Disclaimer - wenn man so will

In meinem Sport-Blog schreibe ich über meine Sporterlebnisse teilweise ernsthaft, teilweise aber auch mit überspitztem Humor - den Unterschied sollte man erkennen, wenn man mich persönlich kennt ;) Generell gilt: Wer die Dinge, die ich hier schreibe, zu ernst nimmt, ist selbst schuld ;)

Team 2019

Team 2019

2019 fahre ich Lizenzrennen für RMV Concordia Strullendorf 1920 e.V. und ausgewählte Jedermannrennen

Montag, 9. September 2019

Road To Riderman

Jetzt hatte ich zwischen den Rennen in den letzten Wochen doch tatsächlich so viel Stress, dass ich im August keinen einzigen Beitrag verfassen konnte - ach herrje... ;)

Zuletzt hatte ich mich vor Bellheim bzw. Bamberg gemeldet. In Bamberg war das Feld wie eigentlich jedes Jahr stark besetzt, drum war ich mit meinem 15. Platz am Ende ganz zufrieden. Konnte das Tempo vom Feld ohne ernsthafte Krise mitgehen, das war schon ganz okay aus dem Training heraus. In Bellheim war ich dann mit ganz frischen Beinen am Start und verfolgte eigentlich nur einen Plan A: Vor dem ersten Durchfahren der "Felder" in eine Ausreißergruppe zu kommen, mit so 5-10 Fahrern. Es gab vom ersten Kilometer auch immer Angriffe (bis zum letzten Kilometer des Rennens!), zwei Mal ging ich auch mit, aber vor dem ersten Befahren der "Felder" kam keine Gruppe weg. Hinter der ganzen Felder-Passage fuhren dann mal nur zwei Fahrer weg, weshalb das niemand Ernst nahm, nachdem sich zuvor größere Gruppen auch nicht lösen konnten. Statt einer gleichmäßigen Tempoarbeit im Feld gab es aber nur den Wechsel zwischen Uneinigkeit und weiteren Attacken. Am Ende der zweiten Runde sprang ich dann ein drittes Mal bei einer Attacke mit, nachdem sich zwischendurch irgendwann bei einer der unzähligen Attacken eine kleinere Gruppe erfolgreich lösen konnte. Leider wurde aus meiner Attacke, bei der wir wohl auch so 6-7 Fahrer waren, sehr schnell nur noch ein Trio, bei dem der dritte Fahrer auch schon so am Limit war, dass er gar keine Ablösungen mehr fahren konnte. Das Feld setzte in Einerreihe nach und schluckte uns kurz darauf. Statt dann aber weiter Tempo zu fahren, schlief die Tempoarbeit im Feld erneut ein. Bis zum Rennende hatte man dann also weiter das Schema, dass sich das Feld einfach nicht auf eine gleichmäßige Tempoarbeit einigen konnte, weshalb weiterhin alle paar Minuten Attacken folgten. Ich selbst war zu dem Zeitpunkt schon so richtig schön demotiviert und überlegte mir auch aufgrund der Erfahrung der 3. Attacke, dass ich am Ende auf den letzten 2, 3 Kilometern vielleicht eine Attacke wage, um eine Feldankunft bei dieser engen, verwinkelten Zielpassage zu vermeiden. Das wäre mein Plan B gewesen. Bevor es so weit kommen konnte, hatten wir zu Beginn der letzten Runde aber plötzlich Regen. Bei nasser Fahrbahn wollte ich die super-engen, verwinkelten und heute auch sehr dreckigen Kurven auf den "Feldern" auf gar keinen Fall mitten im Feld fahren und schoss kurz vor Beginn der Felder-Passage nach vorn an P4, um möglichst sicher durchzukommen. In dritten verwinkelten Kurve machte dann der Fahrer vor mir auch einen kleinen Fahrfehler und musste aufmachen, es gab aber keinen Sturz. Ich schloss die Lücke zu P2 gleich - und irgendwie waren wir kurz darauf als Trio und dann als Duo mit Vorsprung vorm Feld unterwegs. Okay, das war zu dem Zeitpunkt zwar nicht mehr der Plan, aber einfach erst mal weitergefahren. Es war halt nass und so. Da weiß man nie, wie das Tempo im Feld plötzlich einschläft. Allerdings wachte das Feld schnell wieder auf. Die restliche Runde verbrachte ich also wieder im Windschatten des Feldes und bereitete mich auf meinen Plan B vor. Den konnte ich dann dummerweise nicht umsetzen, weil das Tempo auf den letzten 2, 3 Kilometern komplett einschlief und ich eingebaut war. Hatte mir die Schlussphase wesentlich schneller vorgestellt, mit einem in die Länge gezogenen Feld und so. Zwei Fahrer haben dann aber nochmal aus dem Feld heraus angegriffen, wodurch sich das Feld auch nochmal etwas streckte. Die Tür ging für mich auf, ich bin gleich losgesprintet, um vor der vorletzten Kurve noch möglichst weiter nach vorn zu kommen und war dann ungefähr an P10 im Feld. Hinter der vorletzten Kurve gleich voll weitergesprintet und bis an die Spitze des Feldes gekommen. Dann auf der nassen Fahrbahn gemerkt, dass ich ein viel zu hohes Tempo für die enge Zielkurve hatte, aber konnte das Tempo gerade noch anpassen. Hinter der Zielkurve dann zu meiner eigenen Überraschung meine Position im Sprint noch bis zum Zielstrich gehalten. War ein echt langer, dreigeteilter Zielsprint. 7 Fahrer kamen vor dem Feld ins Ziel, für mich blieb dann P8, womit ich mein Ziel erreicht hatte. Ich wollte ja in die Top Ten.

