Disclaimer - wenn man so will

In meinem Sport-Blog schreibe ich über meine Sporterlebnisse teilweise ernsthaft, teilweise aber auch mit überspitztem Humor - den Unterschied sollte man erkennen, wenn man mich persönlich kennt ;) Generell gilt: Wer die Dinge, die ich hier schreibe, zu ernst nimmt, ist selbst schuld ;)

Teams 2018

Team 2018

2018 fahre ich Lizenzrennen für RMV Concordia Strullendorf 1920 e.V. und ausgewählte Jedermannrennen

Freitag, 2. Mai 2014

Auftakt zur Dienstagabend-Rennserie

Die Wetterprognose war unsicher, der Regenradar und die Webcam am Kulmbacher Marktplatz machten aber Hoffnung - also fuhr ich wie so einige andere "Webcam-Gucker" ;) auf gut Glück zum Auftakt der Dienstagabend-Rennserie. Ab Bayreuth wurde es dann leider schon nass. Die Leute fuhren sich daher auch nicht nass, sondern standen noch misslaunig herum. Der Regen hörte zwar auf, aber die Straßen waren natürlich noch nass - somit auch die Kurven. Ich kann doch bei Nässe nicht um Kurven fahren! :(

Es lief dann aber besser als gedacht. Insgesamt nur 2 richtige Unsicherheiten und ansonsten konnte ich dem Renntempo folgen. Bei Nässe immerhin ein 40er-Schnitt - keine Ahnung, ob ich bei Nässe schon mal so einen Schnitt mitgehen konnte, weil ich ja sonst immer in den Kurven mehrere Meter Rückstand gefressen hatte. Aber um sich in den Wertungsrunden richtig zu positionieren oder mal 'ne Attacke zu fahren, reichte meine leicht verbesserte "Nass-Kurven-Technik" dennoch nicht. Ich rollte also nur am Feldende mit und bekam den 40er-Schnitt im Endeffekt nur durch den Blick auf den Tacho mit. Es kam mir bei weitem nicht so schnell vor. Naja ... Windschatten halt ;)

Als ich dann mal versuchte, mich dennoch etwas weiter zu positionieren, kam uns hinter Kurve 2, der spitzesten und "blindesten" Kurve, plötzlich ein Auto entgegen!!! Der ATS Kulmbach hat für die Dauer des Rennens eine Einbahnstraßenregelung genehmigt bekommen, da gibt es also keine Ausreden! Solchen Leuten gehört sich der Führerschein entzogen - lebenslang! Einen Führerschein zu besitzen bedeutet schließlich auch das verantwortungsvolle (!) Steuern eines Fahrzeugs. Eine Einbahnstraße in entgegengesetzer Richtung zu befahren ist absolut unverantwortungsvoll! Vor allem dann, wenn an den Zufahrtstellen Streckenposten stehen, die einen auch noch auf die Einbahnstraße hinweisen. Wenn man mal ein Verkehrsschild übersieht - okay. Aber Verkehrsschild übersehen UND Anweisung eines Streckenposten nicht mitbekommen?!? Also bitte ... das glaube ich dann aber nicht, dass man "versehentlich" falsch gefahren ist. Und falls doch, dann ist das wohl eine Frage von mangelnder Intelligenz. So oder so gefährden solche Leute das Leben anderer Verkehrsteilnehmer. Wir hatten noch Glück, dass wir schnell genug unterwegs waren. Wären wir 5 oder 10 Sekunden später zu dieser Kurve gekommen, hätte dieser Autofahrer die ersten 2, 3 Fahrer von uns auf die Hörner genommen. :(

