Disclaimer - wenn man so will

In meinem Sport-Blog schreibe ich über meine Sporterlebnisse teilweise ernsthaft, teilweise aber auch mit überspitztem Humor - den Unterschied sollte man erkennen, wenn man mich persönlich kennt ;) Generell gilt: Wer die Dinge, die ich hier schreibe, zu ernst nimmt, ist selbst schuld ;)

Team 2019

Team 2019

2019 fahre ich Lizenzrennen für RMV Concordia Strullendorf 1920 e.V. und ausgewählte Jedermannrennen

Sonntag, 30. Juni 2019

Zwischenfazit nach erstem Saisondrittel

Das erste "scharfe" Saisondrittel (im Sinne von Wettkampf-Saison, März-Oktober, was Straßenradsport hierzulange anbelangt) habe ich mit dem Rennen in Grimma beendet. In der Schlussphase hat sich einfach schon eine gewisse körperliche Müdigkeit bemerkbar gemacht, die nichts mit dem laufenden Rennen zu tun hatte, sondern einfach die Summe meines straffen Rennkalenders seit Mitte Mai gewesen ist. Das erste "scharfe" Saisondrittel mit dem ersten von drei persönlichen Saisonzielen habe ich jedenfalls beendet und bin jetzt wieder in einer Trainingsphase. Und wie fand ich dieses erste Drittel?

Anfangs ging es ja holprig los. Wegen des frühen Termins des Etappenrennens "Spreewald Masters" wollte ich auch das früh stattfindende Kriterium in Nürnberg als Vorbelastung mitnehmen, um nicht ohne jegliche Wettkampfhärte in ein Etappenrennen reingehen zu müssen. Das war ein ziemlich verschwendeter Tag, denn es wurden so viele Alters- und Leistungsklassen in einen Topf geworfen, dass man quasi ein Jedermannrennen mit entsprechend extremen Unterschieden bei Leistungs- und Fahrfähigkeit hatte. Ein höllisches Tempo an der Spitze (ich wurde mit einem 44er-Schnitt auf dem Tacho quasi "disqualifziert"), im hinteren Drittel ständig Fahrfehler in den Kurven, die zu Löchern führten, die man aufgrund besagten hohen Tempos an der Spitze schon bald nicht mehr zufahren konnte. Das war quasi ein flottes anaerobes Intervall und danach konnte man gleich wieder heimfahren. Musste also stattdessen rein übers Training versuchen, bei den Spreewald Masters durchhalten zu können. Das lief dann sogar besser als gedacht, aber die widrigen Wetterbedingungen zwangen am letzten Tag fast das halbe Starterfeld zur Aufgabe, auch ich musste das Handtuch werfen - und fing mir bei 5 Grad Dauerregen auch noch einen Infekt ein. Dadurch musste ich erstmal pausieren und neu aufbauen, bevor ich Mitte Mai dann "richtig" loslegen konnte...

In Kulmbach und Attenzell lief es dann beim "Re-Start der Saison" gleich erstaunlich gut. In Kulmbach immerhin eine Prämienwertung gewonnen (bei der es aber auch keinerlei Gegenwehr gab), in Attenzell trotz der Vorbelastung vom Vortag erstmals bei einem Lizenzrennen durchgefahren. Die Vorbelastung hatte ich diesmal gut weggesteckt, also war die Mehrfachbelastung bei den Spreewald Masters doch nicht ganz für die Katz, vermute ich. Nicht so wie letztes Jahr in Bellheim, wo ich am zweiten Tag durch die Vorbelastung platt wie 'ne Flunder war...

In Karbach dann im Gegensatz zu den beiden Vorjahren nicht durchgefahren, sondern entnervt vor der letzten Runde ausgestiegen. Das neue Lizenzklassensystem hatte ein paar A-Fahrer zu Beginn der Woche in die "Amateur-Klasse" (= C-Klasse) gespült, das Tempo war übel. Ich konnte meine Wattleistung im Vergleich zu den beiden Vorjahren gut steigern, aber renntechnisch war ich so weit weg von der Musik wie nie zuvor in Karbach. Ein sehr bitterer Vorgeschmack auf das, was einem bis Ende Juli bei "Amateur-Rennen" drohen wird...