Die Woche drauf fuhr ich dann zwei Rennen in Wardow bei Laage bei Rostock. Warum so weit weg? Naja, weil es zwei Straßenrennen waren. War auch ein Kurs, mit dem ich klargekommen bin, obwohl er mir jetzt auch nicht unbedingt auf den Leib geschnitten ist, aber zumindest die Zielgerade hatte genau die richtige Länge für mich. Etwas merkwürdig war die Zusammensetzung der Rennen. Senioren 3+4 fuhren gemeinsam, wir (Senioren 2) fuhren gemeinsam mit U17+Frauen - und alle AKs wurden getrennt gewertet. So weit, so gut, aber wir mussten bei den Senioren 2 eine Runde mehr als die U17 und die Frauen fahren - und wir waren am 1. Tag nur 7 Senioren 2, am 2. Tag sogar nur 6!!! Am 1. Tag fuhren zwei Uris (Götze + Pohl) gewohnt früh aus dem Feld raus. Also auch wenn nur wenig Fahrer am Start sind, sind es halt doch immer die starken Fahrer, die trotzdem am Start stehen. Nach ungefähr halber Renndistanz brach ein Senioren-2-Fahrer bei dem garstigsten Wind, den ich je bei einem Rennen erlebt hatte, weg und wir fuhren dann die letzten Runde als zu viert ... "im Hauptfeld". ;) Auf den letzten Kilometern dann schon fast Stehversuche, wobei ich fest daran glaubte, im Sprint den Vorteil zu haben. Stimmte leider nicht so ganz, denn mit Lars Elsner war da noch ein anderer guter Sprinter, der den Sprint komplett von vorn gefahren ist. Ich musste auch erst noch ein kleines Loch zu ihm zufahren, weil ich mich nunmal davon überraschen ließ, wie gut er sprinten konnte, und schon war mein erster möglicher Podestplatz futsch, weil ich nicht mehr an ihm vorbeikam. Aber wenn einer den Sprint komplett von vorn fährt, hat er sich den Sprintsieg dann auch verdient. Am nächsten Tag fehlten dann zwei lokale Starter, "weil es regnete", dafür war aber noch ein frischer Jenatec-Fahrer am Start. Der war dann auch so frisch, dass er in einem wesentlich abwechslungsreicheren und selektiveren Rennen als am Vortag mit Götze (nach Defekt) auf P2 und P3 wegfahren konnte. Vorne absolvierte Pohl ein EZF, dahinter war ich mit Lars im PZF-Modus unterwegs. Auf der Zielgeraden wussten wir dann schon gegenseitig voneinander, dass wir ähnlich gut sprinten konnten, weshalb dann niemand so richtig als erster lossprinten wollte, was ich dann aber schlussendlich tat und diesmal genau so knapp vor Lars blieb wie er am Vortag vor mir blieb. Unterm Strich also zwei Mal P4 für mich. Schade, dass nicht mehr Fahrer am Start waren, denn in Torgau und Bellheim hatte ich bei ungefähr 70 Fahrern ja auch schon bewiesen, dass ich bei einem Sprint des Feldes in die Top Ten fahren kann. Das hätte ich in Wardow gerne auch so getan, denn dann wären die beiden Top-Ten-Plätze natürlich "mehr wert". Aber die Fahrer, die sich bei einem Rennen an den Start stellen, können ja nix für die Fahrer, die lieber daheim bleiben...

