Disclaimer - wenn man so will

In meinem Sport-Blog schreibe ich über meine Sporterlebnisse teilweise ernsthaft, teilweise aber auch mit überspitztem Humor - den Unterschied sollte man erkennen, wenn man mich persönlich kennt ;) Generell gilt: Wer die Dinge, die ich hier schreibe, zu ernst nimmt, ist selbst schuld ;)

Team 2019

Team 2019

2019 fahre ich Lizenzrennen für RMV Concordia Strullendorf 1920 e.V. und ausgewählte Jedermannrennen

Freitag, 19. April 2019

Spreewald Masters ohne Defekt, dafür mit Infekt :(

Die Temperaturen im April waren eigentlich schon zunehmend frühlingshaft, in dieser Woche sogar schon frühsommerlich ... glaube ich? Konnte mir vom Wetter diese Woche gar keinen richtigen Eindruck machen, lag flach. Ausgerechnet an den 3 Tagen der Spreewald Masters hatte man Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt und am Sonntag auch noch Regen. Ich war zwar zu keinem Zeitpunkt unterkühlt, zumindest fühlte es sich nicht so an, aber vielleicht lag es auch an der Mischung von 3 Tagen Belastung und eben der Kälte und Nässe, dass mich wohl doch ein Infekt erwischt hat. Aber so ist das dann nun mal. Die schlimmsten 3 Tage habe ich hinter mir, jetzt hoffe ich langsam wieder locker einsteigen zu können. Der "Trainer in mir" hat sich noch gar keine Gedanken gemacht, wie der Trainingsplan jetzt wieder angepasst werden muss, aber erst mal muss ich halt wieder aufs Rad zurück. Bis dahin nutze ich die Zwangspause auch zum mentalen Abschalten...

Die Spreewald Masters an sich waren trotzdem eine lohnenswerte Reise nach Brandenburg, wo ich jetzt erstmals Rennen gefahren bin. Auf der 1. Etappe waren einige kritische Situationen dabei, wo mein Trainingszustand noch als zu gering offenbart wurde, aber ich konnte mich festbeißen - bei fast einem 42er-Schnitt, wenn das Rennen wohl auch normal zuende gegangen wäre. Es gab bei der U19 aber einen schweren Sturz im Zielbereich und wir konnten dadurch nicht ins Ziel fahren. Das zweite Mal nach Albstadt kam es dadurch zu einem Rennabbruch - interessanterweise also erneut bei einem Etappenrennen. Abgebrochene Eintagesrennen habe ich noch nie erlebt.

Auf der 2. Etappe waren Zeitfahren angesagt. Mit der Vorbelastung eines kompletten Straßenrennens konnte ich mich nicht an meinen Wattwerten aus dem Training orientieren, das ist mir vor zwei Jahren schon beim BZF am 2. Tag der Erzgebirgstour aufgezeigt worden. Ich wollte mich daher erst zurückhalten und die ersten 3, 4 Minuten abwarten, bevor ich mich versuchen würde zu steigern. Beim Warmfahren brachte ich aber mal so gar keinen Druck auf die Pedale, obwohl ich ein paar kurze Steigerungen versuchte, dass ich von vornherein davon ausging, dass ich eh nicht würde overpacen können. Sobald ich aber auf die Strecke geschickt wurde, waren die Beine schlagartig besser. Vielleicht hatten die kurzen Vorbelastungsversuche doch gewirkt? Ich war jedenfalls überrascht, wie gut ich von vornherein über meinem vermuteten Zielwert arbeiten konnte und wie gut sich vor allem der Tritt dabei anfühlte. Das war rund und auch die ungewohnte Zeitfahrposition fühlte sich gut und vor allem stabil an. Der Wind störte mich diesmal nicht. Es flutschte einfach. Nach dem Wendepunkt konnte ich sogar nochmal 10 Watt zulegen und wurde auch von niemandem überholt. Im Gegenteil: Bei der 1-km-Marke zog ich am vor mir gestarteten Fahrer vorbei, der hinten sogar ein Scheibenrad hatte! Das war dann auch mal eine Premiere für mich, dass ich einen Fahrer mit Scheibenrad überholt habe! Natürlich dachte ich dann, dass meine Zeit wirklich ganz okay gewesen sein müsste, aber am Ende lag ich dann doch nur auf Platz 78 von 85 Startern. Aber egal, immerhin erst mein zweites Lizenz-Zeitfahren und diesmal nicht Letzter geworden und auch nicht überholt worden. Hat mir Spaß gemacht, eben auch weil ich so gut wie nie zuvor in der Zeitfahrposition verharren konnte. Nur beim Wendepunkt musste ich umgreifen. ;)

Die 3. Etappe war dann auf einem 1,5-km-Rundkurs und erinnerte an Nürnberg - denn unsere Gruppe, die nach der Punktwertung zur Hälfte des Rennens abgehängt wurde, ist mit einem 43er-Schnitt auf dem Tacho aus dem Rennen genommen worden. Wird das jetzt zur ganz verrückten Normalität, dass man mit einem 43er-Schnitt auf dem Tacho aus dem Rennen genommen wird?!? Weil wir aber nicht freiwillig raus sind, hat man unsere Gruppe aber trotzdem im Etappenrennen belassen, auch wenn wir über 20 Minuten Rückstand aufgebrummt bekommen haben. War am nächsten Tag eh Wurst, denn bei der ersten ernsthaften Belastung, die 5 km vor der ersten Punktwertung begann, machten sich bei vielen Fahrern die Belastungen der beiden Vortage bemerkbar. Selbst Holger hatte sogar schon ein paar Meter Rückstand aufs Feld, konnte die Lücke dann aber doch nochmal schließen. Für mich und ungefähr 20 weitere Starter war es das aber und dann reichte es bei dem garstigen Wetter auch nicht mehr zum Durchquälen, um in der Gesamtwertung zu bleiben, wo für mich der 56. Platz gewartet hätte ... tja, aber so isses eben bei Etappenrennen: Man muss erst mal bis ins Ziel der Schlussetappe kommen. Nicht so einfach, macht aber auch den Reiz eines Etappenrennens mit aus.

