Disclaimer - wenn man so will

In meinem Sport-Blog schreibe ich über meine Sporterlebnisse teilweise ernsthaft, teilweise aber auch mit überspitztem Humor - den Unterschied sollte man erkennen, wenn man mich persönlich kennt ;) Generell gilt: Wer die Dinge, die ich hier schreibe, zu ernst nimmt, ist selbst schuld ;)

Team 2019

Team 2019

2019 fahre ich Lizenzrennen für RMV Concordia Strullendorf 1920 e.V. und ausgewählte Jedermannrennen

Samstag, 31. Mai 2014

Vorschau Nürnberg

Letzten Dienstag hielt mich die Wetterprognose von einer Teilnahme in Kulmbach ab - 80% Regenwahrscheinlichkeit für die Zeit des Rennens waren mir für ein Kriterium entschieden zu hoch. Der Regenradar ließ aber vermuten, dass es nicht regnete. Etwas dumm gelaufen, denn auch das Ergebnis des 4. Laufs wurde noch korrigiert. Ich war plötzlich nur noch auf Platz 13. Der einzige Punkteträger, der nur die 3 Anwesenheitspunkte bekommen hat. Krass, dass sich die Punkteträger so verteilt haben, dass ich mit 2 Punkten nicht unter die ersten 12 kam. Nach 5 Wertungsläufen kann ich meine Ambitionen für die Gesamtwertung also schon abschreiben, ich wollte ja unter die ersten Zehn. Denn auch die 3 Streichergebnisse bringen mir ja nicht viel, weil ich schon zwei Mal 0 Punkte wegen Abwesenheit hatte und man mit 3ern auch nicht nach vorn kommt...

Also geht der Blick jetzt erstmal auf das eigentlich "bessere Trainingsrennen" in Nürnberg, wo man wieder auf einer kleinen 5-km-Runden drei Rennen gleichzeitig laufen lässt. Rennorganisatorisch ergibt das ein vorprogrammiertes Chaos. Auch die Aufteilung der Rennradfahrer (das dritte Rennen ist für Liegeräder) auf zwei verschiedene Rennen ist so ein Schwachsinn, weil 30 oder 50 km auf dem gleichen einfachen Kurs gehüpft wie gesprungen sind. Da sollte man schon eher wie am Sachsenring 5 und 15 Runden anbeiten, also 25 und 75 km - dann wäre das wenigstens ein Unterschied. Aber so, wie es jetzt ist, verwässert man damit nur die Fahrerfelder und somit den sportlichen Wert. Daher hatte ich das Rennen bis kurz vor Meldeschluss nur als "besseres Trainingsrennen" auf dem Plan.

Aber es hat sich dann noch einiges geändert. Auf der 50er-Strecke, wo ich von über 200 Namen ungefähr 200 noch nie bei einem Rennen in der Ergebnisliste gelesen habe, kam auf den letzten Drücker doch noch ein Sprintername hinzu: Christian Rose. Und das ist in den hiesigen Regionen derzeit der klar beste Hobby-Sprinter, das muss man einfach mal klar so sagen. Falls sich unter den 200 mir unbekannten Namen (und ich kann natürlich nicht alle Namen kennen) also keine weiteren endschnellen Fahrer befinden, dürfte es auf der 50er-Strecke auf einen souveränen Sprintsieg für Christian rauslaufen. Die 50er-Strecke könnte also auch unter dem Motto "Alle gegen Christian Rose" laufen. Vielleicht können sich aber Ausreißer absetzen. Auf einem so einfachen Kurs wie in Nürnberg wird das aber selbst guten Ausreißern wie z.B. Sören Hamann schwer fallen - zumal der wohl eh gemeinsam mit Christian fahren könnte, auch wenn Christian nicht mehr für Speiche Gera fährt. Die Chance, dass Christian das Rennen gewinnt, würde ich jedenfalls auf "uuuuuuungefähr 98,34 %" schätzen. ;)

