Disclaimer - wenn man so will

In meinem Sport-Blog schreibe ich über meine Sporterlebnisse teilweise ernsthaft, teilweise aber auch mit überspitztem Humor - den Unterschied sollte man erkennen, wenn man mich persönlich kennt ;) Generell gilt: Wer die Dinge, die ich hier schreibe, zu ernst nimmt, ist selbst schuld ;)

Team 2019

Team 2019

2019 fahre ich Lizenzrennen für RMV Concordia Strullendorf 1920 e.V. und ausgewählte Jedermannrennen

Mittwoch, 5. Juni 2013

Erster Kulmbacher Dienstag 2013

Gestern wagte ich mich erstmals in diesem Jahr zur Dienstagabend-Serie in Kulmbach, wo ich mein ambitioniertes Ziel einer Top-Ten-Platzierung natürlich schon längst begraben konnte. Die ersten 5 Termine musste ich sausen lassen und man hat ja nur 3 Streichergebnisse. Dann kommt auch noch dazu, dass die Rennen im Laufe der Serie immer härter werden und ich somit immer zunehmend schlechter abschneide.

Doch zunächst mal noch ein paar andere Dinge. Wegen dem "ersten Feedback" zu Kulmbach und Nürnberg wollte ich noch sagen, dass ich die Video noch nachreichen wollte und evtl. so was ähnliches wie ein Ergebnis für Kulmbach. Außerdem noch 'n paar Worte zu Nürnberg. Und dann wollte ich noch darauf hinweisen, dass die Freie Presse in Reichenbach über das erfolgreiche Abschneiden des Radsportteams Reichenbach in Schleiz berichtet hat:



Nun aber zum gestrigen Dienstag. Am frühen Morgen hatte ich nach langer Wartezeit endlich einen Termin beim - nein, kein Arzt - Physiotherapeuten. Wie sich herausstellte, hatte ich eine Blockade des Wadenbeinköpfchens. Das also verursachte die springende Sehne und die Schmerzen im rechten Knie. Ursache dafür war aber wiederum eine Verhärtung des äußeren Oberschenkelmuskels, der jetzt ähnlich wie der linke aufgelockert werden muss. Und dann stets brav dehnen, damit er nicht wieder so verhärtet.

Wenn man jetzt denken sollte, das solche Probleme etwas für Ü30-Fahrer sind, dann stimmt das nicht so ganz. In Kulmbach erzählte mir doch tatsächlich ein U19-Fahrer, dass er auch solche Probleme mit der Oberschenkelmuskulatur hat. "In dem Alter", fragt man sich da?!? Tja, aber so isser halt, der Juri ... fährt ja auch schon so schnell und gut wie z.B. der Maik, der ebenfalls Ü30 ist und mit Juri gestern nach der ersten Rennhälfte auf und davon düste. Wer der Dritte im Bunde war, weiß ich nicht, aber in der letzten Runde haben die uns fast noch eingeholt.

Tja, und damit ist schon einiges vorweggenommen. Ein Spitzentrio, das sich nach halber Renndistanz bildete, machte das Podest also unter sich aus. Und da "wir" fast eingeholt wurden, kann man sich auch ausmalen, dass ich es wie schon beim offiziellen Kriterium irgendwie mit dem Hauptfeld über den Zielstrich geschafft habe. Doch der Weg dahin war ein anderer. Gleich vom Start weg wurde Tempo gefahren ... weil gleich vor der 2. Kurve die erste Attacke erfolgte. Und dann hagelte es Attacke nach Attacke, aber das Feld wollte niemanden fahren lassen. Vor allem Maik nicht, der dieses Jahr schon 2 Siege auf dem Konto hat. Da gab es auch gleich sofort die Rufe "DEN NICHT FAHREN LASSEN, SOFORT HINTERHER!!!". Ja, der Maik ... während man bei den Hobbyrennen der letzten Jahre immer wieder den Eindruck hatte, dass den fast niemand kennen würde, weil das Feld bei seinen Attacken nur selten reagierte (und dann hinterher immer ganz baff war, dass er uns überrundet hat), so trägt er bei der Dienstagabendserie eine riesige Zielscheibe auf seinem Rücken. Als Maik früh zum wiederholten Male angriff, kam auch ein Kommentar in der Form von "Der kann einfach nicht vernünftig fahren!" - die Stimmung im Feld schien da schon leicht gereizt. Nur muss man halt drei Dinge dazu sagen:

1. Das hat Maik die letzten Jahre über bei den Hobbyrennen auch gemacht, aber da wurde das von den Teilnehmern eher hingenommen. Er war halt einfach besser - Punkt, fertig.
2. Es sind nunmal Trainings-RENNEN und nicht Trainings-RTFs ;)
3. Maik fährt auch bei der Dienstagabendserie mittlerweile im 3. Jahr mit, also sollte man dort wissen, wie er fährt.