Die neuen WBs und die Sportordnung sind übrigens draußen und können auf rad-net runtergeladen werden. Im Endeffekt sind da keine allzu einschneidenden Änderungen mehr vorgenommen worden, die Lizenzreform wurde weitestgehend so übernommen wie sie auch zuletzt in der PDF präsentiert wurde. Bei der Umsetzung in den Ranglisten scheint es aber noch etwas zu haken. Es heißt ja eigentlich, dass es ab sofort nur noch Punkte für die Elite-Rangliste geben soll, wenn man an Elite-Rennen teilnimmt, selbst wenn man eigentlich eine Junioren- oder Masters-Lizenz hat. Dadurch soll ja bewirkt werden, dass nach einer Übergangsphase, in der wir uns aktuell noch befinden, nur noch die ersten 500 Fahrer in der Elite-Rangliste den Status "Elite-Amateur" haben. Ach, und zusätzlich natürlich noch alle Bundesliga-Teilnehmer. Problem in der Praxis ist aber nun folgendes: Sieht man sich die Spitze der Masters-Rangliste an, steht dort ein starker, bekannter Fahrer namens Tobias Erler weit oben. Die Punkte, mit denen er dort steht, hat er aber bei Elite-Rennen geholt. Eigentlich sollten diese Punkte dann ja aber nicht in der Senioren-Rangliste stehen, sondern in der Elite-Rangliste. Ist aber nicht der Fall, in der Elite-Rangliste hat der Fahrer überhaupt keine Punkte!!! Wenn das bis zum ersten Aufstiegszeitpunkt Ende Mai nicht korrigiert wird, würde der Fahrer also z. B. in Karbach plötzlich beim Rennen der "Amateur"-Klasse starten - und es wohl mit 10 Minuten Vorsprung als Solist gewinnen. Denn machen wir uns nichts vor: Tobias Erler ist ein herausragender Fahrer, der ja daher auch nicht zuletzt das Rennen der Elite-Amateure in Zusmarshausen für sich entscheiden konnte. Bei Rennen der "Amateur"-Klasse wäre er ja gnadenlos unterfordert. Dieser Fehler im Ranglistensystem wird also hoffentlich noch korrigiert. Aber wo genau dieser Fehler überhaupt herkommt, ist doppelt merkwürdig, weil Tobias Erler zwar seit diesem Jahr bei den Senioren 2 startberechtigt WÄRE, aber NICHT IST: Laut rad-net hat er nämlich eine ELITE-Lizenz gelöst, was ja allen Fahrern bis zur Altersklasse Senioren 3 freigestellt ist. Von Senioren 1 bis Senioren 3 hat man die freie Wahl, ob man eine Elite- oder Masters-Lizenz nimmt. Nur Senioren 4 dürfen nicht mehr wählen, aber ich glaube auch nicht, dass irgendein Senioren-4-Fahrer noch freiwillig bei der Elite würde mitfahren wollen. ;) Aber echt komisch, dass ein Fahrer mit Elite-Lizenz, der bisher nur bei Elite-Rennen gefahren ist und bei Senioren-Rennen auch gar nicht fahren wird, weil er durch seine Elite-Lizenz bei Senioren-Rennen gar nicht startberechtigt ist, Punkte in der Senioren-Rangliste sammelt, dafür in der Elite-Rangliste aber nicht existent ist, obwohl er sogar schon ein Elite-Rennen gewonnen hat.

Nun gut, ich kränkel dann mal weiter und werde dann aber Mitte Mai wieder wie geplant ins Renngeschehen einsteigen, halt nur nicht in so einer guten Verfassung wie erhofft. Rechtzeitig bis dahin wird das Wetter auch bestimmt wieder nass und kalt sein...

PS: Mail vom Heideradcup bekommen, dass es zu Ostern Sonderpreise gibt, u. a. 49 statt 52 Euro für die 70 km. Komisch, ich muss dank meiner Lizenz nur 15 Euro zahlen. Ja, das ist als Wink mit dem Zaunpfahl zu verstehen ... für alle, die gut genug sind, um an Lizenzrennen teilzunehmen, aber lieber für die gleiche Renndistanz mehr als 3 mal so viel Geld ausgeben wollen. Eine Lizenz lohnt sich!!! ;)

