Disclaimer - wenn man so will

In meinem Sport-Blog schreibe ich über meine Sporterlebnisse teilweise ernsthaft, teilweise aber auch mit überspitztem Humor - den Unterschied sollte man erkennen, wenn man mich persönlich kennt ;) Generell gilt: Wer die Dinge, die ich hier schreibe, zu ernst nimmt, ist selbst schuld ;)

Team 2019

Team 2019

2019 fahre ich Lizenzrennen für RMV Concordia Strullendorf 1920 e.V. und ausgewählte Jedermannrennen

Samstag, 24. Juni 2017

Video Karbach und Prognose Schleiz

Hier mal ein paar bewegte Bilder aus Karbach:


Radrennen Karbach 2017 (C-Klasse) von EyTschej

Und was nehme ich mir für Schleiz morgen vor? Nach Platz 42 im Vorjahr sollte die Latte ein Stückchen höher liegen, also Top 40. Aber natürlich gehören auch die Top 30, Top 20 und Top 10 zu den Top 40. ;) Das Ergebnis ist in Schleiz aber sowieso nie so wichtig, weil es vor allem ein Rennen zum Genießen ist. Es ist und bleibt für mich einfach das schönste Eintagesrennen des Jahres. Wenn es nicht gerade regnet, dann wird das wieder richtig viel Spaß machen morgen. :)

Montag, 19. Juni 2017

Die Welt der Leistungsdiagramme

Ende der letzten Saison habe ich in Golden Cheetah die Leistungsdiagramme zur Kenntnis genommen - ein Tipp von einer "Diesellokomotive". ;) Das sind die "Teile", die Friel in seinem Buch auch verwendet, um die Entwicklung von Form, Erschöpfung und Fitness im Laufe einer Trainingssaison zu illustrieren. Ich dachte mir in der letzten Saison lange, dass es doof ist, dass Golden Cheetah so etwas nicht kann, weil das eben doch auch ein Feedback dafür ist, was genau man denn nun trainiert hat und ob der Trainingsplan wie beabsichtigt läuft - oder eben nicht.

Fangen wir also mal mit der letzten Saison an. Die Leistungsdiagramme kann man nach verschiedenen Aspekten anzeigen lassen: Nach Puls, nach Watt, nach Puls+Watt - oder einfach nach dem gefühlten Pensum (RPE).


Die Reihenfolge hier ist Puls, RPE und Watt. Bei Puls habe ich alle Rad- und Laufeinheiten erfasst, bei RPE generell alle sportlichen Aktivitäten, bei Watt hingegen nur Einheiten mit Wattmessung oder "Einzelbelastungen" mit Wattschätzung - sämtlich "Gruppenbelastungen" (also vor allem Rennen), die ohne Wattmessung erfolgt sind, fehlen, weil die Wattschätzung bei Gruppenbelastungen Quark ist. Generell sollte man also annehmen können, dass das RPE-Diagramm die beste Aussage liefert, gefolgt vom Puls-Diagramm. Das Watt-Diagramm hingegen wäre nur sinnvoll, wenn ständig mit Wattmessung unterwegs wäre, also auch nur auf dem Rad trainieren würde. Bei echten Hobbysportlern ist das aber natürlich unrealistisch. ;)

Die rötlichen Linien sind die Erschöpfung, die bläulichen die Fitness - und die gelblichen, die im Keller sind, stellen natürlich die Form dar. :D Man sieht jedenfalls schon, dass die Diagramme nach Puls und RPE ein ähnliches Bild ergeben, während sich die fehlenden Rennbelastungen beim Watt-Diagramm auch sicherlich deutlich bemerkbar machen und somit ein schlechtes Aussagebild abliefern. Ansonsten ist die Aussage nach Puls und RPE, dass ich fast die gesamte Saison über mit einem ähnlichen Erschöpfungs- und Fitnessniveau unterwegs war. Also Stagnation pur, da war keine sinnvolle Entwicklung zu erkennen. Allerdings kann man beim Puls-Diagramm eine leichte Aufwärtstendenz bei der Fitness erkennen. Das war letzte Saison...


