Disclaimer - wenn man so will

In meinem Sport-Blog schreibe ich über meine Sporterlebnisse teilweise ernsthaft, teilweise aber auch mit überspitztem Humor - den Unterschied sollte man erkennen, wenn man mich persönlich kennt ;) Generell gilt: Wer die Dinge, die ich hier schreibe, zu ernst nimmt, ist selbst schuld ;)

Teams 2018

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2018 fahre ich Lizenzrennen für RMV Concordia Strullendorf 1920 e.V. und ausgewählte Jedermannrennen

Mittwoch, 29. Juli 2015

Finale in Kulmbach

Bei einem Blick auf die aktualisierte Gesamtwertung für Kulmbach hätte ich mich geärgert, wenn ich beim Finale nicht nochmal mitgefahren wäre. Platz 8 in der AK und Platz 21 insgesamt - das sah nicht schlecht aus, aber allein die 3 Anwesenheitspunkte hätten noch Verschiebungen nach vorn und hinten bedeuten können. Also ging es doch nochmal an den Start.

Die erste Runde war dann schon fast traditionell langsam für das letzte Rennen: Mit einem 33er-Schnitt fuhren wir gerade mal in die zweite Runde. Danach wurde es aber wieder gewohnt flott. Die technischen Daten zeugten dabei von einer hohen Konstanz: Über weite Strecken des Rennens zeigte der Tacho eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 41,9 km/h an und der Pulsmesser einen Durchschnittspuls von nur 160. Nur 160? Was soll das heißen? Naja, normalerweise liege ich im Bereich 165 bis 170. Bei meinem Pulsmesser habe ich auch den Bereich ab 160 als "Zone 3" definiert. Mein Pulsmesser misst halt nur 3 Zonen. Die habe ich quasi in "locker" (bis 140), "zwischendrin" (140-160) und "Rennbereich" (ab 160) unterteilt. Das ist nicht die hochwissenschaftliche Einteilung, aber egal. Jedenfalls kann ich vorwegnehmen, dass ich auch am Rennende noch Puls 160 im Schnitt hatte. Das ist der niedrigste Durchschnittspuls, den ich je in Kulmbach gefahren bin! Dabei stieg die Geschwindigkeit im letzten Renndrittel sogar noch um 0,1 km/h auf finale 42,0 km/h an. Ich lag also mehr oder weniger im typischen Kulmbacher Schnitt, schaffte das aber scheinbar mit wesentlich weniger Anstrengung. In Zone 3 hatte ich sonst immer so 70 bis 80 %, beim Rennen in der Woche vor dem Kriterium in Strullendorf sogar 93 %. Diesmal hatte ich nur 53 % in Zone 3 - so niedrig wie nie zuvor in Kulmbach! Jetzt kann man sich natürlich fragen, was ich die andere halbe Zeit über getan habe, wenn ich nur zur Hälfte im "Rennbereich" war. Tjaaaaa...

So gut man den niedrigen Durchschnittspuls bei gleichem Tempo und somit bei mehr oder weniger gleicher Leistung auch bewerten könnte: Ich war trotzdem am Limit, da war keine Luft nach oben! Insofern spielte ich auch keine Rolle beim Kampf um die Punkte. Es bleibt vielmehr in Erinnerung, dass ich erstaunlich häufig am Hinterrad eines Fahrers war, der mein Nervenkostüm mit seinen wilden Schlenkern ganz schön auf die Probe stellte. Scheinbar ein Kulmbach-/Renn-Neuling. Das richtige Fahrverhalten im Feld lernt man halt auch nicht von heute auf morgen und speziell als Neueinsteiger in den Straßenrennsport fällt man da sehr schnell als Unruheherd auf. Es ist aber zum Glück nix passiert, das ist das wichtigste. Dennoch war ich ein bisschen am Verzweifeln, wieso ausgerechnet ICH immer wieder an genau diesem Hinterrad landete...

Mal sehen, welche Platzierungen jetzt in der Endabrechnung rauskommen. Mehr als die Anwesenheitspunkte konnte ich halt nicht einfahren, also hoffe ich einfach mal, dass ich Platz 8 in der AK verteidigt und Platz 20 in der Gesamtwertung erreicht habe. Heute habe ich mich auch für Attenzell angemeldet, obwohl ich im Endeffekt ja wieder gesehen habe, dass ich nach wie vor nicht in den Spitzenbereich komme bzw. mir sehr schwer damit tue. Die Grundform, so viel kann ich dem Durchschnittspuls entnehmen, scheint ja generell ganz gut zu sein. Die Frische fehlt aber, um noch 1 oder 2 km/h schneller fahren zu können - und 1 oder 2 km/h Unterschied können schon reichen, um ein kleines Loch reißen zu lassen, was einen in den Wind setzt und dann vollends verrecken lässt. Bis Attenzell finde ich also hoffentlich wieder etwas mehr Frische, danach steht dann noch Altdorf auf dem Plan - und dann sieht es düster aus. Anfang September wäre noch ein C-Kriterium in Chemnitz. Wenn ich aber die notwendige Frische nicht mehr in die Beine bekomme, dann mach ich nach Altdorf einen Deckel auf die Saison. Vorerst will ich einfach nur noch mein drittes und viertes Lizenzrennen dieses Jahr so gut wie möglich genießen können. Das Saisonziel "Feldankunft bei einem Lizenzrennen" habe ich in Strullendorf ja schon erreicht. Seitdem fahre ich ohne jeglichen Druck - aber leider nicht nur in Bezug auf den Kopf, sondern vor allem auch in Bezug auf die Beine...

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