Montag, 8. April 2019

Die ersten Eindrücke zur Lizenzreform

Okay, ich hatte mich für das Rennen in Nürnberg zwar für Senioren 2 gemeldet und ging davon aus, dass die Elite bei der Elite ... äh ... moment, ich starte nochmal neu. Elite ist im Radsport ja die Altersklasse zwischen U23 und Senioren 1. Für Nürnberg war ein Hauptrennen für Elite-Fahrer der Leistungsklasse Elite-Amateure ausgeschrieben, davor ein "Lizenz-Jedermannrennen" (wenn man so will) für Elite-Fahrer der Leistungsklasse Amateure sowie für U19 und Senioren 2 (= alles in einem Topf). Bei entsprechenden Meldezahlen sollten die Amateure bei den Elite-Amateuren mitfahren. Davon ging ich auch fälschlicherweise aus und meldete für Senioren 2, weil ich aufgrund meines zähen Trainingsfortschritts schon wusste, dass ich bei der Elite derzeit keine Chance zum Überleben hätte. Und damit hatte ich auch Recht. Tatsache ist aber auch: Selbst bei besserem Trainingsfortschritt hätte ich wohl kaum mithalten können. Am Anfang ging es gleich mal mit einem knappen 45er-Schnitt los. Nachdem sich ein paar Fahrer in der McD-Kurve versteuert hatten und die nachfolgenden Fahrer dadurch immer mal wieder bremsen mussten (und ich gehörte natürlich zu den nachfolgenden Fahrern dazu, weil ich für das hohe Anfangstempo an der Spitze wie gewohnt zu schlecht war), entstanden auch immer wieder Löcher - und irgendwann wurde eines dieser Löcher nicht mehr zugefahren und ich selbst war am Anschlag fahrend auch nicht in der Lage, nochmal ans Ende des Hauptfeldes zu springen. Wir fuhren dann mit einer kleineren Gruppe noch einige Runden weiter, als wie mit einem 43er-Schnitt auf dem Tacho schon vom Führungsfahrzeug überholt und aus dem Rennen genommen wurden. Mit einem 43er-Schnitt auf dem Tacho bin ich glaub ich auch noch nie vom Führungsfahrzeug überholt worden. Naja, abgesehen von einem gewissen "Führungsfahrzeug" in grün-weiß, das auf den Rufnamen Benny reagiert. ;)

Mir war ja im Vorfeld klar, dass ich mit der Elite nicht mithalten würde, insofern war das keine neue Erkenntnis. Bevor es am Wochenende aber bei den Spreewald Masters (und laut Wetter-Prognose winterlichten Temperaturen) erstmals tatsächlich bei einem Lizenz-Masters-Rennen an den Start geht, schildere ich mal kurz meine ersten Eindrücke zur Lizenzreform. Grundsätzlich wurde ja die These aufgestellt, dass die Rennen der Leistungsklasse Amateure langsamer werden, damit der Einstieg für Quereinsteiger leichter gemacht wird. Mit dieser These konnte ich sowieso noch nie was anfangen, weil sie durch keinerlei Argumente begründet wurde. Wieso sollen die Rennen durch die Reform langsamer werden?!? Wenn man früher bei einem C-Rennen einen 43er-Schnitt auf dem Tacho hatte, dann war man noch im Hauptfeld, in Nürnberg wurde man aber vom Hauptfeld schon geschluckt. Die ersten Eindrücke deuten also sogar eher darauf hin, dass diese "neuen C-Rennen" eher schneller werden. Doch dazu im nächsten Absatz mehr. Vorher noch eine zweite Anmerkung dazu, dass man sich vom Verband durch vermeintlich langsamere "Einsteigerrennen" mehr Einsteiger erhofft: Wieso sollten langsamere Rennen mehr Fahrer zum Einstieg bewegen?!? Hohe Renngeschwindigkeiten hat man ja auch schon seit Jahren bei den großen Jedermannrennen, aber dort fahren jede Menge lizenzlose Fahrer mit. Wer sagt also, dass hohe Renngeschwindigkeiten ein Grund sind, warum lizenzlose Fahrer keine Lizenz nehmen?!? Ich selbst finde es ganz im Gegenteil reizvoll herauszufinden, welche Geschwindigkeiten ich mitgehen kann. Vor einigen Jahren dachte ich noch, dass bei 43 km/h ungefähr mein Limit wäre. Dann habe ich das schon auf 44 km/h und letztes Jahr sogar auf 45 km/h gesteigert. Aber das war halt leider auch nur wieder so eine These, die komplett unbegründet blieb. Ich schätze mal, dass man beim Verband schlicht und ergreifend keine Nachforschungen unternommen hat um festzustellen, was lizenzlose Fahrer denn tatsächlich davon abhält eine Lizenz zu nehmen. Denn wenn man sich im Internet Meinungen solcher Fahrer durchliest, kommt vor allem schnell raus dabei, dass die Leute lieber etwas mehr Startgeld zahlen, um bei einem schönen Straßenrennen teilnehmen zu können, statt ständig nur im Kreis zu fahren und dann bei einem Schnitt jenseits der 40 km/h aus dem Rennen genommen zu werden, weil sie von der Spitze bzw. dem Hauptfeld überrundet werden. Das sind zwei der am häufigsten genannten Gründe, weshalb Fahrer keine Lizenz nehmen. Und man muss ja nunmal klar sagen: Es ist NICHT zwingend vorgeschrieben, dass überrundete Fahrer rausgenommen werden (wenn ein ganzes Hauptfeld überrundet wird, nimmt man es ja auch nicht raus)! Wenn man also will, dass mehr lizenzlose Fahrer eine Lizenz nehmen, sollte man sich über so etwas vielleicht mal Gedanken machen. Aber dass die Rennen zu schnell sind? Ne, das ist nicht so schlimm, das ist eher eine Motivation ... für mich zumindest ist das eine Motivation, die mich jedes Jahr wieder aufs neue eine Lizenz nehmen lässt. ;)

