Disclaimer - wenn man so will

In meinem Sport-Blog schreibe ich über meine Sporterlebnisse teilweise ernsthaft, teilweise aber auch mit überspitztem Humor - den Unterschied sollte man erkennen, wenn man mich persönlich kennt ;) Generell gilt: Wer die Dinge, die ich hier schreibe, zu ernst nimmt, ist selbst schuld ;)

Team 2019

Team 2019

2019 fahre ich Lizenzrennen für RMV Concordia Strullendorf 1920 e.V. und ausgewählte Jedermannrennen

Montag, 14. März 2011

Saisonrückblick 2010 - Teil 4

Gesundheitlich geht es mir heute schon etwas besser, auch wenn ich mich vom gestrigen Kampf des Immunsystems gegen die bösen Invasoren noch ganz schön geschwächt fühle. Hoffentlich bin ich also doch mit einem blauen Auge davon gekommen. Bevor ich aber wieder ins Training einsteigen kann, hier der abschließende Teil meines Saisonrückblicks:

Mitte September stand dann ein südbayrisches Doppelwochenende an. In Grünwald gab es erstmals ein Hobbyrennen, weswegen es interessant war zu sehen, wann und wo attackiert werden würde. Scheinbar fand aber niemand so recht eine Antwort darauf, weshalb sich alles neutralisierte. Tempoverschärfungen gab es viele, aber da sich niemand richtig absetzen konnte, wurde danach meistens wieder etwas rausgenommen. Erst wenige Runden vor Schluss wurde dann entschiedener durchgezogen und es konnte sich eine kleine Gruppe absetzen, weswegen für mich nur noch Platz 7 rauskam – und mit 41,7 km/h der höchste Schnitt, den ich bisher bei Hobbyrennen gefahren bin! Altenburg wurde also nicht einmal einen Monat später getoppt! Und bei einem Prämiensprint konnte ich mir ähnlich wie in Vaterstetten etwas Taschengeld sichern. Das Wetter war auch topp, weshalb das Rennen richtig Spaß gemacht hatte.

Tags darauf gab es ein Kriterium in Freising, wo ein irrsinnig hohes Anfangstempo gefahren wurde, weshalb ich nach 2 Runden schon den Anschluss verlor. Zusammen mit einem Fahrer der Schwalben aus München ging ich aber in eine Art Paar-Zeitfahr-Modus, wodurch wir das Tempo hochhalten und nach 10 Runden wieder Anschluss an das Hauptfeld finden konnten. Das war schon ganz geil, plötzlich wieder an das Hauptfeld ranzufliegen. Und bei der dritten Wertung sicherte ich mir auch gleich erste Punkte! Lohn der Mühe war ein 5. Platz, der mein bisher bestes Ergebnis bei einem Rennen in Südbayern darstellte. Das Rennen steht 2011 also auch wieder fest im Rennkalender.