Nach einer weiteren Wettkampfpause war ich dann jetzt noch bei der oberfränkischen Bergmeisterschaft am Start. Und was soll man sagen? Ich wollte meine 15:30 verbessern, wenigstens auf unter 14:30. Ich war dann sogar 1:30 schneller als 2015, war persönlich auch laut Puls- und Watt-Daten zu 98-100 % an meinem persönlichen Optimum, drum war ich mit meiner Leistung und meinem Leistungsstand rundum zufrieden. Als Bonus gab es sogar noch eine Bronze-Medaille. ;)

Auf dem Weg zum Riderman muss ich jetzt dann noch irgendwie ein paar Rennkilometer in die Beine bekommen, auch wenn sich einfach keine Rennmöglichkeiten angeboten haben, die mir wirklich gut gefallen würden (also Straßenrennen). Werde daher wohl in Freising doch noch ein Kriterium fahren. Bamberg war eine Woche vor Bellheim ja im Endeffekt auch nicht die schlechteste Vorbelastung, denn es kam ja P8 in Bellheim raus. ;)

Freitag, 26. Juli 2019

Road to Bellheim

Das zweite Saisondrittel ist in vollem Gange und der nächste anvisierte Zwischenstopp ist Bellheim, bevor es dann ins letzte Saisondrittel gehen wird. Zwischendurch in Strullendorf auf dem Blatt mein bisher bestes "Karriere-Ergebnis" eingefahren, aber Platz 6 bei einem Kriterium mit unter 20 Startern hat sicherlich nicht die sportliche Gewichtung wie ein 9. Platz bei einem Straßenrennen mit 70 Startern. Es ist aber auf jeden Fall schön, dass man seine Platzierungen bei Lizenzrennen endlich mal auf einer Ergebnisliste nachlesen kann, das ist für mich bisher der größte Unterschied zwischen den Elite- und Senioren-Rennen. Was die Schwierigkeit anbelangt, kann ich zumindest im Bezug auf die Spitzenfahrer keinen wirklich Unterschied feststellen. Die fahren bei den Senioren 2 vorne genau so schnell wie in der ehemaligen C-Klasse. Es wird einem also nichts geschenkt, drum macht es umso mehr Spaß, wenn man ein Ergebnis einfährt, dass dann im rad-net-Profil erscheint. ;)

Für Samstag habe ich mich kurz vorm Meldeschluss doch noch für das Kriterium in Regensburg angemeldet, das vor wenigen Wochen überraschend doch wieder auf rad-net aufgetaucht war, nachdem es in der Terminübersicht des BRV gefehlt hatte. Eigentlich wäre ich gerne noch kurzfristig zu Rad am Ring gefahren, aber dann war dort die Online-Meldung schon dicht bzw. man konnte sich nur noch für eine "Nachmeldung voranmelden", was mir aber irgendwie vom Konzept her viel zu komplex geklungen hat, drum habe ich es so kurzfristig doch besser sein lassen. Halt, nein ... das war gerade nur ein bisschen Schabernack. ;) Zu komplex ist das Konzept nicht, aber bei einer Anfahrt von 5 Stunden konnte ich mich so kurzfristig dann doch nicht für einen Start motivieren. Ich habe dieses Jahr schon ein paar Mal 3 Stunden Anfahrt mitgemacht, was dann jeweils zähneknirschend noch okay war, aber irgendwann macht sich dann auch eine gewisse mentale Müdigkeit breit, wenn man das mehrmals hintereinander mitgemacht hat. Da ist es dann doch mal besser, wenn man nur ein Kriterium in der "größeren Region" fährt, wie eben jetzt in Regensburg oder nächste Woche in Bamberg, oder überhaupt kein Rennen.

