Bevor ich ein paar Worte zur Schiedsrichterei loswerde, nochmal ein kleiner Einschub zum am meisten diskutierten Thema im Amateur-Radsport der letzten Monate, der Lizenzreform. Ich hatte ja schon geschrieben, dass das viel heißer gekocht als gegessen wird und sich in der Praxis kaum etwas ändern wird. Meiner Meinung liegt das halt vor allem daran, dass die Reform in erster Linie eine Anpassung an die internationale Klasseneinteilung ist. Man wollte wohl im Zuge dieser Reform gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen und zusätzlichen frischen Wind in den Amateur-Radsport bringen, aber von den anfangs doch recht revolutionären Ideen wie einer strikten Trennung von "Elite-Amateuren" und "Amateuren" ist man ja doch nahezu komplett zurückgerudert. Allerdings ist das derzeitige Problem, dass alles immer noch nicht definitiv ist. Und dieses Problem mag zwar die Fahrer nicht betreffen, aber die Veranstalter. Speziell im März und April sind die Veranstalter im Elite-Bereich mehr oder weniger Test-Karnickel. Wenn man die Diskussionen im TOUR-Forum verfolgt, wo ein langjähriger Veranstalter regelmäßig einen Einblick in die Sorgen und Nöte veranstaltender Vereine gewährt, gibt es durch die nach wie vor nicht endgültigen Neuregelungen so einige Fragezeichen. Von Veranstalterseite aus sind das vor allem die Fragen nach gemeinsamem oder getrennten Start und gemeinsamer oder getrennter Wertung bei gemeinsamem Start, Renndistanzen und Punkteschmeta. Zu letzterem, dem Punkteschema, muss man ja auch sagen, dass hier bisher nur die Aussage zu "Zielen und Chancen" der Reform getätigt wurde, dass es für alle (!) auf rad-net gemeldete Rennen Punkte geben soll. Damit erübrigt sich eigentlich die Frage nach der Renndistanz. Allerdings rechne ich auch hier fest damit, dass es innerhalb der nächsten Wochen eine konkrete Regelung geben wird, bei der dieser ursprüngliche Ansatz verworfen werden wird. Denn sind wir doch mal ehrlich: Wenn die Distanzen egal sind, könnte man auch ein Rennen für die "Amateur-Klassen" über 20 km veranstalten - aber wie viele überregionale Fahrer würden dann schon extra wegen eines 20-km-Rennens anreisen? Irgendwelche Mindestdistanzen wird es schon noch weiterhin geben, denke ich. Außerdem wird es auch gewiss nicht für "alle" Rennen Punkte geben, denn auf rad-net werden ja auch Jedermann- und Hobbyrennen ausgeschrieben. Für Hobbyrenenn könnte es schon mal keine Punkte geben, weil es für Fahrer ohne Lizenz keine Rangliste gibt. Und für Jedermannrennen wird es ziemlich sicher auch keine Punkte geben, obwohl ich den Gedanken sehr reizvoll finden würde. Denn dann würde es bei Jedermannrennen auch mal um etwas mehr als nur den Spaß an der Freud gehen. ;)
Aber nun zum eigentlichen Grund, warum ich mal wieder blogge: Vom 22.-24. März läuft in Kümmersbruck der Neulingslehrgang der Schiedsrichtergruppe Amberg. Und es gibt so einige gute Gründe, warum Leute Schiedsrichter werden sollten. :) Zum einen lernt man dann mal das Regelwerk und wird so einige Fehlinfos aus dem Fernsehen aus seinem Wissenschatz streichen müssen. Weitere persönliche Vorteile sind natürlich, dass man etwas Taschengeld bekommt (oder auch etwas mehr, wenn man "weiter oben" pfeifen darf) und dass man freien Eintritt zu allen Spielen hat, die unter dem Dach des DFB stattfinden. In über 20 Jahren als Schiri habe ich von dieser Option übrigens noch nie Gebrauch gemacht, weil mir die Anfahrt nach München immer zu weit war. Wobei ... aktuell ist ja Nürnberg sogar mal wieder in der 1. Liga, wie ich vor einigen Wochen nebenbei erfahren habe. War mir gar nicht aufgefallen, sehe mir ja immer nur die obere Tabellenhälfte an. :D Aber genug Trash-Talk, zurück zu den Gründen, weshalb man Schiri werden sollte. ;) Neben den persönlichen Vorteilen tut man auch etwas für die Vereine: Man sichert den regulären Spielbetrieb! Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass immer alle Spiele stattfinden können. Man bewegt sich seit Jahren am Limit und die Tatsache, dass es immer weniger Mannschaften gibt, trägt gerade so dazu bei, dass es noch nicht weiter auffällt, dass es auch immer weniger Schiedsrichter gibt. In den B-Klassen von Pegnitzgrund z. B. kann man auf der BFV-Seite sehen, dass dort bei fast keinem Spiel ein Schiedsrichter eingetragen ist. Die Spiele finden also noch statt, aber weitestgehend ohne Schiedsrichter. Das ist eine Entwicklung, die auch auf A-Klassen und irgendwann Kreisklassen übergreifen könnte! Also auch die Vereine sollten im Eigeninteresse ihre Mitglieder auf die Möglichkeit aufmerksam machen, Schiedsrichter zu werden. Das größte unmittelbare Eigeninteresse der Vereine ist dabei bares Geld zu sparen. Wie das? Ganz einfach: Jeder Verein muss eine gewisse Mindestanzahl an Schiedsrichtern stellen (hängt von der Anzahl der aufstiegsberechtigten Mannschaften im Spielbetrieb ab). Jeder fehlende Schiri kostet den Verein eine niedrige dreistellige Summe. Das ist Geld, das dem Verein also verlorengeht. Die Vereine sollten also wirklich darauf bedacht sein, dass sie nicht nur Spieler, Trainer, Betreuer, Platzwarte und sonstige fleißige ehrenamtliche Helfer finden, sondern auch Schiedsrichter. Die gehören auch zu einem gesunden Verein dazu! Die Vereinskasse wird es den Vereinen danken.
Um am Kurs teilnehmen zu können (Kursgebühr: 0 Euro - billiger geht's nicht!), könnt ihr auf der Website des BFV im Menü unter Spielbetrieb und Schiedsrichter bei den SR-Gruppen die Gruppe Amberg aufrufen, wo ihr Kontaktinformationen für Obmann und Lehrwart findet. Teilnehmer müssen Mitglied in einem Fußballverein sein, der dem BFV bzw. DFB angehört. Am Ende des Kurses gibt es eine Prüfung, die zwar schwieriger als die Führerscheinprüfung ist, aber ... naja ... werdet einfach Schiri. ;)
Disclaimer - wenn man so will
In meinem Sport-Blog schreibe ich über meine Sporterlebnisse teilweise ernsthaft, teilweise aber auch mit überspitztem Humor - den Unterschied sollte man erkennen, wenn man mich persönlich kennt ;) Generell gilt: Wer die Dinge, die ich hier schreibe, zu ernst nimmt, ist selbst schuld ;)
Team 2019
Team 2019
2019 fahre ich Lizenzrennen für RMV Concordia Strullendorf 1920 e.V. und ausgewählte Jedermannrennen
2019 fahre ich Lizenzrennen für RMV Concordia Strullendorf 1920 e.V. und ausgewählte Jedermannrennen
Dienstag, 12. Februar 2019
Montag, 21. Januar 2019
Lange nix "gebloggt"
Hab mich hier nach dem vorgezogenen Saisonende schon länger nicht mehr zu Wort gemeldet. Hätte in der Zwischenzeit durchaus was zu ein paar Erlebnissen bei der Schiedsrichterei bloggen können. Da war ich u.a. ein paar mal als Assistent (= Linienrichter) im Einsatz und habe erstmals ein Spiel im Kreis Bayreuth gepfiffen - und zwar in Schnabelwaid. Ja, so einen Ortsnamen gibt es. ;)
Nachdem mich das vorzeitige Saisonaus ganz schön gewurmt hatte, habe ich dann auch erst mal ein paar Monate Trainingseinheiten nachtragen müssen. Das war auch ein Grund, weshalb ich hier nichts mehr gebloggt hatte. Mittlerweile ist alles so weit nachgetragen und das Grundlagentraining für die neue Saison ist in vollem Gange. Mein mittlerweile viertes Trainingsjahr mit System nach Friel - ich kann also auf die Erfahrungen und Daten aus drei Trainingsjahren zurückblicken und darauf aufbauen. Das hilft, um ein noch besseres Bild davon zu bekommen, wo man aktuell steht, wie der Trainingsverlauf ist und wie man die nächste Zeit weitermacht. Im ersten Trainingsjahr waren da natürlich noch viele Fragezeichen, wie genau man die Theorie am besten in der Praxis umsetzt und was das alles bringt und so. Ich hatte anfangs quasi nur die ganzen Puzzle-Teile in der Hand, jetzt hingegen habe ich diese Puzzle-Teile schon ganz gut zusammengesetzt, wodurch man auch schon das Gesamtbild ganz gut erkennen kann.
