Disclaimer - wenn man so will

In meinem Sport-Blog schreibe ich über meine Sporterlebnisse teilweise ernsthaft, teilweise aber auch mit überspitztem Humor - den Unterschied sollte man erkennen, wenn man mich persönlich kennt ;) Generell gilt: Wer die Dinge, die ich hier schreibe, zu ernst nimmt, ist selbst schuld ;)

Team 2019

Team 2019

2019 fahre ich Lizenzrennen für RMV Concordia Strullendorf 1920 e.V. und ausgewählte Jedermannrennen

Sonntag, 18. Mai 2014

Kuriositäten-Kabinett Kulmbach

Ich lege ja diese Saison mehr Wert auf die Dienstagabendserie in Kulmbach, die aus Verbandssicht nur eine "Trainingsmaßnahme" sind. Man könnte auch von "inoffiziellen Rennen" sprechen, aber da sie offiziell ausgeschrieben und genehmigt sind, tut man das halt nicht. Also hat man wohl aus diesem Grund diesen Begriff "Trainingsmaßnahme" erfunden. Aber das sportliche Niveau ist dort einfach höher als bei den Hobby- und Jedermannrennen, was nur logisch ist, weil man dort mit Lizenzfahrer bis zur A-Klasse fährt. Ich lege aber nicht nur wegen des sportlichen Niveaus mehr Wert auf diese Serie als auf die offiziellen Hobby- und Jedermannrennen an den Wochenenden, sondern auch, weil Matthias die Dienstagabendrennen einfach regel- und wertungstechnisch besser im Griff hat als es bei den offiziellen Rennen der Fall ist. Traurig, aber wahr. Wieso speziell bei Rennen in Bayern (und das ist nicht neu, darüber beklage ich mich schon seit Jahren) die verantwortlichen Offiziellen immer wieder für regel- und wertungstechnische Kuriositäten sorgen, das weiß der Geier. In Thüringen bekommt man das auch besser hin...

Aber worum ging es diesmal wieder? Vorweg: Mich selbst hat es NICHT betroffen. Ich war in diesem Fahrerfeld sowieso chancenlos. Ich hab's auch nur mit dem typischen Kopfschütteln zur Kenntnis genommen und den Blick schon wieder Richtung Dienstagabend gerichtet - DANN zählt es, DANN sorgt Matthias für einen korrekten Rennablauf. Beim eigenen offiziellen Rennen in Kulmbach kann er leider nicht für einen korrekten Rennablauf sorgen, weil er da nur als Ausrichter fungiert. Es ist also auch NICHT die Schuld des ausrichtenden ATS Kulmbach, dass es wieder zu einigen Kuriositäten und zu entsprechenden teils erhitzten Diskussionen durch betroffene Fahrer nach Rennende kam. ICH selbst zählte aber wie gesagt NICHT zu den betroffenen Fahrern...

Ich fange jetzt mal am Ende an: Das Ende gab es nicht! Ich fahre jetzt seit 2005 und kann mich nicht daran erinnern, dass ich schon mal ein Kriterium ohne Schlussglocke erlebt habe. Wer sich mit den Wettkampfbestimmungen auskennt, der weiß ja: Die letzte Rennrunde ist nicht zwingendermaßen die letzte ausgeschriebene Rennrunde, sondern die Runde, die durch die Schlussglocke eingeläutet wird. Das Glockenzeichen ist entscheidend! Auf diese Schlussglocke warten wir aber immer noch vergebens. Offiziell (!) läuft das Jedermannrennen also noch. Kurios? Oh ja!

Letztes Jahr flog das Feld aber auch ganz schön auseinander und man konnte den Durchblick verlieren. War das dieses Jahr etwa auch so? Nö, eigentlich nicht. Man hatte das bisher größte Starterfeld in Kulmbach, vermutlich um die 40 Fahrer. Nach der ersten Wertung flog die Geschichte dann zu nächst auseinander, mehrere Bruchstellen - und nach zwei weiteren Runden hatte sich dann wieder ein recht großes Hauptfeld gefunden. Ich denke, wir waren immer noch mindestens 20 Fahrer im Hauptfeld. Einige Fahrer hatten den Anschluss verloren, 4 Fahrer hatten sich nach vorne abgesetzt. Bei einem Durchschnittstempo von maximal 42,3 km/h im Feld sagt das auch schon so einiges darüber aus, ob diese 4 Fahrer noch als "Jedermänner" bezeichnet werden können, wenn die sich bei so einem Höllentempo absetzen können. Aber so ist das eben, wenn der Verband unfähig ist, die Fahrer sinnvoll in Leistungsklassen einzuteilen...

