Disclaimer - wenn man so will

In meinem Sport-Blog schreibe ich über meine Sporterlebnisse teilweise ernsthaft, teilweise aber auch mit überspitztem Humor - den Unterschied sollte man erkennen, wenn man mich persönlich kennt ;) Generell gilt: Wer die Dinge, die ich hier schreibe, zu ernst nimmt, ist selbst schuld ;)

Team 2019

Team 2019

2019 fahre ich Lizenzrennen für RMV Concordia Strullendorf 1920 e.V. und ausgewählte Jedermannrennen

Montag, 4. Juni 2012

Kulmbach zum Fünften

Letzten Dienstag war der 5. Wertungslauf der Dienstagabendserie in Kulmbach und meine vierte Teilnahme. Kurzum: Es läuft dieses Jahr einfach nicht!

Entgegen meiner bisherigen strategischen Ausrichtung wollte ich diesmal wieder durch Ausreißversuche punkten. Im Gegensatz zum Vorjahr oder zum 2. Wertungslauf, wo das Feld noch überraschend willig die zwei besten Starter des Tages fahren ließ, wurden heute nahezu alle Ausreißversuche gekontert. Da ich aber bei meiner Strategie blieb, attackierte ich zwischendurch zwei Runden lang mit 2, 3 Begleitern so hart, dass ich dann durchs Feld fiel, als dieses voll durchzog. Normalerweise ist es ja eher so üblich, dass nach dem Einfangen einer Gruppe das Feld erstmal langsam macht. Leider diesmal nicht und leider war meine Brechstange bei der sehr harten Attacke abgebrochen - und schon entschwand das Feld! :(

Der starke Gegenwind auf der langen Gegengeraden tat das übrige dazu und so musste ich mich erstmals überrunden lassen. Ich kam zwar am Ende immer noch mit fast 41 km/h ins Ziel, aber das Feld hatte fast 42 km/h. Ich kramte gleich mal meine Aufzeichnungen aus dem Vorjahr heraus und sah: Das heutige Renntempo wäre von all meinen Teilnahmen 2011 das zweitschnellste Rennen gewesen! Und gerade an solch einem Tag setzte ich auf eine Ausreiß-Strategie. Na super :(

Die Gesamtwertung kann ich mir jetzt schon abschminken. Einmal ausgelassen (wegen Pförring - was für ein Reinfall!) und schon 3x nur die 3 Anwesenheitspunkte. Damit habe ich schon 4 Streichergebnisse eingefahren, aber es gibt ja nur 3. Ich versuche jetzt wenigstens noch in die Top 15 zu kommen, das ist momentan noch ein realistisches Ziel. Mit den Top Ten sieht es dieses Jahr aber wirklich schlecht aus, zumal ich ja aus dem offiziellen Wettkampfgeschehen schon raus bin und nur noch larifari fahre. Seit letzten Dienstag nur 2 Mal auf dem Rad gesessen, auch heute werde ich nur etwas Lauftraining machen - alles schon in Hinblick auf Tennis und Fußball.

Der starke Wind letzten Dienstag bewirkte auf der Zielgeraden übrigens einen Top-Speed von 59,0 km/h - exakt mein Rekord aus dem Vorjahr. Dabei war gar kein 100%-Sprint dabei. Auch daran lässt sich schon erahnen, wie stark der Wind gewesen ist. Bei Rückenwind zwar nett, aber wenn man alleine dem Feld hinterherjagt, dann ist das Problem eher dieses: Bei Gegenwind verreckt man und bei Rückenwind gibt natürlich auch das Feld entsprechend Stoff. Unterm Strich kann man also trotz des Rückenwinds kaum Boden aufs Feld gutmachen und bei Gegenwind frisst man Meter um Meter. Und wenn das Feld halt auch gerade an solch einem Tag das bisher schnellste Kriterium der diesjährigen Dienstage absolviert, dann ist man einfach verraten und verkauft.

Morgen werde ich also nicht die Brechstange auspacken. Stattdessen arbeite ich morgen mal daran, mich in den Wertungsrunden besser zu positionieren, den richten schnellen Zug erwischen und bei den Sprints zu punkten. Sollte das Feld aber generell nicht so schnell und aufmerksam wie letzte Woche sein, trete ich vielleicht auch doch mal wieder an. Den richtigen schnellen Zug zu erwischen, ist jedenfalls immer so eine heikle Sache. Zu Beginn der Gegengeraden geht eigentlich meistens der erste schnelle Zug, aber dem geht Mitte der Gegengeraden meistens der Sprit aus. Danach geht entweder links oder rechts der zweite schnelle Zug, der schon der richtige sein kann. Aber es kann auch sein, dass noch ein dritter Zug in (!) Kurve 3 vorbeischießt oder der zweite schnelle Zug generell nach Kurve 3 so langsam wird, dass eben noch ein weiterer schneller Zug nach vorne schießt, weshalb es immer auch etwas Glück ist, an welchen Zug man sich versucht dranzuhängen. An der Stelle wird mir auch jedesmal wieder klar, wie wichtig gute Sprintanfahrer im Konzert der Profis sind. Ist ein Cavendish z.B. tatsächlich der beste Sprinter? Oder hat er nur die besten Anfahrer? Und wie würden die Sprints bei den Profis verlaufen, wenn gar kein Sprinter Anfahrer hätte und somit jeder das tun müsste, was auch ich tun muss: Sich im "Haifischbecken Massensprint" selbst und ganz allein behaupten ;)

Keine Kommentare:

Kommentar posten