Das ist das Watt-Diagramm bis zum jetzigen Zeitpunkt der Saison 2017. Man sieht den ersten Tag der Regenerationswoche am Ende der letzten Aufbauphase. Im Gegensatz zur Vorsaison ist hier eine klare Entwicklung der Fitnesskurve zu erkennen, vor allem während der Grundlagenphasen. Aufbauphase 1 hingegen ist eine Stagnation, wobei hier natürlich auch wieder die intensiven Rennbelastungen ohne Wattmessung fehlen. Also gleich mal weiter zum Puls-Diagramm...


Und hier ist der generelle Trend gar nicht mal ganz so anders, auch wenn die ersten Aufbauphase hier nicht so ein Einbruch wie beim Watt-Diagramm ist. Das Schaubild in der Friel-Bibel sieht aber dennoch anders aus: In den Phasen Aufbau 1 und Aufbau 2 hätte die Erschöpfung deutlich ansteigen sollen, natürlich auch das Fitness-Niveau. Das Puls-Diagramm zeigt zwar auch einen Anstieg der Fitness-Kurve, wenngleich leider nicht so steil wie bei Friel, aber das Erschöpfungsniveau ist eigentlich seit den Grundlagenphasen unverändert. Wie kann das sein?!? Habe ich zu lasch trainiert? Vom Gefühl her eher nicht, da hing ich teilweise schon einigermaßen in den Seilen. Also sehen wir uns noch das Diagramm nach der gefühlten Anstrengung an...


Hier ist während der ersten Aufbauphase ebenfalls eine Stagnation zu erkennen, aber die zweite Aufbauphase entspricht dann schon am ehesten dem Schaubild von Friel. Es ist hier auch ein leichter Aufwärtstrend bei der Fitness schon während der ersten Aufbauphase zu erkennen, in der zweiten Aufbauphase ist der Trend deutlich ausgeprägter. Rein von dem her kann ich mit der zweiten Aufbauphase auch zufrieden sein, aber bei der ersten habe ich wohl zu wenig getan. Ist dann gleich schon wieder etwas, aus dem man für die folgende Saison was lernen kann und sollte.

In der aktuellen Regenerationswoche soll die Erschöpfung so weit sinken, dass ich am Sonntag in Schleiz mit einer positiven Form am Start stehen sollte. Ich habe mir dann noch überlegt, was ich während der Woche tue. Eigentlich brauche ich mindestens 4 ruhige Tage, um einen brauchbaren Test fahren zu können. Aber wenn ich so einen Test erst Freitag oder Samstag fahre, wäre das hinsichtlich Schleiz wohl eher kontraproduktiv. Zumindest im Falle des nächsten anstehenden Tests, denn ich müsste CP6 mal wieder aktualisieren. Der letzte Test dafür war am 1. Januar! Und 6 Minuten Vollgas 1 oder 2 Tage vor einem Rennen - das wäre wohl eher nicht so gut, glaube ich??!?!?!?!? Da fehlen halt auch Erfahrungswerte, aber ich riskiere jetzt lieber einen schlechten CP6-Test als das Rennen in Schleiz - schon allein, weil ja mit Ingolstadt das für mich persönlich wichtigste Straßenrennen des Jahres schon abgesagt wurde. Da sollte ich die wenigen Straßenrennen, die noch im Rennkalender sind, auch entsprechend priorisieren. Ich behalte die Entwicklung von Erschöpfung, Fitness und Form jedenfalls im Auge - mit Golden Cheetah. ;)

Mittwoch, 14. Juni 2017

Top-Form für die Trainingsweltmeisterschaft

Mit dem Verlauf der zweiten Aufbau-Phase bin ich bisher generell ganz zufrieden, ich werde dann wohl mal in der Regenerationswoche die Leistungsdiagramme posten und was dazu schreiben. Heute ist aber so ein Tag, wo man all das systematische Training im Affekt über Bord werfen will - denn Ingolstadt wurde abgesagt. :(

