Disclaimer - wenn man so will

In meinem Sport-Blog schreibe ich über meine Sporterlebnisse teilweise ernsthaft, teilweise aber auch mit überspitztem Humor - den Unterschied sollte man erkennen, wenn man mich persönlich kennt ;) Generell gilt: Wer die Dinge, die ich hier schreibe, zu ernst nimmt, ist selbst schuld ;)

Team 2019

Team 2019

2019 fahre ich Lizenzrennen für RMV Concordia Strullendorf 1920 e.V. und ausgewählte Jedermannrennen

Sonntag, 20. Januar 2013

Bye Bye Youtube

Okay, Schnauze voll: Auf youtube erschlug mich plötzlich eine Maßnahme für Urheberrecht. Ich sollte da ein paar Fragen beantworten. Das kam mir sehr suspekt vor. Ich musste dann feststellen, dass Teil 2 (nur Teil 2, nicht Teil 1) des 2011er Kriteriums in Kulmbach gesperrt wurde, weil ein Dritter scheinbar behauptet, dass er das Urheberrecht an MEINEM Video hätte. Geht's noch?!? Youtube hat nicht einmal geschrieben, wer sich da mit fremden Federn schmücken möchte. Ich habe etwas rumgeklickt, um herauszufinden, wo ich Einspruch erheben kann. Ich fand aber nichts und muss nach 5 Minuten feststellen: Das ist mir meine Zeit nicht wert!

Es ist jedenfalls inakzeptabel, dass youtube Videos ohne jegliche Überprüfung löscht und den eigentlichen Urheber nicht einmal darüber informiert, welcher Scharlatan sich zum Urheber eines Videos ernennt, dessen Urheber er definitiv nicht sein kann. Da so etwas offensichtlich jederzeit ohne jegliches Recht geschehen kann, ziehe ich meine Konsequenz aus der Sache und werde meine Sport-Videos nicht mehr auf youtube hochladen.

Als Alternativen kommen mir spontan MyVideo.de, Clipfish.de und Dailymotion.com in den Sinn. Allerdings hat man dort, so weit ich weiß, mit viel Werbung zu kämpfen und ich weiß eben auch nichts darüber, wie sicher dort der eigene Content ist. Bei youtube ist die Sicherheit des eigenen Contents zumindest nicht gewährleistet, das musste ich heute feststellen.

Youtube -> Mega-DISLIKE!!!

UPDATE:
Das Video ist nicht wieder aufgetaucht und ich habe endlich ein paar Infos erhalten. Es geht um etwas Musik, die damals an der Strecke im Hintergrund gespielt wurde. Statt über kostenlose Werbung für einen absolut langweiligen Song froh zu sein, wird da lieber ein Video geblockt, bei dem es um etwas völlig anderes geht. Mir fiel das vorher ehrlich gesagt gar nicht auf, dass da Musik dudelt. Mein Fokus ist natürlich auf dem Rennen und auf den Durchsagen des Streckensprechers. Was das alles aber beweist: Manche Plattenfirmen geben offenbar lieber Geld für Leute aus, die auf youtube alle (!) Videos nach noch so winzigen Spuren ihrer Songs durchsuchen, auch wenn man deren scheiß Song weder im Titel, noch in der Beschreibung, noch in den Keywords hat, statt die kostenlose Werbung einfach mitzunehmen. Oder wie sonst findet einen Plattenfirma einen ihrer Schrott-Songs in der Hintergrundkulisse eines privat gedrehten Videos zu einem Jedermann-Radrennen?!?

Da ich nicht dafür bezahlt werde, MEINE ganzen Videos jetzt nach irgendwelcher schlechter Hintergrundmusik zu durchsuchen, werde ich Stück für Stück einfach alle Rennvideos vorsorglich von "öffentlich" auf "nicht gelistet" umstellen. Das bedeutet, dass Leute, die das Video des Rennens sehen wollen, über den Link auf das Video zugreifen müssen. Die Links sind einerseits hier im Blog zu finden, andererseits werde ich auch irgendwann mal, wenn ich die Zeit finde, alle Videos auf meiner Sport-Website noch verlinken. Hoffentlich finden über diesen Weg nur noch Leute zu den Videos, die sich nur für das interessieren, was diese Videos eigentlich zeigen: Hobby- und Jedermann-Radrennen.

