Disclaimer - wenn man so will

In meinem Sport-Blog schreibe ich über meine Sporterlebnisse teilweise ernsthaft, teilweise aber auch mit überspitztem Humor - den Unterschied sollte man erkennen, wenn man mich persönlich kennt ;) Generell gilt: Wer die Dinge, die ich hier schreibe, zu ernst nimmt, ist selbst schuld ;)

Team 2019

Team 2019

2019 fahre ich Lizenzrennen für RMV Concordia Strullendorf 1920 e.V. und ausgewählte Jedermannrennen

Sonntag, 3. Juni 2012

Klettern im und ums Pegnitztal herum

Als ich 2008 mit Training im Pegnitztal anfing, waren nur ein paar vereinzelte Ausflüge mit den diversen Steigungen ums Pegnitztal herum dabei. Ich fand kein wirklich sinnvolles Trainingsprogramm dafür und daher blieb es beim gemäßigten Anstieg von Güntersthal nach Hartenstein - ansonsten fuhr ich nur flach herum und genoss die (Felsen)Landschaft.

Da die Zeit der Trainingsplanung aufgrund keiner vorhandener fester Renntermine und somit keiner Ziele seit einer Woche vorbei ist, habe ich mein Carbonrad mal wieder ausgepackt und wollte einige Alternativstrecken bewältigen. In Pommelsbrunn bog ich zunächst in den Anstieg rauf nach Heuchling ab, den ich schon ein paar Mal gefahren bin. Kam mir trotzdem immer noch relativ unverbraucht vor und diente zunächst mal dem Aufwärmen für das, was ich danach noch geplant hatte. Es ging dann die Abfahrt runter nach Fischbrunn, wo am Ortsausgang mal wieder die Polizei mit so einer Radarpistole schoss. Ein Blick auf den Tacho: 30 km/h. Okay, ich sollte auf der sicheren Seite sein. Etwas weiter auf dem kleinen Parkplatz kurz vor der Landkreisgrenze warteten die Kollegen, die Raser rauswinken würden. Der eine Polizist mit dem "Lollipop" bewegte sich dann so bedeutsam auf die Straße. Ich hörte kein Auto und konnte mir nicht vorstellen, dass die mich jetzt rauswinken würden. Aber der Cowboy-Schritt sah nicht gut aus. Und tatsächlich: Er hob seinen Lollipop! Ich hörte immer noch kein Auto und zeigte mit der Hand fragend auf mich. Der Polizist winkte mich mit seiner anderen Hand aber durch und blickte in die Ferne hinter mir - und jetzt hörte ich auch endlich ein Motorgeräusch. Wäre aber auch zu krass gewesen, wenn die mich wegen 30 km/h rausgewunken hätten ;)

Gleich danach fuhr ich in Hirschbach gekonnt an der Abzweigung nach Vorra vorbei (auch so ein steiler Anstieg) und bog dann erst in der Dorfmitte links ab in den Anstieg rauf nach Loch. Super enge Straße, total ungleichmäßige Steigung, zwischendurch immer wieder richtig hochprozentig - Frühjahrsklassiker-Feeling! Den Anstieg war ich erst ein einziges Mal gefahren - und hatte doch tatsächlich nur die ersten 1, 2 Minuten noch in Erinnerung. Danach muss ich wohl aufgrund Sauerstoffmangels den weiteren Verlauf der Steigung nicht mehr abgespeichert haben. Zumindest hatte ich den Anstieg nicht so qualvoll in Erinnerung.

In Kleinmeinfeld ging es dann links ab Richtung Artelshofen. Diesen Streckenabschnitt bin ich zuvor nur einmal aus der anderen Richtung gefahren. Und schon war da eine leichte Steigung im Weg, die ich gar nicht im Gedächtnis hatte. Als es dann in die etwas längere Abfahrt nach Artelshofen ins Pegnitztal ging, stand dort ein Schild, das vor einer steilen Abfahrt warnte - die RSG Lauf hatte schon ihre Schilder für ihren Radmarathon bzw. ihre RTF aufgestellt, die ... ich sehe auf die Uhr, es ist schon nach Mitternacht ... heute stattfinden. Ich fuhr also sehr vorsichtig in die Abfahrt, weil der Streckenverlauf immer mal wieder durch die Landschaft verdeckt war. Alles in allem war das wohl gar nicht nötig, denn steil wurde die Abfahrt erst am Ende. Aber dennoch war es erst mal gut, dass ich hier sehr vorsichtig und mit viel Bremsen fuhr. Ohne Streckenkenntnis und mit teils schlechter Streckeneinsicht sollte man im normalen Straßenverkehr nicht riskieren, dass man vielleicht plötzlich auf die Gegenfahrbahn treibt oder in einer Linkskurve rechts neben der Straße im Graben landet.

Im Pegnitztal angekommen fuhr ich dann nur bis Rupprechtstegen und wollte dort die "angeblich" steilere Variante des Anstiegs rauf nach Hartenstein testen. Gleich am Anfang eine 180-Grad-Kurve, die eigentlich auf Steilheit hindeutete - aber es war erstaunlich flach?!? Okay, aber nach der nächsten Rechtskurve türmte sich das Monster schon vor mir auf! Die Straße wurde neu gebaut und war prinzipiell toll zu fahren - wenn es halt nur nicht so steil gewesen wäre! Und kein Ende der Steigung in Sicht. Irgendwann dachte ich mir nur, dass ich eigentlich schon höher als Hartenstein sein müsste - aber immer noch kein Ende der Steigung in Sicht! Worauf hatte ich mich da bloß eingelassen?!? Irgendwann war ich aber doch oben und sah die Landschaft dort auch so wie noch nie zuvor - ich war definitiv höher als Hartenstein, mein Gefühl hatte sich nicht getäuscht! Dementsprechend folgte jetzt auch schon eine Abfahrt, die mich nach Hartenstein reinführte. Hammer Steigung von Rupprechtstegen bis Höflas! Ich nenne das Teil ab sofort den "Mortirolo des Pegnitztals". Heftig, heftig. Und beim Gedanken an den Anstieg habe ich schon fast Angst - ähnliche Angst wie beim Gedanken an den Hesselberg. Mal sehen, wie oft ich mich dort die nächsten Wochenenden hochquälen werde. Ich muss die Strecke dem Verein aber mal fürs Bergzeitfahren vorschlagen :D

Am Schluss fuhr ich dann auch erstmals die Steigung zwischen Achtel und Etzelwang umgekehrt. Bisher kannte ich den Abschnitt nur als Abfahrt, heute ging es mal bergauf - aber nach dem "Loch-Anstieg" und dem "Mortirolo des Pegnitztals" wirkte diese Steigung nur noch wie eine kleine, seichte Welle auf mich, die ich auch dementsprechend recht locker bewältigte. Den Mortirolo muss ich aber wirklich fest in ein Trainingsprogramm integrieren - denn wenn ich das Teil flott hochfahren könnte, dann könnte ich es auch nochmal in Karbach versuchen. Vermutlich würde Karbach dann sogar als "Baby-Anstieg" auf mich wirken. Also man sieht schon: Die Steigung von Rupprechtstegen nach Hartenstein über Höflas hat einen mächtigen Eindruck bei mir hinterlassen ...

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