Disclaimer - wenn man so will

In meinem Sport-Blog schreibe ich über meine Sporterlebnisse teilweise ernsthaft, teilweise aber auch mit überspitztem Humor - den Unterschied sollte man erkennen, wenn man mich persönlich kennt ;) Generell gilt: Wer die Dinge, die ich hier schreibe, zu ernst nimmt, ist selbst schuld ;)

Team 2019

Team 2019

2019 fahre ich Lizenzrennen für RMV Concordia Strullendorf 1920 e.V. und ausgewählte Jedermannrennen

Dienstag, 21. August 2018

Startschuss für den Saison-Schlussspurt ... mit 3 s in Serie ;)

Es gibt diese Redewendung im Englischen: "to hit rock bottom" - wenn man so richtig am Ende ist, richtig am Boden. Letztes Jahr war ich das in Bellheim nach der Zielankunft beim Straßenrennen. Das hatte richtig geschlaucht. Dieses Jahr erreichte ich diesen Punkt schon direkt beim Verlassen von Bellheim hinter dem Kreisverkehr: Die Beine schwer, die Atmung sogar noch viel schwerer - was war da bloß los? So schwer war meine Atmung noch nie bei einem Rennen. Das sah also gleich zu Rennbeginn nicht so aus, als ob ich den Classico diesmal überstehen würde...

Doch erst mal stand ja tags zuvor wieder das Kriterium an. 3 Stunden später als im Vorjahr. Zusätzlich kam noch eine halbe Stunde Verzug hinzu, aber dadurch hatte ich wenigstens mal mehr als genug Warmup vor einem Rennen. ;) Die gefühlte Intensität war einen Tick höher als im Vorjahr, obwohl die Durchschnittsgeschwindigkeit auf dem gleichen Niveau war. Etwas höher zwar, aber im letzten Jahr ging der Schnitt am Ende vor allem durch den Regen noch etwas runter. 80 Starter bei einem Kriterium - und alles ohne Hokus Pokus. Das Konzept der Doppelveranstaltungen macht die Rennen in der Pfalz eben auch für überregionale Starter attraktiv, weshalb die Fahrer aus allen möglichen Ecken kommen. Genaugenommen ist es sogar so, dass viele der regionalen (!) Fahrer auf das Kriterium sogar verzichtet haben und nur am Sonntag beim Straßenrennen am Start waren (wo die Teilnehmerzahl vermutlich nochmal um 100 Fahrer höher ausfiel). Mit 80 Startern bei einem Kriterium kann es dann aber auch mal passieren, dass plötzlich eine Ausreißergruppe mit 13 Fahrern weg ist. Wenn man vorne dabei ist und mitspringen kann, ist das dann 'ne tolle Sache. Weiter hinten kann man auf so eine Attacke gar nicht reagieren und wird stattdessen einfach nur ein paar Runden später plötzlich von Fahrern mit Geschwindigkeitsüberschuss überholt. Da merkte man gleich, dass das die Ausreißer waren, die eben mit besagtem Geschwindigkeitsüberschuss von hinten in das Feld reingefahren sind und dann auch nicht unnötigerweise in die Eisen steigen wollten. War kein Ding, wie man überhaupt sagen musste, dass bei aller enger Fahrweise in den Kurven keine Cowboy-Aktionen dabei waren, sondern stets "Platz zum Überleben" gelassen wurde. Dadurch gab es dann auch keinen einzigen Sturz, was bei 80 Fahrern auf einem engen Kriteriumskurs sicherlich keine Selbstverständlichkeit ist. Ich selbst habe in einigen Runden auch in den Kurven überholt, um mich langsam im Feld vorzuarbeiten, aber selbst wenn das so gut wie eigentlich nie zuvor funktionierte, war ich am Ende wegen des großen Starterfeldes wohl trotzdem nur irgendwo um Platz 30 herum. Genauer sagen kann ich's leider nicht, denn trotz Zielkamera gab es keine richtige Ergebnisliste. :(