Viel Lärm um Nichts - so in etwa könnte man die Lizenzklassenreform im Männerbereich bisher umschreiben. Im Endeffekt sollte das ja auch nie eine große Revolution werden oder so, sondern einfach nur eine Anpassung an die internationale Klasseneinteilung im Männerbereich sein, wenn ich das richtig mitbekommen habe. Deutschland war halt jahrelang mehr oder weniger das einzige Land mit "Dreiklassensystem", während man in den meisten anderen (europäischen) Ländern wohl zwei Klassen hatte. U.a. in Österreich hatte man schon länger die Klassen "Elite-Amateure" und "Amateure" - und genau diese Bezeichnungen wurden jetzt ja auch übernommen. Dabei sei aber natürlich angemerkt, dass sich diese Klassen nur auf Rennen in der Altersklasse "Männer" beziehen. Bei Rennen für andere Altersklassen macht es keinen Unterschied, ob man "EA" oder nur "A" ist. Die Reform bezieht sich also von vornherein gerademal auf die ehemaligen "Hauptrennen", von denen es bei den meisten Veranstaltungen nur 1, teilweise 2 gab. Auf alle anderen Rennen hat diese Reform sowieso keinen Einfluss.
Für Rennen der betroffenen Altersklasse "Männer" (oder auch "Elite", was jetzt aber durch die neuen Leistungsklassen-Bezeichnungen irreführend wäre) wird sich Stand heute aber auch nicht wirklich viel ändern. Ursprünglich klang es ja noch nach einer richtigen Änderung, weil es hieß, dass die beiden Leistungsklassen nicht mehr gemeinsam fahren würden. In dem Zusammenhang war auch kurzzeitlich die Rede davon, dass es im Männerbereich immer zwei LVM-Meister geben wird und es auch in absehbarer Zeit eine DM für die Leistungsklassen "Amateure" geben solle. Kurz darauf ruderte man schon erstmals zurück, indem erklärt wurde, dass bei Meisterschaften weiterhin alle Leistungsklassen zusammen starten und auch zusammen gewertet werden. Beim letzten Präsentationsentwurf ist man sogar noch weiter zurückgerudert und befindet sich jetzt fast wieder dort, wo man vor Ankündigung der Reform gewesen ist. Dabei gilt aber auch, dass man weiterhin auf die neuen WBs warten muss, um hoffentlich eine präzisere Regelung in Text und Wort zu erhalten, weil die Ausführungen in der Präsentation Ungenauigkeiten beinhalten könnten. Als Beispiel hierfür wären die Aufstiegszeitpunkte zu nennen, die ursprünglich nur Ende Mai und Ende Juli sein sollten, was bedeutet hätte, dass man als "Amateur" ab 1.8. theoretisch alle Rennen hätte gewinnen können, ohne aufzusteigen und sich in der Folge bei Rennen der "Elite-Amateure" behaupten zu müssen. Ich glaube nicht, dass das jemals so geplant war und man einfach nur "vergessen" hatte, das in der Präsentation zu erwähnen. Das wurde aber mittlerweile nachgeholt. Alles in allem ist das aber ein Beispiel dafür, dass man die Präsentation nicht für das letzte Wort halten darf. Die endgültigen neuen Regelungen für diese Saison werden in den WBs kommen, denke ich.
Jedenfalls ist es bei weitem nicht mehr so, dass die Rennen von "EA" und "A" zwingend getrennt werden sollen, stattdessen ist der letzte Wasserstand wie folgt:
- bei Straßenrennen und LVMs: Gemeinsamer Start und gemeinsame Wertung möglich, wobei die "Amateure" eine Vorgabe erhalten sollen. Diese Vorgabe ist bisher nicht definiert.
- Rundstreckenrennen: Gemeinsamer Start möglich, aber getrennte Wertung.
- Kriterien: Gemeinsamer Start und gemeinsame Wertung möglich. (Ja, hier ändert sich also gar nix!)
- Etappenrennen und Zeitfahren existieren gar nicht. :D
In der Praxis wird sich also nicht viel ändern. In Regionen, wo man in der Vergangenheit die Trennung "KT/AB" und "C" hatte, wird man wohl weiterhin mit "EA" und "A" getrennte Rennen anbieten, in Regionen, wo man "KT/ABC" bevorzugte, werden weiterhin "alle in einem Topf" geworfen, was das Aufsteigen in diesen Regionen weiterhin schwieriger als in den Regionen macht, die getrennte Rennen anbieten. Drum meine Aussage: Viel Lärm um Nichts. Aber das ist auch nur eine Wasserstandsmeldung. Seit der ersten Präsentation mit der zwingenden Trennung der Leistungsklassen hat sich ja schon eine ganze Menge wieder geändert, drum ist nicht auszuschließen, dass sich auch bei der endgültigen Eintragung in die neuen WBs noch etwas ändern kann.
Zum Abschluss aber noch eine Neuerung, die ganz erfreulich ist: Der Riderman wird Teil einer Rennserie in Baden-Württemberg. Wohl gemerkt: Teil einer Rennserie für Lizenzfahrer! Ähnlich wie bei den Lizenzrennen im Rahmen des Heideradcup muss ich hier abermals hervorheben, dass das meiner Meinung nach ein Modell der Zukunft ist. Für Traditionalisten ist es sicherlich weiterhin ein Graus, dass Lizenzrennen in Jedermannrennen integriert werden, weil das ursprünglich ja andersrum war, aber da die meisten attraktiven großen Rennen nunmal nur mit großem finanziellen und personellen Aufwand durchzuführen sind, können Vereine das heutzutage einfach kaum noch selbst anbieten. Die Zusammenarbeit mit kommerziellen Veranstaltern ist hier ein guter Weg, der für den Lizenzradsport definitiv keine Bedrohung, sondern eine Bereicherung darstellt - zumindest ist das meine persönliche Meinung. Lizenzrennen beim Riderman, beim Heideradcup und auch das Bundesliga-Rennen bei Rad am Ring sind eine super Sache, finde ich! Eine Win-Win-Situation!!!