Aber kommen wir dann mal zu dem Punkt, wie sich die Geschwindigkeiten bei den "neuen C-Rennen" überhaupt entwickeln. Nürnberg spricht natürlich dafür, dass die Rennen eher schneller werden - und das dürfte bis zum ersten Stichtag für Auf- und Abstieg am 21.5. auch der Fall sein. Und wieso dürfte das der Fall sein? Naja, ist doch logisch: Die schnellen Fahrer, die jetzt schon locker bei den Elite-Amateuren mitfahren könnten, sind in der Vergangenheit durch Siege direkt und durch 5 Top-Ten-Platzierungen schneller aufgestiegen. Jetzt aber bleiben diese schnellen Fahrer bis zum 21.5. erstmal bei den "neuen C-Rennen" und sorgen dort für dementsprechend hohe Geschwindigkeiten. Das mag sich jetzt im ersten Moment so anhören, als ob die Reform ein Schuss in den Ofen gewesen wäre, aber ich glaube, dass die Reform sich ab dem ersten Auf- und Abstiegszeitpunkt schon durch niedrigere Geschwindigkeiten bemerkbar machen wird. Es kommen zwar durch den Abstieg während der Saison auch ein paar schnelle ehemalige A-Fahrer hinzu, die bis zum 21.5. aus diversen Gründen noch keine Punkte gesammelt haben werden, z. B. Senioren-Fahrer, die bis zum 21.5. erstmal nur an Senioren-Rennen teilgenommen haben werden, aber alles in allem könnte ich mir vorstellen, dass man bis zum 21.5. nicht mehr als 500 Fahrer mit Punkten in der Elite-Rangliste haben wird. Und das bedeutet, dass dann schlagartig wesentlich mehr Aufsteiger als in der Vergangenheit zu verzeichnen sein werden, weil jeder Fahrer, der schon auch nur einen einzigen Punkt erzielt haben wird, zu einem Elite-Amateur aufsteigt. Sprich: Alle Fahrer, die sich bis 21.5. auf Punkte-Rängen plaztiert und somit die Renngeschwindigkeiten bestimmt haben werden, werden schlagartig bei den "Amateur"-Rennen fehlen. Die Geschwindigkeiten werden dann also von all den Fahrern bestimmt, die erstmal nur mit- bzw. hinterhergefahren sein werden. Ein erstes Rennen, das diesbezüglich hochinteressant werden dürfte, ist Karbach. Dort werden dann die ganzen bisherigen Punkteträger nicht mehr beim Rennen der "Amateure" startberechtigt sein. Also ob man dann immer noch mit 400 Watt die Berge hochtreten können muss? Ich hoffe ja mal nicht, hehe.

Fazit: Die ersten Eindrücke zur Lizenzreform können einen zwar erstmal schocken, aber wenn man es sich mal überlegt und in die bisherige Rangliste sieht, dann sind da noch keine 400 Fahrer zu finden. Und dass jetzt noch allzu viele Fahrer punkten werden, die bisher nicht gepunktet haben, ist nicht so wahrscheinlich, weil die Fahrer, die bisher gepunktet haben, ja weiterhin die Preise bestimmen und somit den Großteil der Punkte holen werden. Insofern könnte der BDR mit seiner These, dass die "Amateur"-Rennen langsamer werden, durchaus Recht haben.

Montag, 18. März 2019

Mal wieder ein paar Zeilen...

Um mal beim letzten Beitrag anzuknüpfen: Der Schiedsrichter-Neulingslehrgang der Schiedsrichtergruppe Amberg läuft an diesem Wochenende in Kümmersbruck. Alle Leute, die in einem Fußballverein und mindestens 14 Jahre sind, können da mitmachen. Man hört da mal, wie das Regelwerk tatsächlich aussieht (im Gegensatz zu den "Fernseh-Fußballregeln" der Kommentatoren), und hat die Chance mal selbst zu pfeifen, um zu sehen, wie schwierig das doch eigentlich ist. ;)

In Sachen Radsport ist es so, dass ich mit meinem persönlichen Trainingsfortschritt nicht so recht zufrieden bin. Normalerweise fahre ich im März und April ja sowieso noch keine Rennen, weil es zu dem Zeitpunkt ja schon seit Jahren viel zu kalt und nass ist. 2016 allein hatten wir in Cadolzburg plötzlich einen Schneesturm (!!!), bei dem auch zahlreiche Fahrer ausgestiegen sind, weil es ihnen bei dem zwischenzeitlichen Schneematsch mit einem Rennrad entschieden zu gefährlich wurde. Da aber am 31.3. ein Rennen in Nürnberg ist, werde ich trotz meiner schlechten Verfassung schon mal am Start stehen - beim Rennen der Senioren 2 und U19. Das Elite-Rennen wäre definitiv noch gar nix für mich, aber so viel leichter dürfte das Rennen der S2/U19 sicherlich auch nicht werden. Egal, Nürnberg ist nicht weit weg, also stelle ich mich einfach mal an den Start. Mitte April wären dann noch die Spreewald-Masters, aber ansonsten geht es dann erst Mitte Mai richtig los - und bis dahin sollte ich auch schon besser drauf sein, ebenso wie das Wetter bis dahin besser sein sollte. ;)

Falls sich jetzt manche Leute fragen sollten, was das denn für einen Rennen in Nürnberg sein soll, weil man ja gar nix davon gehört hat, dass es dort wieder ein Rennen geben wird: Tja, die Werbetrommel wird eben nur selten gerührt, wenn es sich nicht um ein Profi-Rennen, sondern "nur" um ein Amateur-Rennen handelt. Hat also nichts mit einer Neuauflage vom Altstadtrennen zu tun, sondern ist ein Kriterium im Norden Nürnbergs. Das Rennen ist Teil des Jubiläums-Cups des RC Herpersdorf, der sein 100jähriges Jubiläum feiert. SPOILER ALERT: Concordia Strullendorf feiert nächstes Jahr auch 100jähriges Jubiläum. ;)