Um das mal klar zu erläutern: Friel empfiehlt als Motivationshilfe bzw. auch als Anhaltspunkt für planmäßige Formhöhepunkte die Formulierung von zwei oder drei Saisonzielen. Im letzten Jahr habe ich nur 1 von 3 Zielen erreicht - in Schleiz. Das war immerhin das zweitwichtigste Saisonziel für mich. Dieses Jahr ist das zweitwichtigste Saisonziel bereits vergeigt, denn ich wollte in Karbach unter die ersten 20 - es wurde aber nur Platz 47. Das wichtigste Saisonziel wäre aber noch zu erreichen gewesen - bis heute. Ich wollte in Ingolstadt irgendwie unter die ersten Zehn - mit der Absage hat sich also das wichtigste Saisonziel in Luft aufgelöst. Stattdessen erreiche ich jetzt vom Trainingsplan her an einem rennfreien Trainingswochenende meinen ersten Formhöhepunkt. Das wäre ja richtiggehend zum Mäusemelken, wenn ich nicht von vornherein mit einem Backup geplant hätte. Eine planmäßige Topform erstreckt sich bei Friel ja sowieso über mehr als nur ein, zwei Tage, drum war die Erzgebirgstour in der Woche nach Ingolstadt von vornherein auch als ein Rennen in (hoffentlich) Topform vorgesehen. Daran ändert sich ja auch nix, denn die Tour findet statt. Also auch wenn es mich doch schon sehr wurmt, dass ich eigentlich seit einem halben Jahr in erster Linie für Ingolstadt geschuftet hatte, stürze ich jetzt deswegen nicht gleich in ein Tal der Tränen...

Ich habe mich aber auch noch nach Alternativen umgesehen, denn trotz allem sollte die Topform für mehr als nur die Ergebirgstour reichen. Eine Topform will ja nunmal genutzt werden! Am Ingolstadt-Wochenende fand ich auch jede Menge Termine - aber alles nur Kriterien?!?!? Wenn man sein Training auf Straßenrennen bzw. Klettern auslegt und dann nur Kriterien zur Auswahl hat, ist das nicht gerade lustig. Stattdessen habe ich mich heute für das Straßenrennen rund um die Landeskrone bei Görlitz angemeldet. Und ächz ... ich darf dort leider nur beim Jedermannrennen starten, die Lizenzrennen sind erst ab Senioren 2. Oh, und eine Woche nach der Erzgebirgstour wäre noch das Straßenrennen am Nürburgring - ebenfalls nur Jedermann. Also es gibt im Juli auch Straßenrennen, die ich als Alternative mit der planmäßigen Topform fahren kann, aber in allen Fällen handelt es sich nur um Jedermannrennen. Das ist ja mal ein völlig falscher Trend. Eigentlich will ich in erster Linie Lizenzrennen fahren und den Rennkalender nur mit einigen ausgewählten Jedermannrennen vervollständigen, nicht umgedreht. Der Rennkalender gibt dieses Jahr aber nicht viele Möglichkeiten für Starts bei Straßenrennen im Lizenzbereich her. Hoffentlich nur eine Momentaufnahme, aber ich sehe ehrlich gesagt auch keine Anzeichen für eine Trendwende. Straßenradsport in Deutschland - da hat man nicht mehr viel zu lachen. Das Wetter ist momentan aber zu schön, um sich allzu sehr zu ärgern.

Mit Ausnahme von Ingolstadt ändert sich ja sonst nix an meiner Rennplanung, also ist das jetzt auch kein Grund für mich, die ganze Sachlage unnötig zu dramatisieren. Ich trainiere erst mal fleißig weiter, montiere dann nach Görlitz den Zeitfahrlenkeraufsatz und hole mir den Feinschliff für die Erzgebirgstour - und nebenbei vielleicht den ein oder anderen KOM auf Strava, denn die Topform (Topf-Form?!?) kann ja schließlich auch für vollkommen nutzlose Trainingsweltmeisterschaften genutzt werden. ;)

Freitag, 9. Juni 2017

Zwischenfazit nach erster Rennphase 2017

Mit Karbach endete die ersten Rennphase dieser Saison - was offizielle Rennen anbelangt. ;)