Gleichzeitig hat youtube noch eine Funktion "Titel entfernen" angeboten. Soll in der Beta-Phase sein. Ich habe das einfach mal angeklickt, konnte bisher aber nicht feststellen, dass der entsprechende Abschnitt der Audiospur automatisch entfernt wurde. Würde mich aber auch nicht wundern, wenn youtube eine Funktion anbietet, die gar nicht funktioniert. Schließlich wurde ich auch nie per E-Mail über den ganzen Ärger informiert, obwohl das laut youtube so sein sollte.

Unterm Strich bleibt es natürlich dabei, dass ich youtube nicht mehr für neue Sport-Videos nutzen werde. Sicher ist sicher.

Mittwoch, 16. Januar 2013

Keine Zeit oder keine Lust?

Hobbyfahrer bemühen oft die Aussage "keine Zeit", wenn sie begründen wollen, warum sie dies oder jenes nicht tun können - oder wollen? Wie viel ist wirklich an "keine Zeit" dran und wie viel "keine Lust" steckt in Wirklichkeit dahinter?

Man muss sich zunächst mal ansehen, wofür sich Hobbyfahrer Zeit nehmen. Das fängt beim Training schon an: Manche trainieren eher im Bereich von 50 bis 70 km und nur 1 oder 2 Mal während der Woche, nur am Wochenende ist dann vielleicht mal ein 100er drin, wenn man noch Mitfahrer hat. Eine Einheit mit über 100 km verschlingt natürlich mehr Zeit als eine Einheit mit 50 km. Auch die Häufigkeit des Trainings verschlingt mehr oder weniger Zeit. Lizenzfahrer trainieren 5, 6 Mal in der Woche, was sie normalerweise aber auch müssen, um bei Lizenzrennen wettbewerbsfähig sein zu können. Müssen Hobbyfahrer also auch so häufig trainieren? Natürlich nicht. Manche tun es aber. Doch nicht, weil sie mehr Zeit als andere Hobbyfahrer haben, sondern einfach mehr Lust auf Training. Und wenn man die Lust hat, dann nimmt man sich die Zeit ...

Manche Hobbyfahrer nehmen sich gar die Zeit, um mal eben eine ganze Woche lang zu trainieren - in einem Trainingslager. Das hört sich schon sehr professionell an und an der Stelle wird auch gleich klar: Trainingslager sind für einen Hobbyfahrer gewiss keine Pflichtveranstaltung. Sie nehmen sehr viel Zeit in Anspruch und hier handelt es definitiv um eine Lustfrage, ob man so etwas als Hobbyfahrer absolvieren will oder nicht.

Dann gibt es die verschiedenen Veranstaltungsformen: RTF, Marathon, Zeitfahren, Rennen, Etappenfahrten. RTFs finden in Deutschland meistens zusammen mit einem Marathon statt. Es werden die verschiedensten Distanzen angeboten und hier kann man sich durchaus nach Zeit UND Lust die Streckenlänge seiner Wahl aussuchen. Der halbe Tag ist dann aber schon verplant. Zeitfahren sind schon kürzer, das gilt aber auch für die meisten "normalen" Hobby- und Jedermannrennen. Nur bei den "Big Events" werden Hobbyfahrern Distanzen angeboten, die eigentlich für Lizenzfahrer gedacht sind. Normale Rennen kosten im Endeffekt ähnlich wie RTFs ungefähr einen halben Tag. GCC-Teilnehmer werden da sicherlich widersprechen wollen, denn sie müssen nicht selten fast das komplette Wochenende verplanen. Ganz schön viel Zeit - für so etwas sollte man eine entsprechende Lust mitbringen.

Wenn nun also jemand gefragt wird, warum er nicht mit ins Trainingslagers seines Teams oder Vereins fährt und sagt, dass er "keine Zeit" hat, dann ist das durchaus eine plausible Begründung, aber besser wäre es sicherlich zu sagen, dass man einfach "keine Lust" hat. Wenn jemand am Wochenende lieber einen 100er in der Gruppe als Training fährt und sagt, dass er "keine Zeit" für die Teilnahme an Rennen hat, dann ist das in dem Moment sicherlich auch ein plausibler Grund, auch wenn die Begründung für den Zeitmangel dann in der Regel recht abenteuerlich wird und nicht einfach gesagt wird, dass man lieber trainiert als Rennen zu fahren. Man hat also quasi schlicht und ergreifend "keine Lust" auf Rennen. Das gleiche gilt natürlich auch umgedreht, wenn jemand selbst am Wochenende nicht beim Vereinstraining mitfährt, weil er eben einfach eher Lust auf Rennen hat statt auf Training.

