Disclaimer - wenn man so will

In meinem Sport-Blog schreibe ich über meine Sporterlebnisse teilweise ernsthaft, teilweise aber auch mit überspitztem Humor - den Unterschied sollte man erkennen, wenn man mich persönlich kennt ;) Generell gilt: Wer die Dinge, die ich hier schreibe, zu ernst nimmt, ist selbst schuld ;)

Teams 2018

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2018 fahre ich Lizenzrennen für RMV Concordia Strullendorf 1920 e.V. und ausgewählte Jedermannrennen

Freitag, 1. August 2014

Sonne, Aluminium und Sonderstartrecht

Das Wetter sieht gut aus für Bamberg, es sollte trocken bleiben und auch einigermaßen warm werden. Die Prognose sind ungefähr 30 Grad, das taugt mir schon. 40 wären mir zwar lieber, weil ich bei Rennen mit an die 40 Grad eigentlich immer gut gefahren bin, aber ich bin ja schon froh, dass es bei einem Kriterium nicht regnet - denn dann wäre ich nicht an den Start gegangen.

Die Woche darauf werde ich mal testen, ob ein Aluminiumrahmen wirklich so ein großer Nachteil ist, wenn man klettern muss. Beim neuen Straßenrennen in Attenzell geht es zwei Mal eine Steigung hoch, die laut Veranstalter teilweise bis zu 16 % steil sein soll. Das klingt jetzt zunächst nicht nach viel, wenn man sein Trainingsgebiet in der östlichen Hersbrucker Schweiz hat, aber alles im zweistelligen Bereich ist mir lieber als eine halbgare "Kaugummi-Steigung", also etwas einprozentiges, das sich so eklig in die Länge zieht und wo die Leute mit viel Druck aufm Pedal immer dafür sorgen, dass ich abreißen lassen muss. :( Wobei ich derzeit ja sowieso keinerlei Anhaltspunkt habe, wie es bei mir an Steigungen läuft. In Schmölln wurde die Kaugummi-Steigung zu Beginn der Runde noch zur Hälfte neutralisiert gefahren, bevor das Rennen freigegeben wurde. In der freigegebenen Hälfte war es dann ein Kinderspiel mitzufahren, zumal es ja der Rennbeginn war. Nach 9,3 km kam dann der Sturz - und die zweite Steigung des Kurses wäre ja erst mehrere Kilometer später gekommen. Dadurch fehlt mir jeglicher Vergleich zu Konkurrenz, aber im Einzeltraining bin ich an meine Bestzeiten aus Carbontagen herangekommen, also die individuelle Form ist eigentlich ganz gut.

Attenzell ... mit diesem Rennen will der TSV Gaimersheim nicht nur ein neues Straßenrennen in Bayern etablieren (was hoffentlich gelingen wird!), sondern auch den Frauenradsport fördern. Klingt etwas komisch, denn Frauenrennen gibt es doch sowieso schon zu viele. Und nein, das ist kein Schreibfehler. Die Sache ist aber die: Solange es Frauenrennen gibt, bei denen keine 10 Fahrerinnen am Start sind, scheint es keinen Mangel an Startmöglichkeiten für Frauen zu geben. Sieht man sich aber mal an, wie viele Frauenrennen es tatsächlich gibt, dann kann man auch nicht unbedingt von einem Überangebot sprechen. Ob Frauen am Wochenende also doch lieber etwas stricken als Radrennen zu fahren, das sei mal dahingestellt, aber wieso gibt es dieses Phänomen, dass viele der ausgeschriebenen Frauenrennen so einen notorischen Teilnehmermangel aufweisen? Bei den bayrischen Landesverbandsmeisterschaften sieht man ja, dass es in Bayern allein mehr als 10 Fahrerinnen gibt. Eine Hauptursache für diese Problematik ist sicherlich etwas, das seitens des Verbandes eigentlich gut gemeint war, aber in der Praxis offenbar zum Bumerang wurde: das Sonderstartrecht für Frauen. Wenn bei einem Rennen kein Frauenrennen ausgeschrieben ist, dann dürfen Frauen ja bei den Senioren oder bei der U19 mitfahren. Von diesem Sonderstartrecht wird interessanterweise auch jedes Jahr eifrig Gebrauch gemacht. Wenn das dann aber dazu führt, dass man dann auf den Start bei richtigen Frauenrennen verzichtet, dann erweist man der Entwicklung des Frauen-Radsports mit diesem Sonderstartrecht einen Bärendienst. Es ist eines dieser Probleme, für die der Radsport speziell in Deutschland bekannt ist, nämlich ein selbstgemachtes Problem. Eine Abschaffung dieses Sonderstartrechts könnte den Frauen-Radsport besser fördern als noch so viele neue Frauenrennen. Die Frauen wären dann ja gezwungen, dass sie bei den Rennen am Start sind, wo Frauenrennen ausgeschrieben sind. Das kann nur zu steigenden Teilnehmerzahlen führen, was somit den sportlichen Wert steigert und auch dem jeweiligen Veranstalter Recht gibt, wenn er sagt: "Wir wollen den Frauen-Radsport fördern, indem wir bei unserem Rennen auch ein Frauenrennen anbieten." Durch das Sonderstartrecht werden die Bemühungen solcher Veranstalter leider torpediert. Und überhaupt: Wieso nur ein Sonderstartrecht für Frauen? Was soll diese Diskriminierung?!? Wo ist das Sonderstartrecht für C-Fahrer? Wenn es kein C-Rennen gibt, dann will ich gefälligst auch bei der U19 oder bei den Senioren mitfahren können...

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