Öh ... hab mal auf Dailymotion 'n Video vom Lizenzrennen in Sonneberg hochgeschoben (Achtung, es folgt ein LINK - wer nicht weiß, was ein Link ist, sollte ihn NICHT anklicken und auch generell NICHT im Internet unterwegs sein):
Sonnebergpreis 2016 (KT/AB/C/U19) (Radrennen)
Und letzten Sonntag war es auch endlich so weit: Das erste Rennen, das ich mit dem Trainingsplan nach Friel gezielt angesteuert hatte - die Mitteldistanz in Schleiz! 85,5 km auf und ab, aber nicht so heftig wie in Sonneberg. Dabei eine Parallele zwischen diesen beiden Rennen vorweg: Der Zweitplatzierte der C-Klasse in Sonneberg war auch der Zweitplatzierte auf der Mitteldistanz in Schleiz! Das wär's aber auch schon fast an Parallelen, denn während wir in Sonneberg mit den KT/AB-Fahrern und U19-Leuten nur um die 100 Starter waren, wobei in der C-Klasse 55 Fahrer am Start waren, standen in Schleiz über 200 Teilnehmer am Start - und zwar schon sehr früh! 9 Uhr war der Start der Langdistanz, keine 5 Minuten später standen schon gefühlte 100 Fahrer der Mitteldistanz in der Startaufstellung. Verrückt! Da ich eh schon weit genug hinten stehen würde, beließ ich es bei 5 Minuten lockeren Einkullerns und begab mich eben auch zu einem halben Kaltstart.
Im Vorjahr kannte man ja wenigstens noch die Fahrer des Freistaat-Teams, das diesmal "M.I.A." war (???), aber dieses Jahr war die Einschätzung der Konkurrenz und des Leistungsniveau gänzlich unmöglich. Also galt die Konzentration auf die eigene Rennstrategie, die aber durch die Startposition irgendwo um Position 100+ herum schon vor dem Start ihren ersten Knacks hatte. "Möglichst weit vorn starten", wollte ich. Vom Start weg ging es also wieder darum, dass man sich vorarbeitete. Bis zu Beginn der Abfahrt ging das auch noch recht gut, dann war das Renntempo etwas zu niedrig, um geeignete Lücken zum Überholen zu finden. An der zweiten Steigung, die uns nach Oberböhmsdorf führte, konnte ich dann aber noch einige Positionen gutmachen. Als wir dann links in den kurvenreichen "Kriteriumssektor" abbogen, hatte ich plötzlich Tilman vor mir. Komisch, der gute Tilman war in der Startaufstellung doch gefühlte 50-60 Positionen vor mir gestartet? Wie weit war es also noch bis zur Spitze, die ich optisch noch nicht erkennen konnte? Ich schien aber generell schon weit nach vorne gelangt zu sein, dachte ich.
In der B94-Steigung entschied ich mich dann für die rechte Seite, weil der leichte Wind von der linken Seite kam. Spoiler-Alert: Es war die falsche Seitenwahl! Überholen war nur auf der linken Seite möglich, wodurch ich leider keine Positionen gutmachen konnte, was von den Beinen her aber möglich gewesen wäre! Manchmal musste ich sogar ein paar Tritte auslassen, weil das Tempo vor mir einbrach. Aber ich war halt komplett eingebaut. Als es dann hinter Kirschkau auf die schmale Straße durch den Wald ging, musste ich ebenfalls eher bremsen statt rollen lassen zu können, weil das Tempo im Feld einfach zu niedrig war. Zu zweit, teilweise zu dritt fuhren die Fahrer hier noch nebeneinander, was bei dem kurvigen Verlauf dieser engen Straße einfach schlecht ist. Als es dann in den "dunklen Wald" ging, war es wie letztes Jahr noch etwas nass. Letztes Jahr rutschte mir deswegen ja zwei Mal das Hinterrad weg, weshalb ich in Sachen Material und Mentalität schon entsprechend vorbereitet war, um hier gut durchzukommen. Das gelang mir auch, aber das lag auch daran, dass es hier auf der Langdistanz mächtig gescheppert hatte! Helfer schrien uns zu, dass wir langsam fahren sollten. Es standen auch Fahrzeuge der Helfer am Rand. Die Fahrer vor mir schienen die Fahrweise der gefährlichen Situation auch anzupassen. Kurz vorm nächsten Dorf fuhren wir dann noch mit gemäßigtem Tempo am letzten Krankenwagen, da hatte ich erstmals seit mehreren Kilometern mal wieder ein bisschen Überblick über die Rennsituation vor mir - und die sah nicht gerade sportlich fair aus: An der Spitze des Feldes muss man trotz der gefährlichen Situation und der Warnhinweise zu langsamen Tempo voll aufs Gas gedrückt haben. Ich sah eine Einerreihe, die schon mehrere Löcher hatte.
Da konnte man jetzt aber nicht viel tun, zumal wir uns in der langen wellig ansteigenden Passage nach Dittersdorf befanden. Da war also eh nicht viel mit Windschatten und Ranrollen in der Gruppe, da ging es nur um die Beinkraft in den Steigungen. Und mit der war ich schon am Limit, also war nicht daran zu denken, dass ich nochmal Anschluss an die Spitze finden würde. Stattdessen fuhren in der Steigung einige langsame, zurückfallende Fahrer auf der linken Seite - einer davon zog erst kurz vor mir zur linken Seite, wodurch ich dann erstmal bremsen musste. Immer wieder schön, wenn man bergauf bremsen muss. Herrlich! An den anderen Fahrern konnte ich noch vorbeisteuern. Als ich meinerseits vor zig Jahren mit Rennen anfing, habe ich schnell gelernt, dass man also langsamer Fahrer idealerweise rechts fährt - und zwar GANZ rechts. GANZ links wäre auch okay, aber die Tür scheinbar offenzulassen, aber dann rüberzueiern - das ist ein NO GO!!! So kann und sollte man in einem Rennfahrerfeld einfach nicht fahren. Solche Situationen haben schon zu den unnötigsten Stürzen geführt. Wobei wichtiger als die Wahl der Fahrlinie noch ist, dass man die gewählte Fahrlinie beibehält. Das Rumeiern ist halt das große Problem...
Egal. Der Schwung war weg, ich musste nochmal richtig beißen, um wieder Fahrt aufzunehmen und wenigstens den Anschluss an die Gruppe zu halten, in der ich mich nunmal befand, als das Loch zur Spitze entstand. Kurz vor Dittersdorf kam dann aber ein ähnlicher Einbruch wie im letzten Jahr. Die gleiche Stelle, meine Fresse! Im Gegensatz zum Vorjahr konnte ich mich aber schneller fangen und dann 2,5 km allein im Wind gut genug drücken, um wieder an die Gruppe ranzufahren. Puh! Danach musste ich erst mal wieder Kraft sammeln, was auch nicht so leicht war, weil die Gruppe sehr unharmonisch lief. Immer wieder wurde das Tempo von einigen Fahrern angerissen, wodurch einfach keine gleichmäßige Nachführarbeit entstehen konnte.