Man kann es also drehen und wenden wie man will: Die Begründung "keine Zeit" ist nur ein vorgeschobener Grund, weil er scheinbar einfach "am besten klingt". Es ist die neutralste Weise um zu sagen, dass man etwas doof findet, das andere toll finden. Ich persönlich habe keine Lust auf RTFs, Marathons, Trainingslager, 500 Trainingskilometer pro Woche, 150-km-Touren am Wochenende, dafür habe ich eben umso mehr Lust auf möglichst viele Rennen - wenn der Körper mitspielt. Und somit gilt speziell für die Tage, an denen ich Rennen fahre, dennoch auch die "weniger genaue" Begründung "keine Zeit", aber diese Zeit für normales Training statt eines Rennens will ich mir nunmal nicht auf Kosten einer Rennteilnahme nehmen - weil ich einfach nicht so viel Lust auf Training wie auf Rennen habe. Und somit habe ich "nicht so viel Zeit" für Training wie für Rennen. So schließt sich der Kreis. :)

Und warum dieser Artikel? Ganz einfach: Weil ich zuletzt eine Woche lang nicht mehr auf dem Rad saß. Keine Zeit? Neeeeeeeee ... KEINE LUST!!! :D

Dafür war ich aber gestern mal wieder unterwegs. Aufgrund der Kälte habe ich mal die Sturmmaske verwendet, die ich wegen dem Kartfahren kaufen musste. Und siehe da: Man braucht für so etwas nicht extra 20 oder 30 Euro auszugeben, wie in "Sportfachgeschäften". Das Teil von der Kartbahn hat mich nur 2 Euro gekostet und sorgte dafür, dass ich trotz Minusgeraden keine Probleme mit kalter Atemluft bekam. Und das sah dann übrigens so aus:


Somit konnte ich auch gleich meine "Kleidungsstrategie" für leichte Minusgerade erfolgreich testen, nachdem ich die letzten beiden Jahre eigentlich nur ab 0 Grad und mehr draußen gefahren bin. Diese "Kleidungsstrategie" habe ich übrigens vor ein paar Tagen auf der Seite für die "Rennradregion östliche Hersbrucker Schweiz" bei Google+ verfasst. Darauf wollte ich nur nochmal hinweisen, weil ich glaube, dass das trotz mehrfacher Verlinkung hier im Blog noch nicht jedem Leser bekannt ist. Die Art der Beiträge dort unterscheidet sich von denen hier, u.a. weil die dortigen Beiträge eher auf Fahrer aus der Trainingsregion zugeschnitten sind. Das heißt aber nicht, dass der ein oder andere Beitrag auch für die sonstigen Leser dieses Blogs hier uninteressant wären. Aber so eine Auflistung wie meine "Kleidungsstrategie" würde hier einfach schneller untergehen, denke ich. Das hier ist ja doch eher ein Laber-Blog, bei Google+ hingegen soll der Informationsgehalt höher sein.

Mittwoch, 9. Januar 2013

Saisonrückblick - Teil 3

Wie schon erwähnt: Nach Strullendorf ging es mit dem Abschluss der Kriteriumsserie in Kulmbach weiter. Es war generell ein Rückschritt zum Vorjahr, die Gründe lagen auf der Hand. Eine verkürzte Vorbereitung, weil ich wegen des Rennkalenders nur bis Ende Mai "ernsthaft" geplant hatte, meine mysteriösen Knieprobleme, die Antrittstraining verhinderten - und wie ich jetzt weiß: Eine im linken Bein eingeschränkt arbeitende (Oberschenkel-)Muskulatur, was auch zu den Knieproblemen führte. Die Knieprobleme waren aber nur das eine Problem, nämlich das schmerzhafte. Aber wenn man nur 50 bis 70, vielleicht maximal 80 Prozent der eigentlichen Leistung des einen Beins aufs Pedal bringen kann (alles nur grobe Schätzungen meinerseits), dann macht sich das natürlich noch nachteiliger als irgendwelche Schmerzen bemerkbar. Wenigstens konnte ich beim ersten Sprint beim Abschlussrennen fast gewinnen und wurde nur durch einen A-Klasse-Sprinter noch abgefangen. Das tat er aber wie eine Rakete, das sah imposant aus und da konnte ich mich gar nicht mal ärgern. Stattdessen konnte ich das einfach nur bewundern. Gleichzeitig hatte ich bei diesem Sprint auch einen persönlichen Temporekord für Kulmbach aufgestellt, aber die 60 konnte ich noch nicht knacken. In meiner Klassenwertung war es am Ende Platz 10, aber insgesamt hatte ich mit den Top Ten nix am Hut. Wie gesagt: Es war im Vergleich zum Vorjahr ein Schritt zurück.