Die Woche drauf dann ein (echtes) Jedermannrennen in Altenburg, bei dem es formtechnisch weiter bergauf ging. Mit P21 die Top 20 knapp verpasst, aber die Leistung an sich hat mir einfach Mut gemacht. Vor allem aber hat mir das Rennen wieder Spaß gemacht. Zwei Wochen drauf stand dann mein erstes persönliches Saison-Highlight an: Der Heideradcup in Torgau. Dort wollte ich in die Top Ten fahren - und habe das im bisher schnellsten Straßenrennen, das ich jemals gefahren bin, mit P9 auch geschafft! Die letzten 70 Minuten waren wir mit einem 45er-Schnitt unterwegs - bei regennasser Fahrbahn! In den Kurven fuhr man also doch recht langsam, konnte einen Sturz auf Kopfsteinpflaster aber nicht verhindern. Das Glück war an dem Tag aber auch auf meiner Seite, ebenso wie die Woche drauf in Grimma. Dort blieb ich nicht nur bei einem schweren Massensturz unversehrt, sondern konnte mich entgegen der Vergangenheit am Zielanstieg auch immer irgendwie am Hauptfeld festbeißen. Es tat richtig gut, dass ich bei einem Rennen mit Klettereinlage mit dem Hauptfeld durchkam und am Ende sogar mit P18 unter die Top 20 fahren konnte.

Ein sehr erfreulicher Abschluss meines persönlichen ersten Saisondrittels, der Mut für die nächste Phase macht, die Mitte August den Classico in Bellheim als Ziel sieht, bevor Ende September der Riderman das letzte persönliche Saisonziel darstellt. Oh, und nächste Woche ist auch noch das Heimrennen in Strullendorf. Mal sehen, wie es bei 'nem Kriterium klappt. Der Trainingsfokus war eben auf Straßenrennen und anaerobe Steigungen, aber wenn die Grundverfassung gut ist, sollte man ja auch bei einem Kriterium ganz gut dabei sein können...

Samstag, 15. Juni 2019

Erstes persönliches Saison-Highlight

Jeder Fahrer hat im Laufe der Saison so seine ganz persönlichen Highlights, auf die er hinarbeitet - und morgen steht mit dem Heideradcup für mich mein erstes persönliches Saison-Highlight an. Auf dem Weg dahin fehlt mir zwar eine komplette planmäßige Aufbauphase, aber das lässt sich jetzt halt auch nicht mehr ändern. Alternativ hätte ich mit der zweiten Aufbauphase weitermachen können, aber dann hätte ich jetzt einen höheren "Plattigkeitsfaktor" und würde stattdessen erst Mitte Juli, wenn gar keine Rennen in meinem persönlichen Rennkalender stehen, in Top-Form sein. Insofern entschied ich mich fürs geringe Übel und starte eben mit einer fehlenden Aufbauphase, bin aber dennoch mit meinem Niveau und dem Tapering halbwegs zufrieden. "Deees paaaaasst schooo..." ;)

Auf dem Weg dahin habe ich in den letzten Wochen mehrere Renneinsätze gehabt. In Kulmbach sprang eine gewonnene Prämienwertung und P11 im "zweiten Endergebnis" raus. Dürfte jetzt auch das finale Endergebnis sein. Brachte mir zudem auch die ersten zwei Ranglistenpunkte meiner "Karriere" ein. ;) Tags darauf lief es in Attenzell besser als erwartet, durch die Belastungen der Spreewald-Masters kam mein Körper mit der Doppelbelastung zum Wiedereinstieg ins Renngeschehen recht gut klar. Dadurch konnte ich erstmals in Attenzell durchfahren (abgesehen von den zwei Ründchen beim Hobbyrennen bei meiner ersten Teilnahme bei der Premiere des Rennens) und kam immerhin auf P51 rein. War für ein Senioren-Rennen auch ein recht großes Startfeld, denke ich.

Eine Woche später herrschte dann das pure organisatorische Chaos in Karbach. Wegen der seit Jahren baufälligen Buckelpiste wollte ich das Rennen auch mal zu einem Material-Test nutzen und nahm meine alten R-SYS statt der Carbonlaufräder - ein Schuss, der nach hinten losgehen sollte. Trotz der höchsten Wattleistung bei meinen drei Teilnahmen in den letzten drei Jahren, schaffte ich diesmal nicht mal den Sprung ins Gruppetto. Es war dann eine ziemlich zerfahrene Mischung aus Solo, Duo und Trio, bei der ich viel zu viel im gewohnt starken Wind arbeiten musste. Bin dann entkräftet und entnervt vor der letzten Runde ausgestiegen - und die R-SYS sind (erneut) durchgefallen...

