Disclaimer - wenn man so will

In meinem Sport-Blog schreibe ich über meine Sporterlebnisse teilweise ernsthaft, teilweise aber auch mit überspitztem Humor - den Unterschied sollte man erkennen, wenn man mich persönlich kennt ;) Generell gilt: Wer die Dinge, die ich hier schreibe, zu ernst nimmt, ist selbst schuld ;)

Team 2019

Team 2019

2019 fahre ich Lizenzrennen für RMV Concordia Strullendorf 1920 e.V. und ausgewählte Jedermannrennen

Montag, 12. Juli 2010

Mein "Sommerloch-Statement" zu Jedermannrennen

Nachdem ich die letzten zwei Tage als Salzsäule von meinen Trainingsfahrten zurückkehrte, ist mir die Sache heute entschieden zu heiß. Ich warte jetzt das abkühlende Gewitter ab und nutze die zusätzliche Zeit für einen weiteren "Sommerloch-Beitrag" ...

Ich laber mal etwas über Jedermannrennen, weil ich zwei Beweggründe dafür habe. Zum einen hat der BDR in der seit März neuesten Version seiner Wettkampfbestimmungen etwas neu geregelt, zum anderen habe ich zuletzt von einigen Teams etwas in Bezug auf den German Cycling Cup gelesen ...

Fangen wir gleich mit dem "GCC" an. Dort scheint der Veranstalter unfähig zu sein, eine funktionierende Teamwertung zu erstellen, wenn man so zwischen den Zeilen liest. Bei den enorm hohen Teilnehmerzahlen ist sicherlich nicht nur das Sturzrisiko exponentiell erhöht, sondern auch die Fehler in der Ergebnisauswertung. Klar, es werden Transponder verwendet, aber die dienen im Wesentlichen der Nettozeitnahme des einzelnen Fahrers. Wozu diese Nettozeit eines einzelnen Fahrers überhaupt interessiert, sei mal dahingestellt. Schließlich handelt es sich doch um ein Rennen, nicht um ein Zeitfahren, oder?

Jedenfalls gibt es wohl so einige Probleme mit dem Zuordnen der Fahrer zu ihren jeweiligen Teams, wodurch einige Teams in der Teamwertung von vornherein raus sind aus dem Rennen. Das ist aber nur eine weitere Randerscheinung einer Serie von "Events", bei denen es um den schnöden Mammon geht. Man muss bei Jedermannrennen einfach zwischen Radrennen und Events unterscheiden. Beim GCC handelt es sich um Events. Seitens der Teams steht sicherlich der Wunsch, dass diese Events sportlich sauberer organisiert werden, die Startgebühren niedriger werden und die Prämien höher. Den Veranstaltern kann das aber sicherlich egal sein. Solange es weiterhin Hunderte von Teilnehmern gibt, die die vorhandenen Unsummen als Startgebühr berappen, gibt es gewiss keinen Grund für eine Senkung der Startgebühren. Im Gegenteil! Wenn sich weiterhin so viele Teilnehmer diese Startgebühren gefallen lassen, dann werden die eher noch steigen!

Was könnte man also wirklich tun, um aus den Jedermannrennen des GCC statt Events Radrennen zu machen? Eigentlich gar nichts. Ein kollektiver Startverzicht der Teams würde nicht viel bringen, weil es immer noch genügend Teilnehmer geben würde. Das ist einfach so. Diese Events werden immer Events bleiben, was aber auch kein Problem ist. 2007 habe ich an zwei dieser Events teilgenommen und für mich persönlich entschieden: Ich lasse mir das NICHT mehr gefallen. Ich kann es auch verschmerzen, weil der GCC sowieso nur aus ... äh ... nicht einmal 10 Rennen besteht, glaube ich? Und das auf ganz Deutschland verteilt. In meinem "Dunstkreis" gibt es sowieso maximal zwei Rennen dieser Serie, weshalb ich getrost darauf verzichten kann. Ich werde dieses Jahr auch so auf fast 20 Rennen kommen ...

Weg von den Events des GCC, hin zu den Radrennen. Bei den meisten Hobby- und Jedermannradrennen finden sich keine 50 Fahrer am Start ein. Da fragt man sich von vornherein, wo bei den Events des GCC die ganzen Leute herkommen. Man muss kein Prophet sein um zu wissen, dass dort dann auch viele Radtouristen am Start sind, die eben "auch einmal ein Rennen fahren" wollen und dann einmalig 50 Euro Startgebühr verschmerzen können. Bei den normalen Jedermannrennen aber sind die Startgebühren niedriger und es gibt in der Regel auch ein ähnliches Teilnehmerlimit wie bei Lizenzrennen. Das heißt: Maximal 200 Fahrer. Denn: Nicht der Profit steht im Vordergrund, sondern der Sport und somit auch die Sicherheit der Teilnehmer. Das Limit von 200 Fahrern dient keineswegs dazu, den Veranstaltern Einnahmen zu verwehren, sondern die Teilnehmer zu schützen. Das Sturzrisiko nimmt ab 200 Fahrern exponentiell zu, das ist einfach so. Und das hat auch nichts mit dem fahrerischen Können der Fahrer zu tun, denn wenn das Feld bei der Tour de France noch mit fast 200 Fahrern unterwegs ist, liegt auch ständig Blech auf der Straße.

