Disclaimer - wenn man so will

In meinem Sport-Blog schreibe ich über meine Sporterlebnisse teilweise ernsthaft, teilweise aber auch mit überspitztem Humor - den Unterschied sollte man erkennen, wenn man mich persönlich kennt ;) Generell gilt: Wer die Dinge, die ich hier schreibe, zu ernst nimmt, ist selbst schuld ;)

Team 2019

Team 2019

2019 fahre ich Lizenzrennen für RMV Concordia Strullendorf 1920 e.V. und ausgewählte Jedermannrennen

Sonntag, 5. Juli 2015

Veni vidi vici ;)

Dieses Bild (für Freunde der Sportunterhaltung) sagt es eigentlich schon am besten:


40 Grad, 40 km/h, 50 Runden - und dann war mein größter Erfolg im Radsport eingefahren: Feldankunft beim C-Rennen in Strullendorf! YES! YES! YES! :)

Mehr dazu morgen, bin jetzt einfach platt wie 'ne Flunder. ;)

Samstag, 4. Juli 2015

Altenkunstadt in aller Kürze

Zum ersten Mal in der Saison Wertungspunkte ersprintet, am Ende Platz 6 bei einem qualitativ stark besetzten Jedermann-Kriterium. U.a. der Sieger des C-Rennens 2008 war am Start, aber hallo!

Ach ja: Nach dem Rennen habe ich noch folgendes Bildchen machen können:

Freitag, 3. Juli 2015

Video-Eindrücke Schleiz und Dachau 2015

Reichlich unspektakulär, aber hier wäre etwas Video-Material von meinen bescheidenen Auftritten in Schleiz und Dachau:


Schleizer Dreieck 2015 (Jedermannrennen) von EyTschej


Kriterium Dachau 2015 (C-Klasse) von EyTschej

Mittwoch, 1. Juli 2015

Antrittstraining in Kulmbach

Nachdem die Fahrweise beim C-Kriterium in Dachau mit all diesen heftigen Antritten für mich so ungewohnt war, habe ich die letzte Woche über ein bisschen was im Training in diese Richtung hin trainiert. Viel kann man in einer Woche natürlich nicht machen, aber zum Abschluss dieses kleinen "Notfallprogramms" wollte ich die unwirtschaftliche Fahrweise der C-Klasse mal auf das Dienstagabendkriterium übertragen, indem ich von Beginn an nach jeder Kurve erst mal etwas anziehen würde. Dabei spielte es mir in die Karten, dass ein weiterer Fahrer von Beginn an vorne weg fahren wollte. Also absolvierten wir die erste Runde erst mal als Duo, dann kam der Kollege mit dem KFZ-Zeichen ABG hinzu, danach war aber trotz des flotten Beginns auch das Feld in der 2. Runden auf der Gegengeraden wieder dran. Da das Feld jetzt scheinbar erstmal durchschnaufen, ich aber das Fahrverhalten bei einem C-Kriterium in den ersten Runden simulieren wollte, trat ich gleich erneut an. Ja, das war lustig, das hat Spaß gemacht.

Die Beobachtung dabei: Es gab zwar einige Fahrer, die dann ebenfalls gleich zu frühen Antritten und somit möglichen Fluchtversuchen animiert wurden, aber auch das gnadenlose Feld, dass trotz des höheren Anfangstempos keiner noch so kleinen Gruppe eine Wertung überlassen wollte. Die ersten 8 Runden und somit die ersten 2 Wertungen wurden dann entsprechend flott gefahren: 43,3 km/h tauchten zwischendurch als Durchschnittstempo auf meinem Tacho auf. Sehr gut, denn genau das wollte ich ja simulieren. Im Gegensatz zu Dachau kam ich ohne Probleme mit.

Allerdings ist das im Endeffekt keine neue Erkenntnis. Dass ich einen 43er-Schnitt fahren kann, weiß ich ja schon seit einigen Jahren. Die Art und Weise, wie dieser Schnitt zustande kommt, ist halt der springende Punkt. Und daran scheiterte diese Situation wieder etwas, weil die Fahrer in Kulmbach einfach vernünftig durch die Kurven fahren, also nicht zu dritt oder zu viert nebeneinander und ohne Stau, wodurch mehr Geschwindigkeit beibehalten wurde und nach der Kurve auch nicht so heftig angetreten werden musste wie in Dachau. Zudem war ich natürlich auch wesentlich entspannter. Keinerlei Anzeichen von übertriebener Nervosität am Start, kein rasender Puls, keine Schnappatmung. Aber diese Erkenntnis hatte ich ja schon nach Dachau: Ich muss die hohe Anspannung zu Beginn eines Lizenzrennens in den Griff bekommen. Das allein würde schon eine Menge ausmachen.