In den letzten Wochen bin ich bei den längeren Ausdauerfahrten mehrere für mich persönlich neue Wege gefahren, habe ein paar Strecken zwischen Schnaittach und Betzenstein erkundet, auch ein paar nette Abschnitte südlich der A6 - und hab das auch sehr genossen. Abwechslung ist das Zauberwort. Auch meine Trainingsinhalte unterscheiden sich dieses Jahr recht deutlich von denen der vorherigen Jahre. Ich trainiere endlich mehr im anaeroben Bereich, was mir in den Vorjahren meistens nicht gelungen ist, weil nicht zuletzt die Dauerbelastung durch zu viele Rennbelastungen einfach zu hoch war. Jetzt dosiere ich meine Rennbelastungen besser und kann dann häufiger auch mal anaerob arbeiten. Aber ich lege dieses Jahr auch mehr Wert auf Schwellenkreuzen. Das hatte ich in den Vorjahren eher selten eingebaut, obwohl ich schon immer der Meinung war, dass das eigentlich gut was bringen würde. Dieses Jahr habe ich das Programm schon des öfteren abgespult und sehe mich in meiner Meinung bestätigt: Schwellenkreuzen bringt richtig was! In Kombination mit der besseren Trainingsarbeit im anaeroben Bereich führt das einfach zu dem, was man sich durch systematisches Training nunmal auch erhofft: Eine Leistungssteigerung! :)

Das Training der letzten Wochen war jedenfalls gut, die Abwechslung hat auch Spaß gemacht und ich fühle mich jetzt schon ganz gut für mein zweites Saison-Highlight gerüstet: Bellheim. Dieses Jahr verzichte ich extra auf das Kriterium am Vortag, um endlich mal mit frischen Beinen am Start stehen zu können. Und als Vorbereitung auf Bellheim ist es auch gar nicht mal so verkehrt, dass ich mit Regensburg und Bamberg zwei Kriterien fahre. Denn speziell die Passage "durch die Felder" erfordert ja eigentlich doch eher Eigenschaften, die bei Kriterien gefragt sind. Ein großer Unterschied zu Kriterien bleibt aber: Es werden wesentlich mehr Fahrer am Start sein und der Weg in die Top Ten ist steinig und hart...

Mir fiel auf, dass eine Woche nach Bellheim zwei Straßenrennen bei Rostock ausgeschrieben wurden. Alles etwas sonderbar. An beiden Tagen die gleiche Distanz, aber es wird keine Streckenführung angegeben. Der Zeitplan gefällt mir aber ganz gut, drum könnte ich mir vorstellen, dass ich die weite Reise nach Rostock auf mich nehmen werde. Zwei Tage hintereinander ein flaches Straßenrennen - das hört sich einfach wie für mich gemacht an. Zumal mir die mehrtägigen Rennbelastungen seit Mitte Mai (Kulmbach/Attenzell) sowieso fehlen. Ich sollte meinen Körper mal wieder mit so etwas schocken, damit er dann beim dritten Saison-Highlight entsprechend abgehärtet sein wird... #RoadToRiderman ;)

Sonntag, 30. Juni 2019

Zwischenfazit nach erstem Saisondrittel

Das erste "scharfe" Saisondrittel (im Sinne von Wettkampf-Saison, März-Oktober, was Straßenradsport hierzulange anbelangt) habe ich mit dem Rennen in Grimma beendet. In der Schlussphase hat sich einfach schon eine gewisse körperliche Müdigkeit bemerkbar gemacht, die nichts mit dem laufenden Rennen zu tun hatte, sondern einfach die Summe meines straffen Rennkalenders seit Mitte Mai gewesen ist. Das erste "scharfe" Saisondrittel mit dem ersten von drei persönlichen Saisonzielen habe ich jedenfalls beendet und bin jetzt wieder in einer Trainingsphase. Und wie fand ich dieses erste Drittel?