In Karbach selbst lief der Start eigentlich ganz gut. Ich begab mich zwar erst recht spät zum Start, aber die Begleitfahrzeuge der U19/Master-Bundesliga musste sowieso noch auf die Strecke fahren, dadurch tat sich eine Gasse auf. Als ein Offizieller die C-Fahrer dann zum Start gewunken hat, ließ ich mich nicht zwei Mal bitten und nutzte die offene Gasse gleich mal für eine Position in Startreihe 2. Als der Start erfolgte, musste ich aber mal wieder feststellen, dass ich ein nutzloses Talent dafür habe, mich hinter Leuten aufzustellen, deren Pedale sich ohne eingeklickte Schuhe scheinbar nicht bewegen lassen. Der Kamerad vor mir kam nämlich nicht ins Pedal und hielt wohl erst mal lieber kurz an statt einfach uneingeklickt loszutreten. Genau kann ich es aber nicht sagen, ob er kurz angehalten hat, weil ich diesmal glücklicherweise links Platz hatte, um ihm auszuweichen. Also generell ein guter Start, wenn eben auch mit doppeltem Glück (Aufstellung und Ausweichmanöver).

Das Glück sollte mir hold bleiben, denn als das Feld zu Beginn der Steigung sehr kompakt unterwegs war, musste wohl mal wieder einer der jüngeren Fahrer unbedingt den Elefanten im Porzellanladen geben. Da sind junge Fahrer dabei, die zu Beginn der ersten Steigung mitten im Verkehr stecken, aber dennoch unbedingt allen zeigen wollen, wie toll sie gleich zu Rennbeginn overpacen können. Da passt man sich nicht an die Pace der Fahrer um einen herum an, nein, da sieht man Löcher, die gar nicht vorhanden sind, und will da volle Kanne reinknallen - denn die anderen Fahrer "machen schon Platz". In einem kompakten Feld klappt das aber nicht, denn um Platz machen zu können, müssen die "Platzmacher" Platz haben, der aber nicht vorhanden war! Und schon knallte der übermotivierte Jungspund, der zwei Positionen links von mir fuhr, an den Lenker des Fahrers links von mir. Wie Dominosteine ging das jetzt von links nach rechts weiter, jeder knallte sich mal gegenseitig an den Lenker, aber zum Glück kam es zu keinem Sturz. Der Fahrer links von mir hielt dem Jungspund dann auch gleich mal einen kurzen Vortrag. Warum können sich junge Fahrer nicht richtig in einem Rennfahrerfeld bewegen?!?! Okay, wenn sie bei ihren Nachwuchsrennen immer nur zu zehnt oder mal mit 20 Leuten unterwegs sind, dann haben sie halt immer viel Platz für unbedachte Manöver, aber wenn man wie in Karbach mit über 80 Fahrern startet, dann muss man halt erstmal auf unbedachte Manöver verzichten. "Es sind ja keine 85 km mehr bis ins Ziel" - man kann mit den Positionskämpfen gar nicht früh genug anfangen oder wie?!? Junge, Junge ... aber mit der Zusammenlegung der U19 mit den Senioren 2 in der Bundesliga will der BDR ja auch erreichen, dass die Nachwuchsfahrer besser lernen, sich in größeren Fahrerfeldern vernünftig zu bewegen. Das Problem hat der BDR also erkannt und bemüht sich um eine Lösung - und das ist gut und richtig!