PS: Auf der Website des Landesverbandes Rheinland-Pfalz gibt es die aktuelle Präsentation der Lizenzreform als PDF. Meine Schilderungen in diesem Beitrag beziehen sich auf die in dieser PDF veröffentlichten Informationen. Damit man also nachvollziehen kann, wovon ich schreibe, verlinke ich diese PDF hier (ACHTUNG: Wer NICHT weiß, was ein Link ist, der sollte ihn besser nicht anklicken, sonst könnte das Haus einstürzen oder so): Präsentation der Lizenzreform
Nachdem mich das vorzeitige Saisonaus ganz schön gewurmt hatte, habe ich dann auch erst mal ein paar Monate Trainingseinheiten nachtragen müssen. Das war auch ein Grund, weshalb ich hier nichts mehr gebloggt hatte. Mittlerweile ist alles so weit nachgetragen und das Grundlagentraining für die neue Saison ist in vollem Gange. Mein mittlerweile viertes Trainingsjahr mit System nach Friel - ich kann also auf die Erfahrungen und Daten aus drei Trainingsjahren zurückblicken und darauf aufbauen. Das hilft, um ein noch besseres Bild davon zu bekommen, wo man aktuell steht, wie der Trainingsverlauf ist und wie man die nächste Zeit weitermacht. Im ersten Trainingsjahr waren da natürlich noch viele Fragezeichen, wie genau man die Theorie am besten in der Praxis umsetzt und was das alles bringt und so. Ich hatte anfangs quasi nur die ganzen Puzzle-Teile in der Hand, jetzt hingegen habe ich diese Puzzle-Teile schon ganz gut zusammengesetzt, wodurch man auch schon das Gesamtbild ganz gut erkennen kann.
Viel Lärm um Nichts - so in etwa könnte man die Lizenzklassenreform im Männerbereich bisher umschreiben. Im Endeffekt sollte das ja auch nie eine große Revolution werden oder so, sondern einfach nur eine Anpassung an die internationale Klasseneinteilung im Männerbereich sein, wenn ich das richtig mitbekommen habe. Deutschland war halt jahrelang mehr oder weniger das einzige Land mit "Dreiklassensystem", während man in den meisten anderen (europäischen) Ländern wohl zwei Klassen hatte. U.a. in Österreich hatte man schon länger die Klassen "Elite-Amateure" und "Amateure" - und genau diese Bezeichnungen wurden jetzt ja auch übernommen. Dabei sei aber natürlich angemerkt, dass sich diese Klassen nur auf Rennen in der Altersklasse "Männer" beziehen. Bei Rennen für andere Altersklassen macht es keinen Unterschied, ob man "EA" oder nur "A" ist. Die Reform bezieht sich also von vornherein gerademal auf die ehemaligen "Hauptrennen", von denen es bei den meisten Veranstaltungen nur 1, teilweise 2 gab. Auf alle anderen Rennen hat diese Reform sowieso keinen Einfluss.
Für Rennen der betroffenen Altersklasse "Männer" (oder auch "Elite", was jetzt aber durch die neuen Leistungsklassen-Bezeichnungen irreführend wäre) wird sich Stand heute aber auch nicht wirklich viel ändern. Ursprünglich klang es ja noch nach einer richtigen Änderung, weil es hieß, dass die beiden Leistungsklassen nicht mehr gemeinsam fahren würden. In dem Zusammenhang war auch kurzzeitlich die Rede davon, dass es im Männerbereich immer zwei LVM-Meister geben wird und es auch in absehbarer Zeit eine DM für die Leistungsklassen "Amateure" geben solle. Kurz darauf ruderte man schon erstmals zurück, indem erklärt wurde, dass bei Meisterschaften weiterhin alle Leistungsklassen zusammen starten und auch zusammen gewertet werden. Beim letzten Präsentationsentwurf ist man sogar noch weiter zurückgerudert und befindet sich jetzt fast wieder dort, wo man vor Ankündigung der Reform gewesen ist. Dabei gilt aber auch, dass man weiterhin auf die neuen WBs warten muss, um hoffentlich eine präzisere Regelung in Text und Wort zu erhalten, weil die Ausführungen in der Präsentation Ungenauigkeiten beinhalten könnten. Als Beispiel hierfür wären die Aufstiegszeitpunkte zu nennen, die ursprünglich nur Ende Mai und Ende Juli sein sollten, was bedeutet hätte, dass man als "Amateur" ab 1.8. theoretisch alle Rennen hätte gewinnen können, ohne aufzusteigen und sich in der Folge bei Rennen der "Elite-Amateure" behaupten zu müssen. Ich glaube nicht, dass das jemals so geplant war und man einfach nur "vergessen" hatte, das in der Präsentation zu erwähnen. Das wurde aber mittlerweile nachgeholt. Alles in allem ist das aber ein Beispiel dafür, dass man die Präsentation nicht für das letzte Wort halten darf. Die endgültigen neuen Regelungen für diese Saison werden in den WBs kommen, denke ich.
Jedenfalls ist es bei weitem nicht mehr so, dass die Rennen von "EA" und "A" zwingend getrennt werden sollen, stattdessen ist der letzte Wasserstand wie folgt:
- bei Straßenrennen und LVMs: Gemeinsamer Start und gemeinsame Wertung möglich, wobei die "Amateure" eine Vorgabe erhalten sollen. Diese Vorgabe ist bisher nicht definiert.
- Rundstreckenrennen: Gemeinsamer Start möglich, aber getrennte Wertung.
- Kriterien: Gemeinsamer Start und gemeinsame Wertung möglich. (Ja, hier ändert sich also gar nix!)
- Etappenrennen und Zeitfahren existieren gar nicht. :D
In der Praxis wird sich also nicht viel ändern. In Regionen, wo man in der Vergangenheit die Trennung "KT/AB" und "C" hatte, wird man wohl weiterhin mit "EA" und "A" getrennte Rennen anbieten, in Regionen, wo man "KT/ABC" bevorzugte, werden weiterhin "alle in einem Topf" geworfen, was das Aufsteigen in diesen Regionen weiterhin schwieriger als in den Regionen macht, die getrennte Rennen anbieten. Drum meine Aussage: Viel Lärm um Nichts. Aber das ist auch nur eine Wasserstandsmeldung. Seit der ersten Präsentation mit der zwingenden Trennung der Leistungsklassen hat sich ja schon eine ganze Menge wieder geändert, drum ist nicht auszuschließen, dass sich auch bei der endgültigen Eintragung in die neuen WBs noch etwas ändern kann.
Zum Abschluss aber noch eine Neuerung, die ganz erfreulich ist: Der Riderman wird Teil einer Rennserie in Baden-Württemberg. Wohl gemerkt: Teil einer Rennserie für Lizenzfahrer! Ähnlich wie bei den Lizenzrennen im Rahmen des Heideradcup muss ich hier abermals hervorheben, dass das meiner Meinung nach ein Modell der Zukunft ist. Für Traditionalisten ist es sicherlich weiterhin ein Graus, dass Lizenzrennen in Jedermannrennen integriert werden, weil das ursprünglich ja andersrum war, aber da die meisten attraktiven großen Rennen nunmal nur mit großem finanziellen und personellen Aufwand durchzuführen sind, können Vereine das heutzutage einfach kaum noch selbst anbieten. Die Zusammenarbeit mit kommerziellen Veranstaltern ist hier ein guter Weg, der für den Lizenzradsport definitiv keine Bedrohung, sondern eine Bereicherung darstellt - zumindest ist das meine persönliche Meinung. Lizenzrennen beim Riderman, beim Heideradcup und auch das Bundesliga-Rennen bei Rad am Ring sind eine super Sache, finde ich! Eine Win-Win-Situation!!!
