Disclaimer - wenn man so will

In meinem Sport-Blog schreibe ich über meine Sporterlebnisse teilweise ernsthaft, teilweise aber auch mit überspitztem Humor - den Unterschied sollte man erkennen, wenn man mich persönlich kennt ;) Generell gilt: Wer die Dinge, die ich hier schreibe, zu ernst nimmt, ist selbst schuld ;)

Team 2019

Team 2019

2019 fahre ich Lizenzrennen für RMV Concordia Strullendorf 1920 e.V. und ausgewählte Jedermannrennen

Dienstag, 24. April 2012

Gelungener Auftakt in Kulmbach

14 Wertungsläufe, Anreise in unter einer Stunde und nur 25 Euro für die komplette Rennserie - das ist die Dienstagabend-Rennserie in Kulmbach. Da stellt man sich als Hobbyfahrer aus Nordbayern natürlich die Frage: Was interessiert mich der GCC? "Nur" 11 Rennen und jedesmal 40 bis 50 Euro Startgebühr inklusive Deutschlandreise und Übernachtungskosten. Eine weitere Frage stellt sich aber auch noch: Wo waren die Hobbyfahrer?!? Ich kam mir heute sehr allein vor. Okay, von den anderen Fahrern sind natürlich auch nicht alle im Besitz einer Lizenz, aber von anderen Rennen habe ich die Leute auch nicht wirklich gekannt. Also, liebe Hobbyfahrer Nordbayerns: Traut euch doch! Keine Angst vorm Vergleich mit Lizenzfahrern ...

Zu Beginn wurde verkündet, dass das Rennen von 40 auf 32 Runden verkürzt wird. Wieso, weshalb, warum, das weiiiiiiß ich nicht, doch aaaalle Frauuuuen liiiiieben ... äh ... halt, nein. Ich bin ja nicht Karl Dall! ;) Jedenfalls fehlte auch Altmeister Krön und ein paar Jungspunde eröffneten das Kriterium gleich mal völlig anders als im Vorjahr. Kein lockeres Einrollen in den ersten drei Runden, sondern schon von Anfang an mit Zug im Feld. Die Temperaturen waren ähnlich frisch wie beim ersten gewerteten Lauf des Vorjahres (was der zweite war, da der erste in Wasser fiel), es waren daher auch jede Menge Beinlinge im Einsatz, aber um es vorwegzunehmen: Der Schnitt lag mit 40,7 km/h gleich mal 1,2 km/h höher als beim Auftakt im Vorjahr! Hatte ich deswegen Probleme das Tempo mitzugehen? Erfreulicherweise nicht! :)

Bei der ersten Wertung waren zwei Leute vorne weg und ich war aber plötzlich in der Position um die verbliebenen Punkte zu sprinten. Meine Zielsetzung war generell, dass ich nicht so viel ausreiße (die Nummer 14, die Nils vor 2 Jahren mit seinem Angriffsvirus infiziert hatte, habe ich ja auch nicht mehr, sondern die Nummer 3) und erst mal daran arbeite, dass ich das erhöhte Grundtempo der Wertungsrunden besser vertrage. Dennoch war ich eben gleich in einer Sprintposition bzw. fuhr vor der Zielkurve nach vorne. Ich hatte ja nicht wirklich was zu verlieren. Hätte ich riskieren sollen, dass plötzlich andere Fahrer die Initiative ergreifen und ich dann nicht auf den Zug aufspringen kann, weil ich kurz eingebaut bin? Ich schien auch wenigstens Platz 4 ersprinten zu können, aber bei der Überquerung der Ziellinie ahnte ich schon Böses. Es war mehr oder weniger ein Foto-Finish, aber der andere Fahrer fuhr auf der linken Seite. Wie ich feststellen musste, ist der Zielstrich irgendwie linkslastig. Meine Befürchtung war also, obwohl ich mich von der Straße her einen Tick vorn wähnte, dass Matthias durch den linkslastigen Zielstrich den anderen Fahrern minimal vorn sah. Das sollte sich nach dem Rennen auch bewahrheiten, aber das merke ich mir jetzt natürlich gleich. Und der Tipp geht auch an Fabian & Co: LINKS sprinten ;)

