Disclaimer - wenn man so will

In meinem Sport-Blog schreibe ich über meine Sporterlebnisse teilweise ernsthaft, teilweise aber auch mit überspitztem Humor - den Unterschied sollte man erkennen, wenn man mich persönlich kennt ;) Generell gilt: Wer die Dinge, die ich hier schreibe, zu ernst nimmt, ist selbst schuld ;)

Team 2019

Team 2019

2019 fahre ich Lizenzrennen für RMV Concordia Strullendorf 1920 e.V. und ausgewählte Jedermannrennen

Donnerstag, 17. Mai 2012

Pförring ... lol

5 Fahrer - soll das ein Rennen sein? Ich konnte es kaum glauben. Beim Rennen der Senioren 1 waren wir gerade mal 5 Fahrer!!! Wenn man meine "Erfolgsgeschichte" bei Rennen mit weniger als 10 Teilnehmern kennt, dann weiß man sicherlich, dass das für mich keineswegs gut war! Und beim 6. Rennen der Saison habe ich zum 6. Mal keine Ahnung gehabt, wer die anderen Fahrer sind bzw. was sie drauf haben - mit Ausnahme von Klaus. Wir fuhren dann los und es wurde eigentlich etwas geredet, dass wir uns dann eben gleichmäßig abwechseln - aber das mit "gleichmäßig" schien speziell einem Fahrer reichlich egal zu sein. Jedesmal, wenn er in die Führung kam, zog er wie ein Bekloppter das Tempo an. Zumindest für Hobbyfahrerverhältnisse. Da es aber ein inoffizielles Rennen ohne Leistungsklassen, sondern nur mit Altersklassen war, kann es natürlich auch sein, dass es sich um so ein 25.000-Jahreskilometer-"Viech" handelte. Oder generell um einen (ehemaligen) Lizenzfahrer mit zu viel Dampf im Kessel. Allerdings wäre dann auch die Frage gestattet, wieso er dann nicht beim Hauptrennen der "Aktiven" über 80 km gestartet ist, was jedem Fahrer offensteht.

Jedenfalls nervte er schon in der 1. von 5. Runden durch seine ständigen Tempoverschärfungen. Den Vogel schoss er dann in Runde 2 ab. Wir wechselten uns eigentlich weiterhin normal ab. An der ersten der diversen Wellen des Kurses legte mein Vordermann dann schon mal ein richtig heftiges Tempo an den Tag. Ich konnte das Tempo noch gerade so mitgehen. Er ging dann aus der Führung und im Wind angekommen konnte ich das hohe Tempo nicht beibehalten. Ich "passte das Tempo also etwas an". Von dem Fahrer mit zu viel Dampf im Kessel, der an meinem Hinterrad fuhr, kam dann ein aggressives "SCHNELLAAAA!!!" Tja, können vor lachen! Wenn ihm nicht passte, dass ich mich trotz Fahrens am Anschlag nicht vor der Führungsarbeit drücken wollte, dann eben doch nicht. Ich ging also aus der Führung. Der Heini zog das Tempo aber jetzt erst recht mit Schmackes an und ich fiel hinten raus. Wunderbar! Zu Beginn der 2. von 5 Runden war ich bei einem Rennen mit 5 Fahrern allein an 5. Stelle. Super! Juhu!!!

Am Ende der 2. Runde holte mich dann das riesige Feld der Senioren 2 ein. Eigentlich waren ja alle Felder recht gut aufgestellt, nur bei den Senioren 1 hatten wir dieses sonderbar kleine Starterfeld. In der 3. Runde sah ich dann plötzlich Klaus alleine vor uns durch die Landschaft gondeln. Also hatte dieses Trium Infernale nun sogar Klaus rausgefahren!!! Das sagt ja eigentlich alles. Die Drei waren in der Ferne sogar zu erkennen, konnten ihren Vorsprung auf unser nun großes Fahrerfeld aber weiterhin kontinuierlich ausbauen.

Also wie gesagt: Es war halt ein inoffizielles Rennen und es gab keine Unterscheidung zwischen A-Fahrer und Hobbyfahrer. Im letzten Jahr waren glaub nur zwei C-Fahrer bei den Senioren 1 am Start, des Rest waren Hobbyfahrer - und schon hatte man ein Rennen auf Augenhöhe. Diesmal war es aber für Klaus und mich ein Griff ins Klo. Also auch wenn es insgesamt "nur" 5 Fahrer waren - 3 davon fuhren über Hobbyniveau. Denn in Sonneberg hat man ja eigentlich ganz gut gesehen, dass Klaus im Hobbybereich zum "vorderen Mittelfeld" gehört. Und dass selbst er heute so dermaßen versenkt wurde, sagt ja eigentlich alles.