Naja. Jedenfalls war's ja mal ganz lustig, dass ich zu Rennbeginn so offensiv gefahren bin wie sonst eher in früheren Jahren. Zuletzt bin ich ja immer sehr kräfteschonend zu Rennbeginn gefahren, habe mich lieber versteckt und nur eine brauchbare Position gehalten. Kollege H.H. fragte zwar anfangs auch mal mit einem freundlichen Lächeln und einem Augenzwinkern durch die dunklen Radbrillengläser hindurch nach, ob wir denn heute einen Vogel hätten, aber ebenfalls mit einem Augenzwinkern will ich an dieser Stelle mal mit Verspätung folgendes antworten: Es hat vom Feld ja niemand verlangt, dass es dieses hohe Anfangstempo mitgeht. Selbst schuld. ;)

Da ich nur die Anfangsphase simulieren wollte, hielt ich mich danach etwas zurück, was teilweise auch daran lag, dass ich kaum etwas sehen konnte. Der Schweiß hatte die Brillengläser so verschmiert, dass den Kopf gelegentlich seitlich wegdrehen musste, um etwas besser erkennen zu können, was da vor mir eigentlich los ist. War ein kleines Handicap an diesem Tage. In der zweiten Rennhälfte gab es dann in der Zielkurve leider mal wieder einen Sturz, dessen Hergang ich nicht sah, aber es lag scheinbar etwas Unkraut auf der Straße. Weiß nicht, ob der gestürzte Fahrer da zu weit innen durch die Kurve fahren wollte. Ich selbst fahre die Zielkurve zwar auch gerne weit innen an, aber diesmal nicht, weil es dort ganz schön sandig war. Und am Ende wurde das Feld auch noch in zwei Runden von einem Lastzug eingebremst, der zwischendurch auch noch Schlangenlinien fuhr. Dadurch war der Schnitt am Ende nur noch bei 41,7 km/h, aber selbst ohne diesen Lastzug hätten wir nur einen knappen 42er-Schnitt gehabt, weil die zweite Rennhälfte wirklich verhältnismäßig ruhig gefahren wurde. Da waren auch wieder mehrere Runden mit unter 40 km/h dabei. Und woher ich das wieder weiß? Tja, Rosis Daten-Service auf Strava sei Dank. ;)

Nach der Enttäuschung von Dachau habe ich mich auch noch kurzfristig für das Jedermann-Kriterium in Altenkunstadt einen Tag vor Strullendorf angemeldet. Vielleicht senkt das meine Anspannung für Strullendorf, wenn ich am Tag zuvor schon ein Rennen fahre. Die zweite Chance auf eine Feldankunft bei einem Lizenzrennen ist ja auch schon fast meine letzte Chance. Da meine Form seit Wochen nicht mehr ansteigt, zweifel ich an Sinn und Zweck eines "Pfalz-Wochenendes". Aber mal sehen. Bis Ende Juli müsste ich mich fürs Bellheim-Wochenende anmelden, bis dahin entscheide ich das. Jetzt erstmal Strullendorf und dann in zwei Wochen Schmölln. Danach entscheide ich über das Pfalz-Wochenende oder ein mögliches Saisonende. Ohne die Pfalz-Wochenenden im August wäre ja eh nix mehr los. Kulmbach endet wie immer Ende Juli, im ganzen August gibt es dann in Bayern, Thüringen und Sachsen zusammen (!) nur ein einziges C-Rennen: Beim Altmühlpreis des TSV Gaimersheim. Und da ist die Zielsteigung mal so ganz und gar nicht mein Ding, da wäre ein Start selbst beim C-Rennen reichlich sinnfrei, fürchte ich. Also entweder Pfalz oder Saisonende - ich hoffe einfach mal auf Pfalz. ;)

Montag, 22. Juni 2015

Lehrgeld in Dachau

Ich glaube, das C-Rennen in Dachau war das erste bayrische C-Rennen seit Aichach Anfang April. Bin mir nicht ganz sicher, es kann zwischendurch vielleicht doch irgendwo ein C-Rennen gegeben haben, aber mir fällt spontan keins ein. Wenn man nun also meinen sollte, dass sich die C-Fahrer, die laut einer Statistik von vor einigen Jahren die stärkste Fraktion der drei Lizenzfahrerklassen bilden, nach all diesen Wochen ohne C-Rennen nur so um eine Teilnahme reißen würden, dann war das falsch: Nur 39 Fahrer fanden sich an der Startlinie ein - kein Wunder, dass ich in Startreihe 3 auf der rechten Seite schon in der zugleich letzten Startreihe stand!?!

