Disclaimer - wenn man so will

In meinem Sport-Blog schreibe ich über meine Sporterlebnisse teilweise ernsthaft, teilweise aber auch mit überspitztem Humor - den Unterschied sollte man erkennen, wenn man mich persönlich kennt ;) Generell gilt: Wer die Dinge, die ich hier schreibe, zu ernst nimmt, ist selbst schuld ;)

Teams 2018

Team 2018

2018 fahre ich Lizenzrennen für RMV Concordia Strullendorf 1920 e.V. und ausgewählte Jedermannrennen

Dienstag, 6. Dezember 2011

Saisonrückblick 2011 - Teil 3

Nach Lichtenstein war zunächst ein Wochenende Pause mit offiziellen Rennen - die Landesverbandsmeisterschaften standen in den jeweiligen Bundesländern wieder an. Durch die vielen Rennklassen ist unsere Hobbyklasse daher an diesem Wochenende meistens zum Zusehen verdammt. Die Woche drauf durften wir dafür erstmals in Schrobenhausen am Start, wo ich 2008 mein erstes Regenrennen fuhr - und schlecht beraten ein Fiasko erlebte. Schrobenhausen scheint für mich ein verfluchter Ort zu sein, denn diesmal war das Rennen schon nach 2 Sekunden gelaufen: Das Hinterrad hatte sich beim Losfahren gelöst. Bis es wieder richtig drin war, war der Abstand zum Feld leider schon zu groß um wieder ranzufahren. Also eigentlich nicht, das hätte bei Fairplay des Feldes schon noch gelangt. Leider gab es kein Fairplay, ähnlich wie im Jahr zuvor beim Sturz in Strullendorf, wo die 4 Fahrer an der Spitze genüsslich das Tempo verschärften. Auch diesmal wurde vermutlich losgeheizt wie bekloppt, aber das kann ich halt nicht so genau sagen, weil für mich nur ein 36-km-langes und sehr einsames Einzelzeitfahren wurde. Die sich permanent GEGEN DIE FAHRTRICHTUNG warmfahrenden Lizenzfahrer haben dann irgendwie perfekt zu der ganzen Sache dazu gepasst. Schade, Straßenrennen in Bayern sind so rar und Schrobenhausen wäre eigentlich ein Rennen für mich gewesen, weil es eine schöne flache Sprintankunft hatte. Aber wie schon 2008 konnte ich leider nicht herausfinden, was für mich bei diesem Rennen möglich gewesen wäre. Das mit dem fehlenden Fairplay jedenfalls merke ich mir wie ein Elefant ...

Die Woche drauf nahm ich mit viel Wut im Bauch in Pleisdorf bei einer "Trainingsmaßnahme" und dem einzigen Rennen für Hobbyfahrer in der Oberpfalz teil. Außer meinen Teamkollegen und einem weiteren Vereinsfahrer waren mir aber keine der Fahrer von anderen Rennen bekannt. Deswegen wurde aber keineswegs ein leichtes Rennen draus! Das Renntempo war richtig hart und ich war umso erfreuter, dass ich die lange Steigung jedesmal überleben konnte. Am Ende kam ein 7. Platz heraus, was für ein Kletterrennen ein richtig gutes Ergebnis für mich war. Endlich ging es also wieder aufwärts!

Eine Woche später folgte ein thüringisches Wochenende mit dem Kriterium in Altenburg und dem Straßenrennen in Schleiz. In Altenburg lief es leider ganz und gar nicht gut. Neben den teils sehr wilden Manövern einiger Spezialisten, die den Rest des Teilnehmerfeldes scheinbar für luftdurchlässig hielten, hatte ich durch die Trainingskriterien in Kulmbach schon nicht mehr so die besten Beine. Ich merkte langsam die ungewohnte dienstägliche Zusatzbelastung, was dazu führte, dass ich das Grundtempo in den Wertungsrunden nur gerade so am Limit mitgehen konnte. Da ich zu Beginn der ersten Wertungsrunde zu weit hinten lag, um beim Sprint noch reinhalten zu können, lag ich auch bei Nachlassen des Tempos nach der Wertungsabnahme immer noch sehr weit hinten. Neben einem Loch, das von vor mir zurückfallenden Fahrern gelassen wurde, die freundlicherweise auch noch Schlangenlinien anfingen zu fahren und sich von mir was anhören mussten, sorgte dann ein weiteres Problem dafür, dass ich einfach nicht in eine Position für Punkte kommen sollte: Das Tempo schlief zwischen den Wertungsrunden so ein, dass sich das Feld in voller Straßenbreite staute. Das kam einem Überholverbot gleich, das erst in der nächsten Wertungsrunde aufgehoben wurde. Da war ich wieder am Limit und so nahm das Rennen seinen Lauf. Erst im letzten Drittel war das Tempo auch zwischendurch mal etwas "normaler", wodurch das Feld endlich nicht mehr in voller Straßenbreite fuhr und ich überholen konnte. Ich kam aber nicht weg und in den Wertungsrunden war das Grundtempo weiterhin zu hoch für mich. Am Ende ging ich entsprechend leer aus. Es war ein richtig schlechtes Rennen, weil ich ausnahmsweise unter meinen Möglichkeiten geblieben bin. Das Durchschnittstempo war mir nämlich zu niedrig - auf Renndistanz gesehen. Ich fühlte mich noch lange nicht ausgelastet. Aber in den Wertungsrunden war das Tempo für mich halt am Limit und so war ich mit einer Platzierung außerhalb der Top Ten einfach unter Wert geschlagen - an diesem Tage. Manchmal bin ich sehr wohl am Optimum, lande aber ebenfalls außerhalb der Top Ten. Dann aber weil ich an dem Tag einfach nicht besser war ...