Vor zwei Wochen stand dann das Straßenrennen in Altenburg auf dem Plan, was zwar wieder leider nur Jedermann war, aber auch abermals viel Spaß gemacht hat. Die Zielpassage war zwar in höchstem Maße gefährlich und wäre bei einem Profi-Rennen undenkbar gewesen, aber durch eine vorherige Attacke ungefähr 3 km vorm Ziel wurde unser kleines Sextett sowieso nochmal gesprengt. Die ersten beiden Gruppen waren etwas größer als nur ein Sextett, drum waren deren Zielankünfte wohl etwas heikler, aber bei uns ging dann schon noch alles gut - auch wenn ich schon fast an einer Bordsteinkante klebte. Am Ende P21, leichte Kopfschmerzen und erstmals seit Hesselberg 2007 (!) Krämpfe bergauf im Sitzen bekommen. War unterhaltsam, kann man den Leuten was von erzählen...

Diese Woche nutzte ich das vorherige rennfreie Wochenende zur ersten Teilnahme am Dienstagabend-Kriterium in Kulmbach und hatte ja eigentlich gehofft, dass dort nicht mehr so flott wie letztes Jahr gefahren wird. Das waren ja letztes Jahr im Endeffekt immer vollwertige Rennen, da war die Intensität kaum geringer als bei offiziellen Kriterien. Daher auch mein bisheriger Verzicht, um nach einem oder zwei Rennen am Wochenende nicht am Dienstag gleich wieder Vollgas geben zu müssen. Stattdessen eher der Fokus auf konzentrierter Trainingsarbeit - eine Entscheidung, die auch goldrichtig war, denn es wird weiterhin mit vollwertiger Renn-Intensität gefahren. Musste nach der ersten Wertung schon etwas länger dem Feld im Wind hinterherfahren, weil ich selbst das Hinterrad eines Leidensgenossen mit den Initialen D.R. nicht halten konnte, aber als das Feld irgendwann doch rausnahm, konnte ich wieder andocken. Aber eigentlich war das alles definitiv ein, zwei Tick intensiver als ich es mir ausgemalt hatte. Suboptimal als Vorbereitung auf das morgige erste persönliche Saison-Highlight...

Morgen geht es dann jedenfalls auf einen erneut durch Baumaßnahmen geänderten 70-km-Kurs beim Heideradcup in Torgau. Da fällt mir ein: Ich wollte ja noch die Datenfelder auf meinem Garmin anpassen. Die Rundenanzeige z. B. ist für morgen völlig egal, weil wir ja nur 1 Runde fahren. Die kommt also weg. Wichtig ist bei so einem Rennen, wo man nicht mehrmals im Kreis fährt, sondern die Schleife nur 1x absolviert, dass man sich die aktuelle Distanz anzeigen lässt. In der Startliste sieht man schon, dass die Teams von Ur-Krostitzer, Jenatec und Triebwerk wie schon bei den Spreewald-Masters sicherlich das Renngeschehen kontrollieren dürften. Ich sollte mir vorm Start also nochmal genau deren Trikots ansehen, mit denen ich noch immer nicht so ganz vertraut bin. Wenn alle drei Trikots bei einer Attacke vorne zu sehen sind, müsste man ja generell versuchen mitzuspringen. Ich hoffe also mal, dass ich nie alle drei Trikots bei einer Attacke vorne sehen werde, denn dann sollte die jeweilige Gruppe nicht durchkommen und ich könnte mich schön im Hauptfeld einigeln. Dann wäre am Schluss nur noch die Frage: Kann ich mich bei einer Massensprintankunft endlich mal vernünftig vor der Sprinteröffnung platzieren?!? Morgen wird es sich zeigen...

Donnerstag, 16. Mai 2019

Wiedereinstieg ins Renngeschehen = Erholung von der Schiedsrichterei

Am Wochenende steige ich nach meiner gesundheitsbedingten Zwangspause und einer gut verlaufenen Trainingsphase wieder ins Renngeschehen ein - in Kulmbach und Attenzell. Viel wird natürlich noch nicht gehen, aber der Kurs Richtung Heideradcup passt schon, würde ich sagen. Die Woche drauf steht dann in Karbach wieder das meiner Meinung nach schwerste Rennen Bayerns an, wo ich trotz des "Getriebeschadens" durch die Zwangspause Mitte April zuversichtlich bin, dass ich mich einen Tick besser als in den beiden Vorjahren schlagen werde. Hoffentlich spielt das Wetter auch mit, denn bei Regen und Kälte ist ja bekannt, dass mit mir nicht viel los ist...