Am Ende der 1. Runde hatten wir dann 4 Minuten Rückstand auf die Spitze, aber nur wenige Sekunden zu einer Gruppe mit ungefähr 10 Fahrern. In der Abfahrt aus Oberböhmsdorf heraus machte ich dann etwas Druck und konnte am Ende der Abfahrt in die Gruppe reinfahren. Wir waren jetzt mit insgesamt über 20 Fahrern untwerwegs - eine wirklich gute Größe, um auch die zweite Runde gut bewältigen zu können! Die unharmonische Fahrweise nahm aber kein Ende, weshalb ich zwischendurch auch mal wieder etwas am Einknicken war, aber das ging scheinbar den meisten Fahrer in der Gruppe so. Wir blieben also größtenteils zusammen und fuhren dann zur letzten Steigung des Tages. Kurz vor Beginn der Steigung konnte ich mich dann ausnahmsweise mal richtig positionieren und fuhr an dritter Stelle in die Steigung, wo ich aber gleich in die Führungsposition fuhr, um den noch vorhandenen Schwung mitzunehmen. Danach wunderte es mich etwas, dass einfach niemand an mir vorbeifuhr. Oben hatte ich dann mit einem weiteren Fahrer ein paar Meter Vorsprung und wir versuchten weiter zu drücken, aber bei Verlassen des Waldes war die Gruppe wieder zusammen. Einige Fahrer attackierten jetzt, ich fuhr ganz rechts und wartete noch etwas ab - da knallte mir plötzlich ein Fahrer von links an den Lenker, der den angreifenden Fahrern nachsteigen wollte, es dabei aber ähnlich wie ein Profi im Massensprint mit der engen Fahrweise übertrieb. Die ganze Fahrbahn war frei, nur ganz rechts war ich halt schon! Sooooo viel Platz. Zum Glück führte die Berührung zu keinem Sturz.
Danach vermasselte ich dann die Kurve am Ende der Zielabfahrt, weil ich einfach viel zu stark bremste. Dennoch rollte alles wieder zusammen, wobei ich dann dummerweise in der Führungsposition war, als es langsam auf die Zielgerade ging. Ich war dann zu ungeduldig und wartete nicht darauf, dass andere Fahrer den Sprint eröffneten. Die Beine waren schon sehr müde und das Finish war suboptimal, aber ich wurde immerhin noch Vierter aus unserer Gruppe heraus. Bei fast 20 Fahrern, die wir wohl noch waren, ist das schon okay, denke ich. 35,7 km/h und eine Fahrzeit von unter 2,5 Stunden waren auch toll. Ich hatte mich im Vergleich zum Vorjahr um 14 Minuten gesteigert - eine Steigerung, die sicherlich einmalig bleiben wird. So viele Minuten kann ich bei diesem Rennen auf gar keinen Fall nochmal gutmachen. Aufgrund der fehlenden Rennübersicht in der 1. Runde, wusste ich aber eben auch nicht, wie viele Fahrer genau vorne weg waren. Ich hoffte im Ziel noch auf eine Platzierung um Platz 20 herum (im letzten Jahr wäre ich mit der Zeit auf Platz 27 gelandet), aber dann sah ich, dass ich nur auf Platz 42 war. Aber okay, das war das andere Minimalziel: Top 50.
Alles in allem hat Schleiz wieder viel Spaß gemacht und sich als mein persönlich schönstes Rennen des Jahres weiter etabliert. Auch nächstes Jahr werde ich hier wieder am Start stehen, auch wenn ich dann gerne 5 Kilo weniger auf den Rippen hätte. Und Ziele? Top 50 und unter 2,5 Stunden sind jetzt natürlich keine Ziele mehr, stattdessen setze ich mir jetzt schon eine Zeit unter 2:20 und eine Platzierung unter den ersten 30 zum Ziel. Das Training nach Friel hat auf jeden Fall was gebracht und für nächstes Jahr erhoffe ich mir natürlich eine weitere Steigerung. So macht Radsport richtig Spaß. :)
Disclaimer - wenn man so will
In meinem Sport-Blog schreibe ich über meine Sporterlebnisse teilweise ernsthaft, teilweise aber auch mit überspitztem Humor - den Unterschied sollte man erkennen, wenn man mich persönlich kennt ;) Generell gilt: Wer die Dinge, die ich hier schreibe, zu ernst nimmt, ist selbst schuld ;)
Team 2019
Team 2019
2019 fahre ich Lizenzrennen für RMV Concordia Strullendorf 1920 e.V. und ausgewählte Jedermannrennen
2019 fahre ich Lizenzrennen für RMV Concordia Strullendorf 1920 e.V. und ausgewählte Jedermannrennen
Donnerstag, 9. Juni 2016
Mittwoch, 1. Juni 2016
2x in Kulmbach gefetzt, jetzt 2x Saisonhöhepunkte
Nach dem schweren Rennen in Sonneberg, war es letzte Woche Dienstag ganz schön frisch in Kulmbach. Also waren wieder Beinlinge angesagt und das Feld schlug auch ein niedrigeres Tempo an. Wir hatten am Ende nur einen Schnitt von knapp über 40 km/h und in der zweiten Rennhälfte war eigentlich keine Runde mehr über 42 km/h - mit Ausnahme einer Runde, in der ich mich mal zu einer Solo-Attacke für etwas mehr als eine Runde entschied. Julius, der Jungspund von den Altenkunstädtern, war gerade seinerseits eine Solo-Attacke gefahren, als ich mich spontan zu einer klassischen Konterattacke entschied. Auf meinem Ätsch habe ich eigentlich eine tolle Seite eingerichtet, die mir speziell für Attacken bei Kriterien hilfreiche Infos liefern sollte. Zu Rennbeginn blickte ich auch noch jedesmal auf meinen Ätsch, wenn ich vom Gefühl her an eine Attacke dachte. Die Daten sagten mir aber, dass ich das besser sein lasse, wenn mein Puls eh schon mehrere Schläge über der Schwelle ist. ;)
So hilfreich die modernen Radcomputer auch sein können, so wenig hatte er dann im Endeffekt mit meiner erfolgreichen Attacke zu tun. Als ich mich zu der Konterattacke entschied, geschah das vollkommen spontan. Ich hatte keine Ahnung, ob ich überhaupt die Reserve dafür hatte oder wie viele Runden es noch bis zur nächsten Wertung waren. Zum Glück hörte ich bei der Zieldurchfahrt aber gleich die Glocke und sah, dass das Feld nicht die große Entschlossenheit bei der Verfolgung an den Tag legte. Ich selbst fühlte mich zwar alles andere als stark und spulte einfach nur mit einer vermeintlich kleinen Übersetzung eine Kadenz über 100 ab, aber ich konnte den Vorsprung sogar ausbauen! Reines Glück, dachte ich. Vom Gefühl her war ich vielleicht mit einem 40er- oder 41er-Schnitt unterwegs. Es schien, als ob das Feld mich einfach gewähren ließ. Am Ende wurde ich zwar noch von der A-Rakete namens Benny in gewohnt beeindruckender Manier abgefangen, aber ich fuhr dennoch meine ersten 3 Punkte dieses Jahr ein! In der Endabrechnung war das dann Platz 7 und in der Gesamtwertung brachte es mich auf Platz 11.