Kleine Fahrerfelder sind ja noch nie mein Ding gewesen, weil man da einfach zu schnell ans Feldende durchgereicht wird. Im Vorfeld hatte ich aber aufgrund der extrem wenigen C-Rennen in Bayern sowieso eher mit 70-80 Fahrern gerechnet, deswegen dachte ich mir bei der Startaufstellung auch zunächst nichts weiter, als ich mich in Reihe 3 aufstellte. Rückblickend war das aber Fehler Nummer 1. Ein anderes Problem, das ich schon vor dem Start hatte, war meine alte Start-Nervosität, die ich 2008 mal beim A-Rennen in Lauf mittels Pulsmesser feststellen musste. In Kulmbach habe ich diese Start-Nervosität schon im Griff, auch bei den offiziellen Rennen der letzten 2, 3 Jahre bekam ich das immer besser in den Griff. 2008 war aber genau dieses Problem ein Hauptgrund dafür, warum ich trotz des guten Leistungsstands in den ersten 15, 20 Minuten eines Rennens zu schnell ans Limit kam. Und eben dieses Problem feierte zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt sein Comeback.

Als das Rennen losging, kam ich immerhin problemlos ins Klickpedal - immerhin EIN Lichtblick! Danach ging ich eigentlich von etwas mehr Zug im Feld aus, als es in die erste Kurve ging. Das Feld entschloss sich hier aber zu einer "Fünf-Dreiviertel-Reihe" durch die Kurve, wodurch man natürlich kaum schneller als auf einem Fußweg um die Kurve fahren konnte. Hinter der Kurve folgte dann aber schon ein Vorgeschmack auf das, was mir später das Genick brechen sollte: Es wurde ganz schön stark angetreten. Würde man auf einer schnellen Linie durch die Kurve fahren, müsste man hinter der Kurve gar nicht so stark antreten - warum das Feld hier so breit durch die erste UND die zweite Kurve fuhr, verstand ich nicht so ganz. Es ist halt ein anderes Umfeld. Vielleicht ist das die Fahrweise bei Lizenz-Kriterien, vielleicht sind solche Kurvenstaus und anschließenden starken Antritte, die in lästigen Ziehharmonikaeffekten enden, Absicht. Bei Hobby- und Jedermannkriterien versuchen die Fahrer jedenfalls eher eine möglichst schnelle Linie durch die Kurve zu fahren, um möglichst viel Speed mitzunehmen und nach der Kurve dann nicht so stark antreten zu müssen. Auch in Kulmbach ist das so. Insofern habe ich schon lange nicht mehr so viele starke Antritte mitgehen müssen wie gestern in Dachau. So eine Fahrweise bin ich nicht (mehr) gewohnt, weshalb ich auch gar nicht für so etwas trainiert hatte. Stattdessen war mein Training auf eine möglichst hohe "Reisegeschwindigkeit" ausgerichtet, um bei gleichmäßigem Zug mehr als nur einen 43er-Schnitt mitgehen zu können. Ich ging ja im Vorfeld durchaus von 44-45 km/h als Schnitt aus.

