damit das im Hals nicht mehr so kratzte. Heute fühlt sich der Hals trotzdem den ganzen Tag schon doof an, was für mein komplettes körperliches Empfinden gilt. Ich hänge so richtig in den Seilen, der Körper ist eigentlich schon mit der langen Ausdauerfahrt am Samstag stark ans Limit gekommen. Jetzt ist also Ruhe angesagt ... und die Hoffnung, dass ich nicht trotzdem wieder krank werde. Anfang März wurde ich schließlich auch am ENDE (!) einer Regenerationswoche krank. Die Ruhe kann also manchmal auch dem Sturm vorangehen statt ihm zu folgen...

Ansonsten sind die Rennplanungen für den Mai generell abgeschlossen, für den Juni waren sie das ursprünglich auch. Im Juni wollte ich mal wieder etwas die Pfalz erkunden, weil mich das Programm in BAY, THÜ und SAC nicht überzeugen kann. Mir gefällt es aber generell, immer mal wieder neue Rennen in neuen Orten zu erleben. Aufgrund der Vorjahresausschreibungen hatte ich für Juni die Wochenende mit Hatzenbühl bzw. Bolanden/Neustadt geplant. Aber nicht nur aufgrund meines aktuellen körperlichen Empfindens habe ich mich noch nicht endgültig festgelegt, denn auch die Ausschreibungen spielen mir nicht so recht in die Karten.

In Hatzenbühl gab es letztes Jahr ein Kriterium und ein Straßenrennen. Letzteres war auch der Grund, weshalb ich dieses Wochenende ins Visier genommen hatte. Ich durchforste den Rennkalender ja bevorzugt nach Straßenrennen. Dieses Jahr gibt es am zweiten Tag aber stattdessen nur ein kleines Rundstreckenrennen, das laut Ausschreibung sogar als Kriterium gefahren wird. Bei 2,5 km eher ungewöhnlich. Hört sich jedenfalls nach sehr vielen Antritten an beiden Tagen an. Mein Rücken (ISG) bereitet mir seit zwei Wochen auch wieder schmerzhafte Probleme, nachdem ich beim Einklicken mal nicht richtig ins Pedal kam und mir dann den Rücken wieder verrissen habe. So, wie ich mich jetzt in diesem Moment fühle, hätte ich eher keinen Bock auf das Programm in Hatzenbühl. Aber einfach mal abwarten...

Das andere Pfalz-Wochenende sieht dann so aus, dass am ersten Tag ein größeres Rundstreckenrennen ist. Letztes Jahr ging das um 14 Uhr los, was die Anfahrt von bis zu 4 Stunden ohne allzu großen Stress am gleichen Tag erlaubt hätte. Dann vielleicht noch kurzfristig aufs Konzert von Guns N' Roses in Mannheim und ab in die Unterkunft, um am nächsten Tag in Neustadt ein Kriterium zu fahren. Leider ist die Startzeit für das C-Rennen dieses Jahr aber schon um 10 Uhr. Da müsste man schon am Tag zuvor in die Pfalz fahren. Wäre eine zusätzliche Übernachtung. Ist jetzt nicht unbedingt etwas, wo man Freudensprünge macht - zumindest nicht als Reisemuffel, der ich ja nunmal bin. Da ich das Rennen in Bolanden aber auf jeden Fall gerne fahren würde, habe ich mich umgesehen, ob sich die Geschichte vielleicht mit einem anderen Rennen am Tag zuvor kombinieren ließe. Tja, aber das ist leider auch nicht der Fall. Durach wäre am Tag zuvor gewesen, aber das steht auf rad-net als abgesagt drin.

Aber egal, was ich mit meinem Rennkalender im Juni mache: Momentan ist es erst mal wichtig, dass der Körper wieder richtig mitspielt. Das hängt bei mir momentan alles stark am seidenen Faden. Und wieso schmerzt mir jetzt plötzlich wieder der linke untere Rücken, der seit Wochen schmerzfrei ist? Da geht's dem rechten unteren Rücken heute endlich etwas besser, nachdem ich mal etwas mehr mit 'nem Tennisball gearbeitet habe, schon tut sich die nächste Baustelle auf! Wirklich rund läuft es also wirklich nicht ... aber wenn ich jedes Mal 'nen Euro bekommen hätte, wenn ich mal zu Boden fiel und nicht wieder aufgestanden wäre ... tja ... dann hätte ich jetzt NULL Euro. ;)

Donnerstag, 5. April 2018

Wenn der Körper nicht mehr mitspielt...