In Sachen Lizenzklassenreform ist es so, dass jetzt schon mehrere Ausschreibungen draußen sind und man daher ein ganz gutes Bild davon hat, wie die Vereine mit den neuen Elite-Leistungsklassen umgehen und welche Punkte es vor allem geben wird. Wie ich bereits vor ein paar Wochen geschrieben hatte, ist die ursprünglich angedachte strikte Trennung der beiden Elite-Leistungsklassen "Elite-Amateure" und "Amateure" vom Tisch. In den meisten Fällen werden diese Leistungsklassen ähnlich wie früher "AB" bzw. "C" gehandhabt. Sprich: Hat man die unterschiedlichen Elite-Leistungsklassen (früher ABC, jetzt EA/A) gemeinsam fahren lassen, tut man das jetzt weiterhin, hat man sie früher in getrennten Rennen fahren lassen, hat sich hier (natürlich) ebenfalls nichts geändert. Allerdings scheint sich trotzdem eine Änderung herauszukristallisieren: Bei den gemeinsamen Starts wird jetzt tendenziell häufiger eine getrennte Wertung angekündigt als es in der Vergangenheit der Fall war. Zusammen mit dem neuen Punkteschema, bei dem es höhere Punktzahlen und zudem für mehr Fahrer/Platzierungen Punkte gibt, wird sich das Bild in der Elite-Rangliste also ganz schön ändern. Während man in der Vergangenheit vielleicht schon mit nicht einmal 10 Punkten in die Top 500 kam und somit jetzt ein "Elite-Amateur" wäre, dürfte jetzt deutlich mehr Fahrer relativ schnell 10-20 Punkte auf dem Konto haben - und zwar so schnell, dass es wirklich spannend sein wird zu verfolgen, bei wie vielen Punkten am 21.5. der Cut sein wird, wenn erstmals während der Saison Auf- und Abstieg angesagt sind. Natürlich wird es bis Mai noch nicht so viele Punkteträger geben, weil es noch nicht so viele Rennen gegeben haben wird, aber zumindest am Jahresende denke ich, dass man durchaus 50 Punkte brauchen wird, um sicher in den Top 500 zu sein. Bis zum 21.5. könnten 10 Punkte aber vermutlich auch reichen, um für die Phase bis Ende Juli als "Elite-Amateur" zu gelten.

Und dann habe ich heute auch noch eine Diskussion verfolgt, bei der es darum geht, dass einige der ersten Rennen der Saison wohl sehr niedrige Teilnehmerzahlen haben sollen. Ein Veranstalter hat hierbei eSport bzw. Zwift als einen möglichen Grund für die geringen Teilnehmerzahlen vermutet. WTF?!? In der Diskussion wurde auch schon von Leuten dagegengehalten, dass viele Rennen quasi "unterm Radar" stattfinden, weil sie auf die Existenz ihres eigenen Rennens gar nicht aufmerksam machen. Das ist zwar durchaus ein brauchbares Argument, aber nur für Hobbyfahrer - denn Lizenzfahrer müssen sich ja so oder so über rad-net anmelden. Und auf rad-net sind ja auch alle Ausschreibungen zu finden, also für Lizenzfahrer muss man nichts extra die Werbetrommel rühren. Bei Hobbyfahrern ist das anders, aber das ist ein Thema, dass ich schon vor mehreren Jahren mal aufgegriffen hatte. Es gab ja früher so einige Hobby- und Jedermannrennen, die wirklich attraktiv waren, aber an denen kaum Hobbyfahrer teilgenommen haben. Schon damals hatte ich meinerseits gemutmaßt, dass viele Hobbyfahrer einfach intensiver beworben werden müssen, z. B. über Beiträge in Zeitschriften bzw. Online-Portalen wie TOUR oder radsport-news, damit sie auf die entsprechenden Startmöglichkeiten aufmerksam gemacht werden, weil viele Hobbyfahrer von den Ausschreibungen auf rad-net schlicht und ergreifend nix mitbekommen. Um das also nochmal zu sagen: Die mangelnde Werbung ist also durchaus ein plausibles Argument in dieser Diskussion, aber meiner Meinung nach nur in Bezug auf Hobby- und Jedermannrennen. Bei Lizenzrennen dürften die geringen Teilnehmerzahlen eher nix mit ausbleibender Werbung zu tun haben.

Aus eigener Erfahrung sehe ich das Problem eher bei der frühen Terminierung der Rennen. Zum jetzigen Zeitpunkt schleppt man sich noch eher schlecht als recht durchs Training und arbeitet am Formaufbau. Da hat man natürlich nicht viel Bock darauf, 300 km zu einem Eintagesrennen zu fahren. Und Doppel-Wochenenden kommen auch noch nicht in Frage, weil man schlicht und ergreifend noch nicht die notwendige Verfassung dafür hat. Man sucht sich also eher Rennen, zu denen man nicht so weit fahren muss. Das bedeutet dann auch, dass die Teilnehmerzahlen im März und April nicht gerade unwesentlich davon abhängen, wie viele aktive Fahrer es in der jeweiligen Region gibt. Überregionale Teilnehmer kann man zu dem Zeitpunkt einfach noch nicht so viele erwarten, das muss einem klar sein. Würden die gleichen Rennen zwei Monate später stattfinden, bin ich mir sicher, dass man 20-30 % mehr Teilnehmer hätte. Manche Fahrer sind im März und April ja sogar noch irgendwo in der Ferne in Trainingslagern, die stehen dann bei den Rennen im März und April natürlich auch noch nicht am Start. Das hat aber alles nix mit mangelnder Werbung oder mit Zwift zu tun, das liegt meiner Meinung nach eher am frühen Zeitpunkt der betreffenden Rennen. Ich hätte auch ein gutes Beispiel, das meinen Standpunkt unterstreicht: Karbach! Das Rennen fand früher auch oft schon im April statt, aber dann rutschte es im Kalender immer weiter nach hinten und ist mittlerweile Ende Mai angekommen - PERFEKT! Man hat in Karbach jetzt immer schon ein super Wetter, die Fahrer sind zu dem Zeitpunkt auch schon alle ganz gut in Form - und schon hat man starke Teilnehmerzahlen! Und die Fahrer nehmen dabei auch teilweise richtig weite Anfahrtwege auf sich. Wenn man eben schon gut drauf ist und das Wetter passt, dann tut man das. Steckt man aber noch teilweise im Grundlagentraining fest und sieht die ausgerissenen Bäume bei 10 Grad entlang der nassen Straße liegen, bleibt man schon mal lieber daheim.