Aber gut, nach dem kurzen Domino-Spielchen zog sich das Feld dann doch schon etwas in die Länge. Wer jetzt seine Körner gleich zu Rennbeginn verschießen wollte, hatte auch die Möglichkeit dazu. Ich selbst wollte nur einigermaßen vernünftig mittels Wattmessung pacen und nicht aus dem Hauptfeld rausfallen. Das klappte auch ganz gut, obwohl ich schon das Schmitz-Trikot an mir vorbeifahren sah - und das markiert zu Rennbeginn in der Regel das Feldende. Eine gute Orientierungshilfe. ;) Spoiler Alert: Dieses Schmitz-Trikot fuhr am Ende als Zweiter über den Zielstrich. ;) Ich drehte mich nicht um, aber scheinbar hatten schon einige Fahrer an der ersten Steigung den Anschluss ans Hauptfeld verloren. Es ging auch wirklich recht sportlich los. An der zweiten Steigung wurde es dann auch für mich zu heftig: Ich fuhr zu weit hinten im Feld in die Rampe rein und versuchte einfach nur dranzubleiben - bei anfangs fast 600 Watt!!! Bis zur "ersten Kuppe" ging das noch gerade so gut, aber das schwierige am Kurs in Karbach, das für mich persönlich schwierigste Rennen in Bayern, ist einfach, dass beide Hauptsteigungen nochmal zwei kurze "Nachschläge" bieten. Und da kann man dann sehr gut einbrechen. Mich erwischte es halt schon an der ersten Kuppe. Ich gurkte dann eigentlich nur noch irgendwo zwischen Leistungsbereich 2 und 3 hinter dem Feld her. Beim Umdrehen sah ich hinter mir auch keine Fahrer mehr, also konnte ich nur möglichst gleichmäßig weiterkurbeln und hoffen, dass ich mich schnell genug erhole. Das Begleitmotorrad hinter dem Feld fuhr dann kurz vor Beginn der Abfahrt an mir vorbei, was erst mal demotivierend wirkte, aber ich ging kurz aus dem Sattel und nahm etwas Fahrt für die Abfahrt auf. Der Rückstand zum Feld wurde schon ein bisschen geringer. Am Ende der Abfahrt folgt dann eine Rechts-Links-Rechts-Kurvenkombination, die man alleine schneller fahren können sollte als das große Feld - und dem war auch so! Hinter der Kurvenkombination hatte ich den Rückstand schlagartig deutlich verkürzt, aber das Feld zog nun zunächst als Perlenketter weiter. Ein paar Sekunden später breitete sich die Perlenkette aber schon zu einem breiten Fächer aus - das Feld nahm raus und ich rollte wieder ran. Puh, erst mal durchatmen...

Eine ereignisreiche erste Runde also - und eines der wenigen Male, dass es mir geglückt ist, solo wieder ans Feld ranzufahren. Aber klar war auch, dass das nicht lange gutgehen würde, wenn im Feld weiterhin mit so viel Watt die Steigungen hochgefahren werden würde. Zu Beginn der 2. Runde fiel ich dann auch recht schnell zurück, fuhr aber weiterhin einfach gleichmäßig weiter - mehr kann man in so einer Situation halt auch nicht tun. Zumindest dann nicht, wenn man schon in der unteren Hälfte einer Steigung zurückfällt. Weiter oben könnte man auch mal kurz etwas overpacen, um noch dranzubleiben, das ist klar. War aber nicht der Fall. Am Ende der zweiten Runde rollte dann eine Gruppe von hinten ran, in die ich mich einordnen konnte. Gemeinsam ging es dann relativ gleichmäßig mit Rundenzeiten von um die 30 Minuten dem Rennende entgegen. Ungefähr 14 Minuten Rückstand auf den Tagessieger - bei diesem Rennen ein Rückstand, den ich als Verbesserung erachte. In der Vergangenheit hatte ich bei vergleichbaren Rennen häufig über 20 Minuten Rückstand. Das war schon ganz okay, aber wenn ich an die Wattleistung im Vergleich zu anderen Fahrern denke ... hmmm ... dann bin ich wohl einfach immer noch zu fett. :(

Alles in allem aber meine bisher beste Leistung in Karbach (bei der 4. Teilnahme) und ein durchaus positiver Abschluss der ersten Rennphase, nachdem ich in Kulmbach schon überraschend mit dem Feld durchkam. Zwei C-Rennen bisher, jedesmal die Zielflagge gesehen und nicht überrundet worden. Dürfte gerne so weitergehen. ;) Und wo ich bei Kulmbach bin: Bei der Dienstagabendserie habe ich zwar immer schlechte Beine gehabt, aber dennoch stehen nach 3 Teilnahmen schon 30 Punkte auf meinem Konto - so einen hohen Punkteschnitt hatte ich dort noch nie! Ist aber auch nur eine Momentaufnahme, denn allzu oft werde ich Dienstag dort nicht mehr mitfahren können.

Beim nächsten Blog-Eintrag gehe ich mal wieder etwas auf das systematische Training ein, das im Mai durchwachsen verlief, aber jetzt langsam wieder an Qualität gewinnt. Natürlich kann ich schon diverse Erfahrungen aus dem Vorjahr gewinnbringend nutzen, aber es gibt weiterhin auch genügend Fragezeichen. Das betrifft vor allem auch die Leistungsdiagramme, die ich beim nächsten Blog-Eintrag mal posten werde.