Ich lerne ja jetzt schon seit Jahren, dass man ständig neue körperliche Probleme bekommen kann. Als Kind hatte ich ständig Mandelentzündung, was dadurch gelöst wurde, dass wir aus der DDR in den Westen sind. Die Luftqualität war ja damals in der DDR ein Alptraum (keine Industriefilter und so). Die bessere Luft im Westen hat dann sofort für Besserung gesorgt. Sobald man mal die Ursache eines Problems kennt, ist die Lösung nah. 2009 konnte ich mal mein Knie ein Vierteljahr nicht mehr belasten, weil es ständig gleich schmerzte. Dehnen war damals die angeratene Lösung des Arztes - und das half auch tatsächlich! Dehnen ... das ist ja eigentlich was, dass man als Nachwuchssportler total langweilig und überflüssig empfindet. Wenn man als Nachwuchssportler schon wüsste, was man dann später mit 25, 30, 40 über das Thema weiß ... ach, das wäre schön gewesen, wenn ich das damals schon gewusst hätte. Man würde Dehnen viel mehr Aufmerksamkeit und Bedeutung schenken, wodurch man später dann diverse Probleme vielleicht gar nicht erst bekommen hätte...

Nach 2009 ging es bei mir dann eigentlich ganz gut. Knieschmerzen und grippale Infekte hatte ich so weit im Griff, ich konnte ohne Zwangspausen meinem Sport nachgehen. 2012 war diese beschwerdefreie Zeit dann aber vorbei. Zunächst waren es wieder Knieschmerzen, die sich diesmal aber anders äußerten und für die auch eine andere Lösung notwendig war. Erst reichte der Gang zum Physio ein Mal im Jahr, vor 2,5 Jahren nahm ich die Sache dann mittels einer Massagerolle (auch als Faszienrolle oder Black Roll bekannt) selbst in die Hand. Zwangspausen, weil das Knie schmerzt? Ne, so was war eigentlich nicht mehr nötig. Stattdessen bekam ich vor 1,5 Jahren ISG-Probleme. Mittlerweile habe ich die auch einigermaßen im Griff, obwohl der Kampf sicherlich noch lange nicht gewonnen ist. Was mir seit Anfang März aber zu schaffen macht, ist ein Problem, dass ich mit Dehnen oder Massagerolle nicht selbst in den Griff bekommen kann...

Alles fing damit an, dass ich mich über Nacht etwas verkühlt hatte. Das war noch nicht so wild. Am nächsten Tag habe ich mich wieder normal gefühlt und wollte über zwei Stunden Ausdauer trainieren. Nach 10 Minuten machte das Rad aber schon Probleme. Im Endeffekt brach ich dann nach knapp 20 Minuten ab und kehrte um. Was mir dann nicht nur wegen des Defekts am Rad (stellte sich als kaputtes Tretlager heraus) von Nöten schien, denn auch die Luft (angeblich so 5 Grad?!?) schien mir außergewöhnlich kalt zu sein. Gefühlt -5 bid -10 Grad. Die Luft schnitt beim Einatmen richtiggehend in den Hals bzw. die "bronchiale Schleimhaut", wie ich mittlerweile erfahren habe. Nach nur 35 Minuten war ich wieder daheim und trank erst mal was Heißes. Nützte nix, am Abend ging es schon mit Reizhusten los. Am nächsten Tag war meine Stimme stark angeschlagen, ich pausierte also lieber. Noch einen Tag später war ich dann richtig krank...

Von ärztlicher Seite wurde mir noch nichts dazu gesagt, was das Problem sein könnte, aber ich habe mich mittlerweile schon selbst ganz gut informiert. Es zeichnet sich jetzt ein ganz gutes Bild davon ab, was los ist. Durch kalte Atemluft kann die bronchiale Schleimhaut austrocken, was zu einer Überempfindlichkeit und einem Reizzustand führt. Da kommt dann auch der Reizhusten her. Das wiederum kann zu weiteren Problemen führen: Bronchitis (die ich ja dann auch hatte), Kehlkopfentzündung, Infekte und sogar Asthma. Auch der Puls ist erhöht, wenn die Reizung entsprechend ausgeprägt ist. Und warum wird die Schleimhaut plötzlich zu trocken? Tja, das kommt mit dem Alter... :(