Generell muss man ja sagen, dass nachlassende Teilnehmerzahlen die Existenz von Rennveranstaltungen bedrohen und es daher schon wichtig ist, dass man Rennmöglichkeiten möglichst gut wahrnimmt. Man sollte sich bei geringen Teilnehmerzahlen aber auch nicht hanebüchene Gründe aus den Fingern saugen, denn das sorgt ja auch nicht für mehr Teilnehmer. Zwift und mangelnde Werbung? Nein, das sind eher keine Gründe für zu geringe Teilnehmerzahlen bei Lizenzrennen. Die Terminierung spielt da schon eine wesentlich größere Rolle. Aber auch das allein sorgt nicht automatisch für höhere Teilnehmerzahlen. Das Thema an sich ist einfach wesentlich komplexer als man im ersten Moment annehmen würde. Ich persönlich freue mich ab Mitte Mai jedenfalls auf wöchentliche Rennteilnahmen bis Anfang Juli. Dass ich dann erst mal etwas Pause haben werde, liegt aber auch nicht daran, dass ich vorhandene Rennveranstaltungen nicht durch meine Teilnahme "unterstützten" möchte, sondern daran, dass dann einfach erst mal mehrere Lücken im Rennkalender sind - dabei ist der Juli für Radsport eigentlich ein wunderbarer Monat. Viel wunderbarer als März und April...

Dienstag, 12. Februar 2019

Schiedsrichter-Neulingslehrgang der Gruppe Amberg

Bevor ich ein paar Worte zur Schiedsrichterei loswerde, nochmal ein kleiner Einschub zum am meisten diskutierten Thema im Amateur-Radsport der letzten Monate, der Lizenzreform. Ich hatte ja schon geschrieben, dass das viel heißer gekocht als gegessen wird und sich in der Praxis kaum etwas ändern wird. Meiner Meinung liegt das halt vor allem daran, dass die Reform in erster Linie eine Anpassung an die internationale Klasseneinteilung ist. Man wollte wohl im Zuge dieser Reform gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen und zusätzlichen frischen Wind in den Amateur-Radsport bringen, aber von den anfangs doch recht revolutionären Ideen wie einer strikten Trennung von "Elite-Amateuren" und "Amateuren" ist man ja doch nahezu komplett zurückgerudert. Allerdings ist das derzeitige Problem, dass alles immer noch nicht definitiv ist. Und dieses Problem mag zwar die Fahrer nicht betreffen, aber die Veranstalter. Speziell im März und April sind die Veranstalter im Elite-Bereich mehr oder weniger Test-Karnickel. Wenn man die Diskussionen im TOUR-Forum verfolgt, wo ein langjähriger Veranstalter regelmäßig einen Einblick in die Sorgen und Nöte veranstaltender Vereine gewährt, gibt es durch die nach wie vor nicht endgültigen Neuregelungen so einige Fragezeichen. Von Veranstalterseite aus sind das vor allem die Fragen nach gemeinsamem oder getrennten Start und gemeinsamer oder getrennter Wertung bei gemeinsamem Start, Renndistanzen und Punkteschmeta. Zu letzterem, dem Punkteschema, muss man ja auch sagen, dass hier bisher nur die Aussage zu "Zielen und Chancen" der Reform getätigt wurde, dass es für alle (!) auf rad-net gemeldete Rennen Punkte geben soll. Damit erübrigt sich eigentlich die Frage nach der Renndistanz. Allerdings rechne ich auch hier fest damit, dass es innerhalb der nächsten Wochen eine konkrete Regelung geben wird, bei der dieser ursprüngliche Ansatz verworfen werden wird. Denn sind wir doch mal ehrlich: Wenn die Distanzen egal sind, könnte man auch ein Rennen für die "Amateur-Klassen" über 20 km veranstalten - aber wie viele überregionale Fahrer würden dann schon extra wegen eines 20-km-Rennens anreisen? Irgendwelche Mindestdistanzen wird es schon noch weiterhin geben, denke ich. Außerdem wird es auch gewiss nicht für "alle" Rennen Punkte geben, denn auf rad-net werden ja auch Jedermann- und Hobbyrennen ausgeschrieben. Für Hobbyrenenn könnte es schon mal keine Punkte geben, weil es für Fahrer ohne Lizenz keine Rangliste gibt. Und für Jedermannrennen wird es ziemlich sicher auch keine Punkte geben, obwohl ich den Gedanken sehr reizvoll finden würde. Denn dann würde es bei Jedermannrennen auch mal um etwas mehr als nur den Spaß an der Freud gehen. ;)