Bei der Auswertung der Daten fiel mir hinterher auf, dass ich wirklich einen guten Zeitpunkt gewählt hatte: Ich fuhr gerade im Grenzbereich zwischen Trainingsbereich 3 und 4 nach Friel - also relativ "ausgeruht" für ein Rennen. Und auch das Tempo meiner Attacke war richtig gut, denn ich war mit einem 43er-Schnitt unterwegs! Da wir nur einen 40er-Schnitt hatten, hätte mir ein Blick auf den Ätsch also gesagt, dass ich schneller als das Renntempo unterwegs war, was mir also gleichzeitig gesagt hätte, dass die Attacke Erfolg haben könnte. Die Daten, die ich mir vom Ätsch anzeigen lasse, sind also keineswegs so verkehrt. Sie können einem schon helfen, die Erfolgschancen einer Attacke einzuschätzen und sich nicht sinnlos zu verausgaben. In diesem Fall aber sah ich während der gesamten Attacke kein einziges Mal auf den Ätsch, was aber nicht heißen soll, dass er unnütze ist, sondern dass man eben auch weiterhin ohne modernen Radcomputer schnell radfahren kann. Wäre ja auch schlimm, wenn das nicht so wäre. ;)
Gestern war dann wieder kurz/kurz-Wetter angesagt - und schon ging's rund. Wir fingen mit einem 44er-Schnitt an - und hörten auch damit auf. Mehr gibt es eigentlich nicht zu sagen. Natürlich keine Punkte für mich, aber das bisher schnellste Rennen meines Lebens. Hatte ich in Augsburg letztes Jahr noch in der ersten halben Stunde ständig einen 44er-Schnitt auf dem Tacho und konnte das damals kaum glauben, ist das jetzt schon fast gar nix besonders mehr - obwohl das diesmal ja fast 73 Minuten waren. Ich bezeichne das mal als Fortschritt und deute es auch als Erfolg des Trainings nach System.
Am Wochenende steht dann planmäßig der erste Saisonhöhepunkt an: Schleiz. Für mich persönlich das schönste Rennen des Jahres, daher ein fester Termin. Zwar immer wieder doof, wenn man am Sonntag mitten in der Nacht aufstehen muss und nicht ausgeschlafen ist, aber die anderen Fahrer können ja auch nicht länger schlafen. Mal sehen, was dann also geht. Letztes Jahr verlor ich zu Beginn der Steigung auf der Bundesstraße den Anschluss ans "1. Hauptfeld", danach in der kurvigen, abfallenden Passage durch den Wald nach zwei Fast-Stürzen den Anschluss an das "2. Hauptfeld". Die Wetterprognose ist leider auch dieses Jahr nicht viel besser, die gleiche Passage könnte wieder nass sein. Da muss ich nochmal im Radladen vorbeisehen, denn der Hinterreifen ist schon ganz schön abgefahren - und das Hinterrad war es ja, das mir letztes Jahr zwei Mal weggerutscht ist.
Nächste Woche steht auch noch der zweite Saisonhöhepunkt an, die Zollernalb-Tour. Endlich mal wieder ein Etappenrennen! Leider mit einem kurzen Zeitfahren, bei dem auch Spezialmaterial verwendet werden darf, was dann zwar die Spezialisten freut, aber die reinen Rennfahrer nur zusätzlich Zeit kosten wird. Denn sind wir doch mal ehrlich: Die guten Zeitfahrer werden auch bei gleichem Material besser als die reinen Rennfahrer sein. An der Reihenfolge auf der Ergebnisliste wird sich also nicht viel ändern. Die Zeitabstände werden halt nur größer ausfallen, was bei einem Etappenrennen natürlich ärgerlich sein kann. Ich schätze mal bei der Distanz, dass man durchaus 30 bis vielleicht sogar 50 oder 60 Sekunden durch den Materialunterschied verlieren kann. Da auf der Königsetappe aber viel größere Zeitabstände zu erwarten sind, sollte das am Ende nicht allzu viele Plätze in der Gesamtwertung ausmachen.
So hilfreich die modernen Radcomputer auch sein können, so wenig hatte er dann im Endeffekt mit meiner erfolgreichen Attacke zu tun. Als ich mich zu der Konterattacke entschied, geschah das vollkommen spontan. Ich hatte keine Ahnung, ob ich überhaupt die Reserve dafür hatte oder wie viele Runden es noch bis zur nächsten Wertung waren. Zum Glück hörte ich bei der Zieldurchfahrt aber gleich die Glocke und sah, dass das Feld nicht die große Entschlossenheit bei der Verfolgung an den Tag legte. Ich selbst fühlte mich zwar alles andere als stark und spulte einfach nur mit einer vermeintlich kleinen Übersetzung eine Kadenz über 100 ab, aber ich konnte den Vorsprung sogar ausbauen! Reines Glück, dachte ich. Vom Gefühl her war ich vielleicht mit einem 40er- oder 41er-Schnitt unterwegs. Es schien, als ob das Feld mich einfach gewähren ließ. Am Ende wurde ich zwar noch von der A-Rakete namens Benny in gewohnt beeindruckender Manier abgefangen, aber ich fuhr dennoch meine ersten 3 Punkte dieses Jahr ein! In der Endabrechnung war das dann Platz 7 und in der Gesamtwertung brachte es mich auf Platz 11.
Bei der Auswertung der Daten fiel mir hinterher auf, dass ich wirklich einen guten Zeitpunkt gewählt hatte: Ich fuhr gerade im Grenzbereich zwischen Trainingsbereich 3 und 4 nach Friel - also relativ "ausgeruht" für ein Rennen. Und auch das Tempo meiner Attacke war richtig gut, denn ich war mit einem 43er-Schnitt unterwegs! Da wir nur einen 40er-Schnitt hatten, hätte mir ein Blick auf den Ätsch also gesagt, dass ich schneller als das Renntempo unterwegs war, was mir also gleichzeitig gesagt hätte, dass die Attacke Erfolg haben könnte. Die Daten, die ich mir vom Ätsch anzeigen lasse, sind also keineswegs so verkehrt. Sie können einem schon helfen, die Erfolgschancen einer Attacke einzuschätzen und sich nicht sinnlos zu verausgaben. In diesem Fall aber sah ich während der gesamten Attacke kein einziges Mal auf den Ätsch, was aber nicht heißen soll, dass er unnütze ist, sondern dass man eben auch weiterhin ohne modernen Radcomputer schnell radfahren kann. Wäre ja auch schlimm, wenn das nicht so wäre. ;)
Gestern war dann wieder kurz/kurz-Wetter angesagt - und schon ging's rund. Wir fingen mit einem 44er-Schnitt an - und hörten auch damit auf. Mehr gibt es eigentlich nicht zu sagen. Natürlich keine Punkte für mich, aber das bisher schnellste Rennen meines Lebens. Hatte ich in Augsburg letztes Jahr noch in der ersten halben Stunde ständig einen 44er-Schnitt auf dem Tacho und konnte das damals kaum glauben, ist das jetzt schon fast gar nix besonders mehr - obwohl das diesmal ja fast 73 Minuten waren. Ich bezeichne das mal als Fortschritt und deute es auch als Erfolg des Trainings nach System.