Alles in allem fühlte ich mich trotz der etwas höheren Intensität als im Vorjahr aber eigentlich noch ganz gut und waren für das Straßenrennen frohen Mutes. Beim Einrollen wollte ich nur die Beine lockern und kurbelte mit hoher Kadenz. Aber wie schon erwähnt: Gleich am Anfang hatte ich richtig dicke Probleme. Was noch hinzukam: Als es auf "die Felder" ging, gab es gleich mal einen Stau, weil sich wohl ein paar Fahrer berührten. Da schien jemand seine fahrerischen Fähigkeiten zu überschätzen oder hielt sich für schmaler als er eigentlich war, denn auf diesem engen Weg funktioniert das einfach nicht, wenn man versucht, sich neben drei Fahrern noch als vierter Fahrer vorbeizuquetschen. So breit ist der "Asphaltstreifen" einfach nicht, den wir da befahren müssen. In meinem schlechten Zustand war es dann auch gleich ein Alptraum, dieses erste Loch zufahren zu müssen, denn dummerweise hatte ich kein Hinterrad mehr vor mir. Die Intensität schien mir aber insgesamt niedriger als im Vorjahr, weshalb ich trotzdem wieder rankam, nur um kurz darauf durch den Acker pflügen zu müssen. Es gab einen Sturz mit mehreren Fahrern, die den Asphaltstreifen natürlich gleich komplett blockierten. Da ich im Acker zu stürzen drohte, habe ich dann doch lieber ausgeklickt (wer hätte auch gedacht, dass Rennräder nicht für die Fahrt durch einen Acker konzipiert sind? ^^). Danach gab es mehrere Löcher bis zum Ende des Hauptfeldes und ich musste abermals viel im Wind zudrücken. In meinem ohnehin schon schlechten Zustand war das einfach nur eine endlose Qual. Spaß machte das in diesem schlechten körperlichen Zustand natürlich überhaupt nicht. Als dann das Windkanten-Segment vor Westheim kam, riss weiter vorne erneut ein Loch, aber diesmal fanden sich andere Fahrer, die das Loch zudrückten. Aus eigener Kraft hätte ich das nicht geschafft, ich war einfach am Ende - und bei Verlassen von Westheim war ich das tatsächlich. Ich verpasste sogar den Moment, wo mein Vordermann den Anschluss ans Feld verlor, wodurch ich nicht rechtzeitig reagieren konnte. Tja, und schon war das Feld auf und davon. Von hinten kam minutenlang auch nix mehr, drum war das schnell vorbei. Kurz vor Start/Ziel kamen dann doch 3 Fahrer von hinten, aber ich war an diesem Tag einfach in einem viel zu schlechten körperlichen Zustand, um mit dieser kleinen Gruppe noch irgendwie wenigstens eine zweite Runde in Angriff zu nehmen. Das hatte so keinen Sinn, drum bin ich entkräftet im Kreisverkehr zu den Parkplätzen abgebogen...

3,5 Stunden weniger Regeneration als im Vorjahr - ob das diesen großen Unterschied erklären kann?!? Ich habe jedenfalls eine miese Regenerationsfähigkeit, würde ich sagen. Im letzten Jahr waren die Beine ja auch etwas schwerer, aber ich kam immerhin ohne ernsthafte Probleme mit dem Feld mit und konnte auch Löcher ohne Probleme selbst zudrücken. Das muss man erstmal sacken lassen. Rülzheim habe ich aufgrund dieser Erfahrungen auch sein lassen, aber nächste Woche geht es wieder für zwei Rennen in die Pfalz. Und warum auch nicht? Es gibt ja sowieso keine brauchbaren Alternativen. In der Pfalz zu fahren macht auch generell mehr Spaß, weil die Sache diese ist: In Bayern werden Radrennen häufig im Rahmen von Festen durchgeführt, in der Pfalz hingegen SIND die Radrennen die Feste! Da ist richtig was los, man hat eine tolle Athmosphäre - und auch das trägt einfach dazu bei, dass man gerne in der Pfalz fährt, selbst wenn am Ende nicht gewertet wird. Solange es aber dennoch Spaß macht, kann man darüber hinwegsehen. Für einen Hobbyfahrer ist der Spaßfaktor ja sowieso grundsätzlich wichtiger als das pure Ergebnis. ;)

Montag, 6. August 2018

Wasserstandsmeldung Anfang August

Die Dienstagabendserie in Kulmbach ging letzten Dienstag zuende - und das ist auch gut so. Rückblickend war meine intensive Teilnahme dort eher kontraproduktiv, weil das jede Woche eine Entwicklungseinheit weniger bedeutet hat. Unterm Strich konnte ich mein Schnellkraft- bzw. Antrittsproblem von Anfang Juli in Strullendorf im Laufe des letzten Monats beheben, aber woran ich fast gar nicht arbeiten konnte, war die anaerobe Kapazität - und die war bei den letzten beiden offiziellen Rennen in Regensburg und Bamberg der Knackpunkt für mich. Alles keine neue Erkenntnis, ich hatte mir für diese Saison eigentlich die Trainingsarbeit im anaeroben Bereich als Schwerpunkt vorgenommen - aber jetzt fiel mir eben auf, dass ich mich von viel zu vielen Dingen (im wesentlichen von viel zu vielen Rennteilnahmen) davon abbringen ließ. Hmpf...