Das 30er-Rennen steht stattdessen unter dem Motto "Treffen der Hobbysprinter". Nicht nur Christian Weis, der Seriensieger der 3 Vorjahre, wird wieder mit mächtig viel PS dem Ziel entgegensprinten, auch die Reichenbacher Kay Piertza und Bernd Eichhorn sind für ihre Endschnelligkeit bekannt. Und dann ist da natürlich noch Heiko Löb, für dessen Team ich als Gastfahrer am Start bin. Während man als Sprinter also auf der 50er-Strecke fast keine Chance auf den Sieg gehabt hätte, dafür aber wohl eine sehr gute Chance auf Platz 2 (weil außer Christian Rose eben vermutlich keine Sprinter auf der 50er am Start sein werden), ist auf der 30er alles möglich. Man könnte gewinnen, man könnte aber auch nur auf Platz 5 oder noch weiter hinten landen, falls sich eine kleinere Gruppe absetzt und man den Zug verpasst.

Ein "besseres Trainingsrennen" wird die 30er-Strecke dieses Jahr jedenfalls nicht. Stattdessen wird es vermutlich ein sehr hartes Sprintfinale werden, ähnlich wie die heißen Wertungssprints in Werneck vor 2 Jahren. Schade, ich bin derzeit gar nicht gut drauf beim Sprinten, beim Top-Speed fehlen mir bis zu 5 km/h. Naja, dann muss ich es eben wie beim 4. Lauf in Kulmbach machen: Ich muss erfolgreich ausreißen. ;)

Freitag, 23. Mai 2014

Video Kulmbach

Sodala, jetzt habe ich auch das Video zu Kulmbach hochgeladen:

Kriterium Kulmbach 2014 (Jedermannrennen) von EyTschej

Bei genauerer Betrachtung konnte ich selbst in der hier vorliegenden Kameraperspektive feststellen, auf welchem Platz ich nun hätte gewertet werden müssen, wenn man das Ergebnis weiter als nur bis Platz 11 erstellt hätte: Platz 18. So oder so also meine schlechteste Platzierung beim 4. Jedermann-Kriterium in Kulmbach - beim mit Abstand höchsten Stundenmittel, wie ich schon erwähnt hatte. Klingt widersprüchlich, aber tja ... is' halt so. Allerdings muss man auch sagen, dass ich in Runde 29 von 30 Runden auf Platz 18 über den Zielstrich fuhr. Ich wollte mich gerade für die Schlussrunde vorarbeiten, aber da die Rennleitung leider nicht bis 30 zählen konnte, war das vergebene Liebesmüh...

Mittwoch, 21. Mai 2014

Puuuuuunkte :)

Im dritten Anlauf hat es bei der Dienstagabendserie in Kulmbach endlich geklappt: Ich habe Wertungspunkte gesammelt! Ja, im Plural - gerade so. Aber zunächst zum Anfang: Überraschenderweise ging es recht verhalten los, der Tacho zeigte mir bis zu ersten Wertungsrunde ein Stundenmittel von unter 39 km/h an. Da überlegt man sich dann natürlich auch ständig, ob man mal antreten sollte. Da ich sowieso nicht von 13 auf 12 schalten konnte, sondern von 13 auf 11 durchschalten musste, wäre der Sprint eh etwas unrund geworden. Dennoch entschied ich mich für den Sprint, war aber zu Beginn der Zielgeraden schon etwas zu weit weg. Ich rollte dann zum x-ten Male in Kulmbach als Nummer 5 über den Zielstrich. Anschließend versuchte ich teilweise bei Attacken mitzugehen, aber nur ein einziges Mal konnten wir eine knappe Runde vor dem Feld bleiben. Das Stundenmittel wurde Stück für Stück in den 41er-Bereich gesteigert.