PS: Auf der Website des Landesverbandes Rheinland-Pfalz gibt es die aktuelle Präsentation der Lizenzreform als PDF. Meine Schilderungen in diesem Beitrag beziehen sich auf die in dieser PDF veröffentlichten Informationen. Damit man also nachvollziehen kann, wovon ich schreibe, verlinke ich diese PDF hier (ACHTUNG: Wer NICHT weiß, was ein Link ist, der sollte ihn besser nicht anklicken, sonst könnte das Haus einstürzen oder so): Präsentation der Lizenzreform
Montag, 17. September 2018
Passendes Ende einer Seuchen-Saison
Wie sie begonnen hat, so endet diese Saison: Mit Krankheit. :(
Der Schlussspurt (nach wie vor mit 3 s) fing eigentlich ganz gut an. In Mutterstadt konnte ich mich auf Anhieb auf einem Kurs behaupten, der nicht gerade meinem Fahrstil entgegenkommt. Da war speziell eine richtig enge Kurve dabei, hinter der dann natürlich erwartungsgemäß hammerharte Antritte folgten. Die Beine spielten aber mit, der Rücken auch - und so konnte ich mich am Ende irgendwo zwischen Platz 20 und 25 platzieren. Ergebnis wurde leider keines erfasst, nur die Preisgeldränge wurden notiert. Um das an der Stelle mal klar zum Ausdruck zu bringen: Es stimmt nicht, dass immer nur 12-20 Fahrer bei den Rennen in der Pfalz am Start sind, auch wenn man so ähnliche Teilnehmerzahlen von Kriterien in Bayern oder vor allem Thüringen durchaus gewohnt ist. Auch in Mutterstadt waren es wieder irgendwas über 50 Fahrer, die am Start standen. Da ist richtig was los, sowohl auf der Strecke, als auch neben der Strecke. Der Zuspruch durch die Bevölkerung ist großartig. Vielleicht liegt es an der Nähe zu Frankreich, wo Radsport ja einen völlig anderen Stellenwert als in Deutschland hat. Aber wer weiß das schon? Es wäre einfach nur toll, wenn der Zuspruch bei der Bevölkerung häufiger so wäre wie bei diesen "wahnsinnigen" Rennen in der Pfalz. "Wahnsinnig", weil es einfach der Wahnsinn, was dort immer los ist. Viele Starter, viele Zuschauer, viele Prämien - wobei ich von letzterem in der Regel leider nix habe, versteht sich...
Am nächsten Tag war das Rennen schnell gelaufen, weil ein U19-Cowboy (ja, U19-Fahrer durften beim C-Rennen mitfahren, weil die offenbar ein Sonderstartrecht in der C-Klasse haben, wenn kein U19-Rennen ausgeschrieben ist - als ob in der C-Klasse nicht schon genuge Kurventerroristen am Start wären) schon in der 3. Runde eine Kurve mit einer Bowlingbahn verwechselt hatte und ein halbes Dutzend Fahrer abräumte, die dann die Kurve blockierten. So ein Trümmerfeld habe ich bei einem Kriterium eigentlich auch noch nicht gesehen. Wer nicht vor der Sturzlinie durchkam, musste hier fast anhalten und hatte dann gleich mal 10 Sekunden Rückstand aufs Feld, das, wie im Amateur-Radsport üblich, aufgrund des Sturzes natürlich gleich Vollgas gab, um die durch den Sturz abgehängten Fahrer gleich mal rauszufahren. Zwei Runden lang fuhr ich noch die gleiche Zeit wie das Hauptfeld, aber um wieder ranzukommen, hätte ich halt diese 10 Sekunden aufholen müssen. Die weiteren abgehängten Fahrer waren auch nicht wirklich eine Hilfe, weil einige nach dem Sturz gleich mal komplett overpacet hatten, nur um eine Runde später so einzubrechen, dass sie sich nicht mal mal an die sich bildende kleine Verfolgergruppe dranhängen zu können. Mit dem Feldende noch vor Augen, fuhr das Schlussfahrzeug aber schon an unserer Gruppe vorbei und nahm uns aus dem Rennen. Satz mit X.
Danach ging es wieder ins Training und das nächste Ziel war die oberfränkische Bergmeisterschaft. Die Form war auch gut, die Wattwerte auf einem Höchststand - und dann bekam ich am Nachmittag vor der Bergmeisterschaft Halsschmerzen. Ein paar Tage ging es mir dann richtig übel, ab Mittwoch wurde es besser. Die Hoffnung auf einen Start in Meiningen bestand. Am Tag vor Meiningen habe ich dann mal ein kleinen Belastungstest mit mehreren Sprints gemacht, aber mein Kreislauf machte diese kurzen Belastungen einfach noch nicht wieder mit. Somit musste ich beide für diese Saison letzten geplanten Lizenzstarts absagen. Krankheitsbedingt, also genau wie zu Saisonbeginn, als ich dann im Endeffekt auch erst am 1. Mai einsteigen konnte. So schließt sich aber wenigstens ein Teufelskreis. Gut, dass er geschlossen ist, somit kann ich mich jetzt schon auf eine viel bessere nächste Saison freuen. ;)
Den Riderman wollte ich trotzdem gerne noch als Saisonabschlussfahrt mitnehmen. Heute als Test ein paar AA-Intervalle gefahren. Der Kreislauf ist zwar wieder okay, aber ich merkte auch den Substanzverlust durch die gesundheitliche Zwangspause. In dem Zustand ist die Teilnahme an einem dreitägigen Etappenrennen eine ziemlich dämliche Idee. Insofern habe ich mit dem Riderman eigentlich schon wieder abgeschlossen, obwohl ich mir das wohl bis Donnerstag noch überlegen werde. Die Wahrscheinlichkeit, dass ich starte, ist aber sehr gering. Stattdessen will ich lieber wieder richtig zu Kräften kommen, um dann vielleicht nächste Woche mit meiner mittlerweile schon fast "traditionellen" CP-Testreihe zum Saisonende zu beginnen. Nach der CP-Testreihe dann wieder eine kleine Saisonpause und anschließend geht es doch tatsächlich schon wieder mit dem Grundlagentraining für die neue Saison los. Das war so früh nicht geplant, aber wenn das Saisonende krankheitsbedingt eben schon früher kommt, dann macht man doch aus einem Nachteil einfach einen Vorteil, indem man mit der Vorbereitung auf die neue Saison früher beginnt, um dementsprechend auch früher startklar für den Saisoneinstieg zu sein. Der könnte diesmal schon im März erfolgen, denn Ende März gibt es eines von vier Jubiläumsrennen der Herpersdorfer. Da will ich dann schon mitmischen, zumal ich Mitte April dann auch erstmals beim dreitägigen Etappenrennen der Masters irgendwo bei Cottbus startberechtigt bin. Also ich glaube zumindest, das ist irgendwo bei Cottbus?!? Bis Mitte April sehe ich mir das schon noch an, wo genau ich dann hinfahren muss. ;)
Der Schlussspurt (nach wie vor mit 3 s) fing eigentlich ganz gut an. In Mutterstadt konnte ich mich auf Anhieb auf einem Kurs behaupten, der nicht gerade meinem Fahrstil entgegenkommt. Da war speziell eine richtig enge Kurve dabei, hinter der dann natürlich erwartungsgemäß hammerharte Antritte folgten. Die Beine spielten aber mit, der Rücken auch - und so konnte ich mich am Ende irgendwo zwischen Platz 20 und 25 platzieren. Ergebnis wurde leider keines erfasst, nur die Preisgeldränge wurden notiert. Um das an der Stelle mal klar zum Ausdruck zu bringen: Es stimmt nicht, dass immer nur 12-20 Fahrer bei den Rennen in der Pfalz am Start sind, auch wenn man so ähnliche Teilnehmerzahlen von Kriterien in Bayern oder vor allem Thüringen durchaus gewohnt ist. Auch in Mutterstadt waren es wieder irgendwas über 50 Fahrer, die am Start standen. Da ist richtig was los, sowohl auf der Strecke, als auch neben der Strecke. Der Zuspruch durch die Bevölkerung ist großartig. Vielleicht liegt es an der Nähe zu Frankreich, wo Radsport ja einen völlig anderen Stellenwert als in Deutschland hat. Aber wer weiß das schon? Es wäre einfach nur toll, wenn der Zuspruch bei der Bevölkerung häufiger so wäre wie bei diesen "wahnsinnigen" Rennen in der Pfalz. "Wahnsinnig", weil es einfach der Wahnsinn, was dort immer los ist. Viele Starter, viele Zuschauer, viele Prämien - wobei ich von letzterem in der Regel leider nix habe, versteht sich...