Das Ende der Dienstagabendserie ist aber auch aus einem anderen Grund noch gut gewesen - denn dieses Jahr war das dort ungewöhnlich viel Wild-West. In den vergangenen Jahren gefiel es mir ganz gut, dass dort trotz all des Wettkampfeifers eine gewisse Grundordnung herrschte. Das hat die Dienstagabendserien relativ sicher gemacht. Dieses Jahr war das leider anders, es gab viele Stürze - und noch zusätzlich weitere heikle Situationen, wo es zu Kontakten kam und ein gutes Reaktionsvermögen gefragt war. Und dann immer dieses Verlassen von Fahrlinien in den Wertungsrunden zwischen der vorletzten und letzten Kurve, wo einem mehr als nur ein Mal auf der Ideallinie komplett die Tür zugemacht wurde, als man mit dem Vorderrad schon zu weit vorn war, um noch ausweichen zu können. Bei den Profis wird dann schnell von einem illegalen Sprint gesprochen und Fahrer werden distanziert, im Amateur-Radsport aber gibt es weder Regeln noch Anstand - zumindest habe ich in speziell den letzten beiden Wochen mal wieder ganz stark diesen Eindruck gewonnen.

In Regensburg war es eigentlich okay. Da sind die Fahrer generell auf ihren Linien geblieben. Das führte zwar auch zu Löchern, die ich aufgrund meiner mangelhaften anaeroben Kapazität nicht mehr zudrücken konnte, aber wenigstens wurde es nicht gefährlich, weil ein platzender, deutlich langsamerer Fahrer plötzlich rücksichtslos die Fahrlinie wechselte und einem fast das Vorderrad rasierte. Dennoch gab es auch in Regensburg viel Chaos durch viele Stürze, deren Ursache aber wohl in den meisten Fällen bei den gestürzten Fahrern zu finden waren. Wie gesagt: Generall war das Fahrverhalten dort okay, da waren keine "Schlangenbeschwörer" unterwegs. In Bamberg hat mich das aber das Rennen gekostet. Kurve auf der Innenbahn angefahren, viel zu stark gebremst, aber trotzdem beim Rausbeschleunigen von der Innen- auf die Außenbahn gewechselt, auf der ich nur noch in die Eisen steigen konnte. Wenn das dann durch einen Fahrer passierte, wegen dem man ein paar Runden zuvor schon alleine ein Loch zum Feld zudrücken musste und dieser Fahrer sich dann trotzdem kurz vorm Einlenken in die Zielkurve wieder an einem vorbeidrängelt, dann ist das einfach als eine rücksichtslose Fahrweise zu bezeichnen. Vielen Dank dafür! Wenn man nicht schnell genug durch Kurven fahren kann, dann sollte man halt vielleicht mal hinter den Leuten bleiben, die die Geschwindigkeit durch die Kurve hindurch halten können. Anschauungsunterricht nennt sich so etwas. Aber wenn man vielleicht gar nicht weiß, wie unglaublich scheiße man durch Kurven fährt, weiß man wohl auch nicht, dass man sich verbessern und sich von anderen Fahrern was abschauen muss.