Die zwei starken Antritte pro Runde, mit denen ich einfach nicht gerechnet hatte, wurden noch dadurch verstärkt, dass man nicht nur alle 5 Runden eine Wertungsrunde, sondern zwischendurch auch jedesmal noch eine Prämienrunde hatte. Die erste Prämien- und Wertungsrunde konnte ich dabei noch sicher im Feld überstehen, aber in Runde 7 konnte ich dann den Ziehharmonikaeffekt nach der 2. Kurve auf der Gegengerade nicht mehr mitgehen. Einen eher mäßigen Schnitt von 43,2 km/h hatten wir zu dem Zeitpunkt, aber wie gesagt: Ich war schon vorm Start zu angespannt, was der Leistung nicht gut tut, und ich hatte einfach nicht mit so vielen harten Antritten gerechnet, weil Dachau generell ein Highspeed-Kurs mit nur 1,5 Kurven ist - wenn man diese Kurven nicht zu dritt oder zu viert nebeneinander ansteuert. Werden die Kurven aber langsam gefahren, ist 43,2 km/h als Schnitt vielleicht doch nicht ganz so "mäßig". Es ist dann vielmehr Ausdruck dessen, was auf den Geraden geheizt wurde. Nur mal einige Werte zur Veranschaulichung: Mein Top-Speed bei den ersten drei Teilnahmen in Kulmbach dieses Jahr war trotz Sprintversuchen jeweils UNTER 55 km/h. Mein Top-Speed gestern in Dachau war OHNE einzigen Sprintversuch 56,2 km/h - und die Kurvengeschwindigkeit war dann um die 30 km/h, weil es sich so staute. Bei solchen Werten kann man sich schon ausmalen, was für Ziehharmonikaeffekte da aus den Kurven heraus entstanden sind.

Es war wirklich ärgerlich. Der Schnitt war wirklich nicht das Problem, den bin ich die letzten 2, 3 Jahre schon mehrmals mitgegangen. Aber die hohe Anfangs-Nervosität und diese hohe Anzahl an starken Antritten haben mir das Genick gebrochen. Bis Strullendorf in zwei Wochen werde ich das Defizit bei den vielen Antritten sicherlich nicht wettmachen können. Mein Training war rein auf eine hohe Durchschnittsgeschwindigkeit bei eher gleichmäßiger Fahrweise ausgerichtet, wie ich es eben aus Kulmbach gewohnt bin. Aber hoffentlich habe ich meine Anfangs-Nervosität im Strullendorf besser im Griff, schließlich fahre ich dort seit 2006 jedes Jahr mit und sollte daher mit mehr Ruhe an den Start gehen können. Kenne den Kurs und die Fahrweise des Feldes dort ja zur Genüge. Zu dritt oder zu viert fährt das Feld dort normalerweise nicht durch die Kurven, normalerweise hat man dann auch nur einen heftigeren Antritt pro Runde, wenn es aus der Zielkurve raus geht. Mal sehen, ob es dort also besser läuft. Und hey - hoffentlich sind auch mehr als nur 39 Fahrer am Start!

Wo waren eigentlich die ganzen C-Fahrer?!? So viele C-Rennen gibt es in Bayern nun mal nicht. Vielleicht in einem Parallel-Universum, das kann ich ja nicht beurteilen, aber wenn sich der Lizenzsport so entwickelt, dass bei einem der wenigen C-Rennen keine 40 Leute mehr am Start sind, dann kann man bald den Deckel auf den Lizenzsport machen. Dann gewinnt der Jedermannsport ganz klar. Größere Starterfelder, auch größere Rennen inklusive richtiger Straßenrennen - und preislich ist man auch nicht mehr so weit auseinander. In Dachau musste ich 15 Euronen berappen - als Voranmelder! Bei 'nem Jedermannrennen wie z.B. in Schmölln zahlt man 25 Euronen, hat aber ein 74-km-Straßenrennen mit fast 100 Startern und einem Starterbeutel, in dem etwas zu trinken und zu essen ist. Im Idealfall geht man dann auch noch aus dem Verein raus und spart sich die Kosten für Mitgliedsbeitrag und Lizenz. Aber soll das wirklich die Zukunft des Radsports in Deutschland sein? Muss sich der Profisport dann der besten Fahrer der Jedermannteams bedienen, um neue Fahrer zu bekommen, weil niemand mehr Lizenz fährt? So abwegig wäre das ja auch gar nicht, denn im Profisport fährt man schließlich nicht ständig nur 1 km im Kreis, also haben die heutigen Jedermannfahrer sowieso mehr Erfahrung was Straßenrennen anbelangt als Lizenzfahrer. Vielleicht frisst der Jedermannsport aber einfach nur den Lizenzsport und führt sein eigenes Klassensystem ein. Überraschend würde so eine Entwicklung nicht mehr sein, denn generell ist die Entwicklung in Deutschlands Radsport ja diese: Der Lizenzsport verliert Rennen und Fahrer, der Jedermannsport gewinnt an Rennen und Fahrer. Tja, und die großen Fische fressen nun mal die kleinen...