Freitag, 26. Mai 2017

Zwischen Kulmbach und Karbach

Letzte Woche war ich erstmals in diesem Jahr bei der Dienstagabendserie in Kulmbach - und den Beinen ging es gar nicht gut. Für das offizielle C-Kriterium am Samstag sah ich schwarz und rechnete nicht mit einer Ankunft, aber dann kam alles anders. Auf Garmin Connect gibt es ja diese persönliche Bestwerte, eine davon die Bestzeit für 40 km. Eigentlich ein nutzloser Bestwert (wieso gerade 40 km?!?), aber beim Kriterium in Kulmbach konnte ich hier einen neuen Bestwert erzielen: 44,7 km/h über 40 km, 44,2 km/h über die volle Renndistanz - ebenfalls Bestwert. Aber wie anstrengend war es eigentlich? Nun...

Beim Aufwärmen fühlten sich die Beine beim ersten "Aufwärmsprint" noch sehr schlecht an, beim zweiten wurden die Beine schon etwas freier. Als das Senioren-Rennen vorbei war, ging ich noch auf eine Runde auf dem Kurs, um einfach auch den Streckenzustand nochmal zu sehen. Die Buckelpisten-Abfahrt vor der Zielkurve ist noch schlechter als die letzten Jahre - Kunststück! In der Mitte war sogar loser Asphalt, der sich im ersten Renndrittel auch ständig zwischen den Rädern des Feldes bewegte und querschoss - aber scheinbar für keinen Defekt sorgte. Aber zurück zu der einen Runde, die ich vor dem Start drehte: Als ich wieder auf die Zielgerade kam, stand die ganze Meute schon an der Startlinie!!! Da bekam ich schon etwas Panik, dass die ohne mich losfahren wollten. ;)

Die Panik war aber unbegründet, denn man nahm vorher noch die Siegerehrung der Senioren vor. Ich hatte dann doch einen relativ normalen Start, was die Anspannung anbelangte, und kam generell gut rein, weil die erste Runde auch noch recht gemütlich gefahren wurde. Über die gesamte Renndistanz hatte ich keine einzige Krise, was auch eine Premiere war, und bin generell so viel wie noch nie zuvor bei einem Kriterium (und Rennen allgemein) einfach nur gerollt statt gefahren. Aus den Kurven heraus immer Antrittsübungen, die aber gut hinbekommen, danach im Windschatten des Feldes ausgerollt, denn wirklich durchgehend auf Zug fuhr das Feld nur selten. Umso erstaunlicher war für mich am Ende der für mich hohe Schnitt, aber die Kurven wurden auch relativ vernünftig gefahren. Wenn da nicht so viel Geschwindigkeit verloren geht, kann man eben auch mit dem Gefühl von "Da ist noch Luft nach oben!" einen relativ sportlichen Schnitt erzielen.

In der zweiten Rennhälfte wollte ich auch mal in Wertungen reinhalten, aber meistens waren durch die Prämiensprints immer ein paar Fahrer vorne raus. Da nicht klar war, ob das Feld die dann noch einholt, habe ich gar nicht erst versucht, mich in Position zu bringen. Irgendwann fiel mir auf, dass schon die vorletzte Wertungsrunde anstand. Das Glockenzeichen und die Rundenanzeige auf meinem Radcomputer verrieten es - mehr oder weniger. Ich musste die ganze Zeit über 2 Runden von der Rundenanzeige abziehen, obwohl die Rundenanzeige eigentlich so funktioniert, dass man nur eine Runde abziehen müsste (während der 1. Runde steht halt immer Runde 0 auf meinem Ätsch 500, in der 2. Runde dann eine 1 usw.). Der Grund für die 2 Runden, die man abziehen musste, war einfach, dass zwischen der 2. und 3. Wertungen eine Runde "verschwunden" ist. Aber solange alle Wertungsrunden mit 'ner Glocke eingeläutet werden, ist das ja auch wurst, ob man den frischen Bierduft von der Brauerei an der Strecke eben 50 oder nur 49 Mal in der Nase hat. ;)