Nach der 2. Wertung setzte sich dann ein Trio mit Genosse Loos ab. Die wirkten zuerst nicht wirklich einig, das Feld aber erst recht nicht. Drum trat ich einfach mal an und konnte auch gleich Boden aufs Flucht-Trio gutmachen. Das Feld reagierte weiterhin nicht. Ich fuhr noch eine halbe Runde weiter, aber dann hatten sich sowohl Trio als auch Feld doch geeinigt. Der Abstand zu beiden Parteien war gleich, also ließ ich mich wieder ins Feld zurückfallen. Die nächsten beiden Wertungen holte das Trio. Als die Ausreißer dann wieder gestellt waren, kam es gleich zu Gegenattacken. Für die dritte Gegenattacke zeichnete dann die Nummer 3 höchst persönlich verantwortlich und kurz darauf gesellten sich Michael Walter und ein mir unbekannter Fahrer hinzu. Der mir unbekannte Fahrer fuhr aber nur kurz durch die Führung und ging gleich wieder raus, was dann relativ zwecklos war. Zumal das Feld nur 20 Meter hinter uns folgte. Auch dieser Fluchtversuch wurde also im Keim erstickt.

Bei der vorletzten Wertung war ein Fahrer vorne weg und ich konnte endlich mal das richtige Hinterrad im richtigen Moment auf der Gegengeraden erwischen. Ich kam wieder in eine gute Position, um mitzusprinten, und konnte doch tatsächlich Platz 3 und somit 2 Punkte sammeln! Im letzte Jahr holte ich meine ersten Sprintpunkte bei der allerletzten Wertung der Saison beim allerletzten Lauf. Und das waren damals 2 für Platz 4 bei der Schlusswertung, die ja doppelt zählt. Ich habe also jetzt schon nach dem ersten Lauf genau so viele Punkte ersprintet wie im Vorjahr! Fluchtpunkte hatte ich im letzten Jahr 45 an der Zahl. Hui, 45?!? Das ist aber nicht gerade wenig, hehe.

In der Endabrechnung war das Platz 10 zum Auftakt und somit 6 Punkte. Im Vorjahr hatte ich nur einen einzigen Punkt ergattert und kam in der Endabrechnung gar nicht mal unter die ersten 12, für die es mehr als die 3 Anwesenheitspunkte gibt. Und auch hier muss ich sagen, dass es natürlich super war, dass ich meine 2 Punkte erst bei der vorletzten Wertung geholt habe. Damit war ich natürlich automatisch vor allen anderen "Zweiern" - außer dem "Zweier" der Schlusswertung, falls dieser sonst keine Punkte hatte. Spätes Punkten zahlt sich bei Kriterien ja bekanntermaßen aus. Insofern war das wirklich ein toller Auftakt der Kriteriumssaison und ließ die Pleite von Cadolzburg schnell vergessen! :)

Weiter Fakten: Mit 55,8 km/h war ich im Sprint immerhin 0,5 km/h schneller als im Vorjahr beim Auftakt. 55,8 km/h war im letzten Jahr auch bis zu den letzten 4 Kriterien meine Top-Geschwindigkeit, also bin ich schon auf einem ganz guten Weg. Top-Speed im Vorjahr war aber 59,0 km/h - da habe ich noch einiges im Sprinttraining zu arbeiten! Durchschnittspuls war 170, 4 Schläge höher als im Vorjahr beim Auftakt. Generell war ich im Vorjahr nur zwei Mal über 170, jeweils mit 171. Meine Zonenverteilung war übrigens erstmals 98% in meiner Wettkampfzone, lol. Also schon daran sieht man, dass es diesmal wirklich vom Start weg flott losging und zwischendurch auch weitestgehend auf Bummelphasen verzichtet wurde. Daher ging aber auch nicht viel mit Ausreißversuchen. Zum Glück versuchte ich es daher auch nur zwei Mal und brache jeweils schnell ab. Sonst hätte ich viel Kraft völlig sinnfrei verbraten. Mein Maximalpuls war mit 188 höher als bei allen Läufen der Rennserie 2011 - komisch, so krass am Limit hatte ich mich gar nicht gefühlt. Musste kein einziges Mal fast kotzen. Mal sehen, ob ich den Maximalpuls dann sogar mal auf über 190 pushen kann, hehe?

Ach ja, mit Platz 10 in der Gesamtwertung bin auch ganz zufrieden, weil das zunächst mal mein Minimalziel ist. Dass ich wieder so weit vorne lande wie im Vorjahr, wage ich anzuzweifeln. Da waren heute doch so einige Fahrer am Start, die definitiv besser sind als ich. Dabei fehlten noch Krön und M.H. Ich bin also ganz realistisch und ziele auf die Top Ten in der Gesamtwertung ab. Tja, und da liege ich voll im Plan. Einfach ein super Auftakt zu Bayerns größter Rennserie. Und wie gesagt: Hobbyfahrer dürfen da auch mitfahren. "Wir" sind die "Ausnahmen" in der Ausschreibung ;) - http://www.radrennen-kulmbach.de ;)

Keine Kommentare:

Kommentar posten