Ich habe jetzt ohne jegliche ärztliche Hilfe also schon ein recht gutes Bild davon bekommen, was bei mir in den letzten Wochen nicht stimmt und wieso. Einzig die Lösung erschließt sich mir noch nicht. Von alleine scheint es nicht besser zu werden, nach 2 Stunden nimmt der Reizzustand schon während des Trainings zu und plagt mich dann bis zum nächsten Tag. Nur die kürzeren Trainingseinheiten verschlimmern den Reizzustand nicht so sehr. Man hat ja schon fast Angst zum Arzt zu gehen. Also nicht, weil der vielleicht sogar Asthma feststellen würde, denn so schlimm wird es bei mir schon nicht sein. Nein, ich habe eher Angst, weil der Arzt abermals nur sagt: "Abwarten und Tee trinken." Wenn das Problem aber unbehandelt tatsächlich zu Asthma führen könnte, wäre es sicherlich nicht schlecht, wenn man nach einem Arztbesuch auch mal mit einer medizinischen Lösung nach Hause kommen würde. Versuchen muss ich's also nochmal, aber Fachärzte wollen dann eine Überweisung vom Hausarzt, der aber sieht meist keinen Anlass, um irgendwas zu tun. Ich versuche mir in der Zwischenzeit die Kehle rauszureißen, denn dieser Dauerzustand der gereizten "bronchialen Schleimhaut" lässt mich langsam aber sicher durchdrehen... *hust* *räusper* *hust*

Mittwoch, 14. März 2018

Krank :(

Meine Inaktivität auf Strava hat leider den Grund, dass ich schon seit über einer Woche krank bin. Anfangs dachte ich nicht, dass das länger als ein, zwei Tage dauern würde, aber mich hat's dann doch mal wieder erwischt - erstmals seit 3 Jahren. War jetzt dann auch beim Arzt, weil zwar die schlimmsten Symptome weg sind, aber es bleibt ein garstiger Reizhusten und ein um 20 Schläge erhöhter Ruhepuls. Bekam vom Arzt Tropfen, die gegen Bronchitis sind - aha, das habe ich dann wohl also? Naja...

Wie gesagt, das letzte mal war ich vor 3 Jahren krank. Auch damals erwischte es mich mit Reizhusten und ich unterschätzte die Sache anfangs. Meinen Trainingsplan kann ich dadurch natürlich nicht beibehalten. Ich muss jetzt erstmal wieder den Puls runterbekommen. Eigentlich fühle ich mich tagsüber schon wieder relativ normal, abgesehen von dem nervigen Reizhusten. Das dümmste an solchen Zwangspausen ist halt auch immer, dass man den Fitnessverlust eigentlich erst mal durch die doppelte Ausfallzeit einfach nur wieder ausgleichen muss, um dann schlussendlich den zuvor eingeschlagenen Weg weitergehen zu können. Von brauchbaren Rennleistungen bei den ersten Rennen brauche ich also gar nicht weiter zu träumen. Ich werde nämlich auch nicht den Fehler machen und wegen der anstehenden Rennen irgendeine Abkürzung versuchen zu nehmen. Das bringt nichts, da würde ich nur die ganze Saison über wieder hinterher fahren, also wie 2015 und 2016.

Am meisten ärgert mich das komischerweise im Hinblick auf das EZF in Weiden, obwohl ich dort so oder so chancenlos auf eine brauchbare Platzierung gewesen wäre. Aber jedes EZF ist auch automatisch eine Art Leistungstest und somit eine Standortbestimmung. Es zeigt einem auch, wie gut das Training der letzten Monate gewesen ist - normalerweise. Wenn man halt keine Ausfallzeit durch Krankheit hat.