Nach dem Ende der Serie stand gleich das Kriterium in Bamberg an. Dort wollte ich einfach mal sehen, wie viel Sprit noch im Tank war. Es lief aber während des Rennens gar nicht gut, ich wäre ja fast vom Rad gekippt. Wie im Vorjahr ein Rennen, bei dem die Podestplätze vorzeitig vergeben waren und die Sache somit sowieso egal geworden war, wenn man bei dem gleichen Rennen schon mal Dritter gewesen ist. Das Wetter aber war so gut, dass ich trotz des urlaubsreifen körperlichen Zustandes dennoch am nächsten Tag noch in Werneck beim endlich mal entwas längeren Hobby-Kriterium am Start war. Etwas über 30 km waren es. Die Entscheidung dort zu starten, erwies sich als goldrichtig! Eines meiner schönsten Kriterien-Erlebnisse, auch wenn es am Ende nur Platz 5 wurde, aber die Besetzung des Starterfeldes hatte es sowieso in sich. Ein so gut besetztes Hobby-Kriterium habe ich selten erlebt. Da kann eigentlich nur Altenburg in Thüringen mithalten, aber in Bayern war das das bisher am stärksten besetzte Hobby-Kriterium, an dem ich teilgenommen habe. Jede Menge Sprint-Power, wodurch ich auch jede Menge Sprint-Fun hatte. Der Kurs lag mir auch sehr gut, weil die Zielgerade schön lang gewesen ist. Zwischendurch war ich sogar zwischen zwei Wertungen vor dem Feld rausgefahren, stets 10, 20 Meter hinter Thomas Schmalz, den ich dann schlussendlich auch noch aufrollen konnte, aber dann musste ich erst mal etwas an seinem Hinterrad durchschnaufen und attackierte ihn daher auch nicht mehr bei der Wertung. Ob 3 oder 2 Punkte, das konnte mir in der Situation aber auch eher egal sein, denn der Spaß überwiegte - der Spaß, den ich dadurch hatte, dass ich mich endlich mal wieder alleine vor dem Feld behaupten konnte. Auch wenn es am Ende wie gesagt am Hinterrad von Thomas war.

Nach einem schönen persönlichen Abschlus der Kriteriumssaison, nutzte ich das schöne Woche eine später auch noch für eine Saisonabschlussfahrt auf der 42-km-Strecke (oder Hobbydistanz, wie ich sie nennen würde). Ich hatte nicht mit einem besonders guten Feld gerechnet, was auch notwendig gewesen wäre, weil ich 4 Tage nach Werneck nicht fahren konnte. Erst war ich zu platt, dann war ich sogar leicht krank. Der Körper machte nicht mehr viel mit. Aber schon ab der 2. Steigung musste ich feststellen, dass das Niveau auf der 42er-Strecke wesentlich höher als vorher von mir erwartet war. Die "nur" 2 Runden um den Hesselberg wurden zu einer ziemlichen Qual und am Ende der ersten Runde verlor ich schon an der letzten Steigung den Anschluss an eine Spitzengruppe mit über 10 Fahrern. Das sah nicht gut aus für die schwierige Schlusssteigung. Ich kämpfte mich aber noch in Röckingen wieder ran und staunte dann am Ende nicht schlecht: Ich kam doch allen Ernstes auf Platz 6 oben ins Ziel! Zwar mit einer Minute Rückstand auf den Sieger, aber das Desaster von 2009 hatte sich nicht mal ansatzweise wiederholt. Ich kam wesentlich besser hoch und bekam den Anstieg diesmal wirklich bewusst mit. Ist eigentlich eine ganz nette Steigung, muss ich sagen. 2009 hatte ich die Steigung nicht bewusst mitbekommen und hatte einfach keine Erinnerung mehr daran. Ein Video auf youtube war für meine Vorbereitung daher auch wichtig. Ich kannte den Anstieg dadurch schon "visuell" und vom Rhythmus her konnte ich von einer Umstellung meiner Fahrweise am Berg profitieren. Danke nochmals an den Profi, dem ich diese Umstellung zu verdanken habe ;)