Anfangs ging es ja holprig los. Wegen des frühen Termins des Etappenrennens "Spreewald Masters" wollte ich auch das früh stattfindende Kriterium in Nürnberg als Vorbelastung mitnehmen, um nicht ohne jegliche Wettkampfhärte in ein Etappenrennen reingehen zu müssen. Das war ein ziemlich verschwendeter Tag, denn es wurden so viele Alters- und Leistungsklassen in einen Topf geworfen, dass man quasi ein Jedermannrennen mit entsprechend extremen Unterschieden bei Leistungs- und Fahrfähigkeit hatte. Ein höllisches Tempo an der Spitze (ich wurde mit einem 44er-Schnitt auf dem Tacho quasi "disqualifziert"), im hinteren Drittel ständig Fahrfehler in den Kurven, die zu Löchern führten, die man aufgrund besagten hohen Tempos an der Spitze schon bald nicht mehr zufahren konnte. Das war quasi ein flottes anaerobes Intervall und danach konnte man gleich wieder heimfahren. Musste also stattdessen rein übers Training versuchen, bei den Spreewald Masters durchhalten zu können. Das lief dann sogar besser als gedacht, aber die widrigen Wetterbedingungen zwangen am letzten Tag fast das halbe Starterfeld zur Aufgabe, auch ich musste das Handtuch werfen - und fing mir bei 5 Grad Dauerregen auch noch einen Infekt ein. Dadurch musste ich erstmal pausieren und neu aufbauen, bevor ich Mitte Mai dann "richtig" loslegen konnte...

In Kulmbach und Attenzell lief es dann beim "Re-Start der Saison" gleich erstaunlich gut. In Kulmbach immerhin eine Prämienwertung gewonnen (bei der es aber auch keinerlei Gegenwehr gab), in Attenzell trotz der Vorbelastung vom Vortag erstmals bei einem Lizenzrennen durchgefahren. Die Vorbelastung hatte ich diesmal gut weggesteckt, also war die Mehrfachbelastung bei den Spreewald Masters doch nicht ganz für die Katz, vermute ich. Nicht so wie letztes Jahr in Bellheim, wo ich am zweiten Tag durch die Vorbelastung platt wie 'ne Flunder war...

In Karbach dann im Gegensatz zu den beiden Vorjahren nicht durchgefahren, sondern entnervt vor der letzten Runde ausgestiegen. Das neue Lizenzklassensystem hatte ein paar A-Fahrer zu Beginn der Woche in die "Amateur-Klasse" (= C-Klasse) gespült, das Tempo war übel. Ich konnte meine Wattleistung im Vergleich zu den beiden Vorjahren gut steigern, aber renntechnisch war ich so weit weg von der Musik wie nie zuvor in Karbach. Ein sehr bitterer Vorgeschmack auf das, was einem bis Ende Juli bei "Amateur-Rennen" drohen wird...

Die Woche drauf dann ein (echtes) Jedermannrennen in Altenburg, bei dem es formtechnisch weiter bergauf ging. Mit P21 die Top 20 knapp verpasst, aber die Leistung an sich hat mir einfach Mut gemacht. Vor allem aber hat mir das Rennen wieder Spaß gemacht. Zwei Wochen drauf stand dann mein erstes persönliches Saison-Highlight an: Der Heideradcup in Torgau. Dort wollte ich in die Top Ten fahren - und habe das im bisher schnellsten Straßenrennen, das ich jemals gefahren bin, mit P9 auch geschafft! Die letzten 70 Minuten waren wir mit einem 45er-Schnitt unterwegs - bei regennasser Fahrbahn! In den Kurven fuhr man also doch recht langsam, konnte einen Sturz auf Kopfsteinpflaster aber nicht verhindern. Das Glück war an dem Tag aber auch auf meiner Seite, ebenso wie die Woche drauf in Grimma. Dort blieb ich nicht nur bei einem schweren Massensturz unversehrt, sondern konnte mich entgegen der Vergangenheit am Zielanstieg auch immer irgendwie am Hauptfeld festbeißen. Es tat richtig gut, dass ich bei einem Rennen mit Klettereinlage mit dem Hauptfeld durchkam und am Ende sogar mit P18 unter die Top 20 fahren konnte.