Aber jetzt muss ich eben erstmal gesund werden und sehen, wie weit mich die Geschichte tatsächlich zurückgeworfen hat und wie ich meinen Trainingsplan dann entsprechend anpasse. Der bisherige Plan ist jedenfalls für die Katz, aber das System behalte ich natürlich bei. Insofern erfolgt der Einstieg in die Wettkampf-Saison wohl während meiner dritten Grundlagenphase, in der ich mich jetzt eigentlich in der zweiten Woche schon befinden würde. Einfach dumm gelaufen, aber falscher Ehrgeiz würde jetzt alles nur schlimmer machen. Ich nehm mir gnadenlos die Zeit für eine vernünftige Grundlage und gehe dann eben erst irgendwann im Mai ins Formaufbautraining. Egal wie sehr andere, die besser durch den Winter kamen, den Kopf schütteln mögen. Da darf man sich einfach nicht davon verrückt machen lassen, wenn andere schon früher gut drauf sind - denn das bedeutet ja auch, dass diejenigen dann wieder früher nachlassen werden. ;)

Donnerstag, 8. Februar 2018

CP-Testreihe 2016 und 2017 im Vergleich

Ich wollte ja mal etwas zu den CP-Testreihen schreiben. 2016 habe ich nach dem letzten Rennen eine komplette Serie begonnen, was für mich zu dem Zeitpunkt noch Neuland war, nachdem ich die Wattkurbel erst Ende August gekauft hatte. Friel verwendet eine Testserie mit der maximalen Belastung über folgende Zeitspannen: 12 Sekunden, 1 Minute, 6 Minuten, 12 Minuten und 30 Minuten. Wenn man eine Trainings-Software wie z.B. Golden Cheetah hat, füttert man die einfach mit den Daten dieser Tests und bekommt dann eine ganz nette CP-Kurve, der man speziell für EZFs entnehmen kann, welche Zielwerte für welche Belastungsdauer man sich realistisch vornehmen kann. Außerdem spuckt die Software einen FTP-Wert aus, mit dem man seine Trainingsbereiche für die folgenden Trainingsmonate festlegen kann. Beim 30-Minuten-Test bekommt man zudem "ganz nebenbei" auch noch einen guten Anhaltspunkt für den Schwellenpuls.

2016 hatte ich eine Woche nach dem Riderman mit 12 Sekunden und 1 Minute angefangen, wobei man damals noch spätsommerliche Temperaturen hatte. 1149 Watt für 12 Sekunden und 723 Watt für 1 Minute waren meine Ergebnisse. Die 12 Sekunden hatte ich ein paar Wochen vorher im Rahmen eines "Sprintleistungstests" aber schon mal mit 1158 Watt hinbekommen. Die 9 Watt kann man aber wohl vernachlässigen, das war generell das gleiche Niveau. Was hätte sich innerhalb eines Monats auch großartig ändern sollen? Aufgrund eines Temperatursturzes hatte ich diese Tests aber im Oktober nochmal wiederholt: 1143 Watt für 12 Sekunden und nur noch 648 Watt für 1 Minute! Hoppla, wieso so ein gravierender Unterschied bei 1 Minute?!? Der größte Unterschied waren 10 Grad weniger - konnte der Temperatureinfluss so groß sein? Das konnte ich mir nicht so recht vorstellen. Also springen wir mal ins Jahr 2017: 1137 Watt für 12 Sekunden und 701 Watt für 1 Minute. Aha! Bei 12 Sekunden hatte ich zwar einen niedrigeren Wert, aber für 1 Minute war ich fast wieder auf dem Top-Wert von einem Jahr zuvor - diesmal aber bei niedrigeren Temperaturen! Man könnte also auch sagen: Eine Steigerung von 648 Watt auf 701 Watt. Alles in allem würde ich aber nicht von einer Steigerung sprechen. Sowohl bei 12 Sekunden als auch bei 1 Minute habe ich mein Leistungsniveau einfach nur mehr oder weniger gehalten. Tendenziell habe ich während des Trainingsjahres aber dennoch Fortschritte gemacht, denn bei vorherigen Tests hatte ich über 1 Minute meistens nur noch um die 650 Watt, also waren die 701 Watt zum Saisonende doch nochmal eine Verbesserung. Oder lag das nur daran, dass der Erschöpfungsgrad niedriger war?!? Bei den 12 Sekunden habe ich übrigens noch "zufällig" zwei Wochen später einen neuen Top-Wert von 1183 Watt erzielt, was meiner Ansicht nach ebenfalls für zwei Dinge spricht: Zum einen eine tendenzielle Steigerung durch das zweite ordentliche Trainingsjahr, zum anderen ein Beleg für den niedrigeren Erschöpfungsgrad zum Zeitpunkt des Top-Werts. Bei diesen kurzen Tests scheint man den Testwert also steigern zu können, wenn man etwas mehr Erholung hatte.