Man hat bei den normalen Jedermannrennen also eine geringere Sturzgefahr und geringere Startgebühren. Wieso dann oftmals keine 50 Fahrer am Start sind, darüber darf wild spekuliert werden. Bei den Events des GCC wird ja auch sehr viel Geld in Werbung gesteckt. Wer regelmäßig Rennen fährt, der weiß ja, wo er nach Rennen suchen muss: Bei den Ausschreibungen für Straßenrennen auf der BDR-Website. Ich mutmaße demzufolge, dass viele Fahrer, die "gerne mal ein Rennen fahren" wollen, schlicht und ergreifend nicht wissen, dass man beim BDR in den Ausschreibungen zahlreiche Hobby- und Jedermannrennen finden kann. Online-Magazine wie das Challenge-Magazin und Jedermannbikeszene.de könnten da vielleicht für "Aufklärung" sorgen. Aber auch damit würden weiterhin nur Fahrer ansprochen werden, die im Internet am Start sind.

Aber gut, es sollen ja auch nicht zu viele Fahrer werden. Mir persönlich reichen schon 150 Fahrer, da ich aus persönlicher Erfahrung sagen kann, dass die Sturzgefahr eigentlich schon ab 100 Fahrern deutlich zunimmt. Was mir bei den normalen Jedermannrennen aber auch noch gut gefällt, ist die Tatsache, dass man das Radrennen voll und ganz genießen kann. Es gibt keine dämliche Premium-Startblöcke, durch die man sich als Gelegenheitsteilnehmer des GCC weit hinten anstellen und dann erst mal entsprechend weit nach vorne vorarbeiten muss, nur um gerade mal unter den ersten 50 Fahrern anzukommen. Auch braucht man sich keine Gedanken zu machen, wie die eigene Netto-Fahrzeit ist, weil das Ergebnis einfach nur anhand der Reihenfolge beim Zieleinlauf erstellt wird. Und um eine Teamwertung muss man sich auch keine Gedanken machen, denn die gibt es normalerweise gar nicht. Gut, das ist zwar nicht unbedingt schön, ich hätte schon gerne öfter Teamwertungen. Aber da ich ja kein Team habe, fehlt mir das nicht wirklich ...

Nach den Unterschieden zwischen Events und Radrennen, komme ich jetzt noch zu den Änderungen seitens des BDR. Seit März sind nur noch C-Fahrer bei Jedermannrennen erlaubt - oder Fahrer ohne Lizenz, wie gehabt. Es gibt bestimmt so einige Fahrer, die jetzt nicht wissen, was daran neu sein soll. Tja, aber vor März war es so, dass wirklich JEDER bei Jedermannrennen startberechtigt war. Selbst ProTour-Profis hätten starten dürfen. Da dies aber - ebenso wie die zahlreichen "kleinen" Hobby- und Jedermannrennen - allgemein nicht bekannt war und stattdessen schon seit Jahren die Meinung herrschte, dass nur C-Fahrer startberechtigt sind, hat man die Regelung nun eben an die allgemeine Auffassung angepasst.

Eine weitere Änderung überrascht etwas und ist vermutlich auf die Lobby der Event-Veranstalter zurückzuführen: Es wurden Geldprämien für Jedermannrennen VERBOTEN. Das bedeutet, dass die Veranstalter von Jedermannrennen jetzt fein raus sind, wenn die Frage aufgeworfen wird, wieso es nur billige Sachpreise statt Geldprämien gibt. Allerdings finde ich persönlich das nun auch nicht wirklich schlimm, da sich diese Geldprämien meistens sowieso irgendwelche Lizenzfahrer gesichert haben - und die sollten sich ihre Geldprämien eigentlich bei ihren Lizenzrennen sichern. Ich könnte bei Jedermannrennen sehr gut auf jegliche Preise verzichten. Vielleicht Pokale für die ersten Drei - mehr nicht. Keine Trinkflaschen als "Preise", keine Startbeutel mit jede Menge Werbeprospekten und kleinen Werbeprodukten - dafür könnte man mit den Startgebühren dann runtergehen. 10 Euro reichen ja wohl, oder? Zumindest ist das die Startgebühr, die man bei den meisten Hobbyrennen zahlt.

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