Aber mal zur vorletzten Wertung: Ich arbeitete mich vor, aber war etwas zu passiv. Ich wollte nicht schon vor der Zielkurve vorne sein, aber das wäre wohl doch besser gewesen. Vor der Zielkurve ließ ich mich wieder etwas einbauen und konnte nicht gleich lossprinten, als die ersten vier Fahrer schon losgetackert sind. Der Abstand war dann zu groß, also rollte ich nur auf dem nutzlosen 5. Platz über den Zielstrich. Aber wenigstens habe ich zwei Dinge gelernt: Für Kulmbach weiß ich jetzt, dass ich schon vor der Zielkurve unter den ersten 5 fahren muss, und generell habe ich gelernt, dass ich so einen Wertungssprint gut genug verkrafte, um mich danach wieder problemlos ins Feld einzureihen - vorausgesetzt, ich kann das Renntempo ohne Probleme mitgehen, was diesmal erfreulicherweise der Fall war. In Zukunft muss ich dann einfach mutiger fahren und mir mehr zutrauen.

Trainingstechnisch lief der Mai aber nicht so erfreulich, denn von 3 KA-Einheiten am Berg konnte ich nur eine absolvieren. Daher wollte ich den Beginn der Regenerationswoche noch mit "Nachsitzen" verbringen, aber das war eine ganz schlechte Idee. Die Beine waren total müde, also brach ich ab und ging wirklich voll in den Regenerationsmodus. Für diese Woche wäre planmäßig sogar noch ein CP6-Test geplant gewesen, aber den traute ich mir dann doch nicht zu - die Beine waren wirklich viel zu schlecht am Dienstag. Heute lief es bei der Vorbelastung für Karbach aber eigentlich ganz gut, ich habe sogar einen neuen Maximalwert von 1366 Watt erzielt - mit angezogener Handbremse. Das hat mich überrascht, aber vermutlich ist das jetzt ein Hauch von "Superkompensation"?!? Mal sehen, wie sich die Beine dann am Sonntag noch anfühlen...

Mal noch was zu einem aktuellen Thema: Die Tageslizenz. Die Informationen tröpfeln nur langsam und sind auch nicht zwingendermaßen klar verständlich formuliert, aber während die ersten Informationen noch so klangen, als ob die Tageslizenz nur für Erwachsene wäre und nur bei C-Rennen genutzt werden könnte, ist jetzt klar, dass die Tageslizenz für alle Altersklassen verfügbar ist. Gleichzeitig heißt es, dass Erwachsene bei allen Rennen für C-Fahrer teilnehmen können. Bei dieser Formulierung ist auffällig, dass vermieden wird, von C-Rennen zu sprechen. Vermutlich, aber hier bedarf es noch einer klaren Formulierung, soll das einfach nur heißen, dass Tageslizenzler im Erwachsenenbereich quasi wie C-Fahrer behandelt werden. Also wird auch die Teilnahme an KT/ABC-Rennen möglich sein. Die Tageslizenz kann 5 Mal im Jahr genutzt werden, scheint aber bei jedem Start knapp 25 Euro zu kosten. Und das finde ich gut, denn eigentlich soll sie ja nur zum Reinschnuppern dienen und nicht eine Möglichkeit darstellen, kostengünstiger als mit einer Vereinsmitgliedschaft wegzukommen. Das ist ja schließlich auch Sinn und Zweck der Tageslizenz, damit sollen Fahrer davon überzeugt werden, öfter an Lizenzrennen teilzunehmen - und durch eine Vereinsmitgliedschaft können sie ja eine reguläre Lizenz lösen, da müssen sie nicht 25 Euro pro Rennen extra zahlen. Es ist also generell eine faire Lösung: Wer nur mal reinschnuppern will, aber dann feststellt, dass das nix für einen ist, den kostet es eben nur einmalig 25 Euro + Startgebühr. Wem Lizenzrennen aber taugen, der wird dann sicherlich den Vorteil einer regulären Lizenz und somit den Vorteil einer Vereinsmitgliedschaft erkennen. Für die Vereine kann das also nur gut sein.