Sehen wir uns mal den 6-Minuten-Test an: Im Oktober 2016 kam ich auf 366 Watt und fand den Wert damals definitiv zu niedrig. Bei weiteren CP6-Tests stellte sich aber heraus, dass ich das noch (viel) niedriger kann. ;) Nur Ende Juni 2017 hatte ich mit 369 Watt mal einen höheren Wert, ansonsten kam ich nicht mal auf 350 Watt. Im Oktober 2017 hatte ich dann 363 Watt. Im 6-Minuten-Bereich ist also definitiv kein Fortschritt zu erkennen, das ist Stagnation pur - und somit werde ich dieses Jahr auch etwas mehr dafür tun, dass ich meine Leistung im Bereich für bis zu 6 Minuten verbessere. Da hatte ich in den ersten beiden Jahren zu wenig getan, weil mir das einfach auch zu schwer fiel. Die Trainingsprogramme, um sich in diesem Bereich zu verbessern, hauen echt rein und sollten eigentlich auch erst nach zwei ordentlichen Trainingsjahren genutzt werden. Das ist dieses Jahr der Fall, da werde ich mich dran versuchen.

Während ich für CP6 nur wenig getan hatte, zielte meine Trainingsarbeit im zweiten Trainingsjahr (aber eigentlich auch schon im ersten) vor allem auf eine Verbesserung des Leistungsbereichs an, der beim 12-Minuten-Test beansprucht wird. Im Oktober 2016 hatte ich hier 286 Watt, was mir damals überhaupt nicht gefiel. Schon im März 2017 konnte ich mich dann erfreulicherweise auf 296 Watt steigern, Ende September 2017 knackte ich mit 319 Watt sogar gleich souverän die 300er-Marke. Hier sieht man also eine klare, kontinuierliche Verbesserung, was eben auch sicherlich das Resultat der entsprechenden Trainingsarbeit für diesen Leistungsbreich ist. Wir sprechen hier von 33 Watt über 12 Minuten innerhalb eines Jahres - das ist schon mal sicherlich eine ganze Stufe besser! Gleichzeitig sagt mir das auch, dass ich mich über 6 Minuten also ebenfalls um wenigstens 30 Watt innerhalb eines Jahres steigern können sollte - eigentlich sogar noch um mehr Watt, weil es ja gerademal die halbe Belastungsdauer ist. Über 6 Minuten sollten also 400 Watt ein persönliches Ziel darstellen. Wäre auch wirklich gut, wenn ich das hinbekommen würde, denn in Karbach z.B. hätte ich letztes Jahr genau diese Leistungsfähigkeit gebraucht, um vielleicht mit dem Hauptfeld durchzukommen.

Besonders interessant ist dann der 30-Minuten-Test, der aber natürlich auch sehr schwierig umzusetzen ist. Man braucht eine Strecke, auf der man 30 Minuten durchfahren kann - aber genau das war bei meinem ersten Test 2016 schon mal nicht der Fall, weil irgendein Autofahrer mitten in Velden auf der Straße "parkte". 260 Watt erzielte ich damals, was ein viel zu niedriger Wert war. Schätzungen der Trainings-Software waren eher im Bereich von 290-310 Watt. Als ich nach dem Test dann den daraus resultierenden FTP-Wert eingestellt hatte, war mein TSS plötzlich deutlich über 100 pro Stunde - obwohl der maximale TSS-Wert pro Stunde exakt 100 sein sollte, falls man tatsächlich eine Stunde lang am Limit fährt! Die 260 Watt waren also generell ein schlechtes Testergebnis. Nicht nur, weil sie ein schwaches Leistungsniveau zum Ausdruck brachten, sondern auch, weil das Ergebnis an sich einfach zu niedrig gewesen ist. Ganz so schlecht war mein Niveau nämlich doch nicht, aber ich bekam es offenbar nicht vernünftig hin, 30 Minuten lang am persönlichen Optimum zu fahren. Im April 2017 hatte ich beim nächsten CP30-Test wenigstens schon 273 Watt als Ergebnis. 13 Watt über 30 Minuten - das ist schon mal nicht schlecht und sprach zu dem Zeitpunkt vor allem dafür, dass die Qualität meines zweiten CP30-Tests besser als beim ersten Mal war. Ich hatte auch kein parkendes Auto als Hindernis. ;) Im August fuhr ich dann ein Intervall zum Schwellenkreuzen - nicht mehr, nicht weniger. Zu meiner Überraschung erzielte ich dabei 281 Watt über 30 Minuten. Das war gar kein Fahren am persönlichen Limit, drum wertete ich das mal vor allem als Beleg dafür, dass sich mein allgemeines Leistungsniveau durch das richtige Training weiter verbessert hatte. Beim CP30-Test im Oktober wiederholte ich dann diese 281 Watt. Alles in allem also genau wie bei CP12 ein Beleg für eine Leistungssteigerung und dafür, dass das Training mich genau in den Bereichen verbessert hat, wo ich es mir auch vorgenommen hatte. Da ich über 12 Minuten aber auch erst knapp über 300 Watt bin, wäre es jetzt wohl etwas unrealistisch sich vorzunehmen, dass ich beim CP30-Test in diesem Jahr gleich die 300 Watt knacken kann. Eine Steigerung auf 290 Watt wäre auch schon erfreulich.