Das war's mit der letzten Saison. Platz 6 war nach dem 6. Platz in Schleiz übrigens erneut mein bisher bestes Ergebnis bei einem Kletterrennen. Durch die unterschiedlichen Distanzen, die bei der Veranstaltung angeboten wurden, darf man das aber auch nicht überbewerten. Mal sehen, was dieses Jahr geht. Hängt natürlich auch von meinem körperlichen Zustand ab (linkes Bein). Ich bin mittlerweile auch wieder im Fitness-Studio aktiv, arbeite dort aber nur am Oberkörper, weil ich an den Beingeräten sofort Schmerzen spüre - auch mit leichteren Gewichten. So viel zu dem tollen Tipp von zwei Ärzten, dass ich zur Behebung meiner Knieprobleme im Fitness-Studio an den Beingeräten arbeiten solle. Können vor lachen! Dazu müsste mein (vermutetes) Rückenproblem erst behoben werden! Insofern interessiert es mich jetzt auch mal, ob sich das ganze Problem durch die Arbeit an der Oberkörpermuskulatur verbessert. Ich spüre das Ziehen bisher aber eher in den Armen, nicht unbedingt an Brust, Bauch oder Rücken. Mal sehen, wann und wie diese unendliche Geschichte also noch enden wird ...

Dienstag, 1. Januar 2013

Auf ein besseres Jahr (oder Saisonrückblick - Teil 2)

Gesundheitlich kann es für mich dieses Jahr zumindest nicht schlechter werden, also besteht etwas Hoffnung auf ein gesundes, neues ... und wo steht das Phrasenschwein? ;)

Bei meiner letzten Trainingsfahrt kreuzten mal wieder zwei Rehe in aller Seelenruhe die Straße, das bin ich aber mittlerweile ja schon gewohnt. Weniger gewohnt war ich das Problem bei meinen K1-Antritten: Nein, nicht mein Handycap-Knie, sondern die Körperspannung war das Problem. Saft- und kraftlos - langsam, aber sicher muss ich doch mal wieder den mühsamen Weg ins Fitness-Studio auf mich nehmen. Aber ich will einfach nicht *heul* ;)

Bevor ich mit dem 2. Teil des verspäteten Saisonrückblicks beginne, wollte ich noch alle möglichen Mitleser um etwas bitten: Falls ihr einen Sänger oder eine Sängerin kennt, die originale Songs erarbeiten und singen wollen (KEINE COVER-SÄNGER!!!), dann sagt denen doch bitte, dass sie mir ruhig mal 'ne Mail schicken können. Das ist KEIN Scherz.

Nach Schleiz ging es in Schrobenhausen weiter, wo sich der Trend der Startvorverlegungen fortsetze. Angefangen hatte dieser Trend in Sonneberg, wo das Rennen um 30 Minuten vorverlegt wurde. In Schrobenhausen wollte ich mich gerade zum Einrollen einmal auf die Rennrunde begeben, da ereilte mich ein Handyanruf mit der Information, dass der Start um 20 Minuten vorverlegt wurde. Also abgebrochen und nur bei Start/Ziel etwas rumgegondelt. Das Rennen ging dann generell sehr langsam los, weil scheinbar niemand so richtig warmgefahren war und daher niemand einen scharfen Start hinlegen wollte. Nützte alles nix, meine Form am Berg war zu schwach und als in der 3. Runde die Fetzen flogen, flog ich leider hinten raus aus dem Feld. Zu dem Zeitpunkt hatte sich das Feld sowieso schon (zum wiederholten Male) darauf geeinigt, aufs Maiks Attacke nicht zu reagieren und den (un)möglichen Rennsieg somit frühzeitig herzuschenken. Dennoch war ich so oder so einfach zu schlecht, um wenigstens auch nur unter die ersten Zehn fahren zu können. Wenigstens machte meine Muskulatur diesmal nicht zu (2008) und mich ereilte auch kein mysteriöser Defekt (2011). Im dritten Anlauf konnte ich also endlich ein ganz normales Rennen in Schrobenhausen absolvieren - der Bann ist gebrochen, aber nützen tut das wohl auch nicht viel: Für 2013 hat Schrobenhausen auf rad-net keinen Renntermin gemeldet.