Am nächsten Tag war das Rennen schnell gelaufen, weil ein U19-Cowboy (ja, U19-Fahrer durften beim C-Rennen mitfahren, weil die offenbar ein Sonderstartrecht in der C-Klasse haben, wenn kein U19-Rennen ausgeschrieben ist - als ob in der C-Klasse nicht schon genuge Kurventerroristen am Start wären) schon in der 3. Runde eine Kurve mit einer Bowlingbahn verwechselt hatte und ein halbes Dutzend Fahrer abräumte, die dann die Kurve blockierten. So ein Trümmerfeld habe ich bei einem Kriterium eigentlich auch noch nicht gesehen. Wer nicht vor der Sturzlinie durchkam, musste hier fast anhalten und hatte dann gleich mal 10 Sekunden Rückstand aufs Feld, das, wie im Amateur-Radsport üblich, aufgrund des Sturzes natürlich gleich Vollgas gab, um die durch den Sturz abgehängten Fahrer gleich mal rauszufahren. Zwei Runden lang fuhr ich noch die gleiche Zeit wie das Hauptfeld, aber um wieder ranzukommen, hätte ich halt diese 10 Sekunden aufholen müssen. Die weiteren abgehängten Fahrer waren auch nicht wirklich eine Hilfe, weil einige nach dem Sturz gleich mal komplett overpacet hatten, nur um eine Runde später so einzubrechen, dass sie sich nicht mal mal an die sich bildende kleine Verfolgergruppe dranhängen zu können. Mit dem Feldende noch vor Augen, fuhr das Schlussfahrzeug aber schon an unserer Gruppe vorbei und nahm uns aus dem Rennen. Satz mit X.
Danach ging es wieder ins Training und das nächste Ziel war die oberfränkische Bergmeisterschaft. Die Form war auch gut, die Wattwerte auf einem Höchststand - und dann bekam ich am Nachmittag vor der Bergmeisterschaft Halsschmerzen. Ein paar Tage ging es mir dann richtig übel, ab Mittwoch wurde es besser. Die Hoffnung auf einen Start in Meiningen bestand. Am Tag vor Meiningen habe ich dann mal ein kleinen Belastungstest mit mehreren Sprints gemacht, aber mein Kreislauf machte diese kurzen Belastungen einfach noch nicht wieder mit. Somit musste ich beide für diese Saison letzten geplanten Lizenzstarts absagen. Krankheitsbedingt, also genau wie zu Saisonbeginn, als ich dann im Endeffekt auch erst am 1. Mai einsteigen konnte. So schließt sich aber wenigstens ein Teufelskreis. Gut, dass er geschlossen ist, somit kann ich mich jetzt schon auf eine viel bessere nächste Saison freuen. ;)
Den Riderman wollte ich trotzdem gerne noch als Saisonabschlussfahrt mitnehmen. Heute als Test ein paar AA-Intervalle gefahren. Der Kreislauf ist zwar wieder okay, aber ich merkte auch den Substanzverlust durch die gesundheitliche Zwangspause. In dem Zustand ist die Teilnahme an einem dreitägigen Etappenrennen eine ziemlich dämliche Idee. Insofern habe ich mit dem Riderman eigentlich schon wieder abgeschlossen, obwohl ich mir das wohl bis Donnerstag noch überlegen werde. Die Wahrscheinlichkeit, dass ich starte, ist aber sehr gering. Stattdessen will ich lieber wieder richtig zu Kräften kommen, um dann vielleicht nächste Woche mit meiner mittlerweile schon fast "traditionellen" CP-Testreihe zum Saisonende zu beginnen. Nach der CP-Testreihe dann wieder eine kleine Saisonpause und anschließend geht es doch tatsächlich schon wieder mit dem Grundlagentraining für die neue Saison los. Das war so früh nicht geplant, aber wenn das Saisonende krankheitsbedingt eben schon früher kommt, dann macht man doch aus einem Nachteil einfach einen Vorteil, indem man mit der Vorbereitung auf die neue Saison früher beginnt, um dementsprechend auch früher startklar für den Saisoneinstieg zu sein. Der könnte diesmal schon im März erfolgen, denn Ende März gibt es eines von vier Jubiläumsrennen der Herpersdorfer. Da will ich dann schon mitmischen, zumal ich Mitte April dann auch erstmals beim dreitägigen Etappenrennen der Masters irgendwo bei Cottbus startberechtigt bin. Also ich glaube zumindest, das ist irgendwo bei Cottbus?!? Bis Mitte April sehe ich mir das schon noch an, wo genau ich dann hinfahren muss. ;)
Dienstag, 21. August 2018
Startschuss für den Saison-Schlussspurt ... mit 3 s in Serie ;)
Es gibt diese Redewendung im Englischen: "to hit rock bottom" - wenn man so richtig am Ende ist, richtig am Boden. Letztes Jahr war ich das in Bellheim nach der Zielankunft beim Straßenrennen. Das hatte richtig geschlaucht. Dieses Jahr erreichte ich diesen Punkt schon direkt beim Verlassen von Bellheim hinter dem Kreisverkehr: Die Beine schwer, die Atmung sogar noch viel schwerer - was war da bloß los? So schwer war meine Atmung noch nie bei einem Rennen. Das sah also gleich zu Rennbeginn nicht so aus, als ob ich den Classico diesmal überstehen würde...
Doch erst mal stand ja tags zuvor wieder das Kriterium an. 3 Stunden später als im Vorjahr. Zusätzlich kam noch eine halbe Stunde Verzug hinzu, aber dadurch hatte ich wenigstens mal mehr als genug Warmup vor einem Rennen. ;) Die gefühlte Intensität war einen Tick höher als im Vorjahr, obwohl die Durchschnittsgeschwindigkeit auf dem gleichen Niveau war. Etwas höher zwar, aber im letzten Jahr ging der Schnitt am Ende vor allem durch den Regen noch etwas runter. 80 Starter bei einem Kriterium - und alles ohne Hokus Pokus. Das Konzept der Doppelveranstaltungen macht die Rennen in der Pfalz eben auch für überregionale Starter attraktiv, weshalb die Fahrer aus allen möglichen Ecken kommen. Genaugenommen ist es sogar so, dass viele der regionalen (!) Fahrer auf das Kriterium sogar verzichtet haben und nur am Sonntag beim Straßenrennen am Start waren (wo die Teilnehmerzahl vermutlich nochmal um 100 Fahrer höher ausfiel). Mit 80 Startern bei einem Kriterium kann es dann aber auch mal passieren, dass plötzlich eine Ausreißergruppe mit 13 Fahrern weg ist. Wenn man vorne dabei ist und mitspringen kann, ist das dann 'ne tolle Sache. Weiter hinten kann man auf so eine Attacke gar nicht reagieren und wird stattdessen einfach nur ein paar Runden später plötzlich von Fahrern mit Geschwindigkeitsüberschuss überholt. Da merkte man gleich, dass das die Ausreißer waren, die eben mit besagtem Geschwindigkeitsüberschuss von hinten in das Feld reingefahren sind und dann auch nicht unnötigerweise in die Eisen steigen wollten. War kein Ding, wie man überhaupt sagen musste, dass bei aller enger Fahrweise in den Kurven keine Cowboy-Aktionen dabei waren, sondern stets "Platz zum Überleben" gelassen wurde. Dadurch gab es dann auch keinen einzigen Sturz, was bei 80 Fahrern auf einem engen Kriteriumskurs sicherlich keine Selbstverständlichkeit ist. Ich selbst habe in einigen Runden auch in den Kurven überholt, um mich langsam im Feld vorzuarbeiten, aber selbst wenn das so gut wie eigentlich nie zuvor funktionierte, war ich am Ende wegen des großen Starterfeldes wohl trotzdem nur irgendwo um Platz 30 herum. Genauer sagen kann ich's leider nicht, denn trotz Zielkamera gab es keine richtige Ergebnisliste. :(
