Disclaimer - wenn man so will

In meinem Sport-Blog schreibe ich über meine Sporterlebnisse teilweise ernsthaft, teilweise aber auch mit überspitztem Humor - den Unterschied sollte man erkennen, wenn man mich persönlich kennt ;) Generell gilt: Wer die Dinge, die ich hier schreibe, zu ernst nimmt, ist selbst schuld ;)

Teams 2018

Team 2018

2018 fahre ich Lizenzrennen für RMV Concordia Strullendorf 1920 e.V. und ausgewählte Jedermannrennen

Mittwoch, 11. Juni 2014

Verzockt

2 Rennen an 2 Tagen hintereinander - irgendwie fehlt mir die Verfassung dafür. Das war früher anders, aber da hatte ich auch Jahre, in denen ich um die 10.000 Kilometer fuhr. Jetzt habe ich noch keine 4.000 - da verträgt man nicht ganz so viel Belastung und braucht etwas mehr Entlastung. Da Wartenberg leider wieder an einem Montag war, musste ich mich also zwischen Wartenberg und Kulmbach entscheiden. Ohne Regenerationstag dazwischen wäre mir das zu viel geworden. Die Wettervorhersage für Kulmbach war auch top, also fiel mir die Wahl relativ einfach, zumal ich für Wartenberg sowieso kein Team hatte, bei dem ich als Gastfahrer hätte mitfahren können. Im Nachhinein wäre ich aber doch besser in Wartenberg gefahren, denn Christian Rose hat mir erzählt, dass er in einer Gruppe VOR dem Feld fuhr, obwohl er nur mit einem 41er-Schnitt unterwegs war. Also trotz des Rekordteilnehmerfeldes in Wartenberg war die Renngeschwindigkeit deutlich unter dem Tempo in Kulmbach - und ich spreche jetzt von dem Jedermann-Kriterium am 17.5., nicht von den Dienstagabenden.

Hinterher ist man immer schlauer: In Kulmbach finge es pünktlich zum Rennstart zu tröpfeln an, dunkel war der Himmel um Kulmbach herum sowieso schon längst. Es blitzte und donnerte auch in der Ferne. Also tat ich am Anfang gleich das einzige, was ich unter diesen Umständen tun konnte: Ich fuhr einfach mal voll los. Nur Christian ging mit, aber die endgültige Entschlossenheit bestand auch nicht. Nach 1,5 Runden war dieser Verzweiflungsplan auch schon dahin und die Straße wurde zunehmend feuchter. Schon allein dadurch hatte ich bei den Wertungen keine Chance, weil ich einfach zu viel Meter in den Kurven verlor. Und dann nahm mit zunehmender Nässe auch die Unsicherheit zu. Mir gefiel einfach nicht, dass das Wasser auf der zuvor von den vorherigen Tagen staubtrockenen Straße so schmierig aussah. So etwas sah ich zuletzt 2011 in Weißenburg - und gleich darauf lag ich am Boden. Die Straße trocknete dann zwischendurch aber schon wieder etwas ab, Hoffnung kam auf - aber gleich darauf war es endgültig vorbei. Die Nässe nahm wieder zu und mir wurde es einfach zu dämlich, dass ich nur ein sinnfreies Antrittstraining absolvieren würde statt eines richtigen Rennens. Nach jeder Kurve musste ich Löcher zum Feld zufahren. Entnervt stieg ich dann nach halber Renndistanz aus, wobei ich nicht der erste Fahrer war, der ob des Wetters ausgestiegen ist - und auch nicht der letzte. Ich war also nicht allein. So wenige Tage vor Schleiz wäre es auch dämlich gewesen, wenn ich gestürzt wäre. Ich kann bei Regen einfach nix bei Kriterien holen, also hätte ich so oder so nicht mehr als meine 3 Anwesenheitspunkte erhalten - und für mehr scheint es dieses Jahr nicht zu reichen. Sehr frustrierend, bin ich doch aufgrund der viel zu wenigen C-Rennen im Rennkalender nur wegen der Kulmbacher Serie weitergefahren. Ich wollte mich dort verbessern und mich dort durchsetzen. Aber wir haben halt nicht mehr 2011, die Leute fahren dort einfach wesentlich entschlossener. So eine Bummelei wie damals, als ich 12 Runden lang als Solist vor dem Feld bleiben konnte, gibt es jetzt einfach nicht mehr...

Aber Thema Schleiz: Ich finde das Rennen ja eigentlich schön, weil es das einzige Rennen "von A nach B" ist, das man als Jedermann fahren kann. Aber die Marketing-Lügen gehen mir doch auf den Senkel! Gerade auf deren Facebook-Seite "Auf neuer und NICHT SO SELEKTIVER Strecke" gelesen - wie bitte?!? Ich will nicht verraten, an welchen Stellen es überall kritisch werden dürfte, damit die Konkurrenz nicht genau an diesen Stellen Tempo macht, aber während auf der alten Strecke eigentlich nur die ersten und letzten Kilometer für Selektion gesorgt haben und dazwischen sonst alles zusammenblieb, hat man diesmal vor allem durch die technisch sehr anspruchsvolle Strecke so einiges an Selektionspotenzial. Stellenweise wird man sich schon fast wie bei einem Kriterium vorkommen - und dass viele Jedermänner mit solchen Passagen noch größere Probleme haben als ich, das sehe ich im Endeffekt bei jedem Straßenrennen, wenn ich an der Spitze einer Gruppe um eine Kurve fahre. Drehe ich mich dann nämlich nach dem normalen Antreten aus der Kurve heraus um, habe ich meistens gleich ein Loch von 10 bis 20 Meter im Rückspiegel. Es ist schon extrem, wie unglaublich viel Geschwindigkeit manche Jedermänner in Kurven verlieren, zumal ich meinerseits keiner bin, der in Kurven Boden gutmachen kann - zumindest nicht im Vergleich zu den Fahrern, die richtig um Kurven fahren können. In Schleiz hat man aber auf dem neuen Kurs so einige Kurven, die es zu beachten gilt. Und das geht im Endeffekt bis zum Schluss so. Der neue Kurs mag also nicht so viele Höhenmeter haben (in Relation gesehen), aber Selektion erfolgt ja nicht nur anhand von Höhenmetern...

Ich erwarte Sonntag jedenfalls das bisher schwierigste Rennen in Schleiz. Für mich wird das ein "Krimi". Sehr viele offene Fragen - und hoffentlich hat man wenigstens die Kurven gekehrt. Andernfalls dürfte sich der Carbonschrott stapeln...

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