Der Wiedereinstieg ins Renngeschehen bedeutet für mich auch endlich etwas Erholung, denn natürlich habe ich mich für dieses Wochenende bei der Schiedsrichterei abgemeldet. Zuletzt habe ich generell ganz gut gepfiffen, da waren keine Spiele wie vor der Winterpause dabei, wo ich wirklich geschwommen bin, weil ich bei einer Reihe schwieriger Situationen schlechte Entscheidungen getroffen hatte. Dennoch gab es seitens der Mannschaften extrem unterschiedliche Bewertungen. Teilweise wurde mir zu einer starken, fehlerlosen Leistung gratuliert, verbunden mit der Aussage, dass es toll wäre, wenn man immer so einen Schiedsrichter hätte, weil man dann hinterher nur über die Leistung der Mannschaften sprechen muss. Teilweise gab es aber auch irrelevante Meinungen, die von fehlender Disziplin, mangelndem Respekt und einem schlechten Elternhaus zeugen. Das muss einfach mal klar so gesagt werden.

Wenn eine Mannschaft 50 Minuten lang in Überzahl spielt, viel Druck aufs Tor des Gegners ausübt, bestimmt 10 Mal zum Abschluss kommt, aber am Ende dann trotzdem keinen einzigen Treffer erzielt, dann ist das natürlich die Schuld des Schiedsrichters. Alles klar, oder? Wenn man eine nicht funktionierende Abseitsfalle in einer Spielklasse versucht, in der es kein Gespann gibt, und nicht im Abseits stehende Gegner dann freien Weg zum Tor haben, ist das auch die Schuld des Schiedsrichter, weil er dem schlafenden Verteidiger nicht rechtzeitig gesagt hat, dass seine Kollegen auf Abseits spielen wollen. Schon recht. Wenn der gleiche Spieler ein halbes Dutzend Mal ins Abseits rennt, weil er nicht aufpasst, wo er sich befindet, und er dann logischerweise zurückgepfiffen wird, weil Abseits eben einen Regelverstoß darstellt, dann ist auch der Schiedsrichter schuld, weil er unverschämterweise im Gegensatz zum Spieler aufgepasst hat. Wenn ein Spieler mit einer gelben Karte verwarnt wird und er nicht versteht, dass er sein Verhalten auf dem Spielfeld umstellen muss, er stattdessen aber nur wenige Minuten später erneut grob gegen das Regelwerk verstößt, dann ist es auch die Schuld des Schiedsrichters, dass für Spieler in unterklassigen Ligen genau wie für Spieler in höherklassigen Ligen nach zwei gelben Karten das Spiel vorbei ist. Eigentlich sollte der Schiedsrichter für solche Spieler doch so freundlich sein und ihnen ein Limit von 5 gelben Karten pro Spiel gewähren, oder?

Wenn man das Regelwerk nur aus dem Fernsehen kennt, dann kennt man das Regelwerk gar nicht. Man kann es sich aber kostenlos u. a. auf der Seite des DFB runterladen. Tut natürlich niemand, denn Unwissenheit ist cool. Außerdem muss man sich dann auch nicht so doof vorkommen, wenn man den Schiedsrichter als Vollidioten dastehen lassen will. In manchen Fußballkreisen gibt es mittlerweile gar nicht mehr genug Vollidioten ... äh ... ich meine Schiedsrichter, wodurch die Spiele in den niedrigsten Spielklassen gar nicht mehr mit Schiedsrichtern besetzt werden. Die Mannschaften sollen mit ihrer Unwissenheit, ihrer fehlenden Selbstkritik und ihrem Übermaß an Respektlosigkeit ruhig so weitermachen, dann gibt es bald auch zunehmend weiter oben keine Spiele mit Schiedsrichtern mehr - und dann werden sie ein Problem haben: Wem sollen sie dann die Schuld in die Schuhe schieben, wenn sie reihenweise ihre Spiele verlieren und sich einfach nichts ändert? Sie werden sich dann doch wohl nicht etwa an die eigene Nase greifen müssen?!? Kann doch nicht sein, schließlich sind sie alle perfekte Fußballer...

Freitag, 19. April 2019

Spreewald Masters ohne Defekt, dafür mit Infekt :(

Die Temperaturen im April waren eigentlich schon zunehmend frühlingshaft, in dieser Woche sogar schon frühsommerlich ... glaube ich? Konnte mir vom Wetter diese Woche gar keinen richtigen Eindruck machen, lag flach. Ausgerechnet an den 3 Tagen der Spreewald Masters hatte man Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt und am Sonntag auch noch Regen. Ich war zwar zu keinem Zeitpunkt unterkühlt, zumindest fühlte es sich nicht so an, aber vielleicht lag es auch an der Mischung von 3 Tagen Belastung und eben der Kälte und Nässe, dass mich wohl doch ein Infekt erwischt hat. Aber so ist das dann nun mal. Die schlimmsten 3 Tage habe ich hinter mir, jetzt hoffe ich langsam wieder locker einsteigen zu können. Der "Trainer in mir" hat sich noch gar keine Gedanken gemacht, wie der Trainingsplan jetzt wieder angepasst werden muss, aber erst mal muss ich halt wieder aufs Rad zurück. Bis dahin nutze ich die Zwangspause auch zum mentalen Abschalten...