Alles in allem fühlte ich mich trotz der etwas höheren Intensität als im Vorjahr aber eigentlich noch ganz gut und waren für das Straßenrennen frohen Mutes. Beim Einrollen wollte ich nur die Beine lockern und kurbelte mit hoher Kadenz. Aber wie schon erwähnt: Gleich am Anfang hatte ich richtig dicke Probleme. Was noch hinzukam: Als es auf "die Felder" ging, gab es gleich mal einen Stau, weil sich wohl ein paar Fahrer berührten. Da schien jemand seine fahrerischen Fähigkeiten zu überschätzen oder hielt sich für schmaler als er eigentlich war, denn auf diesem engen Weg funktioniert das einfach nicht, wenn man versucht, sich neben drei Fahrern noch als vierter Fahrer vorbeizuquetschen. So breit ist der "Asphaltstreifen" einfach nicht, den wir da befahren müssen. In meinem schlechten Zustand war es dann auch gleich ein Alptraum, dieses erste Loch zufahren zu müssen, denn dummerweise hatte ich kein Hinterrad mehr vor mir. Die Intensität schien mir aber insgesamt niedriger als im Vorjahr, weshalb ich trotzdem wieder rankam, nur um kurz darauf durch den Acker pflügen zu müssen. Es gab einen Sturz mit mehreren Fahrern, die den Asphaltstreifen natürlich gleich komplett blockierten. Da ich im Acker zu stürzen drohte, habe ich dann doch lieber ausgeklickt (wer hätte auch gedacht, dass Rennräder nicht für die Fahrt durch einen Acker konzipiert sind? ^^). Danach gab es mehrere Löcher bis zum Ende des Hauptfeldes und ich musste abermals viel im Wind zudrücken. In meinem ohnehin schon schlechten Zustand war das einfach nur eine endlose Qual. Spaß machte das in diesem schlechten körperlichen Zustand natürlich überhaupt nicht. Als dann das Windkanten-Segment vor Westheim kam, riss weiter vorne erneut ein Loch, aber diesmal fanden sich andere Fahrer, die das Loch zudrückten. Aus eigener Kraft hätte ich das nicht geschafft, ich war einfach am Ende - und bei Verlassen von Westheim war ich das tatsächlich. Ich verpasste sogar den Moment, wo mein Vordermann den Anschluss ans Feld verlor, wodurch ich nicht rechtzeitig reagieren konnte. Tja, und schon war das Feld auf und davon. Von hinten kam minutenlang auch nix mehr, drum war das schnell vorbei. Kurz vor Start/Ziel kamen dann doch 3 Fahrer von hinten, aber ich war an diesem Tag einfach in einem viel zu schlechten körperlichen Zustand, um mit dieser kleinen Gruppe noch irgendwie wenigstens eine zweite Runde in Angriff zu nehmen. Das hatte so keinen Sinn, drum bin ich entkräftet im Kreisverkehr zu den Parkplätzen abgebogen...
3,5 Stunden weniger Regeneration als im Vorjahr - ob das diesen großen Unterschied erklären kann?!? Ich habe jedenfalls eine miese Regenerationsfähigkeit, würde ich sagen. Im letzten Jahr waren die Beine ja auch etwas schwerer, aber ich kam immerhin ohne ernsthafte Probleme mit dem Feld mit und konnte auch Löcher ohne Probleme selbst zudrücken. Das muss man erstmal sacken lassen. Rülzheim habe ich aufgrund dieser Erfahrungen auch sein lassen, aber nächste Woche geht es wieder für zwei Rennen in die Pfalz. Und warum auch nicht? Es gibt ja sowieso keine brauchbaren Alternativen. In der Pfalz zu fahren macht auch generell mehr Spaß, weil die Sache diese ist: In Bayern werden Radrennen häufig im Rahmen von Festen durchgeführt, in der Pfalz hingegen SIND die Radrennen die Feste! Da ist richtig was los, man hat eine tolle Athmosphäre - und auch das trägt einfach dazu bei, dass man gerne in der Pfalz fährt, selbst wenn am Ende nicht gewertet wird. Solange es aber dennoch Spaß macht, kann man darüber hinwegsehen. Für einen Hobbyfahrer ist der Spaßfaktor ja sowieso grundsätzlich wichtiger als das pure Ergebnis. ;)
Doch erst mal stand ja tags zuvor wieder das Kriterium an. 3 Stunden später als im Vorjahr. Zusätzlich kam noch eine halbe Stunde Verzug hinzu, aber dadurch hatte ich wenigstens mal mehr als genug Warmup vor einem Rennen. ;) Die gefühlte Intensität war einen Tick höher als im Vorjahr, obwohl die Durchschnittsgeschwindigkeit auf dem gleichen Niveau war. Etwas höher zwar, aber im letzten Jahr ging der Schnitt am Ende vor allem durch den Regen noch etwas runter. 80 Starter bei einem Kriterium - und alles ohne Hokus Pokus. Das Konzept der Doppelveranstaltungen macht die Rennen in der Pfalz eben auch für überregionale Starter attraktiv, weshalb die Fahrer aus allen möglichen Ecken kommen. Genaugenommen ist es sogar so, dass viele der regionalen (!) Fahrer auf das Kriterium sogar verzichtet haben und nur am Sonntag beim Straßenrennen am Start waren (wo die Teilnehmerzahl vermutlich nochmal um 100 Fahrer höher ausfiel). Mit 80 Startern bei einem Kriterium kann es dann aber auch mal passieren, dass plötzlich eine Ausreißergruppe mit 13 Fahrern weg ist. Wenn man vorne dabei ist und mitspringen kann, ist das dann 'ne tolle Sache. Weiter hinten kann man auf so eine Attacke gar nicht reagieren und wird stattdessen einfach nur ein paar Runden später plötzlich von Fahrern mit Geschwindigkeitsüberschuss überholt. Da merkte man gleich, dass das die Ausreißer waren, die eben mit besagtem Geschwindigkeitsüberschuss von hinten in das Feld reingefahren sind und dann auch nicht unnötigerweise in die Eisen steigen wollten. War kein Ding, wie man überhaupt sagen musste, dass bei aller enger Fahrweise in den Kurven keine Cowboy-Aktionen dabei waren, sondern stets "Platz zum Überleben" gelassen wurde. Dadurch gab es dann auch keinen einzigen Sturz, was bei 80 Fahrern auf einem engen Kriteriumskurs sicherlich keine Selbstverständlichkeit ist. Ich selbst habe in einigen Runden auch in den Kurven überholt, um mich langsam im Feld vorzuarbeiten, aber selbst wenn das so gut wie eigentlich nie zuvor funktionierte, war ich am Ende wegen des großen Starterfeldes wohl trotzdem nur irgendwo um Platz 30 herum. Genauer sagen kann ich's leider nicht, denn trotz Zielkamera gab es keine richtige Ergebnisliste. :(
Alles in allem fühlte ich mich trotz der etwas höheren Intensität als im Vorjahr aber eigentlich noch ganz gut und waren für das Straßenrennen frohen Mutes. Beim Einrollen wollte ich nur die Beine lockern und kurbelte mit hoher Kadenz. Aber wie schon erwähnt: Gleich am Anfang hatte ich richtig dicke Probleme. Was noch hinzukam: Als es auf "die Felder" ging, gab es gleich mal einen Stau, weil sich wohl ein paar Fahrer berührten. Da schien jemand seine fahrerischen Fähigkeiten zu überschätzen oder hielt sich für schmaler als er eigentlich war, denn auf diesem engen Weg funktioniert das einfach nicht, wenn man versucht, sich neben drei Fahrern noch als vierter Fahrer vorbeizuquetschen. So breit ist der "Asphaltstreifen" einfach nicht, den wir da befahren müssen. In meinem schlechten Zustand war es dann auch gleich ein Alptraum, dieses erste Loch zufahren zu müssen, denn dummerweise hatte ich kein Hinterrad mehr vor mir. Die Intensität schien mir aber insgesamt niedriger als im Vorjahr, weshalb ich trotzdem wieder rankam, nur um kurz darauf durch den Acker pflügen zu müssen. Es gab einen Sturz mit mehreren Fahrern, die den Asphaltstreifen natürlich gleich komplett blockierten. Da ich im Acker zu stürzen drohte, habe ich dann doch lieber ausgeklickt (wer hätte auch gedacht, dass Rennräder nicht für die Fahrt durch einen Acker konzipiert sind? ^^). Danach gab es mehrere Löcher bis zum Ende des Hauptfeldes und ich musste abermals viel im Wind zudrücken. In meinem ohnehin schon schlechten Zustand war das einfach nur eine endlose Qual. Spaß machte das in diesem schlechten körperlichen Zustand natürlich überhaupt nicht. Als dann das Windkanten-Segment vor Westheim kam, riss weiter vorne erneut ein Loch, aber diesmal fanden sich andere Fahrer, die das Loch zudrückten. Aus eigener Kraft hätte ich das nicht geschafft, ich war einfach am Ende - und bei Verlassen von Westheim war ich das tatsächlich. Ich verpasste sogar den Moment, wo mein Vordermann den Anschluss ans Feld verlor, wodurch ich nicht rechtzeitig reagieren konnte. Tja, und schon war das Feld auf und davon. Von hinten kam minutenlang auch nix mehr, drum war das schnell vorbei. Kurz vor Start/Ziel kamen dann doch 3 Fahrer von hinten, aber ich war an diesem Tag einfach in einem viel zu schlechten körperlichen Zustand, um mit dieser kleinen Gruppe noch irgendwie wenigstens eine zweite Runde in Angriff zu nehmen. Das hatte so keinen Sinn, drum bin ich entkräftet im Kreisverkehr zu den Parkplätzen abgebogen...