Die CP-Testreihen spiegeln also schon ganz gut wider, in welchen Bereichen man gut trainiert hat. Sie zeigen vor allem, dass man im Training tatsächlich gezielt an bestimmten Dingen arbeiten kann und vielleicht auch muss. Klar, am liebsten würde man jederzeit alles mögliche verbessern wollen, aber das funktioniert eben nicht. Die Langzeitbelastungen habe ich gut verbessert, das war der Schwerpunkt, aber in diesem Jahr steht die mittlere Belastungsdauer im Fokus: CP6. Die Trainingsarbeit für diesen Bereich wird kein Zuckerschlecken, kein Kindergeburtstag. Aber wenn der Bewegungsapparat diese Tortur zulässt, wird sich das am Ende in Form von mehr Spaß bei den Rennen auszahlen. Oh, und natürlich auch mehr Spaß bei der Jagd nach Strava-KOMs. ;)

Freitag, 22. Dezember 2017

Zündung der nächsten Stufe

Meine dritte Saison mit Training nach System - natürlich hoffe ich, dass ich 2018 abermals eine neue Stufe zünden kann. Beim bisherigen Training musste ich leider feststellen, dass ich die ersten zwei Wochen der Friel-Phase Grundlagen 1 nicht so gut durchziehen konnte wie im letzten Jahr, obwohl der Umfang der gleiche ist. Im Gegensatz zum Vorjahr habe ich mir diesmal nämlich keine Steigerung des Trainingspensums vorgenommen. Das hat sich wohl jetzt schon als die richtige Entscheidung erwiesen, denn ich habe die dritte intensive Woche einfach durch eine Regenerationswoche ersetzt - mein Kopf hatte es nötig!

In der Zwischenzeit habe ich auch mal wieder die Selbsttests nach Friel absolviert, also seine Fragen zu den eigenen Fähigkeiten und so. Aus irgendeinem Grund scheint Sprint immer noch eine große Schwäche zu sein, dafür scheine ich aber eine viel besserer Zeitfahrer geworden zu sein. ;) Man darf diese Fragen also sicherlich nicht überbewerten, aber dennoch gab es einige Änderungen zu den beiden Vorjahren, die sich plausibel anhören und meine Verbesserungen belegen. Das wäre also der eine theoretische Teil bei Friel zu Beginn eines neuen Trainingsjahres, der andere ist der Jahrestrainingsplan mit seinen jeweiligen Schwerpunkten. Und da bin ich noch etwas am Jonglieren, da steht noch nicht alles so fest wie in den beiden Vorjahren. Woran liegt das?

Da wäre zum einen das aktuelle Motivationsproblem, das eine unplanmäßige Regenerationswoche erfordert hat. Schon verschiebt sich natürlich alles ein bisschen. Da ich bei der Planung der Trainingsschwerpunkte auch noch keine Aktualisierung vorgenommen habe, stehen also auch die Inhalte der späteren Trainingsphasen noch nicht ganz fest. Sicherlich werde ich mich aber an mehr AA-Inhalten versuchen als in den ersten beiden Jahren. Gleichzeitig werde ich diese 90-sekündigen Belastungen mit CP6-Intensität in die Tonne kippen, weil ich nicht wirklich den Eindruck hatte, dass mir das im Hinblick auf die jeweiligen Rennen irgendwas gebracht hätte. Das einzige, was mir diese Intervalle brachten, waren ein paar KOMs auf Strava. Insofern werde ich für die Vorbelastungen in den "wichtigen" Wochen einen anderen Ansatz suchen. So viel zu den angedachten inhaltichen Änderungen im diesjährigen Trainingsplan.