Dann haben mal 2 Fahrer attackiert und das Feld schien sie gewähren zu lassen. Noch bevor der Abstand zu groß wurde, entschloss ich mich zum Nachfahren. Ein weiterer Fahrer ging noch an mein Hinterrad, aber das Feld reagierte weiterhin nicht. Bei einem Blick auf den Tacho sah ich sogar, dass ich mit 47 km/h den beiden Ausreißern nachsetzte - wow, das war ja ausnahmsweise mal richtig schnell für mich. Im Wind fahre ich doch sonst immer nur so 42-44 km/h, danach ist meistens Ende der Fahnenstange. Wir waren dann aber geschlossen zu viert und konnten durchziehen - aber kurz vor Kurve 2 konnte ich dann das Hinterrad meines Vordermannes nicht mehr halten. Doofe Sache. Ich musste dann fast die halbe Gegengerade nutzen, um die Lücke wieder zu schließen - und dann war mir auch wieder kotzübel. Ich stellte mir dann vor, dass ich nicht ein einer Ausreißergruppe ums Überleben kämpfen würde, sondern dass ich einfach nur ganz normal im Feld eingereiht wäre. Ob dieser Pyscho-Trick was geholfen hat, weiß ich nicht - für 2 Wertunugspunkte reichte es. Direkt nach der Wertungsabnahme brachen aber alle Dämme, ich musste mich aus der Gruppe verabschieden. Glücklicherweise war das Feld noch weit genug hinter uns, dadurch hatte ich etwas Zeit, um mich zu sammeln. Am Ende der Gegengeraden holte mich dann die jagende Perlenkette ein und ich konnte am Ende des Feldes gerade so andocken. Noch vor der nächsten Wertung wurden die restlichen 3 Ausreißer dann auch aufgesaugt.

Bei einem zweiten Sprint kämpfte ich abermals um Platz 4, war aber wieder zu weit hinten. Damit meine ich aber nicht meine Ausgangsposition, sondern einfach nur den Rückstand in Metern. Zwischen den 4 Sprintern, die die Wertung unter sich ausmachten, und mir war ein großes Loch. War heute bei beiden Sprints so, bei denen ich reingehalten hatte. Beim 2. Versuch (wieder Platz 5, is ja schon Standard) hatte ich die Beine nicht, um vor der Zielkurve dicht genug dranzubleiben. Beim 1. Versuch zu Rennbeginn aber wurde mir zwei Mal der Wind aus den Segeln genommen. Da fuhr ein Kugel kurz vor mir zwei scharfe Wellen, bei denen ich mir nicht sicher war, ob der komplett bis an den Straßenrand rüberzieht oder Platz zum Leben lässt. Er hat diesen Platz gelassen, aber sicher sein konnte ich mir nicht, weil seine Schlenker wirklich wild aussahen. Dadurch nahm ich zwei Mal raus - und dann haste halt keine Chance mehr. Und bevor ich mir das Vorderrad abschießen lasse...

Mit technischem Problem beim Schalten habe ich also meine ersten 2 Punkte geholt, was für Platz 12 reichte. Naja, immerhin ein Punkt mehr als für die bloße Anwesenheit. Es geht doch voran. Schnitt auf meinem Tacho war 41,6 km/h, auch das war nach den beiden 40er-Schnitten bei den ersten beiden Läufen eine Steigerung. Hält das Wetter, könnte es aber schon nächste Woche wieder im 42er-Bereich zur Sache gehen. Jedenfalls kommt die Motivation zurück: Temperaturen jenseits der 20 Grad und Puuuuuuuunkte - so macht das Spaß :)

Nachtrag:
Hab das Video von Cadolzburg jetzt hochgeladen:

Radrennen Cadolzburg 2014 (Jedermann) von EyTschej

Montag, 19. Mai 2014

Nachtrag zu Kulmbach

Noch etwas zum Samstags-Kriterium in Kulmbach: Bei einem Blick ins Video trudelte ich in der von der Rennleitung als letzte Runde gewerteten Runde scheinbar auf Platz 19 oder 20 ins Ziel. Insofern hielt sogar die diesjährige Serie, dass ich bisher jedesmal Top 20 war. Das sollte ich in Nürnberg halten können, in Schleiz hingegen ist dann alles möglich auf dem neuen Kurs. Ein großes Fragezeichen...