3,5 Stunden weniger Regeneration als im Vorjahr - ob das diesen großen Unterschied erklären kann?!? Ich habe jedenfalls eine miese Regenerationsfähigkeit, würde ich sagen. Im letzten Jahr waren die Beine ja auch etwas schwerer, aber ich kam immerhin ohne ernsthafte Probleme mit dem Feld mit und konnte auch Löcher ohne Probleme selbst zudrücken. Das muss man erstmal sacken lassen. Rülzheim habe ich aufgrund dieser Erfahrungen auch sein lassen, aber nächste Woche geht es wieder für zwei Rennen in die Pfalz. Und warum auch nicht? Es gibt ja sowieso keine brauchbaren Alternativen. In der Pfalz zu fahren macht auch generell mehr Spaß, weil die Sache diese ist: In Bayern werden Radrennen häufig im Rahmen von Festen durchgeführt, in der Pfalz hingegen SIND die Radrennen die Feste! Da ist richtig was los, man hat eine tolle Athmosphäre - und auch das trägt einfach dazu bei, dass man gerne in der Pfalz fährt, selbst wenn am Ende nicht gewertet wird. Solange es aber dennoch Spaß macht, kann man darüber hinwegsehen. Für einen Hobbyfahrer ist der Spaßfaktor ja sowieso grundsätzlich wichtiger als das pure Ergebnis. ;)
Montag, 6. August 2018
Wasserstandsmeldung Anfang August
Die Dienstagabendserie in Kulmbach ging letzten Dienstag zuende - und das ist auch gut so. Rückblickend war meine intensive Teilnahme dort eher kontraproduktiv, weil das jede Woche eine Entwicklungseinheit weniger bedeutet hat. Unterm Strich konnte ich mein Schnellkraft- bzw. Antrittsproblem von Anfang Juli in Strullendorf im Laufe des letzten Monats beheben, aber woran ich fast gar nicht arbeiten konnte, war die anaerobe Kapazität - und die war bei den letzten beiden offiziellen Rennen in Regensburg und Bamberg der Knackpunkt für mich. Alles keine neue Erkenntnis, ich hatte mir für diese Saison eigentlich die Trainingsarbeit im anaeroben Bereich als Schwerpunkt vorgenommen - aber jetzt fiel mir eben auf, dass ich mich von viel zu vielen Dingen (im wesentlichen von viel zu vielen Rennteilnahmen) davon abbringen ließ. Hmpf...
Das Ende der Dienstagabendserie ist aber auch aus einem anderen Grund noch gut gewesen - denn dieses Jahr war das dort ungewöhnlich viel Wild-West. In den vergangenen Jahren gefiel es mir ganz gut, dass dort trotz all des Wettkampfeifers eine gewisse Grundordnung herrschte. Das hat die Dienstagabendserien relativ sicher gemacht. Dieses Jahr war das leider anders, es gab viele Stürze - und noch zusätzlich weitere heikle Situationen, wo es zu Kontakten kam und ein gutes Reaktionsvermögen gefragt war. Und dann immer dieses Verlassen von Fahrlinien in den Wertungsrunden zwischen der vorletzten und letzten Kurve, wo einem mehr als nur ein Mal auf der Ideallinie komplett die Tür zugemacht wurde, als man mit dem Vorderrad schon zu weit vorn war, um noch ausweichen zu können. Bei den Profis wird dann schnell von einem illegalen Sprint gesprochen und Fahrer werden distanziert, im Amateur-Radsport aber gibt es weder Regeln noch Anstand - zumindest habe ich in speziell den letzten beiden Wochen mal wieder ganz stark diesen Eindruck gewonnen.
In Regensburg war es eigentlich okay. Da sind die Fahrer generell auf ihren Linien geblieben. Das führte zwar auch zu Löchern, die ich aufgrund meiner mangelhaften anaeroben Kapazität nicht mehr zudrücken konnte, aber wenigstens wurde es nicht gefährlich, weil ein platzender, deutlich langsamerer Fahrer plötzlich rücksichtslos die Fahrlinie wechselte und einem fast das Vorderrad rasierte. Dennoch gab es auch in Regensburg viel Chaos durch viele Stürze, deren Ursache aber wohl in den meisten Fällen bei den gestürzten Fahrern zu finden waren. Wie gesagt: Generall war das Fahrverhalten dort okay, da waren keine "Schlangenbeschwörer" unterwegs. In Bamberg hat mich das aber das Rennen gekostet. Kurve auf der Innenbahn angefahren, viel zu stark gebremst, aber trotzdem beim Rausbeschleunigen von der Innen- auf die Außenbahn gewechselt, auf der ich nur noch in die Eisen steigen konnte. Wenn das dann durch einen Fahrer passierte, wegen dem man ein paar Runden zuvor schon alleine ein Loch zum Feld zudrücken musste und dieser Fahrer sich dann trotzdem kurz vorm Einlenken in die Zielkurve wieder an einem vorbeidrängelt, dann ist das einfach als eine rücksichtslose Fahrweise zu bezeichnen. Vielen Dank dafür! Wenn man nicht schnell genug durch Kurven fahren kann, dann sollte man halt vielleicht mal hinter den Leuten bleiben, die die Geschwindigkeit durch die Kurve hindurch halten können. Anschauungsunterricht nennt sich so etwas. Aber wenn man vielleicht gar nicht weiß, wie unglaublich scheiße man durch Kurven fährt, weiß man wohl auch nicht, dass man sich verbessern und sich von anderen Fahrern was abschauen muss.