Ich fand das alles also ein bisschen übertrieben, diese leicht gereizte Stimmung gegen Maik. Da ist einer, der die letzten Jahre Hobbyrennen gefahren ist und jetzt Lizenzrennen fährt - genau das wünscht man sich ja eigentlich immer von allen guten Hobbyfahrern, aber nicht alle machen den Umstieg. Und wenn Maik jetzt noch 'ne Schippe drauflegt, dann ist das auch vollkommen gut und richtig. Ich persönlich sehe da auch überhaupt kein Problem. Es gab auch in den letzten zwei Jahren immer wieder starke Fahrer, die dort im Laufe des Rennens vorne rausfahren und uns überrunden konnten. Maik ist halt keiner, der sich ständig nur im Windschatten versteckt und dann bei den Punktesprints urplötzlich auftaucht, nur um sich nach der Wertung gleich wieder im Windschatten zu verstecken. Die offensive Fahrweise ist doch eigentlich genau das, worum es bei einem Rennen gehen sollte.

So, nachdem ich mal eben meine Verwunderung gegenüber der "Antipathien" gegen Maik zum Ausruck gebracht habe, wieder zum Rennverlauf zurück. Es wurde also ständig attackiert und dann hatten wir ja auch noch alle 4 Runden eine Wertung. Das Tempo bewegte sich meistens bei 42,7 km/h. Ich sah nur selten einen anderen Wert auf meinem Tacho (also als Durchschnittsgeschwindigkeit, meine ich). Vermutlich hört sich das jetzt etwas schnell an - und genau das war es halt auch. In den Wertungsrunden kam ich dann kaum mit und konnte dementsprechend auch nicht mitsprinten. Aber irgendwie blieb ich dennoch ständig im Feld drin. Die Kurven ließen sich auch gut fahren. Ich habe im Endeffekt nur ein einziges Mal die 2. Kurve scheiße angefahren und kam dann sehr weit raus Richtung Hecke, aber das wär's auch schon. Ich komme dieses Jahr generell irgendwie ganz gut um die Kurven.

Ich wäre aber nicht der Fahrer mit dem Motto "Lieber vorn verrecken als sich hinten zu verstecken", wenn ich nicht doch mal ein paar Sekunden des "Bummelns" (wirklich gebummelt wurde diesmal eigentlich gar nicht - es wurde halt gelegentlich mal für ein paar Sekunden nicht voll gefahren) dazu genutzt hätte, um wenigstens ein einziges Mal anzutreten und zu schauen, was sich ergibt. Pascal sprang nach kurzer Bedenkpause auch noch mit, aber schien ähnlich wie ich drauf zu sein. Sprich: Die Beine gaben eigentlich nix für eine Flucht her. Angegriffen hatte ich nach der 1. Kurve, noch vor der 3. Kurve war das Unternehmen wieder beendet. Das war im Endeffekt aber nicht das einzige Mal, dass ich die Nase in den Wind hielt, auch wenn es das einzige Mal an der Spitze des Rennens war. Nachdem sich das Spitzentrio verabschiedet hatte, fuhr ich teilweise auch mal kurz durch die Führung, konnte aber nie allzu lange im Wind bleiben und musste schon recht bald wieder abgeben. Bei meinem Trainingsrückstand ist das aber wohl das normalste auf der Welt gewesen. Es war für mich überraschend genug, dass ich mit 42,6 km/h ins Ziel rollte. Das war nach 42,7 km/h vor 2 Jahren und 42,9 km/h im Vorjahr das drittschnellste Rennen, das ich in Kulmbach mitgemacht habe! Die 42er-Rennen waren übrigens einmalige Ausnahmen in den letzten beiden Jahren - zumindest bei meinen Teilnahmen. Ansonsten hatten wir immer 40er oder 41er Schnitte. Ich bin jetzt ehrlich gesagt schon ein bisschen besorgt, wie das die nächsten Dienstage weiterlaufen wird ...

Keine Kommentare:

Kommentar posten