Naja, jedenfalls habe ich aktuell zwei Probleme, die mich beschäftigen: Meine schlechte anaerobe Kapazität und das Problem, dass ich in letzter Zeit des öfteren in rennentscheidenen Situationen von Fahrer ausgebremst wurde und aufgrund der gewohnt engen Fahrbahnen bei Kriterien keine Reaktionsmöglichkeiten hatte - außer Bremsen und das Feld davonziehen zu lassen. :( Am ersten Problem kann ich selbst arbeiten, aber das dauert normalerweise wieder ein paar Wochen. Das andere Problem versuche ich mal durch einen Regionswechsel zu beheben: Keine Kriterien mehr in Bayern, sondern stattdessen die beliebten "Pfalz-Wochenenden". Mal sehen, wie das Fahrverhalten dort in diesem Jahr so ist. Abwechslung tut in jedem Fall gut, so oder so. Schade, dass es wohl auch dort weiterhin keine richtigen Ergebnisse geben wird, aber das sehe ich dort dann schon. Jedes Jahr hoffe ich zumindest aufs neue, dass mehr Veranstalter in der Gegenwart ankommen und eine Zielkamera aufstellen. Das ist nicht nur eine große Hilfe, das kommt natürlich auch bei den Fahrern gut an. Eine Win-Win-Situation. Richtige Ergebnislisten, große Teilnehmerzahlen - alles nur durch den simplen Einsatz einer Zielkamera, deren Aufnahmen man bequem am Laptop auswerten kann. Das ist kinderleicht - ganz im Gegensatz zum Wechseln eines Hinterrads oder gar zum Wechseln eines Schlauchs! Das sind schwierige, zeitaufwendige Vorgänge, die am Ende trotzdem nicht ganz richtig klappen, weshalb man für so etwas besser einen Fachmann bezahlt. Aber Ergebniserstellung per Zielkamera? Das ist doch voll einfach...

... und ja, jetzt schreien alle handwerklich begabten Leute auf, dass das Wechseln eines Schlauchs voll einfach wäre, aber sie sich mit "so einem Computer" nicht auskennen. "Leicht" und "Schwierig" ist eben für jede Person unterschiedlich, je nach dem, was man eben gut kann und was einem eher nicht liegt. Wenn sich jemand mit einer Zielkamera nicht auskennt und das nur deswegen ablehnt, dann ist das sehr kurzsichtig. Als Chef-Organisator geht es ja nicht zuletzt auch darum, dass man die Aufgaben, die man selbst nicht erledigen kann, an die richtigen Leute delegiert. Niemand sagt, dass der Chef eines Rennens alles alleine erledigen können muss...

Donnerstag, 5. Juli 2018

Überarbeitung des Rennkalenders

Ich habe mir mal angesehen, wie viele Rennen ich in der Vorsaison zum jetzigen Zeitpunkt schon gefahren bin: weniger als diese Saison! Dabei bin ich trainingstechnisch ja sogar einen Monat hinten dran. Das hat mir dann auch mal wieder so richtig die Augen geöffnet. Ich hatte zwar sowieso schon die Erkenntnis, dass mir einige Trainingsinhalte noch fehlen würden, aber jetzt habe ich auch die absolute Gewissheit, dass ich mich aufs das Nachholen der entsprechenden Trainingsinhalte konzentrieren muss. Insofern wird Strullendorf das einzige offizielle Rennen im Juli bleiben, ich steige erst wieder in Bamberg ins offizielle Renngeschehen ein...

Eine weitere Anpassung meines Rennkalenders wird am 16.9. notwendig sein, denn mir fiel leider auf, dass das neue geplante Straßenrennen bei München abgesagt wurde. Wirklich überraschend ist das aber natürlich nicht, denn in den letzten Jahren hat sich die Münchner Gegend ja sowieso schon mehr durch Rennabsagen als durch Rennen ausgezeichnet. Ich vermisse sogar die Kriteriumskurse in Grünwald und Vaterstetten, denn die haben mir irgendwie richtig gut getaugt. Schöne Highspeed-Kurse für Roller. Und es ist ja selten genug, dass ich Kriteriumskurse vermisse. Für den 16.9. mangelte es aber sowieso nicht an Wettkampfterminen, drum rückt jetzt einfach das Kriterium in Meiningen an erste Stelle für diesen Tag. War ja letztes Jahr schon etwas, das mir trotz der Teerblase bei Start und Ziel und trotz meines schweren Karussellbocks ganz gut gelegen ist.

Aber echt ... Grünwald und Vaterstetten würde ich echt tierisch gerne mal wieder fahren...