Am Wochenende steht dann planmäßig der erste Saisonhöhepunkt an: Schleiz. Für mich persönlich das schönste Rennen des Jahres, daher ein fester Termin. Zwar immer wieder doof, wenn man am Sonntag mitten in der Nacht aufstehen muss und nicht ausgeschlafen ist, aber die anderen Fahrer können ja auch nicht länger schlafen. Mal sehen, was dann also geht. Letztes Jahr verlor ich zu Beginn der Steigung auf der Bundesstraße den Anschluss ans "1. Hauptfeld", danach in der kurvigen, abfallenden Passage durch den Wald nach zwei Fast-Stürzen den Anschluss an das "2. Hauptfeld". Die Wetterprognose ist leider auch dieses Jahr nicht viel besser, die gleiche Passage könnte wieder nass sein. Da muss ich nochmal im Radladen vorbeisehen, denn der Hinterreifen ist schon ganz schön abgefahren - und das Hinterrad war es ja, das mir letztes Jahr zwei Mal weggerutscht ist.
Nächste Woche steht auch noch der zweite Saisonhöhepunkt an, die Zollernalb-Tour. Endlich mal wieder ein Etappenrennen! Leider mit einem kurzen Zeitfahren, bei dem auch Spezialmaterial verwendet werden darf, was dann zwar die Spezialisten freut, aber die reinen Rennfahrer nur zusätzlich Zeit kosten wird. Denn sind wir doch mal ehrlich: Die guten Zeitfahrer werden auch bei gleichem Material besser als die reinen Rennfahrer sein. An der Reihenfolge auf der Ergebnisliste wird sich also nicht viel ändern. Die Zeitabstände werden halt nur größer ausfallen, was bei einem Etappenrennen natürlich ärgerlich sein kann. Ich schätze mal bei der Distanz, dass man durchaus 30 bis vielleicht sogar 50 oder 60 Sekunden durch den Materialunterschied verlieren kann. Da auf der Königsetappe aber viel größere Zeitabstände zu erwarten sind, sollte das am Ende nicht allzu viele Plätze in der Gesamtwertung ausmachen.
Montag, 23. Mai 2016
Friel-Phase "Höchstleistung" mit Sonnebergpreis
Aktuell befinde ich mich bei meinem Trainingsplan nach Friel in der Phase "Höchstleistung". Beim Sonnebergpreis war dann auch eine Höchstleistung gefragt, um einfach nur durchzufahren. Auf Strava sah ich, dass der Sieger im KT/ABC-Rennen letztes Jahr nur einen 34er-Schnitt hatte. Einerseits sollte das eine Warnung sein, andererseits sah ich darin aber auch die Hoffnung, dass sich die Leute die Kräfte gut einteilen würden und dadurch nicht zu schnell Vollgas geben würden. Das war aber eine Fehlannahme, zumal trotz guter Meldezahlen KT/AB, C und U19 gemeinsam starten mussten. Die Zusammenlegung kam den guten C-Fahrern sicherlich entgegen, weil die A-Fahrer dadurch früh für ein hohes Tempo und somit für eine hohe Selektion sorgen würden. Für die schlechten C-Fahrer wie mich war das weniger lustig.
Generell war mein Start ins Rennen noch ganz okay - bis zu der Stelle zu Beginn der ersten Steigung, wo man auf Strava bei einem Blick auf die Trittfrequenz-Analyse auch etwas erkennen kann. Da bricht meine Trittfrequenz nämlich schlagartig ein. Was war passiert? Irgendein Jungspund der U19 war zu ungeduldig - Lewis Hamilton lässt grüßen. Obwohl das große Starterfeld auf der engen Straße keine offenen Türen bot, was zu Beginn der Steigung nur logisch und somit zu erwarten war, wollte der U19-Fahrer mit aller Gewalt eine Lücke finden. Dazu zog er zunächst von halb rechts komplett rüber nach links - und rasierte fast mein Vorderrad. Generell war im Ansatz aber schon zu erkennen, dass der Fahrer nach einer nicht vorhandenen Lücke suchte und ich hatte schon mit so einer Aktion gerechnet. Womit ich aber nicht gerechnet hatte, war das, was ein paar Sekunden später passierte: Da zog der Fahrer nämlich wieder von der linken Seite komplett rüber auf die rechte Seite. Diesmal wurde es schon sauknapp und das war auch die Stelle, wo man in der Analyse auf Strava den Einbruch meiner Trittfrequenz sieht. So ein richtig sinnfreies Zickzack-Fahren.
Je länger die Steigung sich zog, desto eher taten sich dann aber doch Lücken auf. Das war zu erwarten und auf so etwas wartet man dann auch, wenn man schneller fahren kann. Das hat dieser U19-Fahrer noch zu lernen. Was ich hingegen noch zu lernen habe, ist, dass ich nicht zu den Fahrern gehöre, die dann einbrechen und diese entsprechenden Lücken aufmachen. Bei einem Blick auf die Leistungsdaten war ich hier einfach schon an meinem persönlichen Limit. So früh aus dem Feld zurückzufallen, damit hatte ich nicht gerechnet - allerdings hatte ich auch nicht damit gerechnet, dass es sich um ein Feld mit den KT/AB-Profis handeln würde. Insofern fuhr ich dann erstmal auf meinem niedrigen C-Niveau weiter und es bildete sich auch eine kleinere Gruppe aus C- und U19-Fahrern.
Drei Runden lang blieb ich in der Gruppe, auch wenn innerhalb der Gruppe eine sehr ungleichmäßige Fahrweise war. Da gab es immer wieder ein paar nutzlose Tempoverschärfungen, die nur dazu geführt haben, dass sich die Gruppe dann unnötigerweise verkleinerte. Zu Beginn der 4. Runde brach ich dann an der gleichen Stelle wie in Runde 1 weg. Wieso Fahrer einer abgehängten Gruppe, die schon so weit zurück liegen, dass die nächste Gruppe nicht mehr zu erkennen ist, dann so ungleichmäßig und auf Selektion ausgerichtet fahren müssen, erschließt sich mir einfach nicht ganz. Auf den Flybys von Strava sieht man sogar, dass einer dieser Fahrer aus unserer Gruppe fast den Sprung in eine nächste Gruppe geschafft hat - aber eben nur fast. Alleine schließt man so eine Lücke eben nicht so leicht wie gemeinsam. Kurz darauf stieg dieser Fahrer sogar aus. Na, das hatte sich für ihn ja mal richtig gelohnt, dass er aus unserer Gruppe rausfahren musste.