Ebenfalls ärgerlich, aber im Endeffekt auch Wurst: Zu Beginn der 4. Runde kam das Glockensignal. Im Kopf bedeutete das für mich "noch eine Runde", aber das Signal galt ja dem Feld der Senioren 2, mit denen wir unterwegs gewesen sind. Nach 4 Runden und einem Schnitt von 38,5 km/h (exakt der gleiche Schnitt wie letztes Jahr - ich war also dieses Jahr keineswegs langsamer als im Vorjahr, als ich Zweiter wurde!!!) hielt ich mich aus dem Sprint der Senioren 2 raus fragte dann nur noch kurz bei der Wettkampfleitung, ob auch wie Senioren 1 jetzt fertig sind. Die Leute sahen mich sonderbar sparsam an und meinten dann nur "Ja, Senioren 1 sind jetzt auch fertig". Das Glockensignal hatte mich einfach erfolgreich verwirrt. Ich kehrte um und wollte nur noch ganz kurz etwas ausrollen - ich war einfach schon zu geknickt, um mich nochmal auf der 10-km-Schleife auszufahren. Ich schaltete den Tacho durch und las "40 km" - und in dem Moment kam es mir: Wir sollten doch 50 fahren?!?!? Also zurück zum Wagen mit den Wettkampfrichtern und nochmal nachgefragt. Dort sagte man mir plötzlich "Senioren 1 haben noch eine Runde". Was zur Hölle?!?!? Ich sagte noch, ich hatte doch gerade nachgefragt, ob wir schon fertig sind, aber als lapidare Antwort/Ausrede sagte man mir nur "Wir dachten du bist ausgestiegen". Ich hatte KEIN WORT von "Aussteigen" gesprochen!!! Aber gut, vielleicht liegt es daran, dass ich kein bayrisch kann ... also war es wohl mein Fehler ...

Da ich als Erster zurückgefallen war hatte ich mit Klaus aber schon längst ausgemacht, dass ich ihn sowieso kampflos als Vierten ins Ziel fahren lasse. Es hat für die Platzierung also keinen Unterschied gemacht, aber die Geschichte passte "perfekt" zu einem Rennen, das ich mir voll hätte sparen können - und nächste Jahr werde ich auch genau das tun. Nicht vielleicht, weil ich das Rennen an sich nicht gut finden würde. Auch nicht, weil mir das Wettkampfgericht erst gesagt hatte, dass ich schon fertig wäre, aber dann sagte, dass ich noch eine Runde zu fahren hatte - die ich übrigens noch gefahren bin. Aber schön locker zum Ausrollen. Es ist mir aber wirklich schleierhaft, wie man die Frage "Sind wir Senioren 1 jetzt auch schon fertig?" als "Ich steige jetzt aus" verstehen kann. Ich bin zwar Übersetzer von Beruf her, aber nur für Englisch und Deutsch. Für Sonntag in Schrobenhausen sollte ich vielleicht kurzfristig einen Dolmetscher für Bayrisch und Deutsch auftreiben. Wer weiß, welchen Bären man mir dort vielleicht aufbinden möchte?

Aber wie gesagt: Das Rennen an sich ist zwar kein schöner Kurs, aber es ist immerhin ein Straßenrennen. Von dem her würde ich wieder fahren wollen. Und wenn man nicht schon total abgehängt und so deprimiert ist, dass man das Glockenzeichen auf sich selbst bezieht, dann würde man auch gar nicht erst auf die Idee kommen, einen fremdsprachlichen Dialog einzugehen. Wobei ich übrigens sagen muss: Wenn ich mich mit bayrischen Fahrern unterhalte, geht das eigentlich problemlos. Da gibt es keine Verständisprobleme. Aber bayrische Wettkampfrichter? Die sind eine Klasse für sich. Aber solange man sich nicht mit ihnen unterhalten will, machen die auch in Pförring einen tollen Job und setzen ja sogar eine Zielkamera ein. Das hatte ich ja letztes Jahr schon hervorgehoben: Organisatorisch ist Pförring wirklich toll und eigentlich sogar besser als die meisten offiziellen Rennen in Bayern. Nur: Man sollte scheinbar nicht bei den Senioren 1 mitfahren wollen. Im Vergleich zum Vorjahr scheinen sehr viele Senioren 1 auf einen Haufen zu Senioren 2 geworden zu sein. Und genau dieses Problem - das winzige Startfeld - ist der Grund, weshalb ich mir Pförring nächstes Jahr sparren werde. Es ist NICHT das Rennen und dessen Organisation an sich. Das will ich hier klar hervorheben, bevor irgendwelche Missverständnisse aufkommen.

Natürlich behandel ich auch das Missverständnis mit den Organisatoren auf eine überspitzte Art und Weise - Serien wie Al Bundy sind Schuld! Diesen Humor habe ich einfach übernommen. Reale Missstände überspitzt darstellen - wenn einem so was passiert wie mir heute, dann kann man das am Ende eben nur mit Spaß nehmen. In der Vergangenheit habe ich schon festgestellt, dass Worte allein - man sieht ja nicht meinen Gesichtsausdruck und man hört ja auch nicht, WIE ich etwas sage (böse oder eben eher mit einer Prise Humor) - im Internet sehr gerne falsch verstanden werden. Die fehlende Mimik und Gestik katalysieren solche Missverständnisse. Aber solche Missverständnisse kann es eben nicht nur im Internet, sondern auch "live vor Ort" bzw. "offline" geben, wie man heute sah. Es ist aber die geringe Teilnehmerzahl, die mich nächstes Jahr stattdessen am Dienstag in Kulmbach starten lässt, wo man sich wenigstens sicher sein kann, dass wenigstens 20 Leute am Start stehen.

Ach ja: Der Napoleoncup wurde abgesagt. Und nachdem ich heute so schnell weggeplatzt bin und meine Beine an den Steigungen wirklich gar nicht entknoten konnte, werde ich auch Greiz nicht fahren. Sprich: Schrobenhausen und Kulmbach am 26.5. sind meine letzten fest geplanten Rennstarts in diesem komischen Jahr. Komisch wegen dem Rennkalender, komisch wegen dem "perma-herbstlichen Wetter". Oha, ich habe ein Modewort erfunden! "Perma-herbstlich" :)

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