Die Kriteriumssaison hatte ich mit Freising beendet und es stand nun mit Hildburghausen die Generalprobe für den Napoleoncup auf dem Plan. Da ich in einer wesentlich besseren Verfassung als im Vorjahr war, ging ich davon aus, dass ich nicht überrundet würde, weshalb ich mir um den sehr „originellen“, aber unpraktischen Modus bei den Werraclassics keinen Gedanken würde machen müssen. Im Vorjahr war ich ja zwei Plätze weiter hinter im Ergebnis, weil man unsere Gruppe nicht wie bei Rundstreckenrennen üblich mit der Runde Rückstand wertete, die wir hatten, sondern erst eine Runde später. Das war aber meine Ausrollrunde! Ich war diesmal auch vom Start weg eigentlich gut dabei, aber auf der zweiten Runde war plötzlich sehr viel Nervösität im Feld. Da ich nicht mit einer frühen Tempoverschärfung rechnete, ließ ich mich einfach etwas ans Feldende zurückfallen, um dem nervösen Treiben zu entgehen. Zu Beginn der 3. Runde fuhr ich am Anstieg dann wieder an mehreren zurückfallenden Fahrern vorbei und pirschte mich nach vorn, als ich dann leider ein Loch nach vorne entdeckte. Es gab scheinbar einige junge Wilde, die schon in der 3. Runde attackieren wollten. Da die Fahrer und ihre Trikots mehr oder weniger unbekannt waren, reagierte das Feld wohl sicherheitshalber mal, ehe man möglicherweise starke Leute davonfahren lassen würde. Das alles überraschte mich und ich konnte das Loch bis zum Ende der Steigung nicht vollends zufahren. Der scharfe Kantenwind wurde mir danach zum Verhängnis, aber auch das Renntempo – denn die 3. Runde war tatsächlich die schnellste Rennrunde. Ich hatte das Rennen einfach falsch gelesen und wurde dann mehrere Runden später überrundet. Von dort an war es ein Kinderspiel dem Tempo im Hauptfeld zu folgen, aber genau das wurde mir noch fast zum Verhängnis, weil ich nach der Zieleinfahrt ja noch eine Runde zu fahren hatte, aber offensichtlich mehrere Fahrer nicht wussten, dass das Rennen noch für Überrundete weitergeht und die Finisher nach der Zieldurchfahrt RECHTS fahren sollten. So wurde ich von unachtsamen Finishern noch fast abgeräumt und werde 2011 wohl Aichach den Vorzug geben. Der eigenwillige Modus in Hildburghausen ist mir zu dämlich, zumal er sehr gefährlich ist, wie ich am eigenen Leibe erfahren musste.

Ende September nahm ich dann erstmals an einem Etappenrennen teil, auch wenn der Napoleoncup diesmal leider nur aus zwei Etappen an einem einzigen Tag bestand. Beim EZF overpacete ich gleich zu Beginn und war mit meiner Leistung nicht sonderlich zufrieden, konnte aber dennoch mein Ziel von unter einer Minute Rückstand auf den Sieger erreichen. Was es doch ausmacht, wenn bei einem EZF niemand mit Zeitfahrmaterial fahren darf. Da wird ja plötzlich ein fairer Wettkampf draus! Ich war also eigentlich voller Zuversicht für die zweite Etappe, wo ich davon ausging, noch Zeit gutmachen zu können, aber das kam dann anders. Genau wie in der Woche zuvor war ich in der falschen Runde am Ende des Feldes und bekam die Tempoverschärfung vorne erst mit, als ich an zurückfallenden Fahrer vorbeifuhr und das klaffende Loch nach vorne sah. Ich konnte das Loch abermals nicht zufahren und verlor leider mehrere Plätze in der Gesamtwertung, auch wenn es am Ende nur Sekundenabstände zu den Fahrern vor mir waren. Dennoch machte es Spaß und die Erfahrung des ersten Etappenrennens hilft mir nächstes Jahr hoffentlich, um ein besseres Ergebnis zu erzielen.

Beim letzten Rennen der Saison in Dingolfing war eigentlich ein Jedermannrennen ausgeschrieben, aber stattdessen war es ein ABC-Lizenzrennen, bei dem auch einige Hobbyfahrer teilnehmen durften. Anders kann man das nicht bezeichnen, wenn man sieht, wer dort am Start war. Hauptsächlich C-Fahrer, aber auch A-Fahrer. Ein der A-Fahrer gewann (Wow – Kunststück!) und der andere Fahrer rollte wenige Sekunden vor mir über den Zielstrich. Ich selbst war zum dritten Mal in Folge bei der entscheidenden Tempoverschärfung am Feldende und bekam diese Tempoverschärfung erst mit, als schon ein beachtliches Loch nach vorne entstanden war. In drei Rennen hintereinander habe ich mich also „verlesen“, weil ich mit den jeweiligen Tempoverschärfungen nicht mal ansatzweise rechnete. Stattdessen dachte ich, dass das Feld erst mal etwas im Kaffeefahrt-Modus wäre. Nächste Saison lese ich die Rennen also hoffentlich besser und sollte vor allem wirklich versuchen, ständig vorne zu fahren.

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