Die Spreewald Masters an sich waren trotzdem eine lohnenswerte Reise nach Brandenburg, wo ich jetzt erstmals Rennen gefahren bin. Auf der 1. Etappe waren einige kritische Situationen dabei, wo mein Trainingszustand noch als zu gering offenbart wurde, aber ich konnte mich festbeißen - bei fast einem 42er-Schnitt, wenn das Rennen wohl auch normal zuende gegangen wäre. Es gab bei der U19 aber einen schweren Sturz im Zielbereich und wir konnten dadurch nicht ins Ziel fahren. Das zweite Mal nach Albstadt kam es dadurch zu einem Rennabbruch - interessanterweise also erneut bei einem Etappenrennen. Abgebrochene Eintagesrennen habe ich noch nie erlebt.

Auf der 2. Etappe waren Zeitfahren angesagt. Mit der Vorbelastung eines kompletten Straßenrennens konnte ich mich nicht an meinen Wattwerten aus dem Training orientieren, das ist mir vor zwei Jahren schon beim BZF am 2. Tag der Erzgebirgstour aufgezeigt worden. Ich wollte mich daher erst zurückhalten und die ersten 3, 4 Minuten abwarten, bevor ich mich versuchen würde zu steigern. Beim Warmfahren brachte ich aber mal so gar keinen Druck auf die Pedale, obwohl ich ein paar kurze Steigerungen versuchte, dass ich von vornherein davon ausging, dass ich eh nicht würde overpacen können. Sobald ich aber auf die Strecke geschickt wurde, waren die Beine schlagartig besser. Vielleicht hatten die kurzen Vorbelastungsversuche doch gewirkt? Ich war jedenfalls überrascht, wie gut ich von vornherein über meinem vermuteten Zielwert arbeiten konnte und wie gut sich vor allem der Tritt dabei anfühlte. Das war rund und auch die ungewohnte Zeitfahrposition fühlte sich gut und vor allem stabil an. Der Wind störte mich diesmal nicht. Es flutschte einfach. Nach dem Wendepunkt konnte ich sogar nochmal 10 Watt zulegen und wurde auch von niemandem überholt. Im Gegenteil: Bei der 1-km-Marke zog ich am vor mir gestarteten Fahrer vorbei, der hinten sogar ein Scheibenrad hatte! Das war dann auch mal eine Premiere für mich, dass ich einen Fahrer mit Scheibenrad überholt habe! Natürlich dachte ich dann, dass meine Zeit wirklich ganz okay gewesen sein müsste, aber am Ende lag ich dann doch nur auf Platz 78 von 85 Startern. Aber egal, immerhin erst mein zweites Lizenz-Zeitfahren und diesmal nicht Letzter geworden und auch nicht überholt worden. Hat mir Spaß gemacht, eben auch weil ich so gut wie nie zuvor in der Zeitfahrposition verharren konnte. Nur beim Wendepunkt musste ich umgreifen. ;)

Die 3. Etappe war dann auf einem 1,5-km-Rundkurs und erinnerte an Nürnberg - denn unsere Gruppe, die nach der Punktwertung zur Hälfte des Rennens abgehängt wurde, ist mit einem 43er-Schnitt auf dem Tacho aus dem Rennen genommen worden. Wird das jetzt zur ganz verrückten Normalität, dass man mit einem 43er-Schnitt auf dem Tacho aus dem Rennen genommen wird?!? Weil wir aber nicht freiwillig raus sind, hat man unsere Gruppe aber trotzdem im Etappenrennen belassen, auch wenn wir über 20 Minuten Rückstand aufgebrummt bekommen haben. War am nächsten Tag eh Wurst, denn bei der ersten ernsthaften Belastung, die 5 km vor der ersten Punktwertung begann, machten sich bei vielen Fahrern die Belastungen der beiden Vortage bemerkbar. Selbst Holger hatte sogar schon ein paar Meter Rückstand aufs Feld, konnte die Lücke dann aber doch nochmal schließen. Für mich und ungefähr 20 weitere Starter war es das aber und dann reichte es bei dem garstigen Wetter auch nicht mehr zum Durchquälen, um in der Gesamtwertung zu bleiben, wo für mich der 56. Platz gewartet hätte ... tja, aber so isses eben bei Etappenrennen: Man muss erst mal bis ins Ziel der Schlussetappe kommen. Nicht so einfach, macht aber auch den Reiz eines Etappenrennens mit aus.