Ein sehr erfreulicher Abschluss meines persönlichen ersten Saisondrittels, der Mut für die nächste Phase macht, die Mitte August den Classico in Bellheim als Ziel sieht, bevor Ende September der Riderman das letzte persönliche Saisonziel darstellt. Oh, und nächste Woche ist auch noch das Heimrennen in Strullendorf. Mal sehen, wie es bei 'nem Kriterium klappt. Der Trainingsfokus war eben auf Straßenrennen und anaerobe Steigungen, aber wenn die Grundverfassung gut ist, sollte man ja auch bei einem Kriterium ganz gut dabei sein können...

Samstag, 15. Juni 2019

Erstes persönliches Saison-Highlight

Jeder Fahrer hat im Laufe der Saison so seine ganz persönlichen Highlights, auf die er hinarbeitet - und morgen steht mit dem Heideradcup für mich mein erstes persönliches Saison-Highlight an. Auf dem Weg dahin fehlt mir zwar eine komplette planmäßige Aufbauphase, aber das lässt sich jetzt halt auch nicht mehr ändern. Alternativ hätte ich mit der zweiten Aufbauphase weitermachen können, aber dann hätte ich jetzt einen höheren "Plattigkeitsfaktor" und würde stattdessen erst Mitte Juli, wenn gar keine Rennen in meinem persönlichen Rennkalender stehen, in Top-Form sein. Insofern entschied ich mich fürs geringe Übel und starte eben mit einer fehlenden Aufbauphase, bin aber dennoch mit meinem Niveau und dem Tapering halbwegs zufrieden. "Deees paaaaasst schooo..." ;)

Auf dem Weg dahin habe ich in den letzten Wochen mehrere Renneinsätze gehabt. In Kulmbach sprang eine gewonnene Prämienwertung und P11 im "zweiten Endergebnis" raus. Dürfte jetzt auch das finale Endergebnis sein. Brachte mir zudem auch die ersten zwei Ranglistenpunkte meiner "Karriere" ein. ;) Tags darauf lief es in Attenzell besser als erwartet, durch die Belastungen der Spreewald-Masters kam mein Körper mit der Doppelbelastung zum Wiedereinstieg ins Renngeschehen recht gut klar. Dadurch konnte ich erstmals in Attenzell durchfahren (abgesehen von den zwei Ründchen beim Hobbyrennen bei meiner ersten Teilnahme bei der Premiere des Rennens) und kam immerhin auf P51 rein. War für ein Senioren-Rennen auch ein recht großes Startfeld, denke ich.

Eine Woche später herrschte dann das pure organisatorische Chaos in Karbach. Wegen der seit Jahren baufälligen Buckelpiste wollte ich das Rennen auch mal zu einem Material-Test nutzen und nahm meine alten R-SYS statt der Carbonlaufräder - ein Schuss, der nach hinten losgehen sollte. Trotz der höchsten Wattleistung bei meinen drei Teilnahmen in den letzten drei Jahren, schaffte ich diesmal nicht mal den Sprung ins Gruppetto. Es war dann eine ziemlich zerfahrene Mischung aus Solo, Duo und Trio, bei der ich viel zu viel im gewohnt starken Wind arbeiten musste. Bin dann entkräftet und entnervt vor der letzten Runde ausgestiegen - und die R-SYS sind (erneut) durchgefallen...