Da natürlich nicht alle Fahrer auf Strava ihre Daten hochladen, kann ich auch nicht genau sagen, was mit den anderen Fahrern meiner Gruppe passiert ist, aber was ich so mitbekam, ist diese Gruppe nach und nach kleiner geworden, wobei die meisten zurückgefallenen Fahrer dann gleich ausgestiegen sind. Ich selbst habe mich aber trotz Kopf- und Knieschmerzen in den letzten beiden Runden größtenteils als Bergzeitfahrer durchgequält und kam auf Platz 32 von 55 gestarteten Fahrern ins Ziel. Der Vorteil einer Alleinfahrt ist dann halt wenigstens, dass man gleichmäßig fahren kann. Schade, dass sich die Fahrer einer abgehängten Gruppe nicht auch zu so einer gleichmäßigen Fahrweise entscheiden können. Wenn man sich dann noch aus seiner Gruppe lösen will, kann man das ja in der letzten Runde tun. Außerdem ist geteiltes Leid nunmal halbes Leid. ;)
Am Ende nur ein 28er-Schnitt - wow, ich hatte bei einem Rennen noch nie einen Schnitt von unter 30 km/h!!! Aber ich kann mich auch nicht daran erinnern, dass ich schon jemals an einem härteren Rennen teilgenommen hatte. Das haut echt rein! "Höchstleistung" trifft es dann auch ganz gut - das war mein bisher anstrengendster Tag der Saison und auch die mit Abstand meisten Höhenmeter. Zusammen mit dem Einrollen kam ich fast auf doppelt so viele Höhenmeter wie bei meiner bisher "höhenmetrigsten" Saisonfahrt! Jetzt ist erstmal Wundenlecken angesagt, bevor diese Woche noch 2 intensive Einheiten auf dem Plan stehen. Kulmbach fällt morgen ja vermutlich ins Wasser. :(
Generell war mein Start ins Rennen noch ganz okay - bis zu der Stelle zu Beginn der ersten Steigung, wo man auf Strava bei einem Blick auf die Trittfrequenz-Analyse auch etwas erkennen kann. Da bricht meine Trittfrequenz nämlich schlagartig ein. Was war passiert? Irgendein Jungspund der U19 war zu ungeduldig - Lewis Hamilton lässt grüßen. Obwohl das große Starterfeld auf der engen Straße keine offenen Türen bot, was zu Beginn der Steigung nur logisch und somit zu erwarten war, wollte der U19-Fahrer mit aller Gewalt eine Lücke finden. Dazu zog er zunächst von halb rechts komplett rüber nach links - und rasierte fast mein Vorderrad. Generell war im Ansatz aber schon zu erkennen, dass der Fahrer nach einer nicht vorhandenen Lücke suchte und ich hatte schon mit so einer Aktion gerechnet. Womit ich aber nicht gerechnet hatte, war das, was ein paar Sekunden später passierte: Da zog der Fahrer nämlich wieder von der linken Seite komplett rüber auf die rechte Seite. Diesmal wurde es schon sauknapp und das war auch die Stelle, wo man in der Analyse auf Strava den Einbruch meiner Trittfrequenz sieht. So ein richtig sinnfreies Zickzack-Fahren.
Je länger die Steigung sich zog, desto eher taten sich dann aber doch Lücken auf. Das war zu erwarten und auf so etwas wartet man dann auch, wenn man schneller fahren kann. Das hat dieser U19-Fahrer noch zu lernen. Was ich hingegen noch zu lernen habe, ist, dass ich nicht zu den Fahrern gehöre, die dann einbrechen und diese entsprechenden Lücken aufmachen. Bei einem Blick auf die Leistungsdaten war ich hier einfach schon an meinem persönlichen Limit. So früh aus dem Feld zurückzufallen, damit hatte ich nicht gerechnet - allerdings hatte ich auch nicht damit gerechnet, dass es sich um ein Feld mit den KT/AB-Profis handeln würde. Insofern fuhr ich dann erstmal auf meinem niedrigen C-Niveau weiter und es bildete sich auch eine kleinere Gruppe aus C- und U19-Fahrern.
Drei Runden lang blieb ich in der Gruppe, auch wenn innerhalb der Gruppe eine sehr ungleichmäßige Fahrweise war. Da gab es immer wieder ein paar nutzlose Tempoverschärfungen, die nur dazu geführt haben, dass sich die Gruppe dann unnötigerweise verkleinerte. Zu Beginn der 4. Runde brach ich dann an der gleichen Stelle wie in Runde 1 weg. Wieso Fahrer einer abgehängten Gruppe, die schon so weit zurück liegen, dass die nächste Gruppe nicht mehr zu erkennen ist, dann so ungleichmäßig und auf Selektion ausgerichtet fahren müssen, erschließt sich mir einfach nicht ganz. Auf den Flybys von Strava sieht man sogar, dass einer dieser Fahrer aus unserer Gruppe fast den Sprung in eine nächste Gruppe geschafft hat - aber eben nur fast. Alleine schließt man so eine Lücke eben nicht so leicht wie gemeinsam. Kurz darauf stieg dieser Fahrer sogar aus. Na, das hatte sich für ihn ja mal richtig gelohnt, dass er aus unserer Gruppe rausfahren musste.
Da natürlich nicht alle Fahrer auf Strava ihre Daten hochladen, kann ich auch nicht genau sagen, was mit den anderen Fahrern meiner Gruppe passiert ist, aber was ich so mitbekam, ist diese Gruppe nach und nach kleiner geworden, wobei die meisten zurückgefallenen Fahrer dann gleich ausgestiegen sind. Ich selbst habe mich aber trotz Kopf- und Knieschmerzen in den letzten beiden Runden größtenteils als Bergzeitfahrer durchgequält und kam auf Platz 32 von 55 gestarteten Fahrern ins Ziel. Der Vorteil einer Alleinfahrt ist dann halt wenigstens, dass man gleichmäßig fahren kann. Schade, dass sich die Fahrer einer abgehängten Gruppe nicht auch zu so einer gleichmäßigen Fahrweise entscheiden können. Wenn man sich dann noch aus seiner Gruppe lösen will, kann man das ja in der letzten Runde tun. Außerdem ist geteiltes Leid nunmal halbes Leid. ;)
Am Ende nur ein 28er-Schnitt - wow, ich hatte bei einem Rennen noch nie einen Schnitt von unter 30 km/h!!! Aber ich kann mich auch nicht daran erinnern, dass ich schon jemals an einem härteren Rennen teilgenommen hatte. Das haut echt rein! "Höchstleistung" trifft es dann auch ganz gut - das war mein bisher anstrengendster Tag der Saison und auch die mit Abstand meisten Höhenmeter. Zusammen mit dem Einrollen kam ich fast auf doppelt so viele Höhenmeter wie bei meiner bisher "höhenmetrigsten" Saisonfahrt! Jetzt ist erstmal Wundenlecken angesagt, bevor diese Woche noch 2 intensive Einheiten auf dem Plan stehen. Kulmbach fällt morgen ja vermutlich ins Wasser. :(
Montag, 9. Mai 2016
EZF Weiden und nächste Regenerationswoche
Das EZF in Weiden hat mir richtig Spaß gemacht. Genau genommen hat es mir mehr Spaß gemacht als alle bisherigen Rennen, so ungewöhnlich das für mich auch sein mag. Das lag sicherlich nicht nur am tollen Wetter, sondern auch daran, dass ich von meiner eigenen Zeit total überrascht war. Nach der 29:11 und Platz 19 von 24 im Vorjahr, wollte ich mir als Verbesserung nicht nur eine Zeit unter 29, sondern gleich eine Zeit unter 28 vornehmen. Vollkommen ohne Überlegung, ob das überhaupt ein realistisches Ziel sein könnte. Nach einem etwas komischen Start, bei dem ich das Gefühl hatte, auch nach Startfreigabe noch festgehalten zu werden, obwohl ich wohl einfach nur zu lasch in die Pedale getreten bin und dann aus Eigenverschulden fast umgekippt wäre, kam ich auch ohne Wattmessung sehr gut und gleichmäßig in den Wettkampf. Kurz vor der 1. Wendestelle sah ich dann sogar schon den 1 Minute vor mir gestarteten Fahrer in überraschender Reichweite. Das ging so schnell, dass ich auch damit rechnete, ihn schon kurz darauf zu überholen - aber da dachte ich falsch! Die ersten beiden Sektoren, die zur 1. Wendestelle führen, gehen leicht bergauf. Gut möglich, dass der Fahrer sich damit etwas schwer getan hat, denn danach fuhr er dann mehr oder weniger meine Pace, weshalb ich auch am Ende der 1. Runde immer noch hinter ihm lag.