Naja, jedenfalls habe ich aktuell zwei Probleme, die mich beschäftigen: Meine schlechte anaerobe Kapazität und das Problem, dass ich in letzter Zeit des öfteren in rennentscheidenen Situationen von Fahrer ausgebremst wurde und aufgrund der gewohnt engen Fahrbahnen bei Kriterien keine Reaktionsmöglichkeiten hatte - außer Bremsen und das Feld davonziehen zu lassen. :( Am ersten Problem kann ich selbst arbeiten, aber das dauert normalerweise wieder ein paar Wochen. Das andere Problem versuche ich mal durch einen Regionswechsel zu beheben: Keine Kriterien mehr in Bayern, sondern stattdessen die beliebten "Pfalz-Wochenenden". Mal sehen, wie das Fahrverhalten dort in diesem Jahr so ist. Abwechslung tut in jedem Fall gut, so oder so. Schade, dass es wohl auch dort weiterhin keine richtigen Ergebnisse geben wird, aber das sehe ich dort dann schon. Jedes Jahr hoffe ich zumindest aufs neue, dass mehr Veranstalter in der Gegenwart ankommen und eine Zielkamera aufstellen. Das ist nicht nur eine große Hilfe, das kommt natürlich auch bei den Fahrern gut an. Eine Win-Win-Situation. Richtige Ergebnislisten, große Teilnehmerzahlen - alles nur durch den simplen Einsatz einer Zielkamera, deren Aufnahmen man bequem am Laptop auswerten kann. Das ist kinderleicht - ganz im Gegensatz zum Wechseln eines Hinterrads oder gar zum Wechseln eines Schlauchs! Das sind schwierige, zeitaufwendige Vorgänge, die am Ende trotzdem nicht ganz richtig klappen, weshalb man für so etwas besser einen Fachmann bezahlt. Aber Ergebniserstellung per Zielkamera? Das ist doch voll einfach...
... und ja, jetzt schreien alle handwerklich begabten Leute auf, dass das Wechseln eines Schlauchs voll einfach wäre, aber sie sich mit "so einem Computer" nicht auskennen. "Leicht" und "Schwierig" ist eben für jede Person unterschiedlich, je nach dem, was man eben gut kann und was einem eher nicht liegt. Wenn sich jemand mit einer Zielkamera nicht auskennt und das nur deswegen ablehnt, dann ist das sehr kurzsichtig. Als Chef-Organisator geht es ja nicht zuletzt auch darum, dass man die Aufgaben, die man selbst nicht erledigen kann, an die richtigen Leute delegiert. Niemand sagt, dass der Chef eines Rennens alles alleine erledigen können muss...
Das Ende der Dienstagabendserie ist aber auch aus einem anderen Grund noch gut gewesen - denn dieses Jahr war das dort ungewöhnlich viel Wild-West. In den vergangenen Jahren gefiel es mir ganz gut, dass dort trotz all des Wettkampfeifers eine gewisse Grundordnung herrschte. Das hat die Dienstagabendserien relativ sicher gemacht. Dieses Jahr war das leider anders, es gab viele Stürze - und noch zusätzlich weitere heikle Situationen, wo es zu Kontakten kam und ein gutes Reaktionsvermögen gefragt war. Und dann immer dieses Verlassen von Fahrlinien in den Wertungsrunden zwischen der vorletzten und letzten Kurve, wo einem mehr als nur ein Mal auf der Ideallinie komplett die Tür zugemacht wurde, als man mit dem Vorderrad schon zu weit vorn war, um noch ausweichen zu können. Bei den Profis wird dann schnell von einem illegalen Sprint gesprochen und Fahrer werden distanziert, im Amateur-Radsport aber gibt es weder Regeln noch Anstand - zumindest habe ich in speziell den letzten beiden Wochen mal wieder ganz stark diesen Eindruck gewonnen.
In Regensburg war es eigentlich okay. Da sind die Fahrer generell auf ihren Linien geblieben. Das führte zwar auch zu Löchern, die ich aufgrund meiner mangelhaften anaeroben Kapazität nicht mehr zudrücken konnte, aber wenigstens wurde es nicht gefährlich, weil ein platzender, deutlich langsamerer Fahrer plötzlich rücksichtslos die Fahrlinie wechselte und einem fast das Vorderrad rasierte. Dennoch gab es auch in Regensburg viel Chaos durch viele Stürze, deren Ursache aber wohl in den meisten Fällen bei den gestürzten Fahrern zu finden waren. Wie gesagt: Generall war das Fahrverhalten dort okay, da waren keine "Schlangenbeschwörer" unterwegs. In Bamberg hat mich das aber das Rennen gekostet. Kurve auf der Innenbahn angefahren, viel zu stark gebremst, aber trotzdem beim Rausbeschleunigen von der Innen- auf die Außenbahn gewechselt, auf der ich nur noch in die Eisen steigen konnte. Wenn das dann durch einen Fahrer passierte, wegen dem man ein paar Runden zuvor schon alleine ein Loch zum Feld zudrücken musste und dieser Fahrer sich dann trotzdem kurz vorm Einlenken in die Zielkurve wieder an einem vorbeidrängelt, dann ist das einfach als eine rücksichtslose Fahrweise zu bezeichnen. Vielen Dank dafür! Wenn man nicht schnell genug durch Kurven fahren kann, dann sollte man halt vielleicht mal hinter den Leuten bleiben, die die Geschwindigkeit durch die Kurve hindurch halten können. Anschauungsunterricht nennt sich so etwas. Aber wenn man vielleicht gar nicht weiß, wie unglaublich scheiße man durch Kurven fährt, weiß man wohl auch nicht, dass man sich verbessern und sich von anderen Fahrern was abschauen muss.
Naja, jedenfalls habe ich aktuell zwei Probleme, die mich beschäftigen: Meine schlechte anaerobe Kapazität und das Problem, dass ich in letzter Zeit des öfteren in rennentscheidenen Situationen von Fahrer ausgebremst wurde und aufgrund der gewohnt engen Fahrbahnen bei Kriterien keine Reaktionsmöglichkeiten hatte - außer Bremsen und das Feld davonziehen zu lassen. :( Am ersten Problem kann ich selbst arbeiten, aber das dauert normalerweise wieder ein paar Wochen. Das andere Problem versuche ich mal durch einen Regionswechsel zu beheben: Keine Kriterien mehr in Bayern, sondern stattdessen die beliebten "Pfalz-Wochenenden". Mal sehen, wie das Fahrverhalten dort in diesem Jahr so ist. Abwechslung tut in jedem Fall gut, so oder so. Schade, dass es wohl auch dort weiterhin keine richtigen Ergebnisse geben wird, aber das sehe ich dort dann schon. Jedes Jahr hoffe ich zumindest aufs neue, dass mehr Veranstalter in der Gegenwart ankommen und eine Zielkamera aufstellen. Das ist nicht nur eine große Hilfe, das kommt natürlich auch bei den Fahrern gut an. Eine Win-Win-Situation. Richtige Ergebnislisten, große Teilnehmerzahlen - alles nur durch den simplen Einsatz einer Zielkamera, deren Aufnahmen man bequem am Laptop auswerten kann. Das ist kinderleicht - ganz im Gegensatz zum Wechseln eines Hinterrads oder gar zum Wechseln eines Schlauchs! Das sind schwierige, zeitaufwendige Vorgänge, die am Ende trotzdem nicht ganz richtig klappen, weshalb man für so etwas besser einen Fachmann bezahlt. Aber Ergebniserstellung per Zielkamera? Das ist doch voll einfach...
... und ja, jetzt schreien alle handwerklich begabten Leute auf, dass das Wechseln eines Schlauchs voll einfach wäre, aber sie sich mit "so einem Computer" nicht auskennen. "Leicht" und "Schwierig" ist eben für jede Person unterschiedlich, je nach dem, was man eben gut kann und was einem eher nicht liegt. Wenn sich jemand mit einer Zielkamera nicht auskennt und das nur deswegen ablehnt, dann ist das sehr kurzsichtig. Als Chef-Organisator geht es ja nicht zuletzt auch darum, dass man die Aufgaben, die man selbst nicht erledigen kann, an die richtigen Leute delegiert. Niemand sagt, dass der Chef eines Rennens alles alleine erledigen können muss...
Abonnieren
Posts (Atom)