Vor zwei Wochen stand dann das Straßenrennen in Altenburg auf dem Plan, was zwar wieder leider nur Jedermann war, aber auch abermals viel Spaß gemacht hat. Die Zielpassage war zwar in höchstem Maße gefährlich und wäre bei einem Profi-Rennen undenkbar gewesen, aber durch eine vorherige Attacke ungefähr 3 km vorm Ziel wurde unser kleines Sextett sowieso nochmal gesprengt. Die ersten beiden Gruppen waren etwas größer als nur ein Sextett, drum waren deren Zielankünfte wohl etwas heikler, aber bei uns ging dann schon noch alles gut - auch wenn ich schon fast an einer Bordsteinkante klebte. Am Ende P21, leichte Kopfschmerzen und erstmals seit Hesselberg 2007 (!) Krämpfe bergauf im Sitzen bekommen. War unterhaltsam, kann man den Leuten was von erzählen...

Diese Woche nutzte ich das vorherige rennfreie Wochenende zur ersten Teilnahme am Dienstagabend-Kriterium in Kulmbach und hatte ja eigentlich gehofft, dass dort nicht mehr so flott wie letztes Jahr gefahren wird. Das waren ja letztes Jahr im Endeffekt immer vollwertige Rennen, da war die Intensität kaum geringer als bei offiziellen Kriterien. Daher auch mein bisheriger Verzicht, um nach einem oder zwei Rennen am Wochenende nicht am Dienstag gleich wieder Vollgas geben zu müssen. Stattdessen eher der Fokus auf konzentrierter Trainingsarbeit - eine Entscheidung, die auch goldrichtig war, denn es wird weiterhin mit vollwertiger Renn-Intensität gefahren. Musste nach der ersten Wertung schon etwas länger dem Feld im Wind hinterherfahren, weil ich selbst das Hinterrad eines Leidensgenossen mit den Initialen D.R. nicht halten konnte, aber als das Feld irgendwann doch rausnahm, konnte ich wieder andocken. Aber eigentlich war das alles definitiv ein, zwei Tick intensiver als ich es mir ausgemalt hatte. Suboptimal als Vorbereitung auf das morgige erste persönliche Saison-Highlight...

Morgen geht es dann jedenfalls auf einen erneut durch Baumaßnahmen geänderten 70-km-Kurs beim Heideradcup in Torgau. Da fällt mir ein: Ich wollte ja noch die Datenfelder auf meinem Garmin anpassen. Die Rundenanzeige z. B. ist für morgen völlig egal, weil wir ja nur 1 Runde fahren. Die kommt also weg. Wichtig ist bei so einem Rennen, wo man nicht mehrmals im Kreis fährt, sondern die Schleife nur 1x absolviert, dass man sich die aktuelle Distanz anzeigen lässt. In der Startliste sieht man schon, dass die Teams von Ur-Krostitzer, Jenatec und Triebwerk wie schon bei den Spreewald-Masters sicherlich das Renngeschehen kontrollieren dürften. Ich sollte mir vorm Start also nochmal genau deren Trikots ansehen, mit denen ich noch immer nicht so ganz vertraut bin. Wenn alle drei Trikots bei einer Attacke vorne zu sehen sind, müsste man ja generell versuchen mitzuspringen. Ich hoffe also mal, dass ich nie alle drei Trikots bei einer Attacke vorne sehen werde, denn dann sollte die jeweilige Gruppe nicht durchkommen und ich könnte mich schön im Hauptfeld einigeln. Dann wäre am Schluss nur noch die Frage: Kann ich mich bei einer Massensprintankunft endlich mal vernünftig vor der Sprinteröffnung platzieren?!? Morgen wird es sich zeigen...

Donnerstag, 16. Mai 2019

Wiedereinstieg ins Renngeschehen = Erholung von der Schiedsrichterei

Am Wochenende steige ich nach meiner gesundheitsbedingten Zwangspause und einer gut verlaufenen Trainingsphase wieder ins Renngeschehen ein - in Kulmbach und Attenzell. Viel wird natürlich noch nicht gehen, aber der Kurs Richtung Heideradcup passt schon, würde ich sagen. Die Woche drauf steht dann in Karbach wieder das meiner Meinung nach schwerste Rennen Bayerns an, wo ich trotz des "Getriebeschadens" durch die Zwangspause Mitte April zuversichtlich bin, dass ich mich einen Tick besser als in den beiden Vorjahren schlagen werde. Hoffentlich spielt das Wetter auch mit, denn bei Regen und Kälte ist ja bekannt, dass mit mir nicht viel los ist...

