Disclaimer - wenn man so will

In meinem Sport-Blog schreibe ich über meine Sporterlebnisse teilweise ernsthaft, teilweise aber auch mit überspitztem Humor - den Unterschied sollte man erkennen, wenn man mich persönlich kennt ;) Generell gilt: Wer die Dinge, die ich hier schreibe, zu ernst nimmt, ist selbst schuld ;)

Teams 2018

Team 2018

2018 fahre ich Lizenzrennen für RMV Concordia Strullendorf 1920 e.V. und ausgewählte Jedermannrennen

Mittwoch, 21. Dezember 2011

Marketing vs Eigenmeinung

Als ich das Preismodell für das Jedermannrennen im Rahmen der DM in Zwenkau nächstes Jahr gesehen hatte, wurde mir ja gleich klar, dass ich darauf sehr gerne verzichten werde. Die niedrigste Startgebühr betrug 39 Euro und bei Jedermannrennen bedeutet das aufgrund des Preisgeldverbots durch den BDR: Ja, 39 Euro, ohne Chance auf "Rabatt" durch ein gutes Abschneiden im Rennen - denn als "Rabatt" kann man die eher symbolischen Preisgelder im Hobbybereich wohl bezeichnen. Um das nicht falsch zu verstehen: Ich fordere hier nicht höhere Preisgelder im Hobbybereich, ich finde die Preisgelder in "Rabatt-Höhe" absolut okay. Wer mehr Preisgelder verdienen will, soll auch mehr leisten -> Lizenzrennen!

In Meiningen konnte man dieses Jahr für eine Startgebühr von 10 Euro antreten und da es ein Hobbyrennen war, gab es für die ersten 10 Fahrer auch die gewohnten Preisgelder. Feine Sache - wie man es in Meiningen auch bei den Kriterien immer gewohnt ist. Und ich erwähnte es ja bereits: Wer die DM in Meiningen als Hobbyfahrer verpasst hat, ist selbst schuld! Und es soll jetzt keiner sagen "Oh, davon wusste ich aber nix ..." - oder muss man wirklich auch im Radsportbereich von einer "BILD-Generation" sprechen? Wenn die Meinung bzw. die Rennplanung nicht vorgegeben wird, ist man selbst nicht in der Lage seine Rennplanung zu gestalten? Wirklich?!? Denn dieser Verdacht drängt sich mir aktuell auf ...

Für Meiningen gab es kein aggressives Marketing. Es gab die Ausschreibung und jeder Hobbyfahrer konnte sich dementsprechend selbst überlegen, ob er dort starten möchte oder nicht. Für Zwenkau gibt es ein wesentlich aggressiveres Marketing - und siehe da: Jetzt bereits sind über 100 Fahrer angemeldet, obwohl die Startgebühr für die günstigsten Plätze bei 39 Euro lag, aktuell werden 49 Euro fällig. Wie ist so etwas zu erklären?!?

Mal sehen, was denn gleich ist: Sowohl in Meiningen als auch in Zwenkau sind Hobbyfahrer startberechtigt. Beide Rennen sind Deutsche Straßenmeisterschaften. Das wäre es an Gemeinsamkeiten. Zumindest für Hobbyfahrer.

Anders ist: Zwenkau ist ein Jedermannrennen, es sind also auch Lizenzfahrer startberechtigt, die nicht A- oder B-Klasse sind. Dadurch sind also generell mehr Fahrer startberechtigt und eine höhere Teilnehmerzahl wäre somit nur logisch. So weit, so gut. Ebenfalls anders ist die Startgebühr - 39 bz.w 49 bzw. 59 Euro im Gegensatz zu 10 Euro. Sollte nun die Meinung bestehen, dass ein Rennen besser ist, nur weil die Startgebühr höher ist, wäre eine höhere Teilnehmerzahl logisch - aber es handelt sich in beiden Fällen um Rennen bei einer Deutschen Meisterschaft, die Organisation ist also in beiden Fällen das Beste vom Besten. Die Startgebühr spricht also eher gegen eine höhere Teilnehmerzahl, die aber jetzt bereits defintiv besteht. Durch das Jedermannrennen gibt es im Gegensatz zu Meiningen auch keine Preisgelder ("Rabatte"), weshalb es also nur den berühmten feuchten Händedruck zu "gewinnen" gibt - neben dem Rennsieg, versteht sich. Prämientechnisch ist Zwenkau also ebenfalls unattraktiver als Meiningen es gewesen ist.

Erklären sich die höheren Teilnehmerzahlen also wirklich nur durch die Startmöglichkeit für Lizenzfahrer? Oder obsiegt hier Marketing über Eigenmeinung, weil sich doch (zu) viele Hobbyfahrer nicht selbst über Rennmöglichkeiten informieren, sondern sich lieber bequemerweise durch das aggressive Marketing profitorientierter Veranstalter informieren lassen - und dafür einen entsprechenden Aufpreis zahlen?

Was auch der Grund dafür sein mag, dass der Run auf die Startplätze in Zwenkau so viel höher als dieses Jahr in Meiningen ist - ich selbst bin froh, dass ich mich nicht nur informieren lasse, sondern selbst aktiv nach geeigneten Rennmöglichkeiten suche. Das spart mir bei diesem ohnehin schon recht kostspieligen Hobby wenigstens ein bisschen Geld. Und genau das kann ich natürlich auch jedem anderen Hobbyfahrer nur wärmstens empfehlen, der für 50 Euro lieber 5 statt nur 1 Rennen fährt.

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