Dienstag, 3. Juli 2018

Der Juni ist vorbei

Nicht viel Zeit ... aber im Juni lief es eigentlich ganz okay. Es kamen auch endlich Infos zur neuen Klasseneinteilung, aber ob die wirklich vollständig sind, wage ich zu bezweifeln. So, wie sich das in der Info-PDF nämlich liest, könnten die berüchtigten "Aufstiegsverweigerer" ab 1.8. bei allen "unterklassigen" Rennen Vollgas geben und müssten nicht mehr bremsen, um einen Aufstieg zu verhindern, weil man nach dem 31.7. angeblich nicht mehr aufsteigen kann. Das wird ja wohl kaum die volle Wahrheit sein. Stattdessen vermute ich mal, dass auch die Rangliste zu Saisonende zur Einteilung der folgenden Saison verwendet wird. Denn auch zu Beginn der neuen Saison 2019 müsste man ja eigentlich die Rangliste zu Saisonende 2018 verwenden, um die neuen Leistungsklassen im Herrenbereich einzuteilen - andernfalls würden ja bis in den Mai hinein erstmal alle Fahrer nur auf dem Status der ehemaligen C-Klasse sein, mit Ausnahme der U19-Fahrer, die gerade in die U23 aufgestiegen sein werden. Das wäre einfach alles zu unsinnig, da hat man in der Info-PDF bestimmt nur ein paar Dinge "vergessen" zu erwähnen, weil man die als selbstverständlich vorraussetzt.

Alles in allem wird mich diese Klassenreform sowieso nicht weiter betreffen. Zum einen ist davon auszugehen, dass viele Veranstalter weiterhin "Lizenz-Jedermann"-Rennen im Herrenbereich durchführen werden, also wo alle zwei (bisher drei) Leistungsklassen einfach in einen Topf geworfen werden. Zum anderen darf ich ab nächster Saison Senioren 2 fahren, wo es sowieso keine unterschiedlichen Leistungsklassen gibt. Das gilt ja nur für den Start bei "Elite"-Rennen. Und die scheinen mir dieses Jahr deutlich mehr Qualität als im Vorjahr zu haben. Die Durchschnittsgeschwindigkeiten sind tendenziell höher und am Sonntag in Strullendorf musste ich vor allem feststellen, dass die Qualität der Antritte auch höher ist. Letztes Jahr kam ich da gerade noch so mit, wenn die Leute immer wie Büffel angetreten haben, dieses Jahr fehlt es mir da einfach an der notwendigen Qualität. Insofern liegt der Trainingsschwerpunkt im Juni ausnahmsweise mal auf Kriteriumstraining - und nein, damit meine ich nicht Kulmbach, denn dort entspricht die Fahrweise ja eher Straßenrennen. Da wird viel gerollt und nur wenig angetreten. Bei offiziellen Kriterien ist das genau andersrum. Das sind Antrittsmassaker. Spaß macht das so oder so nicht, aber da es nunmal an Alternativen zu solchen Antrittsmassakern mangelt, muss ich mich dieser Aufgabenstellung eben mal annehmen und mich versuchen anzupassen. Hmm ... vielleicht fahre ich dann auch in Kulmbach mal wieder etwas mehr wie bei Lizenzkriterien und trete ständig an statt einfach nur ständig effizient mitzurollen. ;)

Im August wird dann aber wieder auf Klettertraining umgestellt, weil ich Kriterien generell nur für August geplant habe - und das Training muss man immer schon in den Wochen vorher anpassen. Im September wird dann nämlich wieder geklettert, u.a. beim Riderman. Und ja, ich weiß ... jeder, der beim Riderman schon mitgefahren ist und jetzt hier mitgelesen hat, der hat jetzt gleich wieder ein Funkeln in den Augen und träumt von den Pässen im Schwarzwald. ;)

Samstag, 2. Juni 2018

Der Mai ist vorbei

Da habe ich mal wieder länger nicht gemeldet, drum ein Blick zurück auf den gesamten Mai...