Aber nun zum eigentlichen Grund, warum ich mal wieder blogge: Vom 22.-24. März läuft in Kümmersbruck der Neulingslehrgang der Schiedsrichtergruppe Amberg. Und es gibt so einige gute Gründe, warum Leute Schiedsrichter werden sollten. :) Zum einen lernt man dann mal das Regelwerk und wird so einige Fehlinfos aus dem Fernsehen aus seinem Wissenschatz streichen müssen. Weitere persönliche Vorteile sind natürlich, dass man etwas Taschengeld bekommt (oder auch etwas mehr, wenn man "weiter oben" pfeifen darf) und dass man freien Eintritt zu allen Spielen hat, die unter dem Dach des DFB stattfinden. In über 20 Jahren als Schiri habe ich von dieser Option übrigens noch nie Gebrauch gemacht, weil mir die Anfahrt nach München immer zu weit war. Wobei ... aktuell ist ja Nürnberg sogar mal wieder in der 1. Liga, wie ich vor einigen Wochen nebenbei erfahren habe. War mir gar nicht aufgefallen, sehe mir ja immer nur die obere Tabellenhälfte an. :D Aber genug Trash-Talk, zurück zu den Gründen, weshalb man Schiri werden sollte. ;) Neben den persönlichen Vorteilen tut man auch etwas für die Vereine: Man sichert den regulären Spielbetrieb! Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass immer alle Spiele stattfinden können. Man bewegt sich seit Jahren am Limit und die Tatsache, dass es immer weniger Mannschaften gibt, trägt gerade so dazu bei, dass es noch nicht weiter auffällt, dass es auch immer weniger Schiedsrichter gibt. In den B-Klassen von Pegnitzgrund z. B. kann man auf der BFV-Seite sehen, dass dort bei fast keinem Spiel ein Schiedsrichter eingetragen ist. Die Spiele finden also noch statt, aber weitestgehend ohne Schiedsrichter. Das ist eine Entwicklung, die auch auf A-Klassen und irgendwann Kreisklassen übergreifen könnte! Also auch die Vereine sollten im Eigeninteresse ihre Mitglieder auf die Möglichkeit aufmerksam machen, Schiedsrichter zu werden. Das größte unmittelbare Eigeninteresse der Vereine ist dabei bares Geld zu sparen. Wie das? Ganz einfach: Jeder Verein muss eine gewisse Mindestanzahl an Schiedsrichtern stellen (hängt von der Anzahl der aufstiegsberechtigten Mannschaften im Spielbetrieb ab). Jeder fehlende Schiri kostet den Verein eine niedrige dreistellige Summe. Das ist Geld, das dem Verein also verlorengeht. Die Vereine sollten also wirklich darauf bedacht sein, dass sie nicht nur Spieler, Trainer, Betreuer, Platzwarte und sonstige fleißige ehrenamtliche Helfer finden, sondern auch Schiedsrichter. Die gehören auch zu einem gesunden Verein dazu! Die Vereinskasse wird es den Vereinen danken.

Um am Kurs teilnehmen zu können (Kursgebühr: 0 Euro - billiger geht's nicht!), könnt ihr auf der Website des BFV im Menü unter Spielbetrieb und Schiedsrichter bei den SR-Gruppen die Gruppe Amberg aufrufen, wo ihr Kontaktinformationen für Obmann und Lehrwart findet. Teilnehmer müssen Mitglied in einem Fußballverein sein, der dem BFV bzw. DFB angehört. Am Ende des Kurses gibt es eine Prüfung, die zwar schwieriger als die Führerscheinprüfung ist, aber ... naja ... werdet einfach Schiri. ;)

Montag, 21. Januar 2019

Lange nix "gebloggt"

Hab mich hier nach dem vorgezogenen Saisonende schon länger nicht mehr zu Wort gemeldet. Hätte in der Zwischenzeit durchaus was zu ein paar Erlebnissen bei der Schiedsrichterei bloggen können. Da war ich u.a. ein paar mal als Assistent (= Linienrichter) im Einsatz und habe erstmals ein Spiel im Kreis Bayreuth gepfiffen - und zwar in Schnabelwaid. Ja, so einen Ortsnamen gibt es. ;)

Nachdem mich das vorzeitige Saisonaus ganz schön gewurmt hatte, habe ich dann auch erst mal ein paar Monate Trainingseinheiten nachtragen müssen. Das war auch ein Grund, weshalb ich hier nichts mehr gebloggt hatte. Mittlerweile ist alles so weit nachgetragen und das Grundlagentraining für die neue Saison ist in vollem Gange. Mein mittlerweile viertes Trainingsjahr mit System nach Friel - ich kann also auf die Erfahrungen und Daten aus drei Trainingsjahren zurückblicken und darauf aufbauen. Das hilft, um ein noch besseres Bild davon zu bekommen, wo man aktuell steht, wie der Trainingsverlauf ist und wie man die nächste Zeit weitermacht. Im ersten Trainingsjahr waren da natürlich noch viele Fragezeichen, wie genau man die Theorie am besten in der Praxis umsetzt und was das alles bringt und so. Ich hatte anfangs quasi nur die ganzen Puzzle-Teile in der Hand, jetzt hingegen habe ich diese Puzzle-Teile schon ganz gut zusammengesetzt, wodurch man auch schon das Gesamtbild ganz gut erkennen kann.

Viel Lärm um Nichts - so in etwa könnte man die Lizenzklassenreform im Männerbereich bisher umschreiben. Im Endeffekt sollte das ja auch nie eine große Revolution werden oder so, sondern einfach nur eine Anpassung an die internationale Klasseneinteilung im Männerbereich sein, wenn ich das richtig mitbekommen habe. Deutschland war halt jahrelang mehr oder weniger das einzige Land mit "Dreiklassensystem", während man in den meisten anderen (europäischen) Ländern wohl zwei Klassen hatte. U.a. in Österreich hatte man schon länger die Klassen "Elite-Amateure" und "Amateure" - und genau diese Bezeichnungen wurden jetzt ja auch übernommen. Dabei sei aber natürlich angemerkt, dass sich diese Klassen nur auf Rennen in der Altersklasse "Männer" beziehen. Bei Rennen für andere Altersklassen macht es keinen Unterschied, ob man "EA" oder nur "A" ist. Die Reform bezieht sich also von vornherein gerademal auf die ehemaligen "Hauptrennen", von denen es bei den meisten Veranstaltungen nur 1, teilweise 2 gab. Auf alle anderen Rennen hat diese Reform sowieso keinen Einfluss.