Zu Beginn der 2. Runde, als es wieder bergauf ging, bekam er offenbar wieder ein paar Probleme und ich konnte mich schon so sehr ranarbeiten, dass ich seitlich versetzt fahren musste. Auf den Strava Flybys kann man das übrigens auch gut erkennen, weil der Fahrer seine Daten ebenfalls auf Strava hochgeladen hat. Ohne Zoom sieht es fast aus, als ob wir zusammen gefahren wären, aber zoomt man bei den Flybys ein, dann sieht man gut, dass ich versetzt zu ihm fahre. Was diesen Aspekt anbelangt, sind die Strava-Flybys also recht genau, aber zu Beginn von Sektor 2 fällt mir dann eine kleine Ungenauigkeit auf. Zu Beginn des 2. Sektors konnte ich nämlich endlich an dem Fahrer vor mir vorbeiziehen, aber auf den Flybys sieht es so aus, als ob er nochmal gekontert hätte. Das war nicht der Fall. Ich nehme mal an, dass der Abstand zwischen ihm und mir in Sektor 1 daher auch enger dargestellt wird als er war. Vielleicht war die Uhrzeit auf seinem Gerät also 1 oder 2 Sekunden weiter als bei mir. Egal ... ich war jetzt jedenfalls endlich an ihm vorbei. ;)
Kurz bevor wir zum Wendepunkt bei Start/Ziel kamen, ging ein weiterer Fahrer auf die Strecke. Den hatte ich jetzt gleich als nächsten "Pacemaker" in Sichtweite. Das war schon gut, dass ich fast während des gesamten Wettkampfs so eine "optische Kampfhilfe" hatte. Wenn man vor sich niemanden mehr sieht, kämpft man nur mit sich selbst - und da "schlafe" ich teilweise ein. Etwas, das mir diesmal aber trotzdem passiert ist. In beiden Runden ließ meine Spannung ungefähr zur Hälfte des letzten Sektors etwas nach, aber der Datenanalyse entnehme ich, dass ich jedesmal sehr schnell wieder "aufgewacht" bin. ;) Kurz vorm Zieleinlauf fuhr ich noch einen weiteren Fahrer auf und ging dann nochmal aus dem Sattel, um durch einen kleinen Zwischensprint noch etwas mehr Fahrt aufzunehmen. Ansonsten hätte es beim Zieleinlauf eng werden können, wenn wir da nebeneinander hätten durchfahren müssen. Dass ich nochmal so gut Fahrt aufnehmen konnte, sagt mir aber auch, dass ich mir die Kräfte vielleicht etwas zu großzügig eingeteilt habe und ich eine noch bessere Leistung hätte abliefern können, aber die 28:09 bedeutete dennoch eine Verbesserung um 1 Minute und 2 Sekunden, womit ich super zufrieden bin!
Am Ende bedeutete das Platz 8 von 21 für mich, also eine deutlich bessere Platzierung als im Vorjahr. Auch die zeitliche Verbesserung zum Vorjahr war bei mir die größte im Vergleich zu allen anderen Teilnehmern, die letztes Jahr ebenfalls am Start waren. Die zweitbeste Verbesserung eines Fahrers waren 34 Sekunden. Insofern war dieses EZF erstmals ein Indiz dafür, dass das Training nach System wohl doch was bringt. ;)
Auch interessant: Jemand hat für den Kurs auf Strava einzelne Sektoren erstellt. Vermutlich erst am Samstag nach dem EZF, weshalb Strava keine "Pokale" und "Krönchen" verteilt hat, aber ich habe da nicht schlecht gestaunt, als ich sah, dass ich in Sektor 1 unter den besten 10 bin. In den anderen Sektoren bin ich eher zwischen 50 und 60 zu finden. Man könnte jetzt meinen, dass ich in Sektor 1 zu Beginn einfach overpacet habe, aber wenn ich die ersten 2 Minuten mit meinen bisherigen Rennen vergleiche, dann ist der Anstieg des Pulses geringer und gleichmäßiger, weshalb ich eher nicht overpacet habe. Wieso also diese gute Startzeit, zumal Zeitfahrmaterial bei einem Zeitfahren ja von Vorteil ist? Die Antwort hat wohl was mit dem Streckenprofil zu tun: Der erste Sektor ist ansteigend. Dadurch macht sich das Zeitfahrmaterial da noch vermutlich noch nicht so richtig bemerkbar. Außerdem könnte ich mir vorstellen, dass heutzutage alle Zeitfahrspezialisten mit Wattmessung unterwegs sind und daher beim "Ziel-Wattwert" nicht mehr weiter beschleunigt haben. Was auch immer die Gründe dafür sind, dass ich in Sektor 1 so gut dastehe: Mir taugt's. ;)
Generell taugt mir aber auch vor allem, dass ich eine wirklich gleichmäßige Leistung hinbekommen habe. Letztes Jahr meine ich mich noch daran zu erinnern, dass ich in der zweiten Runde deutlich langsamer als in der ersten war. Diesmal war ich in der auf Strava erstellten Runde nur 6 Sekunden langsamer als in Runde 1. Sehr viel gleichmäßiger kann man ohne Wattmessung wohl kaum fahren, zumal auch der Durchschnittspuls nur 1 Schlag höher war. Und dieser 1 Schlag im Schnitt kommt wohl schon durch den Start zustande, wo der Puls ja noch "im Keller" ist. Ergo: Ich bin fast wie ein Computer programmiert gefahren. Denke ich da an den letzten T2-Test vor einem knappen Monat, dann ist das wirklich erstaunlich. Beim T2-Test bin ich ja richtig eingeknickt und Puls sowie Leistung gingen immer weiter in den Keller. Diesen Einbruch hatte ich diesmal nicht - und das stimmt mich optimistisch für die nächsten Rennen.