Die Rennsituation war also eigentlich recht übersichtlich - bis nach der 4. der insgesamt 6 Wertungen. Da rollte das Spitzenquartett nämlich langsam von hinten heran - und plötzlich fuhr das Führungsfahrzeug schon an uns vorbei. Sind die 4 Spitzenfahrer also gerade wieder von hinten ins Feld reingefahren und haben ihren Rundengewinn vollzogen? NEIN!!! Kurios? Ich weiß nicht, denn wenn die Rennleitung entscheidet, dass das Führungsfahrzeug schon mal am Hauptfeld vorbeifahren soll, dann ist das eben so. Dann ist das Hauptfeld ab sofort wieder die neue Spitze des Rennens. Zumindest ist das so geregelt. Kurioserweise wurden die letzten beiden Wertungen aber NICHT eingeläutet. Gab es also noch diese beiden Wertungen? Wenn man sie nicht mit einem Glockenzeichen einläutet, dann eigentlich nicht. Nach 4 Wertungen war offiziell (!) also Schluss. Ich schätze aber, dass die Rennleitung dennoch Punkte notiert hat - und zwar für die 4 Fahrer, die 100 Meter hinter dem Hauptfeld fuhren. Kurios? Oh ja...

Wenn diese 4 Fahrer den Rundengewinn nicht vollziehen, dann ist das ja deren eigene Dummheit. Das Führungsfahrzeug war schon wieder vor dem Hauptfeld, also war das die neue Spitze des Rennens. Punkte hätte es also für die ersten 4 Fahrer des Hauptfeldes geben müssen. Im Idealfall hätte also ein Fahrer noch 15 Punkte aus den letzten zwei Wertungen holen können. Je nach vorherigem Punktestand hätte das Platz 1 oder 2 bedeutet. Und all das nur, weil die 4 Spitzenreiter den Rundengewinn nicht vollzogen hatten. Denn es gilt ja bei Kriterien: Rundengewinn vor Punktgewinn! Ist man also kurz vorm Rundengewinn, sollte man den auch vollziehen, um auf der sicheren Seite zu sein. Wenn die Rennleitung nämlich das Führungsfahrzeug vors Hauptfeld zieht, gibt es die Punkte wieder fürs Hauptfeld, während die 4 eigentlichen Spitzenreiter keine Punkte mehr holen können. Dieses Quartett hat sich mit seiner Verweigerung des Rundengewinns also eigentlich ins eigene Fleisch geschnitten. Die Rennleitung hat sich aber vermutlich über sämtliche Wettbewerbsbestimmungen für Kriterien hinweggesetzt und die beiden Schlusswertungen für diese 4 Pappnasen eingeläutet, die all diese Kuriositäten vermutlich ganz einfach hätten verhindern können, wenn sie (gar nicht erst am Start gewesen wären) einfach nur den Rundengewinn vollzogen hätten. Hier hatten diese vier Glücksritter wirklich einfach nur Glück, dass die Rennleitung eigene Regeln erfunden hat.

Bitte für die Fahrer, die im Hauptfeld am Ende noch vorne waren und somit u.a. um die doppelte Punktzahl bei der Schlusswertung gebracht wurden. Da wäre eine Podestplatz drin gewesen. Aber nachdem ich letztes Jahr schon beim Samstagskriterium in Kulmbach etwas ganz Neues erleben musste, nämlich dass man mich mit einer Runde Rückstand auf einen Fahrer gewertet hatte, den ICH meinerseits überrundet hatte, hat man eben auch dieses Jahr wieder für zirkusreife Kuriositäten gesorgt. Wozu gibt es eigentlich Wettkampfbestimmungen, wenn die in Bayern scheinbar keinerlei Gültigkeit haben? Ich sage ja immer: Ich fahre lieber Rennen in Thüringen, weil die Rennen dort einfach besser organisiert sind. Und damit meine ich vor allem die Umsetzung der Wettkampfbestimmungen. In Thüringen geht man an den Start und weiß, nach welchen Regeln gefahren wird. In Bayern hingegen weiß man vor einem Rennen gar nicht, wie dieses Rennen gewertet werden wird, nach welchen Regeln es gefahren wird - auch wenn der Streckensprecher zu Rennbeginn immer sagt, dass nach den offiziellen Regeln und Bestimmungen gefahren wird. Wirklich? Wertungsabnahme für 4 Fahrer, die sich 100 Meter HINTER der Spitze des Rennens befinden? Schlussrunde ohne Schlussglocke? Das sollen offizielle Regeln und Bestimmungen sein?!? Wer's glaubt...

Abschließend noch ein paar Fakten, ein paar Zahlenspiele: 2008 beim C-Kriterium hatte ich einen knappen 39er Schnitt, als ich nach 13 Runden vom Feld überrundet wurde. Vermutlich war das Feld zu dem Zeitpunkt also mit einem Schnitt von 42-43 km/h unterwegs. 2011 bei meinem 3. Platz hatte ich einen Schnitt von 39,5 km/h, 2012 und 2013 jeweils einen 40er Schnitt. Tja, und dieses Mal eben einen 42er Schnitt. Wäre ich 2008 schon so gefahren wie heute, hätte ich damals eine Feldankunft bei einem Lizenzrennen schaffen können. Jetzt reichte es nur für eine Feldankunft bei einem Jedermannrennen. Da läuft doch irgendwas falsch, wenn es keinen Unterschied mehr zwischen Jedermann und C-Klasse gibt...

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