Den Abschluss der verkürzten Wettkampfsaison bildete dann das offizielle Kriterium in Kulmbach. Dort war das vielleicht stärkste Fahrerfeld am Start, das ich jemals bei einem Jedermann-Kriterium erlebt habe. Es war so stark besetzt, dass selbst Maik nicht gewinnen konnte und dem in Deutschland dominierenden Fahrer der Jedermann-Saison den Vortritt lassen musste: Marek Bosniatzki. Bei einem Prämiensprint hatte ich aber dennoch meinen Spaß und kehrte trotz keiner brauchbaren Platzierung nicht mit ganz leeren Händen zurück.

Danach war die planmäßige Wettkampfsaison gelaufen, weil der Napoleoncup leider ausgefallen war. Letzten Winter hatte ich mich ja schon über die komischen Termine aufgeregt. Im ersten Teil der Saison mit den schönen Straßenrennen ging es Schlag auf Schlag und es gab zudem auch noch einige Terminüberschneidungen, in der zweiten Saisonhälfte warteten fast nur noch Kriterien - und da fahre ich nunmal lieber die Serie in Kulmbach als wegen 20 km fast bis nach München zu fahren. Ich ging aus dem Wettkampf-Training raus und fuhr nur noch Pässe und neue Strecken in der Region ab - teilweise mit meinem neuen Spielzeug, einer Helmkamera ;)

Anfang Juli stand dann das traditionelle Doppelwochenende mit Altenkunstadt und Strullendorf auf dem Plan. Für Strullendorf war Regen vorhergesagt und ich wollte daher eigentlich nicht fahren. Dummerweise lief es in Altenkunstadt am Abend davor zu gut und ich landete mit Platz 3 auf dem Treppchen. Zwar musste ich noch einen Protest einlegen, bei dem ich zunächst noch in der typischen Art und Weise vom Wettkampfgericht ein "Nö, warst du nicht, weil wir das auf unserem Zettel anders notiert haben" abbekam und mir der Kragen platzte, nachdem ich diesen Schwachsinn zum x-ten Male erleben musste. In einer Welt, in der jeder gefühlte zweite Mensch ein Foto-Handy mit Video-Funktion hat, verzichten Veranstalter von Radrennen immer noch auf Zielkameras, die heutzutage wirklich nicht allzu schwer zu organisieren sein sollten. Klar, Foto-Handys taugen dafür nicht, aber wenn der Punkt ist nun mal der: Heutzutage ist die Gesellschaft "Hi-Tech" und eine Videokamera gewiss kein Luxusgut mehr. Eine Zielkamera könnte so viel Ärger ersparen. Doch trotz meines Ärgers, der meine Freude über meinen hart erkämpften 3. Platz trübte, war ich auch am nächsten Tag noch so euphorisiert, dass ich trotz des Regens nach Strullendorf fuhr. Ich dachte, ich würde die Kurven diesmal bei Nässe hinbekommen, weil ich das 2008 schon mal gut üben konnte. Aber Pustekuchen! Ich verlor in jeder Kurve mehrere Meter. Dann wurde noch ein Kollege, der Defektpech hatte, vor mir platziert, obwohl uns in Strullendorf jedes Jahr eingetrichtert wird, dass es beim dortigen Hobbyrennen aufgrund der kurzen Distanz keine Rundenvergütung bei Sturz oder Defekt gibt. Das passte dann perfekt ins Bild eines verpatzten Sonntags ...

In Teil 3 geht es dann noch mit dem Abschluss in Kulmbach und den letzten drei Saisonrennen im August weiter. Und sobald der Saisonrückblick vorbei ist, kann ich auch mal einen konkreten Ausblick in die neue Saison wagen. Aber damit dieser Ausblick wirklich "konkret" werden kann, muss ich vorher hoffen, dass der nächste Arzt eeeeeeeeeendlich mal Ahnung von Medizin hat. Dr. Nick Rivieras kenne ich mittlerweile genügend ...