Das war ich aber am nächsten Tag in Schleiz. Bei übelstem Wind konnte ich mich in der 12-köpfigen (von fast 100 Startern!) Spitzengruppe behaupten und verschärfte auch zwei Mal das Tempo. Allerdings merkte ich nach der 2. Tempoverschärfung, die nix brachte, dass meine Beine doch ganz schön schwer waren. Kurz bevor es in die gefährliche Steilabfahrt nach Railla ging, fuhren wir noch eine andere Abfahrt in eine Ortschaft, in der ich schon fast den Verdacht hatte, dass man uns am Ende der Abfahrt in eine uneinsehbare Links-Rechts-Kurvenkombination schicken würde, obwohl man uns an der Stelle auch weniger gefährlich geradeaus und dann in der Ebene und bei besserer Übersicht hätte "kurvig" fahren lassen können. Aber der Streckenposten, der uns am Ende der Abfahrt nicht geradeaus fahren ließ, war rechtzeitig zu sehen, weshalb das eigentlich kein Problem werden sollte. Die ersten beiden Fahrer hatten sich aber scheinbar nicht die Mühe gemacht, sich vor dem Rennen mit dem Streckenverlauf zu beschäftigen, und verpassten die Rechtskurve. Interessant war an dieser Stelle, dass man in Thüringen scheinbar anders mit solch unglücklichen Situationen umgeht als in Bayern. Hätte man in Bayern jetzt noch volle Kanne das Tempo verschärft, kam hier gleich das Signal an die Gruppe, dass man auf die beiden Kamikaze-Fahrer warten solle. Gesagt getan - Fairplay ist ja toll, auch wenn das hier nicht unbedingt angebracht war. Das war schließlich keine unglückliche Situation mit Sturz oder Defekt, sondern Eigenverschulden von zwei übereifrigen Abfahrern. Dass Fairplay in Thüringen aber so groß geschrieben wird, merke ich mir dann ebenso wie das Gegenteil in Bayern. Ich werde mich also hüten, das Unglück anderer gleich auszunutzen - in Thüringen, wo das ungeschriebene Gesetz Fairplay verlangt. Getreu der Devise "Wie du mir so ich dir" oder auch "Wie man in den Wald hinein ruft, so schallt es heraus" orientiere ich mich in Bayern natürlich an dem ungeschriebenen Gesetz, das mir dort von den Teilnehmerfeldern "erklärt" wurde ...

Ach ja, am Ende kam in Schleiz noch Platz 8 heraus, die Zielsteigung verlief ein bisschen unglücklich, nachdem mir ein Schlangenlinienfahrer das Vorbeifahren an ihm sehr schwer machte und mich einiges an Zeit und Nerven kostete. Vielleicht hielt er sich auch für Michael Schumacher und wollte Kampflinie fahren, obwohl er deutlich langsamer war - wer weiß?!? War aber ganz zufrieden, zumal ich nach der Steigung als Solist zwischen zwei Trios den Rückstand nach vorne stabil hielt und den Vorsprung nach hinten sogar ausbauen konnte. Schleiz hat echt Spaß gemacht und ist 2012 wieder ganz fest geplant - aber wieder "nur" die 30 km. 75 km bei diesem Streckenprofil sind für einen echten Hobbyfahrer dann doch schon eine sehr harte Nuss. Für Lizenzverweigerer nicht, aber für echte Hobbyfahrer nunmal. Aber 30 km ist ja auch schon eine der längeren Renndistanzen, die man als Hobbyfahrer im Jahr bewältigen darf. Nicht vergleichbar mit 10- oder 15-km-Rennen ... zu denen ich im nächsten Teil des Rückblicks ab Juni kommen werden ...

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen