Disclaimer - wenn man so will

In meinem Sport-Blog schreibe ich über meine Sporterlebnisse teilweise ernsthaft, teilweise aber auch mit überspitztem Humor - den Unterschied sollte man erkennen, wenn man mich persönlich kennt ;) Generell gilt: Wer die Dinge, die ich hier schreibe, zu ernst nimmt, ist selbst schuld ;)

Team 2019

Team 2019

2019 fahre ich Lizenzrennen für RMV Concordia Strullendorf 1920 e.V. und ausgewählte Jedermannrennen

Montag, 26. September 2011

Erfolgreicher Saisonabschluss

Nachdem meine Premiere als Etappenfahrer beim letztjährigen Napoleoncup durchwachsen lief, wollte ich mit der gewonnenen Erfahrung natürlich dieses Jahr einige Dinge besser machen. Und das klappte auch! Zunächst begann es damit, dass 30 Minuten vor Start dank Sören Hamann ein Mischteam für die Teamwertung aufgestellt werden konnte - Team X!

Dann kam die 1. Etappe, das EZF über 2 Runden auf dem Rundkurs von Lützeroda nach Closewitz, Cospeda und wieder zurück nach Lützeroda. Das Kopfsteinpflaster in der Steigung war leider weg - leider, weil ich auf dem Abschnitt letztes Jahr meistens besser klarkam als die Konkurrenz und Boden gutmachen konnte, den ich zuvor in der Steigung eingebüßt hatte. Ebenfalls weg war die Startrampe. Diesmal musste wir also flach starten, was für mich dann eine Premiere war und vielleicht auch etwas kostete. Was mir diesmal aber half, war der Verkehr auf der Strecke - und damit meine ich nicht die zwei PKWs, die mir kurz nach dem Start gleich ENTGEGENKAMEN!!! In Closewitz waren zwar die Sperrschilder aufgestellt, aber es war dort niemand, der den Verkehr auch wirklich aufhielt - dementsprechend musste einige Idioten einfach mal entgegen der Fahrtrichtung auf die Rennstrecke fahren. Zum Glück war es halt nur das Zeitfahren und nicht schon das Rennen, wo ein ganzes Fahrerfeld plötzlich mit einem entgegenkommenden Fahrzeug konfrontiert worden wäre.

Nein, ich meine den Teilnehmerverkehr. Als ich mich auf die 2. Runde begab, startete gerade ein anderer Fahrer. Der wurde gleich zum Fixpunkt und kurz vor der Abzweigung in Cospeda zog ich an ihm vorbei. Ich hatte dann in der Abfahrt auch gleich noch einen zweiten Fixpunkt vor mir - den Fahrer, der 1 Minute vor mir gestartet war! In der Abfahrt arbeitete ich mich schon weiter an ihn ran und sprintete dann in der Rampe gleich voll an ihm vorbei - und weiter zum Zielstrich. Es war das erste Mal, dass ich bei einem offiziellen EZF einen vor mir gestarteten Fahrer kassierte! Und das bei nur 6,5 km!!! In der Endabrechnung hatte ich meine Zeit aus dem Vorjahr deutlich unterboten: Statt 10:54 hatte ich diesmal 10:08. Das bedeutete Platz 8 gesamt und Platz 7 in meiner AK (unter 45). Sören wurde nur von Maik geschlagen, der eine Fabelzeit von 9:25 auf den Asphalt knallte. Sören hingegen hatte 9:43, war also 25 Sekunden schneller als ich - im Vorjahr war er als Sieger noch 53 Sekunden schneller als ich. So platt ich nach Nürnberg also schon war, so gut lief es dann irgendwie doch nochmal beim Saison-Highlight :)

Jan hatte mit 10:49 eine schwächere Zeit, aber sie reichte dennoch für einen spannenden Kampf um die Podestplätze in der Teamwertung. Dass die Ramazzottis über 1 Minuten Vorsprung hatten unterstrich deren Favoritenrolle, aber zwischen Platz 2 und 5 lagen nur 22 Sekunden - und wir auf Platz 4! Beim Rennen am Nachmittag ging es dann zunächst recht unruhig los im Feld. Speziell jüngere Fahrer sind etwas unsauber gefahren, wodurch mir zwei Mal fast das Vorderrad abgeschossen wurde. In beiden Fällen bliebe es bei leichteren Berührungen mit dem Oberkörper, aber zwei Fahrer lag dann nach der Abzweigung bei Closewitz plötzlich auf der Straße. Für beide war das Rennen beendet.

Nach ein paar Runden griffen 4 Fahrer an, aber kein Ramazzotti. Also blieben wir im Windschatten des Feldes. Doch dann sah ich zwischen Closewitz und Cospeda plötzlich, dass Sören vorne rausgefahren war. Zunächst schien es, als ob er nicht durchziehen wolle, weil er alleine war und niemand mitging. Sein Vorsprung wurde aber größer, weil das Feld nicht reagierte. Ich hatte die Hoffnung, dass Sören vielleicht zu den 4 Fahrern vorne aufschließen könnte, aber dann nahm der Ramazzottis-Express doch die Verfolgung auf. An dieser Stelle war dann mal Teamstrategie gefragt und ich versuchte die Verfolgungsarbeit zu stören - ohne wirklich zu wissen, wie das am besten umzusetzen ist. Als es dann wieder in den Anstieg ging, kam es dann zum Knackpunkt. Das Feld staute sich jedesmal in der Rampe, aber man wusste nie so recht, auf welcher Seite zuerst dicht sein würde. Manchmal war es die linke Seite, manchmal die rechte - ich orientierte mich nach rechts. Maik griff dann aber links an - und die Fahrer auf der rechten Seite bohrten erst mal nur etwas in der Nase. Ich musste also ohne Kollision nach links rüberziehen und dann ... äh ... nochmal kurz warten, weil wieder so ein Nasenbohrer vor mir rumgurkte. Als die Lücke dann doch endlich da war, trat ich so gut wie möglich an, um das Loch zur Gruppe um Maik herum doch noch zu schließen. Aber das klappte wie zu erwarten nicht. Dadurch, dass es so lange dauerte, bis ich freie Fahrt hatte, war das Loch einfach schon zu groß und ich hätte ja schneller als Maik fahren müssen, um wieder ranzukommen.

Bitter wurde es dann über die Kuppe hinweg. Alexander Loos zog noch an mir vorbei, ich konnte aber sein Hinterrad nicht mehr halten. Ich hatte, als ich endlich freie Fahrt hatte, einfach overpacet. Zusammen mit einem Fahrer von Speiche Leipzig fuhr ich hinterher. Das Team lag in der Teamwertung auf Platz 2, aber ich wusste gar nicht, dass das ein direkter Konkurrenz in der Teamwertung war. Der hatte irgendein schwarzes Trikot an, was im Fahrerfeld heutzutage ja sehr weit verbreitet ist. Dass auch Speiche Leipzig zu der erschreckend hohen Anzahl an Teams mit schwarzen Trikots gehört, wusste ich während des Rennens noch gar nicht. Vielleicht ein Einschub, wie viele Teams mir allein mittlerweile bekannt sind, die mit schwarzen Trikots herumfahren: Glatte Wade, Levrier, Merkur, Radsportteam Reichenbach, Team Felt-Bikemaster - und jetzt eben auch noch Speiche Leipzig.

Jedenfalls versuchte wir als Duo eine Runde lang nochmal an die Gruppe um Maik herum ranzukommen, doch das klappte einfach nicht - und dann ließ ich mich doch besser ins Feld zurückfallen. Die Rennsituation war jetzt sehr unübersichtlich und ich dachte schon, dass wir keine Chance mehr auf Platz 3 hätten, wenn ich nicht vielleicht doch nochmal eine Gruppe initiieren könnte, die ebenfalls einen Zeitbonus aufs Feld rausfährt. Also ich trat ich nochmal in der Steigung an, aber nicht zu heftig, damit ein paar Kurzentschlossene noch mitspringen würden. Leider gab es keine Kurzentschlossenen. Das war aber im Nachhinein verwunderlich, weil Speiche Leipzig nämlich als einziges Team nicht vorne vertreten war. Eigentlich hätten die also auch nochmal was versuchen müssen, um ihren 2. Platz zu verteidigen - aber da rührte sich einfach nix.

In der letzten Runde wollte ich dann bis kurz vor der Abzweigung bei Cospeda abwarten und antreten - genau so klappte es auch. Ich ging mit ein paar Metern Vorsprung in die Abfahrt und trat wie beim EZF in die Pedale ... aber mein neues Kletterrad ist in den Abfahrten einfach nicht mehr so schnell wie meine beiden Aluminium-Esel. Ich wurde von 4 oder sogar 5 Fahrern mit deutlichem Geschwindigkeitsüberschuss überholt, wodurch diese zur Staugefahr zu werden drohten, wenn es in den Zielanstieg ging. Und genau das war auch so in etwa der Fall, was mir etwas den Wind aus den Segeln nahm. Hinter dem Rennen stellte sich heraus, dass der ganze Verkehr auch zum Teil durch Fahrer der Langstrecke (!) verursacht wurde, die sich mal eben bei der Zielankunft des Hauptfelds auf der Zielgeraden warmfahren mussten. Mehr dazu in einem weiteren Blog-Eintrag.

Im Endeffekt war meine Sprintmühe aber sowieso vergebens, da das komplette Hauptfeld die gleiche Zeit bekam. Hätte ich bei einer Ankunft an dieser Steigung nicht gedacht, weil es da eigentlich genügend optische Abstände hätte geben müssen. Das kostete mich noch ein paar Platzierungen in der Gesamtwertung, weil ich durch einige Ausreißer natürlich zurückfiel, aber auf die unmittelbare Konkurrenz, was im Endeffekt nur noch Thomas Schmalz war, nix mehr gutmachen konnte. Der Vorsprung auf Thomas hätte aber sowieso nicht gereicht, um noch die 6 Sekunden auf ihn gutzumachen, also ist die Sache auch nicht so wild gewesen.

In der Teamwertung reichte es jedenfalls für Platz 3, weil Speiche Leipzig eben niemanden vorne hatte und wir somit einen Platz gutmachen konnten. Optimaler Saisonabschluss. Ich selbst war auf Platz 11 im Rennen (gesamt) und auf Platz 10 in der Gesamtwertung - AK oder Gesamt, weiß ich gerade nicht. So genau hatte ich mir das nicht mehr angesehen, weil mir die Teamwertung wichtiger war und ich meine Platzierung vom EZF - genau wie im Vorjahr - leider nicht verbessern konnte. Ich warte noch auf die Ergebnisse auf der Website, um den kompletten Überblick zu haben.

Aus irgendeinem Grund habe ich mir meine Durchschnittsgeschwindigkeiten nicht richtig gemerkt. Ich war der Meinung, dass ich im Rennen 37,1 km/h hatte - und beim EZF bin ich total am Rätseln. Vielleicht 37,5 km/h, vielleicht 38,5 km/h - mein Tacho hatte wieder seinen typischen Fehler, wenn ich mit Pulsmesser fahre, und zeigte schon vor dem Start an, dass ich mit 3 km/h stehen würde. Und zum Ausrechnen müsste ich die genaue Distanz wissen. Ich nehme 6,5 km an und dann wären es 38,5 km/h - 3 km/h schneller als im Vorjahr. Aber hallo!!! Im Rennen war der Schnitt sogar 4 km/h höher als im Vorjahr!!! Mit so einer Leistung kann man sich gut in die Saisonpause verabschieden ;)

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