Aktuell ist dann eine letzte Regenerationswoche angesagt, bevor es dann zwei Wochen "Höchstleistung" und zwei Wochen "Wettkampf" nach Friel gibt. Morgen fahre ich dennoch nach Kulmbach, denn auch in einer Regenerationswoche darf man ja wenigstens 1 Rennen fahren. Durch die Freude über den Verlauf des EZFs freue ich mich auch richtig auf das nächste Rennen, obwohl ich nach dem "Jedermann"-Kriterium in Kulmbach erstmal an einem ziemlichen Tiefpunkt angelangt war. Das nächste offizielle Rennen wird dann am 22.5. in Sonneberg sein, wofür ich noch an der richtige Ernährungsstrategie arbeite. Ich will dort auf jeden Fall durchfahren, was dann bis zu 3 Stunden Fahrzeit bedeuten könnte, falls ich die volle Rundenzahl packe, also nicht überrundet werde. Da gilt es unbedingt einen Hungerast zu vermeiden!
Zu Beginn der 2. Runde, als es wieder bergauf ging, bekam er offenbar wieder ein paar Probleme und ich konnte mich schon so sehr ranarbeiten, dass ich seitlich versetzt fahren musste. Auf den Strava Flybys kann man das übrigens auch gut erkennen, weil der Fahrer seine Daten ebenfalls auf Strava hochgeladen hat. Ohne Zoom sieht es fast aus, als ob wir zusammen gefahren wären, aber zoomt man bei den Flybys ein, dann sieht man gut, dass ich versetzt zu ihm fahre. Was diesen Aspekt anbelangt, sind die Strava-Flybys also recht genau, aber zu Beginn von Sektor 2 fällt mir dann eine kleine Ungenauigkeit auf. Zu Beginn des 2. Sektors konnte ich nämlich endlich an dem Fahrer vor mir vorbeiziehen, aber auf den Flybys sieht es so aus, als ob er nochmal gekontert hätte. Das war nicht der Fall. Ich nehme mal an, dass der Abstand zwischen ihm und mir in Sektor 1 daher auch enger dargestellt wird als er war. Vielleicht war die Uhrzeit auf seinem Gerät also 1 oder 2 Sekunden weiter als bei mir. Egal ... ich war jetzt jedenfalls endlich an ihm vorbei. ;)
Kurz bevor wir zum Wendepunkt bei Start/Ziel kamen, ging ein weiterer Fahrer auf die Strecke. Den hatte ich jetzt gleich als nächsten "Pacemaker" in Sichtweite. Das war schon gut, dass ich fast während des gesamten Wettkampfs so eine "optische Kampfhilfe" hatte. Wenn man vor sich niemanden mehr sieht, kämpft man nur mit sich selbst - und da "schlafe" ich teilweise ein. Etwas, das mir diesmal aber trotzdem passiert ist. In beiden Runden ließ meine Spannung ungefähr zur Hälfte des letzten Sektors etwas nach, aber der Datenanalyse entnehme ich, dass ich jedesmal sehr schnell wieder "aufgewacht" bin. ;) Kurz vorm Zieleinlauf fuhr ich noch einen weiteren Fahrer auf und ging dann nochmal aus dem Sattel, um durch einen kleinen Zwischensprint noch etwas mehr Fahrt aufzunehmen. Ansonsten hätte es beim Zieleinlauf eng werden können, wenn wir da nebeneinander hätten durchfahren müssen. Dass ich nochmal so gut Fahrt aufnehmen konnte, sagt mir aber auch, dass ich mir die Kräfte vielleicht etwas zu großzügig eingeteilt habe und ich eine noch bessere Leistung hätte abliefern können, aber die 28:09 bedeutete dennoch eine Verbesserung um 1 Minute und 2 Sekunden, womit ich super zufrieden bin!
Am Ende bedeutete das Platz 8 von 21 für mich, also eine deutlich bessere Platzierung als im Vorjahr. Auch die zeitliche Verbesserung zum Vorjahr war bei mir die größte im Vergleich zu allen anderen Teilnehmern, die letztes Jahr ebenfalls am Start waren. Die zweitbeste Verbesserung eines Fahrers waren 34 Sekunden. Insofern war dieses EZF erstmals ein Indiz dafür, dass das Training nach System wohl doch was bringt. ;)
Auch interessant: Jemand hat für den Kurs auf Strava einzelne Sektoren erstellt. Vermutlich erst am Samstag nach dem EZF, weshalb Strava keine "Pokale" und "Krönchen" verteilt hat, aber ich habe da nicht schlecht gestaunt, als ich sah, dass ich in Sektor 1 unter den besten 10 bin. In den anderen Sektoren bin ich eher zwischen 50 und 60 zu finden. Man könnte jetzt meinen, dass ich in Sektor 1 zu Beginn einfach overpacet habe, aber wenn ich die ersten 2 Minuten mit meinen bisherigen Rennen vergleiche, dann ist der Anstieg des Pulses geringer und gleichmäßiger, weshalb ich eher nicht overpacet habe. Wieso also diese gute Startzeit, zumal Zeitfahrmaterial bei einem Zeitfahren ja von Vorteil ist? Die Antwort hat wohl was mit dem Streckenprofil zu tun: Der erste Sektor ist ansteigend. Dadurch macht sich das Zeitfahrmaterial da noch vermutlich noch nicht so richtig bemerkbar. Außerdem könnte ich mir vorstellen, dass heutzutage alle Zeitfahrspezialisten mit Wattmessung unterwegs sind und daher beim "Ziel-Wattwert" nicht mehr weiter beschleunigt haben. Was auch immer die Gründe dafür sind, dass ich in Sektor 1 so gut dastehe: Mir taugt's. ;)
Generell taugt mir aber auch vor allem, dass ich eine wirklich gleichmäßige Leistung hinbekommen habe. Letztes Jahr meine ich mich noch daran zu erinnern, dass ich in der zweiten Runde deutlich langsamer als in der ersten war. Diesmal war ich in der auf Strava erstellten Runde nur 6 Sekunden langsamer als in Runde 1. Sehr viel gleichmäßiger kann man ohne Wattmessung wohl kaum fahren, zumal auch der Durchschnittspuls nur 1 Schlag höher war. Und dieser 1 Schlag im Schnitt kommt wohl schon durch den Start zustande, wo der Puls ja noch "im Keller" ist. Ergo: Ich bin fast wie ein Computer programmiert gefahren. Denke ich da an den letzten T2-Test vor einem knappen Monat, dann ist das wirklich erstaunlich. Beim T2-Test bin ich ja richtig eingeknickt und Puls sowie Leistung gingen immer weiter in den Keller. Diesen Einbruch hatte ich diesmal nicht - und das stimmt mich optimistisch für die nächsten Rennen.
Aktuell ist dann eine letzte Regenerationswoche angesagt, bevor es dann zwei Wochen "Höchstleistung" und zwei Wochen "Wettkampf" nach Friel gibt. Morgen fahre ich dennoch nach Kulmbach, denn auch in einer Regenerationswoche darf man ja wenigstens 1 Rennen fahren. Durch die Freude über den Verlauf des EZFs freue ich mich auch richtig auf das nächste Rennen, obwohl ich nach dem "Jedermann"-Kriterium in Kulmbach erstmal an einem ziemlichen Tiefpunkt angelangt war. Das nächste offizielle Rennen wird dann am 22.5. in Sonneberg sein, wofür ich noch an der richtige Ernährungsstrategie arbeite. Ich will dort auf jeden Fall durchfahren, was dann bis zu 3 Stunden Fahrzeit bedeuten könnte, falls ich die volle Rundenzahl packe, also nicht überrundet werde. Da gilt es unbedingt einen Hungerast zu vermeiden!