Ein weiterer Grund, weshalb der Jahrestrainingsplan noch nicht ganz steht, sind auch die etwas späten Terminverschiebungen bei einigen Rennen. In den letzten Tagen gab es gleich für 3 Rennen meines Rennkalenders neue Termine: Kulmbach, Hockenheimring und Heideradcup. Die Verschiebung von Kulmbach vom 28.4. auf den 12.5. bedeutet auch, dass ich nun endgültig wie im Vorjahr erst am 1.5. ins offizielle Wettkampfgeschehen eingreifen werde. Ursprünglich hatte ich den frühen Termin von Kulmbach als Motivation dafür benutzt, besser durch den Winter zu kommen und Anfang oder Mitte April schon einzusteigen, aber jetzt belasse ich es wohl beim Einstieg beim ersten Dienstagabendrennen in Kulmbach und der anschließenden Teilnahme bei den bayerischen Zeitfahrmeisterschaften in Weiden. Und ja, diesmal gehe ich beim Lizenz-Wettbewerb an den Start. ;)

Der neue Termin von Kulmbach fiel dann zunächst mit dem ursprünglichen Termin vom Hockenheimring zusammen. An dem Wochenende hatte ich eigentlich einen Trip nach Hockenheim und am nächsten Tag nach Leimersheim geplant, weshalb es mit Kulmbach nix geworden wäre. Allerdings wurde der Termin für den Hockenheimring jetzt für den 4.8. verkündet, was die Planung entsprechend ändert. Ich starte also doch in Kulmbach, dafür aber nicht in Leimersheim - aber auch nicht am Hockenheimring. Am 4.8. ist das Gartenstadt-Kriterium in Bamberg. Mehr muss ich ja wohl nicht sagen. ;)

Für den Jahrestrainingsplan sollte man sich auch zwei oder drei klare Rennziele vornehmen. Aufgrund der ursprünglichen Termine lauteten die Ziele wie folgt: 1. Top Ten in Strullendorf, 2. Durchkommen bei der Oderrundfahrt und 3. Teilnahme am Heideradcup. Nun mag man denken: "Nanu? Heideradcup ist doch Jedermann, da muss man sich doch einfach nur anmelden, um teilzunehmen?" - Jein! Seit diesem Jahr hängen ja auch ein paar Radsportvereine der Region mit dran und haben erreicht, dass der ursprüngliche Jedermann-Event um zwei Lizenzrennen erweitert wurde. Ein Senioren-Rennen ab Senioren 2, wofür ich "noch zu jung" bin, und ein KT/AB-Rennen, wofür ich noch zu schlecht bin. ;) Der Termin am 16.9. schien mir daher aber optimal zu sein, um meinen Traum vom Aufstieg in die B-Klasse zu unterstreichen. Wäre mir der Aufstieg gelungen, hätte ich in Torgau also ein Lizenzrennen fahren dürfen. Darauf wollte ich im Schlussdrittel der Saison einfach hinarbeiten. Allerdings muss ich mir jetzt doch noch irgendwas anderes als drittes Saisonziel suchen, denn der Heideradcup wurde auf den 26.8. vorverlegt. Für den 25.8. habe ich mir aber meinen ersten Auslandsstart beim "Radweltpokal" in Österreich vorgenommen. Denke nicht, dass ich einen Tag nach einem Rennen in Österreich gleich bei einem Rennen hinter Leipzig am Start sein werde. Klingt mir etwas zu wild.

Also, ich bastel noch etwas an meinem Jahrestrainingsplan, um eben noch eine weitere Stufe zünden zu können - und die reicht dann hoffentlich für den Aufstieg in die B-Klasse. Einfach nur bei möglichst vielen Lizenzrennen durchkommen, ist für mich nach dieser Saison einfach kein Ziel mehr - denn genau das habe ich ja dieses Jahr erreicht. ;) Und wie beim Hochsprung, so muss man die Latte nach erfolgreicher Erfüllung eines Ziels eben weiter nach oben legen. ;)

Die beste Erkenntnis zum Jahresende ist aber auf jeden Fall dieses: Körperlich fühle ich mich wieder besser, zwar noch nicht wieder ganz beschwerdefrei, aber das bin ich seit 2009 sowieso nicht mehr gewesen. ;)