Die neuen WBs und die Sportordnung sind übrigens draußen und können auf rad-net runtergeladen werden. Im Endeffekt sind da keine allzu einschneidenden Änderungen mehr vorgenommen worden, die Lizenzreform wurde weitestgehend so übernommen wie sie auch zuletzt in der PDF präsentiert wurde. Bei der Umsetzung in den Ranglisten scheint es aber noch etwas zu haken. Es heißt ja eigentlich, dass es ab sofort nur noch Punkte für die Elite-Rangliste geben soll, wenn man an Elite-Rennen teilnimmt, selbst wenn man eigentlich eine Junioren- oder Masters-Lizenz hat. Dadurch soll ja bewirkt werden, dass nach einer Übergangsphase, in der wir uns aktuell noch befinden, nur noch die ersten 500 Fahrer in der Elite-Rangliste den Status "Elite-Amateur" haben. Ach, und zusätzlich natürlich noch alle Bundesliga-Teilnehmer. Problem in der Praxis ist aber nun folgendes: Sieht man sich die Spitze der Masters-Rangliste an, steht dort ein starker, bekannter Fahrer namens Tobias Erler weit oben. Die Punkte, mit denen er dort steht, hat er aber bei Elite-Rennen geholt. Eigentlich sollten diese Punkte dann ja aber nicht in der Senioren-Rangliste stehen, sondern in der Elite-Rangliste. Ist aber nicht der Fall, in der Elite-Rangliste hat der Fahrer überhaupt keine Punkte!!! Wenn das bis zum ersten Aufstiegszeitpunkt Ende Mai nicht korrigiert wird, würde der Fahrer also z. B. in Karbach plötzlich beim Rennen der "Amateur"-Klasse starten - und es wohl mit 10 Minuten Vorsprung als Solist gewinnen. Denn machen wir uns nichts vor: Tobias Erler ist ein herausragender Fahrer, der ja daher auch nicht zuletzt das Rennen der Elite-Amateure in Zusmarshausen für sich entscheiden konnte. Bei Rennen der "Amateur"-Klasse wäre er ja gnadenlos unterfordert. Dieser Fehler im Ranglistensystem wird also hoffentlich noch korrigiert. Aber wo genau dieser Fehler überhaupt herkommt, ist doppelt merkwürdig, weil Tobias Erler zwar seit diesem Jahr bei den Senioren 2 startberechtigt WÄRE, aber NICHT IST: Laut rad-net hat er nämlich eine ELITE-Lizenz gelöst, was ja allen Fahrern bis zur Altersklasse Senioren 3 freigestellt ist. Von Senioren 1 bis Senioren 3 hat man die freie Wahl, ob man eine Elite- oder Masters-Lizenz nimmt. Nur Senioren 4 dürfen nicht mehr wählen, aber ich glaube auch nicht, dass irgendein Senioren-4-Fahrer noch freiwillig bei der Elite würde mitfahren wollen. ;) Aber echt komisch, dass ein Fahrer mit Elite-Lizenz, der bisher nur bei Elite-Rennen gefahren ist und bei Senioren-Rennen auch gar nicht fahren wird, weil er durch seine Elite-Lizenz bei Senioren-Rennen gar nicht startberechtigt ist, Punkte in der Senioren-Rangliste sammelt, dafür in der Elite-Rangliste aber nicht existent ist, obwohl er sogar schon ein Elite-Rennen gewonnen hat.

Nun gut, ich kränkel dann mal weiter und werde dann aber Mitte Mai wieder wie geplant ins Renngeschehen einsteigen, halt nur nicht in so einer guten Verfassung wie erhofft. Rechtzeitig bis dahin wird das Wetter auch bestimmt wieder nass und kalt sein...