Für Rennen der betroffenen Altersklasse "Männer" (oder auch "Elite", was jetzt aber durch die neuen Leistungsklassen-Bezeichnungen irreführend wäre) wird sich Stand heute aber auch nicht wirklich viel ändern. Ursprünglich klang es ja noch nach einer richtigen Änderung, weil es hieß, dass die beiden Leistungsklassen nicht mehr gemeinsam fahren würden. In dem Zusammenhang war auch kurzzeitlich die Rede davon, dass es im Männerbereich immer zwei LVM-Meister geben wird und es auch in absehbarer Zeit eine DM für die Leistungsklassen "Amateure" geben solle. Kurz darauf ruderte man schon erstmals zurück, indem erklärt wurde, dass bei Meisterschaften weiterhin alle Leistungsklassen zusammen starten und auch zusammen gewertet werden. Beim letzten Präsentationsentwurf ist man sogar noch weiter zurückgerudert und befindet sich jetzt fast wieder dort, wo man vor Ankündigung der Reform gewesen ist. Dabei gilt aber auch, dass man weiterhin auf die neuen WBs warten muss, um hoffentlich eine präzisere Regelung in Text und Wort zu erhalten, weil die Ausführungen in der Präsentation Ungenauigkeiten beinhalten könnten. Als Beispiel hierfür wären die Aufstiegszeitpunkte zu nennen, die ursprünglich nur Ende Mai und Ende Juli sein sollten, was bedeutet hätte, dass man als "Amateur" ab 1.8. theoretisch alle Rennen hätte gewinnen können, ohne aufzusteigen und sich in der Folge bei Rennen der "Elite-Amateure" behaupten zu müssen. Ich glaube nicht, dass das jemals so geplant war und man einfach nur "vergessen" hatte, das in der Präsentation zu erwähnen. Das wurde aber mittlerweile nachgeholt. Alles in allem ist das aber ein Beispiel dafür, dass man die Präsentation nicht für das letzte Wort halten darf. Die endgültigen neuen Regelungen für diese Saison werden in den WBs kommen, denke ich.

Jedenfalls ist es bei weitem nicht mehr so, dass die Rennen von "EA" und "A" zwingend getrennt werden sollen, stattdessen ist der letzte Wasserstand wie folgt:

- bei Straßenrennen und LVMs: Gemeinsamer Start und gemeinsame Wertung möglich, wobei die "Amateure" eine Vorgabe erhalten sollen. Diese Vorgabe ist bisher nicht definiert.

- Rundstreckenrennen: Gemeinsamer Start möglich, aber getrennte Wertung.

- Kriterien: Gemeinsamer Start und gemeinsame Wertung möglich. (Ja, hier ändert sich also gar nix!)

- Etappenrennen und Zeitfahren existieren gar nicht. :D

In der Praxis wird sich also nicht viel ändern. In Regionen, wo man in der Vergangenheit die Trennung "KT/AB" und "C" hatte, wird man wohl weiterhin mit "EA" und "A" getrennte Rennen anbieten, in Regionen, wo man "KT/ABC" bevorzugte, werden weiterhin "alle in einem Topf" geworfen, was das Aufsteigen in diesen Regionen weiterhin schwieriger als in den Regionen macht, die getrennte Rennen anbieten. Drum meine Aussage: Viel Lärm um Nichts. Aber das ist auch nur eine Wasserstandsmeldung. Seit der ersten Präsentation mit der zwingenden Trennung der Leistungsklassen hat sich ja schon eine ganze Menge wieder geändert, drum ist nicht auszuschließen, dass sich auch bei der endgültigen Eintragung in die neuen WBs noch etwas ändern kann.

Zum Abschluss aber noch eine Neuerung, die ganz erfreulich ist: Der Riderman wird Teil einer Rennserie in Baden-Württemberg. Wohl gemerkt: Teil einer Rennserie für Lizenzfahrer! Ähnlich wie bei den Lizenzrennen im Rahmen des Heideradcup muss ich hier abermals hervorheben, dass das meiner Meinung nach ein Modell der Zukunft ist. Für Traditionalisten ist es sicherlich weiterhin ein Graus, dass Lizenzrennen in Jedermannrennen integriert werden, weil das ursprünglich ja andersrum war, aber da die meisten attraktiven großen Rennen nunmal nur mit großem finanziellen und personellen Aufwand durchzuführen sind, können Vereine das heutzutage einfach kaum noch selbst anbieten. Die Zusammenarbeit mit kommerziellen Veranstaltern ist hier ein guter Weg, der für den Lizenzradsport definitiv keine Bedrohung, sondern eine Bereicherung darstellt - zumindest ist das meine persönliche Meinung. Lizenzrennen beim Riderman, beim Heideradcup und auch das Bundesliga-Rennen bei Rad am Ring sind eine super Sache, finde ich! Eine Win-Win-Situation!!!

PS: Auf der Website des Landesverbandes Rheinland-Pfalz gibt es die aktuelle Präsentation der Lizenzreform als PDF. Meine Schilderungen in diesem Beitrag beziehen sich auf die in dieser PDF veröffentlichten Informationen. Damit man also nachvollziehen kann, wovon ich schreibe, verlinke ich diese PDF hier (ACHTUNG: Wer NICHT weiß, was ein Link ist, der sollte ihn besser nicht anklicken, sonst könnte das Haus einstürzen oder so): Präsentation der Lizenzreform