Montag, 24. Dezember 2012

Saisonrückblick 2012 - Teil 1

Zwei Wochen lang ist erst mal kein Hallenfußball angesagt, dafür hole ich jetzt mal den Saisonrückblick nach. Man sollte die abgelaufene Saison schon mal re... ... äh ... wie ... wüüüüh ... naja, halt rewüh :) passieren lassen (ich schreib einfach mal rewüh, wozu hatten wir vor mehreren Jahren eine Rechtschreibreform, hehe?), bevor man in die Vorbereitung zur nächsten Saison beginnt - was ich heute in gewissem Sinne sogar schon getan habe. Aber wie ich hinterher feststellen musste: Meine Waage ist defekt. Die zeigt ja fast 85 kg an. Das kann doch gar nicht stimmen ;)

Aber zurück zur Saison 2012. Das Auftaktrennen war Cadolzburg. Rummsbumms an der Wand von Cadolzburg, kleine Duathlon-Einlage, aber der Zug war abgefahren. Viel Aufschluss gab das Rennen dadurch nicht, bis zum Sturz war ich eigentlich besser im Hauptfeld dabei als im Jahr zuvor, aber an der Steigung fühlten sich die Beine sehr verkrampft an. Das war alles, was ich Cadolzburg entnehmen konnte.

Die Woche drauf stand mit Karbach der nächste Frühjahrsklassiker an. Gleich am Anfang veranstaltete ein auf Lizenzniveau fahrendes Trio einen gefühlten Zielbergsprint, wodurch das Feld genau wie 2010 gleich am ersten Anstieg zu Rennbeginn komplett auseinanderfiel. Das war an diesem Tag ganz besonders ärgerlich, denn auf dem eher flachen Weg zurück nach Karbach windete es wie im Windkanal - so einen heftigen Gegenwind hatte ich bei einem Rennen noch nie erlebt! Genau da hätte man ein größeres Feld gebraucht, aber das gab es an diesem Tage nicht. Die Sache wurde daher zwischendurch zu fast einer Runde Einzelzeitfahren und die dritte und letzte Runde war dann eine Art unkoordiniertes 4er-MZF - da liefen gar keine Gruppen mehr zusammen. Insofern hatte das dann nur bedingt etwas mit einem Rennen zu tun, weil eben die typischen Unterschiede zwischen Rennen und Zeitfahren wie vom Winde verblasen waren. Die Top Ten genau wie 2010 verfehlt und eine nochmals deutlich langsamere Durchschnittsgeschwindigkeit ins Ziel gebracht - UND die Erkenntnis, dass das BC-Rennen 2008 das einfachste Rennen war, an dem ich bei meinen insgesamt 3 Starts in Karbach teilgenommen hatte. So viel zur Qualität und Fahrweise, die dort von einigen "Hobbyfahrern" beim eigentlichen Hobbyrennen an den Tag gelegt wird. Würde es noch Tageslizenzen geben, würde ich nächstes Jahr genau eine solche in Karbach nutzen, weil man dort aufgrund des großen Feldes und der vernünftigeren Fahrweise zu Rennbeginn (man muss sich die Kraft ja schließlich für mehr als nur 3 Runden einteilen) einfach besser bzw. länger mitkommt als beim Hobbyrennen, wo ich bei zwei Teilnahmen jeweils am Gipfel der langen Steigung gleich nach dem Start den Anschluss verlor ... und dabei mehr leiden musste als 2008, als ich beim BC-Rennen ohne nennenswerte Mühe mit dem Hauptfeld über die Kuppe kam ...

Nach einem somit desolaten Saisonbeginn ging es nach Sonneberg, wo ich immerhin mit dem Hauptfeldchen ankam. Wir waren nur knapp über 10 Fahrer, weil es dan ganzen Tag lang geregnet hatte. Bei unserem Rennen schien die Sonne, nur die Straßen waren zu Beginn noch nass. Schade, dass sich nicht mehr Hobbyfahrer getraut hatten, liegt Sonneberg doch schließlich gleich an der Grenze zu Bayern und ist auch nicht allzu weit von Sachsen entfernt. Eigentlich also ein guter Sammelpunkt für Hobbyfahrer, sollte man meinen. Nachdem meine Form am Berg aber weiterhin mies war, trat ich ein Stück vor Beginn der Schlusssteigung einfach mal beherzt an. Das war dann ein Moment, der mir zum ersten Mal in der Saison etwas Mut machte: Ich konnte mich gleich absetzen und den Vorsprung auch in die Steigung retten. Dort quälte ich mich wieder eher schlecht als recht den Berg hinauf und wurde in der Kurve kurz vorm Gipfel leider abgefangen. Am Ende fehlten mir im Ziel 10 Sekunden auf Platz 3. Unterm Strich ein Schritt nach vorn.