PS: Mail vom Heideradcup bekommen, dass es zu Ostern Sonderpreise gibt, u. a. 49 statt 52 Euro für die 70 km. Komisch, ich muss dank meiner Lizenz nur 15 Euro zahlen. Ja, das ist als Wink mit dem Zaunpfahl zu verstehen ... für alle, die gut genug sind, um an Lizenzrennen teilzunehmen, aber lieber für die gleiche Renndistanz mehr als 3 mal so viel Geld ausgeben wollen. Eine Lizenz lohnt sich!!! ;)

Montag, 8. April 2019

Die ersten Eindrücke zur Lizenzreform

Okay, ich hatte mich für das Rennen in Nürnberg zwar für Senioren 2 gemeldet und ging davon aus, dass die Elite bei der Elite ... äh ... moment, ich starte nochmal neu. Elite ist im Radsport ja die Altersklasse zwischen U23 und Senioren 1. Für Nürnberg war ein Hauptrennen für Elite-Fahrer der Leistungsklasse Elite-Amateure ausgeschrieben, davor ein "Lizenz-Jedermannrennen" (wenn man so will) für Elite-Fahrer der Leistungsklasse Amateure sowie für U19 und Senioren 2 (= alles in einem Topf). Bei entsprechenden Meldezahlen sollten die Amateure bei den Elite-Amateuren mitfahren. Davon ging ich auch fälschlicherweise aus und meldete für Senioren 2, weil ich aufgrund meines zähen Trainingsfortschritts schon wusste, dass ich bei der Elite derzeit keine Chance zum Überleben hätte. Und damit hatte ich auch Recht. Tatsache ist aber auch: Selbst bei besserem Trainingsfortschritt hätte ich wohl kaum mithalten können. Am Anfang ging es gleich mal mit einem knappen 45er-Schnitt los. Nachdem sich ein paar Fahrer in der McD-Kurve versteuert hatten und die nachfolgenden Fahrer dadurch immer mal wieder bremsen mussten (und ich gehörte natürlich zu den nachfolgenden Fahrern dazu, weil ich für das hohe Anfangstempo an der Spitze wie gewohnt zu schlecht war), entstanden auch immer wieder Löcher - und irgendwann wurde eines dieser Löcher nicht mehr zugefahren und ich selbst war am Anschlag fahrend auch nicht in der Lage, nochmal ans Ende des Hauptfeldes zu springen. Wir fuhren dann mit einer kleineren Gruppe noch einige Runden weiter, als wie mit einem 43er-Schnitt auf dem Tacho schon vom Führungsfahrzeug überholt und aus dem Rennen genommen wurden. Mit einem 43er-Schnitt auf dem Tacho bin ich glaub ich auch noch nie vom Führungsfahrzeug überholt worden. Naja, abgesehen von einem gewissen "Führungsfahrzeug" in grün-weiß, das auf den Rufnamen Benny reagiert. ;)

Mir war ja im Vorfeld klar, dass ich mit der Elite nicht mithalten würde, insofern war das keine neue Erkenntnis. Bevor es am Wochenende aber bei den Spreewald Masters (und laut Wetter-Prognose winterlichten Temperaturen) erstmals tatsächlich bei einem Lizenz-Masters-Rennen an den Start geht, schildere ich mal kurz meine ersten Eindrücke zur Lizenzreform. Grundsätzlich wurde ja die These aufgestellt, dass die Rennen der Leistungsklasse Amateure langsamer werden, damit der Einstieg für Quereinsteiger leichter gemacht wird. Mit dieser These konnte ich sowieso noch nie was anfangen, weil sie durch keinerlei Argumente begründet wurde. Wieso sollen die Rennen durch die Reform langsamer werden?!? Wenn man früher bei einem C-Rennen einen 43er-Schnitt auf dem Tacho hatte, dann war man noch im Hauptfeld, in Nürnberg wurde man aber vom Hauptfeld schon geschluckt. Die ersten Eindrücke deuten also sogar eher darauf hin, dass diese "neuen C-Rennen" eher schneller werden. Doch dazu im nächsten Absatz mehr. Vorher noch eine zweite Anmerkung dazu, dass man sich vom Verband durch vermeintlich langsamere "Einsteigerrennen" mehr Einsteiger erhofft: Wieso sollten langsamere Rennen mehr Fahrer zum Einstieg bewegen?!? Hohe Renngeschwindigkeiten hat man ja auch schon seit Jahren bei den großen Jedermannrennen, aber dort fahren jede Menge lizenzlose Fahrer mit. Wer sagt also, dass hohe Renngeschwindigkeiten ein Grund sind, warum lizenzlose Fahrer keine Lizenz nehmen?!? Ich selbst finde es ganz im Gegenteil reizvoll herauszufinden, welche Geschwindigkeiten ich mitgehen kann. Vor einigen Jahren dachte ich noch, dass bei 43 km/h ungefähr mein Limit wäre. Dann habe ich das schon auf 44 km/h und letztes Jahr sogar auf 45 km/h gesteigert. Aber das war halt leider auch nur wieder so eine These, die komplett unbegründet blieb. Ich schätze mal, dass man beim Verband schlicht und ergreifend keine Nachforschungen unternommen hat um festzustellen, was lizenzlose Fahrer denn tatsächlich davon abhält eine Lizenz zu nehmen. Denn wenn man sich im Internet Meinungen solcher Fahrer durchliest, kommt vor allem schnell raus dabei, dass die Leute lieber etwas mehr Startgeld zahlen, um bei einem schönen Straßenrennen teilnehmen zu können, statt ständig nur im Kreis zu fahren und dann bei einem Schnitt jenseits der 40 km/h aus dem Rennen genommen zu werden, weil sie von der Spitze bzw. dem Hauptfeld überrundet werden. Das sind zwei der am häufigsten genannten Gründe, weshalb Fahrer keine Lizenz nehmen. Und man muss ja nunmal klar sagen: Es ist NICHT zwingend vorgeschrieben, dass überrundete Fahrer rausgenommen werden (wenn ein ganzes Hauptfeld überrundet wird, nimmt man es ja auch nicht raus)! Wenn man also will, dass mehr lizenzlose Fahrer eine Lizenz nehmen, sollte man sich über so etwas vielleicht mal Gedanken machen. Aber dass die Rennen zu schnell sind? Ne, das ist nicht so schlimm, das ist eher eine Motivation ... für mich zumindest ist das eine Motivation, die mich jedes Jahr wieder aufs neue eine Lizenz nehmen lässt. ;)