Aber das nur so nebenbei. Mit etwas Abstand habe ich mich nochmal an Gera 2010 erinnert, wo ich erstmals erlebt hatte, dass das Führungsfahrzeug dazu dient, die Spitze des Rennens zu markieren - und was das bei einem Kriterium bedeutet. In Kulmbach wurden rückblickend zwei Fehler gemacht:

1. Die Schlussrunde würde nicht mit einem Glockenzeichen eingeläutet
2. Das Führungsfahrzeug fuhr an der falschen Stelle

Der 1. Fehler war sicherlich ein Fehler der Rennleitung, die für das Glockenzeichen verantwortlich ist. Es gab in der Vergangenheit auch schon Rennen, wo das Glockenzeichen zwischendurch bei Wertungsrunden fehlte. Tja, ist halt so. Kommt immer mal wieder vor, auch wenn ich jetzt erstmals erlebt habe, dass das Läuten der Glocke bei der Schlussrunde vergessen wurde.

Beim 2. Fehler kann es aber durchaus sein, dass die Rennleitung keine Schuld trifft. Gut, sie ist die Rennleitung und hat somit dennoch die Verantwortung, aber falls die Rennleitung während des Rennens keinen Kontakt zum Führungsfahrzeug hatte (per Funk oder per Handy), dann war es ja nicht die Entscheidung der Rennleitung, das Fahrzeug vor das Hauptfeld zu ziehen, sondern die Entscheidung des Führungsfahrzeugs. Denn sehen wir uns die Rennsituation nochmal genau an: Die 4 Ausreißer fuhren die letzten zwei Wertungen mit einem Abstand von ungefähr 100 Metern zum Hauptfeld. Sie haben den Rundengewinn nicht vollzogen, weshalb sie bestraft worden wären, wenn man das Hauptfeld zur neuen Spitze des Rennens gemacht hätte. Sie hätten ja dann keine Punkte mehr bekommen, aber auch die fehlende Rundengutschrift gehabt. Dass das auch deren eigene Schuld gewesen wäre, nachdem das Führungsfahrzeug schon vor dem Hauptfeld fuhr, steht auf einem anderen Blatt...

Am einfachsten wäre es gewesen, wenn das Führungsfahrzeug einfach vor den 4 Ausreißern geblieben wäre. Dann wäre klar gewesen, dass die Ausreißer auch bei den letzten beiden Wertungen noch Punkte bekommen und für das Hauptfeld nur noch die Schlussrunde wegen der Platzierungen beim Zieleinlauf von Bedeutung wäre. Und ich vermute, dass die Rennleitung sich das auch genau so vorgestellt hatte, aber eindach keine Möglichkeit hatte, um dem Führungsfahrzeug während des Rennens mitzuteilen, dass es vor den 4 Ausreißern fahren sollte statt vor dem Hauptfeld. Das dürfte vermutlich schon die Erklärung für diese kuriose Situation gewesen sein.

Allerdings gibt es eine "Kleinigkeit", die gegen diese Theorie spricht: Die Rundenzahl fürs Hauptfeld. Ich habe nicht genau drauf geachtet, aber scheinbar wurde Runde 29 als Schlussrunde gewertet. Die Rennleitung hat das Rennen fürs Hauptfeld also tatsächlich um eine Runde verkürzt, nachdem das Hauptfeld vom Führungsfahrzeug (!) überrundet wurde. In diesem Fall wäre das Führungsfahrzeug an der richtigen Stelle gefahren, das Hauptfeld wäre aber wieder die Spitze des Rennens gewesen und es hätte Punkte geben müssen. Das war aber nicht der Fall.