Freitag, 6. Mai 2016
Zwischen Kulmbach, Weiden und wieder Kulmbach
Das "Jedermann"-Kriterium in Kulmbach letzten Samstag hatte mit "Jedermann" im Sinne von "Hobbyfahrer und C-Fahrer" rein gar nix mehr zu tun. Wenn man den 43er-Schnitt des Vorjahres schon für Wahnsinn hielt, dann muss sich für die 44,5 km/h jetzt eine neue Bezeichnung einfallen lassen. Wenn dieser Schnitt dann dem Schnitt des ABC-Hauptfeldes entspricht, braucht man zwischen "Jedermann" und "A-Klasse-Fahrer" eigentlich keinen Unterschied mehr zu machen...
Für mich persönlich war das Rennen in Kulmbach aber vor allem wieder mal der Beleg dafür, dass ich bei einer zu verhaltenen Fahrweise sehr schnell ins Hintertreffen gerate und Löcher zufahren muss, die ich gar nicht reißen lasse, sondern andere Fahrer weiter vor mir. Bei so einem hohen Schnitt fahre ich solche Löcher dann eben auch nicht ständig zu. Da war der 44er-Schnitt letztes Jahr in Augsburg wesentlich einfacher zu fahren, weil dort schlicht und ergreifend keine Löcher gerissen sind, die ich hätte zufahren müssen. Kulmbach zeigte mir also vor allem mal wieder, ebenso wie Cadolzburg, dass es weiterhin immens wichtig ist, dass man wenigstens im ersten Drittel des Feldes fährt.
In Kulmbach sah ich aber auch mal wieder ein paar Leute, die ich länger nicht gesehen hatte, vor allem Thomas Schmalz, den ich letztes Jahr glaub bei keinem einzigen Rennen getroffen hatte.
Sonntag hatte ich dann einen schleichenden Hungerast im Training, obwohl ich schon gedacht hatte, dass ich die Ernährung für 3 Stunden endlich richtig hinbekommen hätte. Am 22.5. in Sonneberg und natürlich am 5.6. in Schleiz muss das dann aber funktionieren, also habe ich jetzt noch etwas im Ernährungsbereich zu testen, aber eigentlich gar keine geeigneten Einheiten mehr dafür. Die meisten Einheiten nach dem Friel-System sind ja unter 2 Stunden, da merke ich das nicht, ob die Ernährung für 3 Stunden passen würde. Aber auch dieser Aspekt gehört eben zu Radrennen dazu: die richtige Ernährung. Und auch das muss im Training "trainiert" werden...
War bei dieser dreistündigen Fahrt am Sonntag übrigens erstmals in Steinensittenbach unterwegs und versuchte mit meinem Billig-Handy ohne Zoom ein bisschen was vom Panorama festzuhalten...
Morgen bin ich dann beim EZF in Weiden am Start. Dort finden die Bayrischen Meisterschaften statt, aber es gibt auch eine Startmöglichkeit für Jedermänner. In Weiden ist das ganz besondere, dass man auch an die Jedermänner denkt, die kein Zeitfahrmaterial haben, denn dort gibt es eine reine Rennrad-Wertung. Für mich natürlich optimal, weil ich dann 2 Minuten weniger auf die guten Leute verliere, auch wenn ich immer noch mindestens 2 Minuten auf eben diese guten Leute verlieren werde. ;)
Letztes Jahr hatte ich eine 29:11, also will ich mindestens unter 29 Minuten bleiben. 11 Sekunden sind aber wenig, drum lege ich die Latte gleich etwas höher und setze mir eine Zeit unter 28 Minuten zum Ziel. Nächste Woche ist dann Regenerationswoche mit einer einzigen intensiven Belastung am Dienstag in Kulmbach angesagt, danach beginnt die Trainingsphase "Höchstleistung". :)
Für mich persönlich war das Rennen in Kulmbach aber vor allem wieder mal der Beleg dafür, dass ich bei einer zu verhaltenen Fahrweise sehr schnell ins Hintertreffen gerate und Löcher zufahren muss, die ich gar nicht reißen lasse, sondern andere Fahrer weiter vor mir. Bei so einem hohen Schnitt fahre ich solche Löcher dann eben auch nicht ständig zu. Da war der 44er-Schnitt letztes Jahr in Augsburg wesentlich einfacher zu fahren, weil dort schlicht und ergreifend keine Löcher gerissen sind, die ich hätte zufahren müssen. Kulmbach zeigte mir also vor allem mal wieder, ebenso wie Cadolzburg, dass es weiterhin immens wichtig ist, dass man wenigstens im ersten Drittel des Feldes fährt.
In Kulmbach sah ich aber auch mal wieder ein paar Leute, die ich länger nicht gesehen hatte, vor allem Thomas Schmalz, den ich letztes Jahr glaub bei keinem einzigen Rennen getroffen hatte.
Sonntag hatte ich dann einen schleichenden Hungerast im Training, obwohl ich schon gedacht hatte, dass ich die Ernährung für 3 Stunden endlich richtig hinbekommen hätte. Am 22.5. in Sonneberg und natürlich am 5.6. in Schleiz muss das dann aber funktionieren, also habe ich jetzt noch etwas im Ernährungsbereich zu testen, aber eigentlich gar keine geeigneten Einheiten mehr dafür. Die meisten Einheiten nach dem Friel-System sind ja unter 2 Stunden, da merke ich das nicht, ob die Ernährung für 3 Stunden passen würde. Aber auch dieser Aspekt gehört eben zu Radrennen dazu: die richtige Ernährung. Und auch das muss im Training "trainiert" werden...
War bei dieser dreistündigen Fahrt am Sonntag übrigens erstmals in Steinensittenbach unterwegs und versuchte mit meinem Billig-Handy ohne Zoom ein bisschen was vom Panorama festzuhalten...
Morgen bin ich dann beim EZF in Weiden am Start. Dort finden die Bayrischen Meisterschaften statt, aber es gibt auch eine Startmöglichkeit für Jedermänner. In Weiden ist das ganz besondere, dass man auch an die Jedermänner denkt, die kein Zeitfahrmaterial haben, denn dort gibt es eine reine Rennrad-Wertung. Für mich natürlich optimal, weil ich dann 2 Minuten weniger auf die guten Leute verliere, auch wenn ich immer noch mindestens 2 Minuten auf eben diese guten Leute verlieren werde. ;)
Letztes Jahr hatte ich eine 29:11, also will ich mindestens unter 29 Minuten bleiben. 11 Sekunden sind aber wenig, drum lege ich die Latte gleich etwas höher und setze mir eine Zeit unter 28 Minuten zum Ziel. Nächste Woche ist dann Regenerationswoche mit einer einzigen intensiven Belastung am Dienstag in Kulmbach angesagt, danach beginnt die Trainingsphase "Höchstleistung". :)
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