Der Wiedereinstieg ins Renngeschehen bedeutet für mich auch endlich etwas Erholung, denn natürlich habe ich mich für dieses Wochenende bei der Schiedsrichterei abgemeldet. Zuletzt habe ich generell ganz gut gepfiffen, da waren keine Spiele wie vor der Winterpause dabei, wo ich wirklich geschwommen bin, weil ich bei einer Reihe schwieriger Situationen schlechte Entscheidungen getroffen hatte. Dennoch gab es seitens der Mannschaften extrem unterschiedliche Bewertungen. Teilweise wurde mir zu einer starken, fehlerlosen Leistung gratuliert, verbunden mit der Aussage, dass es toll wäre, wenn man immer so einen Schiedsrichter hätte, weil man dann hinterher nur über die Leistung der Mannschaften sprechen muss. Teilweise gab es aber auch irrelevante Meinungen, die von fehlender Disziplin, mangelndem Respekt und einem schlechten Elternhaus zeugen. Das muss einfach mal klar so gesagt werden.

Wenn eine Mannschaft 50 Minuten lang in Überzahl spielt, viel Druck aufs Tor des Gegners ausübt, bestimmt 10 Mal zum Abschluss kommt, aber am Ende dann trotzdem keinen einzigen Treffer erzielt, dann ist das natürlich die Schuld des Schiedsrichters. Alles klar, oder? Wenn man eine nicht funktionierende Abseitsfalle in einer Spielklasse versucht, in der es kein Gespann gibt, und nicht im Abseits stehende Gegner dann freien Weg zum Tor haben, ist das auch die Schuld des Schiedsrichter, weil er dem schlafenden Verteidiger nicht rechtzeitig gesagt hat, dass seine Kollegen auf Abseits spielen wollen. Schon recht. Wenn der gleiche Spieler ein halbes Dutzend Mal ins Abseits rennt, weil er nicht aufpasst, wo er sich befindet, und er dann logischerweise zurückgepfiffen wird, weil Abseits eben einen Regelverstoß darstellt, dann ist auch der Schiedsrichter schuld, weil er unverschämterweise im Gegensatz zum Spieler aufgepasst hat. Wenn ein Spieler mit einer gelben Karte verwarnt wird und er nicht versteht, dass er sein Verhalten auf dem Spielfeld umstellen muss, er stattdessen aber nur wenige Minuten später erneut grob gegen das Regelwerk verstößt, dann ist es auch die Schuld des Schiedsrichters, dass für Spieler in unterklassigen Ligen genau wie für Spieler in höherklassigen Ligen nach zwei gelben Karten das Spiel vorbei ist. Eigentlich sollte der Schiedsrichter für solche Spieler doch so freundlich sein und ihnen ein Limit von 5 gelben Karten pro Spiel gewähren, oder?

Wenn man das Regelwerk nur aus dem Fernsehen kennt, dann kennt man das Regelwerk gar nicht. Man kann es sich aber kostenlos u. a. auf der Seite des DFB runterladen. Tut natürlich niemand, denn Unwissenheit ist cool. Außerdem muss man sich dann auch nicht so doof vorkommen, wenn man den Schiedsrichter als Vollidioten dastehen lassen will. In manchen Fußballkreisen gibt es mittlerweile gar nicht mehr genug Vollidioten ... äh ... ich meine Schiedsrichter, wodurch die Spiele in den niedrigsten Spielklassen gar nicht mehr mit Schiedsrichtern besetzt werden. Die Mannschaften sollen mit ihrer Unwissenheit, ihrer fehlenden Selbstkritik und ihrem Übermaß an Respektlosigkeit ruhig so weitermachen, dann gibt es bald auch zunehmend weiter oben keine Spiele mit Schiedsrichtern mehr - und dann werden sie ein Problem haben: Wem sollen sie dann die Schuld in die Schuhe schieben, wenn sie reihenweise ihre Spiele verlieren und sich einfach nichts ändert? Sie werden sich dann doch wohl nicht etwa an die eigene Nase greifen müssen?!? Kann doch nicht sein, schließlich sind sie alle perfekte Fußballer...