Aber kommen wir dann mal zu dem Punkt, wie sich die Geschwindigkeiten bei den "neuen C-Rennen" überhaupt entwickeln. Nürnberg spricht natürlich dafür, dass die Rennen eher schneller werden - und das dürfte bis zum ersten Stichtag für Auf- und Abstieg am 21.5. auch der Fall sein. Und wieso dürfte das der Fall sein? Naja, ist doch logisch: Die schnellen Fahrer, die jetzt schon locker bei den Elite-Amateuren mitfahren könnten, sind in der Vergangenheit durch Siege direkt und durch 5 Top-Ten-Platzierungen schneller aufgestiegen. Jetzt aber bleiben diese schnellen Fahrer bis zum 21.5. erstmal bei den "neuen C-Rennen" und sorgen dort für dementsprechend hohe Geschwindigkeiten. Das mag sich jetzt im ersten Moment so anhören, als ob die Reform ein Schuss in den Ofen gewesen wäre, aber ich glaube, dass die Reform sich ab dem ersten Auf- und Abstiegszeitpunkt schon durch niedrigere Geschwindigkeiten bemerkbar machen wird. Es kommen zwar durch den Abstieg während der Saison auch ein paar schnelle ehemalige A-Fahrer hinzu, die bis zum 21.5. aus diversen Gründen noch keine Punkte gesammelt haben werden, z. B. Senioren-Fahrer, die bis zum 21.5. erstmal nur an Senioren-Rennen teilgenommen haben werden, aber alles in allem könnte ich mir vorstellen, dass man bis zum 21.5. nicht mehr als 500 Fahrer mit Punkten in der Elite-Rangliste haben wird. Und das bedeutet, dass dann schlagartig wesentlich mehr Aufsteiger als in der Vergangenheit zu verzeichnen sein werden, weil jeder Fahrer, der schon auch nur einen einzigen Punkt erzielt haben wird, zu einem Elite-Amateur aufsteigt. Sprich: Alle Fahrer, die sich bis 21.5. auf Punkte-Rängen plaztiert und somit die Renngeschwindigkeiten bestimmt haben werden, werden schlagartig bei den "Amateur"-Rennen fehlen. Die Geschwindigkeiten werden dann also von all den Fahrern bestimmt, die erstmal nur mit- bzw. hinterhergefahren sein werden. Ein erstes Rennen, das diesbezüglich hochinteressant werden dürfte, ist Karbach. Dort werden dann die ganzen bisherigen Punkteträger nicht mehr beim Rennen der "Amateure" startberechtigt sein. Also ob man dann immer noch mit 400 Watt die Berge hochtreten können muss? Ich hoffe ja mal nicht, hehe.

Fazit: Die ersten Eindrücke zur Lizenzreform können einen zwar erstmal schocken, aber wenn man es sich mal überlegt und in die bisherige Rangliste sieht, dann sind da noch keine 400 Fahrer zu finden. Und dass jetzt noch allzu viele Fahrer punkten werden, die bisher nicht gepunktet haben, ist nicht so wahrscheinlich, weil die Fahrer, die bisher gepunktet haben, ja weiterhin die Preise bestimmen und somit den Großteil der Punkte holen werden. Insofern könnte der BDR mit seiner These, dass die "Amateur"-Rennen langsamer werden, durchaus Recht haben.