Bei der BM EZF in Weiden hatte ich wenig Druck auf dem Pedal und die Beine waren noch etwas müde. Durch den Trainingsrückstand und den damit verbundenen Fokus aufs Training war das nicht weiter verwunderlich, was dann auch den Rennverlauf bei der BM Straße in Attenzell schon vorher erahnen ließ. Ich war in der ersten Runde generell um ein möglichst effizientes Mitrollen im Feld bemüht und wollte kurz vor Böhmfeld nach vorne kommen, weil das einfach eine Stelle ist, wo man nicht hinten sein sollte. Kurz zuvor hatte ich dann eine kurze Abfahrt am Ende des Feldes falsch bewertet: Es schien, als ob das Feld bummeln würde, weshalb ich etwas mehr Abstand ließ, um trinken zu können. Ich hatte den Eindruck, dass ich andernfalls einhändig aufs Feldende auffahren würde, was entsprechend heikel gewesen wäre. Irgendwie schätzte ich das Tempo im Feld aber falsch ein, denn stattdessen zog sich das Feld in die Länge und nahm mächtig Fahrt auf. Ich hatte mich also wegen einem Schluck aus der Trinkflasche unnötigerweise selbst in den Wind gestellt! Es war dann ganz schön schwierig, wieder ranzukommen. Das war erst kurz vor der Abzweigung in Böhmfeld der Fall, wo ich eigentlich schon vorne sein wollte, weil sich das Feld dort beim C-Rennen 2015 ziemlich dämlich angestellt hatte. Und was soll man sagen? Auch diesmal lagen sie dort wieder auf der Straße. Ich musste über den Gehweg ausweichen, wobei ich natürlich auch vorsichtig sein musste, um mich nicht an einer Bordsteinkante aufzuhängen oder mir einen Platten einzufangen. Als ich wieder auf der Straße war, ging die Perlenkette schon ab. Kennt man ja auch aus dem Amateurradsport: Sturz im Feld = Tempoverschärfung. Kam in der Rampe dann zwar wieder ran, aber war dann über die Kuppe hinweg schon zu entkräftet...

In der zweiten Runde wurde ich von den Senioren 2 aufgerollt, was im Hinblick auf nächstes Jahr interessant war. Ich konte schon mal Luft in der "richtigeren" AK schnappen (mit 39 in der AK Männer = Elite starten zu MÜSSEN ist halt einfach nur dämlich). Und siehe da: Ein Fahrerfeld kann in Böhmfeld auch ohne Sturz und sonstige Probleme ganz normal abbiegen! Dementsprechend easy war es, bis zum Fuße der Zielsteigung locker im Feld mitzurollen. Dort aber machte ich große Augen: Mit was für Wattwerten sind die Senioren da bloß in den Anstieg reingeknallt?!??! Ich musste das Feld gleich ziehen lassen und fuhr wieder in meinem anvisierten Leistungsbereich. Ich hatte das Rennen ja gemäß Friel-Bibel von vornherein als KA-Einheit gesehen, drum bin ich auch im entsprechenden Leistungsbereich für KA gefahren. Und nein, das war keineswegs mit angezogener Handbremse, denn wenn man vorher nur Grundlage trainiert hatte und erst mit KA am Berg anfängt, dann ist das eben auch schon schnell das persönliche Limit. Eine Runde später mit dem Feld der Senioren 3/4, die in Böhmfeld ebenfalls ohne jegliche Scherze abbiegen konnten, schlackerten mir erneut die Ohren, weil auch dort mit den gleichen Wattwerten wie bei den Senioren 2 hochgedrückt wurde. Die Erkenntnis war dann auch gleich, dass eine BM Straße Anfang Mai selbst bei den Senioren eine Nummer zu groß für mich sein wird - es sei denn, ich käme besser durch den Winter. Aber generell muss man das einfach realistisch sehen und sagen, dass das Niveau auch bei den Senioren kaum abfällt im Vergleich zu den Jungspunden. Der Radsport ist halt einfach so eine Sportart, in der es keine jungen und alten, sondern nur gute und schlechte Sportler gibt.

Kulmbach war dann generell okay, ich kam vor allem schmerzfrei durch. Nach meinen ISG-Problemen im letzten Jahr, die im Endeffekt beim C-Rennen in Kulmbach ihren Anfang nahmen, hoffe ich jetzt einfach mal, dass ich die diesjährigen Kriterien besser verkrafte - vom gesundheitlichen her. Sportlich gesehen war der Schnitt um 0,1 km/h höher, also mehr oder weniger gleich im Vergleich zum Vorjahr. Subjektiv war ich aber dennoch stärker gefordert. Speziell in den Wertungsrunden ging gar nix. Auch hier machte sich also der Trainingsrückstand bemerkbar. Gleichzeitig aber eben auch die Erkenntnis: Trotz Trainingsrückstand konnte ich schon wieder bis zum Ende mithalten, fuhr also mehr oder weniger auf dem gleichen Leistungsniveau, was ja dann doch als Zeichen für ein im Vergleich zum Vorjahr verbessertes Grundniveau gelten könnte. Zumindest hoffe ich das mal. ;)

