Disclaimer - wenn man so will

In meinem Sport-Blog schreibe ich über meine Sporterlebnisse teilweise ernsthaft, teilweise aber auch mit überspitztem Humor - den Unterschied sollte man erkennen, wenn man mich persönlich kennt ;) Generell gilt: Wer die Dinge, die ich hier schreibe, zu ernst nimmt, ist selbst schuld ;)

Team 2019

Team 2019

2019 fahre ich Lizenzrennen für RMV Concordia Strullendorf 1920 e.V. und ausgewählte Jedermannrennen

Donnerstag, 8. Juli 2010

Juli = Sommerloch = Sommerpause

Das Doppelwochenende mti Altenkunstadt und Strullendorf leitet Anfang Juli zumeist ein Sommerloch in Sachen Radrennen ein - zumindest für Bayern und den Süden Thüringens und Sachsens, wo ich meine Rennen bestreite. Man geht also zurück ins Training und fängt mit einem neuen Formaufbau an, der zwar auf dem bisherigen Formaufbau aufsetzt, aber sich an einem zweiten anvisierten Highlight orientiert - in meinem Fall den Napoleon-Cup Ende September. Das bedeutet auch, dass wieder etwas mehr Klettern auf dem Programm steht, damit die Wellen beim Napoleon-Cup gewinnbringend genutzt werden können.

Glück und Pech gleichen sich im Laufe einer Saison eigentlich immer aus. In den ersten beiden Saisonrennen, die nur dem Einstieg dienten und bei denen die Platzierung eher unwichtig war, wurde ich jeweils einen Platz besser notiert als ich war. In Cadolzburg sagte ich das sogar noch der Wettkampfleitung, aber man setzte mich nicht einen Platz zurück, wo ich hingehörte, sondern beharrte darauf, dass ich einen Platz weiter vorne war. Ich würde diese zwei bessere Platzierungen in Cadolzburg und Karbach aber nicht als Glück bezeichnen, denn sie machten keinen Unterschied.

In Stadtlauringen und Strullendorf aber war ich ebenso wie in Altenkunstadt in der Lage, vielleicht endlich meinen ersten Rennsieg einzufahren. Allerdings hatte ich bei diesen beiden Rennen richtiges Pech. Betrachtet man Cadolzburg und Karbach als Glück, würde es jetzt 2:2 stehen - aus meiner Sicht aber steht es 0:2. Das Sommerloch, das 2007 durch den Vogtlandcup in Coschütz verkürzt werden konnte, weil er damals am zweiten und somit freien Juliwochenende stattfand (statt am traditionell durch Altenkunstadt und Strullendorf belegten Wochenende, wie letztes und dieses Jahr), lässt mich also mit einer Menge Frust zurück - und der fehlenden Chance, es so schnell wie möglich besser machen zu können. Daher habe ich mich jetzt doch für das Rundstreckenrennen in Vaterstetten am 24.7. angemeldet. Denn wie auch ein erfahrener, erfolgreicher Rennfahrer zu mir in Strullendorf sagte: Besser wird es nur, wenn man immer wieder weitere Rennen fährt.

Da Vaterstetten bei München ist, handelt es sich also wieder um eines dieser Rennen in Südbayern, wie auch Wartenberg schon. Dort unten gibt es so einige Chaoten, die wirklich wie die letzten Deppen fahren - speziell in den Kurven. Die reihen sich nicht in die Ideallinie ein (schaffen das vielleicht auch einfach nicht), sind zu langsam, um auf der Geraden zu überholen, und schießen dann wie die Bekloppten in die Kurven rein, um dort die Fahrer auf der Ideallinie abzudrängen und sich somit vorzuarbeiten. In Wartenberg habe ich auf diese Pappnasen auch Rücksicht genommen und ihnen Platz gemacht. Dadurch verlor ich Position und Schwung, was bei Kriteriumskursen natürlich sehr kraftintensiv ist. Aber wieso habe ich diesen Chaoten überhaupt Platz gemacht? Weil ich Angst vor einem Sturz hatte! Seit Strullendorf weiß ich aber, dass man das nicht immer verhindern kann ...

In diesem Zusammenhang nehme ich mir jetzt schon für Vaterstetten vor, dass ich meine Position auch in den Kurven verteidigen werde. Habe ich das Rad vorne, dann bleibe ich auf meiner Linie und verteidige die Position. Das ist schließlich mein gutes Recht. Die Einschüchterungstaktiken der Fahrer, die solche Taktiken nunmal nötig haben, werden also nach Möglichkeit diesmal nicht funktionieren. Wer das Rad vorne hat und auf der Ideallinie fährt, der muss wohl kaum auf einen hinter ihm fahrenden Fahrer, der nicht auf der Ideallinie fährt, aufpassen. Zum einen kann er das nicht, weil man an einem Rennradlenker keine Rückspiegel hat, zum anderen wäre das ja wohl lächerlich, dass man Fahrern Platz macht, obwohl man kein überrundeter Fahrer ist. In der Formel 1 muss man auch erst dann Platz machen, wenn einem blaue Flaggen gezeigt werden.

Also wenn man zu so einem "Kurvenrowdy" zählt, das hier gerade mitlesen sollte und in Vaterstetten nicht gerade dabei ist, eine Überrundung zu vollziehen, dann sollte man besser nicht versuchen, den Fahrer in orange mit den zur Seite ausgestreckten Ellenbogen in einer Kurve unsauber abzudrängen - das lasse ich nicht mehr mit mir machen! Man kann mich jederzeit gerne SAUBER überholen, was normalerweise nur auf den Geraden möglich ist. Unsaubere Manöver soll man sich sparen, denn da ich jetzt den ersten Sturz hatte, lasse ich mich nicht mehr einschüchtern. Und auch so etwas gehört wohl zum Sammeln von Rennerfahrung: Stürze! So negativ das in Strullendorf war, so positiv kann es sich auf meine Fahrweise auswirken. Ich werde natürlich weiterhin sauber und fair fahren, aber ich werde unsauberen Manövern anderer Fahrer gegenüber anders reagieren. Ich lasse mich nicht mehr abdrängen, sondern verteidige mich.

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