Die Woche drauf stand dann schon das erste Saison-Highlight an: Es ging zu meinem neuen Lieblingsrennen nach Schleiz! Dort hatte ich schon vor dem Start bei fast winterlichen Temperaturen (noch nie zuvor fuhr ich ein Rennen mit Beinlingen!) eine gute Laune, weil ich als Gastfahrer fürs Radsportteam Reichenbach fahren konnte. Das war gleich ein viel unterhaltsameres Warmfahren als wenn man sich immer alleine irgendwo einrollen muss. Man macht sich dann auch nicht solche Gedanken über das anstehende Rennen und ist halt generell entspannter. Das Rennen selbst verlief dann gar nicht wie geplant, denn es setzten sich noch auf dem Schleizer Dreieck drei Fahrer ab, die uns überhaupt nichts sagten. Da es ja "nur" die 30er-Strecke war, hielten wir sie für übereifrige Fahrer, die sich ihre Kräfte nicht einteilen konnten. Das Gegenteil war aber leider der Fall, der Sieger fuhr mal eben souveränen Streckenrekord für die 30er-Strecke und generell den höchsten Schnitt, mit den ein Fahrer in Schleiz bisher das Ziel erreicht hat. In der Folge bildeten wir dann aber leider keinen Teamzug, um den Abstand zu verkürzen, sondern es brach alles auseinander. Nach den ersten Kilometern blieb aus einem fast 100 Fahrer fassenden Fahrerfeld ein einziger Trümmerhaufen übrig. Nachdem der Zug zur vorderen Gruppe langsam aber sicher abgefahren war, bildete sich aber zumindest langsam wieder ein Hauptfeldchen. Vorne waren aber insgesamt 5 Fahrer weg, also ging es für uns noch um Platz 6 - und natürlich um den Sieg in der Teamwertung. Als sich unser Hauptfeldchen bildete, sah ich im Rückspiel erfreulicherweise ein Reichenbacher Duo im Anmarsch und blieb zunächst eine Weil am Ende der Gruppe. Nach dem Zusammenschluss spulten wir dann der Abfahrt Richtung Raila entgegen, in die ich diesmal von ganz vorn fahren konnte. Im Gegensatz zum Vorjahr fuhr ich diesmal auch schon mutiger runter, quasi ohne zu bremsen, bis ich durch eine Unterwurzelung einen heftigen Schlag gegen den Lenker bekam und aufschreckte. Ich kam mit dem Schrecken davon, aber fuhr die restliche Abfahrt dann doch wieder etwas verunsichert. Dennoch reichte es, um sogar mit leichtem Vorsprung in die letzte Steigung vorm Ziel zu gehen - und an der Sache mit dem Vorsprung änderte sich zu meiner positiven Überraschung auch nichts mehr! Eine unglaubliche Iylle: Blauer Himmel, die Sonne lachte auf das knallgelbe Rapsfeld rechts von der Straße, links ein paar Bäume an der Straße, wie man sie früher in der DDR eben häufig an Landstraßen hatte, eine sanfte Brise - und ansonsten STILLE. Kein Treten anderer Fahrer, kein anderes Schnaufen - das hat sich wirklich herrlich angefühlt! Am Ende der Steigung drehte ich mich mal um und sah Falk aus dem Team auf Schlagdistanz. Da der nächste Fahrer vielleicht 15 bis 20 Sekunden hinter Falk lag, nahm ich etwas raus und wartete auf ihn, um dann als Duo ins Ziel zu fahren. Am Ende Platz 6, was meine bis dahin beste Platzierung bei einem Kletterrennen bedeute. Platz 2 in meiner AK und Platz 1 in der Teamwertung rundeten einen erfolgreichen Auftritt beim ersten Saison-Highlight ab - so soll ein Höhepunkt aussehen! :)

Demnächst weiter mit Teil 2 ...