Aber gut, diese heikle Situation haben zum Glück alle unbeschadet überstanden, den Autofahrer sollte der Blitz treffen (nach dem Aussteigen), aber es ging dann natürlich normal weiter. Das Feld nahm dann mal wieder auf der Gegengeraden etwas raus und ich war gut positioniert, also fuhr ich doch mal scherzhafterweise eine Attacke. Ich konnte mich auch gleich gut absetzen, aber leider ganz allein. Dabei ist natürlich bekannt: Allein im Wind verrecke ich sehr schnell. Auf Start/Ziel konnte ich noch gut weiterdrücken, aber zwischen Kurve 1 und 2 fuhr dann ein Autofahrer zwischen mir und dem Feld auf die Strecke - und überholte mich kurz vorm Einlenken in Kurve 2 auf der Innenseite!!! Zum Glück ließ die zweite Missgeburt des Tages den Motor aufheulen, nur dadurch bemerkte ich ihn noch rechtzeitig. An der Stelle biegen wir ja rechts ab, fahren die Kurve natürlich von links außen an. Wenn dann innen ein Auto geradeaus weiter fährt ... naja. Ich habe mich kurz geschüttelt und dann trotzdem wieder versucht einen brauchbaren Tritt zu finden. Ein Blick auf den Tacho: 40 km/h. Mist! Bei einem Durchschnittstempo von 40 muss man auf der Geraden natürlich etwas über dem Schnitt liegen, um bei einer Attacke den Vorsprung verteidigen zu können. Beim Blick zurück sah ich auch, dass das Feld Tempo machte und mein Vorsprung schon kleiner wurde. Eine Runde lang war ich also vorn, aber es waren noch 1,5 Runden bis zur Wertungsabnahme - das würde so nix werden, also nahm ich gleich wieder raus, um nicht weiter sinnlos Körner zu verschwenden.

Bei der übernächsten Wertung positionierte ich mich dann mal etwas besser vor dem Sprint, konnte aber nur hinter den vermutlich besten 3 Sprintern des Tages mit etwas Abstand um den vermeintlichen letzten Punkt für Platz 4 sprinten. Die 3 Sprinter sprinteten dabei so dicht nebeneinander, dass ich leider gar nicht den Ausreißer sehen konnte, der sich wenige Meter vor den Sprintern ins Ziel rettete. Erst nach der Wertungsabnahme konnte ich den Ausreißer erkennen - und ärgerte mich natürlich, dass es mein x-ter 5. Platz in Kulmbach gewesen ist. Aber alles in allem habe ich dann noch das beste aus einem Kriterium auf nasser Fahrbahn gemacht: Eine Runde lang vorne als Solist gefahren, ein solider Sprint - darauf lässt sich aufbauen. Wenigstens ein bisschen Belastung gehabt, bevor mich ein Reifendefekt lahmlegte. Ich fuhr in Kurve irgendwann mal über ein kleines metallisches Teilchen. Ein paar Runden später hörte ich "pfft pfft pfft" vom Vorderrad. Das Geräusch verschwand nach einer Runde wieder, aber 2 oder 3 Runden später fuhr ich dann direkt nach Kurve 2 auf der Felge. Ich war dann also am weitesten entfernten Punkt von Start/Ziel - und selbst beim Geradeaus-Gurken war die Geschichte schon sehr wackelig, also ließ ich es gut sein. Selbst mit einem Radwechsel hätte ich an diesem Tag eh nicht mehr als die 3 Anwesenheitspunkte erzielt. Es war aber schon ein völlig anderes Fahrgefühl als am Sachsenring und in Cadolzburg. So kann's weitergehen - nur ohne bescheuerte Autofahrer bitte ...

Derzeit ist die Wetterlage weiterhin unsicher, deswegen lass ich es mal etwas ruhiger angehen. Dienstag geht es dann hoffentlich auf trockenen Straßen in Kulmbach weiter, am 10. Mai führe ich die Trainingsgruppe der RSG Vilstal über Alfeld den Deckersberg hinauf - falls auch da das Wetter mitspielt. Die Runde sollte ähnlich wie das Straßenrennen in Sonneberg Mitte Mai ein guter Baustein für Schleiz sein.

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