Ende Mai dann das letzte Straßenrennen in Nordbayern: Der Klassiker in Karbach. Der Rennverlauf war nahezu identisch zum Vorjahr, drum gilt auch hier, dass ich trotz des Trainingsrückstandes im Vergleich zum Vorjahr schon wieder auf dem gleichen Niveau war. Und eigentlich sogar etwas besser: Ich konnte nämlich die komplette Renndistanz auf gleichem Niveau durchstehen. Letztes Jahr ging mir in der letzten halben Runde ja der Sprit aus. Übel ist und bleibt in Karbach jedenfalls diese Panzerstraße, bei der der Trainingsstand auch völlig egal ist. Das ist einfach super unangenehm. Die Hände haben geschmerzt, weil das in der Abfahrt auf der Panzerstraße so scheuert, und dann habe ich mir scheinbar noch durch das Geholpere einen Wirbel blockiert. Im Rücken ging ein Schmerzblitz von oben nach unten, aber den konnte ich mit Glück direkt nach dem Rennen lösen. Zufällig also die richtige Bewegung zum Lösen von Rückenblockaden ausgeführt, obwohl das auf der Ladefläche des Autos natürlich nicht so gut geht wie wenn man das auf einer Matte mit entsprechender Bewegungsfreiheit machen kann.

Generell war es okay, dass ich trotz Trainingsrückstand also schon auf dem gleichen Niveau wie im Vorjahr zur gleichen Zeit war. Im Hinblick auf die Hochsaison im Juli und August macht das doch Mut. Welche Rennen ich dann aber fahre, ist mir selbst noch ein Rätsel. Erst heute habe ich mich mal wieder etwas umgeschaut und leider keine zusätzlichen Optionen gefunden, sondern von weiteren Absagen gelesen. Am 23. und 24. Juni wären in Bayern ja ursprünglich zwei Rennen gewesen. Das erste ist schon seit Wochen abgesagt, das zweite steht noch in der Terminliste, wird aber auch demnächst als abgesagt auf rad-net stehen. Der Grund sollen terminliche Probleme mit dem Verband sein. Diese Info konnte ich finden, aber mehr nicht. Da darf also wild spekuliert werden, was mit so einer Begründung gemeint sein könnte, denn um eine Terminüberschneidung kann es sich ja schon mal nicht handeln. Stattdessen ist das Wochenende jetzt komplett frei in Bayern. Ebenfalls frei haben die Lizenzfahrer, die gerne wieder beim großen Straßenrennen in Torgau gestartet wären, dem Heideradcup. Mit einer 70-km-Schleife sicherlich eines der größten Straßenrennen in Deutschland. Ursprünglich war das ja nur ein reines Jedermannrennen, aber im letzten Jahr hat man auf Wunsch von Vereinen auch Lizenzrennen ins Programm aufgenommen. Für dieses Jahr hat der Verband (!) aber die Genehmigung verwehrt. Wohl gemerkt: Nur für die Lizenzrennen, nicht für die Jedermannrennen - die hat der Verband genehmigt! Falls das jetzt unlogisch klingen mag, kommt hier die total logische Erklärung: Am gleichen Termin ist in Sachsen auch ein Kriterium. Ist doch logisch, dass ein kleines Kriterium wichtiger als ein großes Straßenrennen ist. Wer hat den Sarkasmus erkannt? Übrigens: Bei diesem Kriterium gibt es auch ein Jedermannrennen: Schon merkwürdig, dass der Verband zwei Jedermannrennen am gleichen Tag duldet, aber nicht zwei Lizenzrennen. Das ist wieder mal eine weitere Verbandsentscheidung, die man einfach nicht nachvollziehen kann und die dem Radsport einen Bärendienst leistet. Es gibt ja sowieso kaum noch Straßenrennen. Das ist dann schon Selbstzerfleischung, wenn man so ein großes Straßenrennen für Lizenzfahrer nicht genehmigt, nur weil irgendwo ein Kriterium ist, die es ja wie Sand am Meer gibt. Die Veranstalter des Heideradcup wollen sich aber nicht entmutigen lassen und planen dann eben für 2019 wieder mit einem Lizenzrennen. Hoffentlich gibt der Verband dann grünes Licht und lässt das Rennen nicht wegen eines Kriteriums "Rund um die große Tonne" erneut ausfallen...