Also man kann es drehen und wenden wie man will: Es ging regeltechnisch mal wieder drunter und drüber. Bei Verkürzung auf 29 Runden hätte es für das Feld bei den letzten beiden Wertungen Punkte geben müssen. Ohne Rundenverkürzung hätte es die Punkte für die 4 Ausreißer geben müssen. Das sind die zwei möglichen Varianten. Allerdings muss ich ganz klar sagen: Eine Verkürzung fürs Hauptfeld und somit auch wieder eine Punktevergabe fürs Hauptfeld bei den letzten beiden Wertungen wäre falsch gewesen. Die 4 Ausreißer waren die Spitze des Rennens und hätte die Punkte bekommen müssen, das Hauptfeld hätte aber auch über die vollen 30 Runden fahren müssen, weil es von den Ausreißern schließlich NICHT überrundet wurde. So wäre es bei der Rennsituation vom Samstag korrekt gewesen.

Sonntag, 18. Mai 2014

Kuriositäten-Kabinett Kulmbach

Ich lege ja diese Saison mehr Wert auf die Dienstagabendserie in Kulmbach, die aus Verbandssicht nur eine "Trainingsmaßnahme" sind. Man könnte auch von "inoffiziellen Rennen" sprechen, aber da sie offiziell ausgeschrieben und genehmigt sind, tut man das halt nicht. Also hat man wohl aus diesem Grund diesen Begriff "Trainingsmaßnahme" erfunden. Aber das sportliche Niveau ist dort einfach höher als bei den Hobby- und Jedermannrennen, was nur logisch ist, weil man dort mit Lizenzfahrer bis zur A-Klasse fährt. Ich lege aber nicht nur wegen des sportlichen Niveaus mehr Wert auf diese Serie als auf die offiziellen Hobby- und Jedermannrennen an den Wochenenden, sondern auch, weil Matthias die Dienstagabendrennen einfach regel- und wertungstechnisch besser im Griff hat als es bei den offiziellen Rennen der Fall ist. Traurig, aber wahr. Wieso speziell bei Rennen in Bayern (und das ist nicht neu, darüber beklage ich mich schon seit Jahren) die verantwortlichen Offiziellen immer wieder für regel- und wertungstechnische Kuriositäten sorgen, das weiß der Geier. In Thüringen bekommt man das auch besser hin...

Aber worum ging es diesmal wieder? Vorweg: Mich selbst hat es NICHT betroffen. Ich war in diesem Fahrerfeld sowieso chancenlos. Ich hab's auch nur mit dem typischen Kopfschütteln zur Kenntnis genommen und den Blick schon wieder Richtung Dienstagabend gerichtet - DANN zählt es, DANN sorgt Matthias für einen korrekten Rennablauf. Beim eigenen offiziellen Rennen in Kulmbach kann er leider nicht für einen korrekten Rennablauf sorgen, weil er da nur als Ausrichter fungiert. Es ist also auch NICHT die Schuld des ausrichtenden ATS Kulmbach, dass es wieder zu einigen Kuriositäten und zu entsprechenden teils erhitzten Diskussionen durch betroffene Fahrer nach Rennende kam. ICH selbst zählte aber wie gesagt NICHT zu den betroffenen Fahrern...

Ich fange jetzt mal am Ende an: Das Ende gab es nicht! Ich fahre jetzt seit 2005 und kann mich nicht daran erinnern, dass ich schon mal ein Kriterium ohne Schlussglocke erlebt habe. Wer sich mit den Wettkampfbestimmungen auskennt, der weiß ja: Die letzte Rennrunde ist nicht zwingendermaßen die letzte ausgeschriebene Rennrunde, sondern die Runde, die durch die Schlussglocke eingeläutet wird. Das Glockenzeichen ist entscheidend! Auf diese Schlussglocke warten wir aber immer noch vergebens. Offiziell (!) läuft das Jedermannrennen also noch. Kurios? Oh ja!

Letztes Jahr flog das Feld aber auch ganz schön auseinander und man konnte den Durchblick verlieren. War das dieses Jahr etwa auch so? Nö, eigentlich nicht. Man hatte das bisher größte Starterfeld in Kulmbach, vermutlich um die 40 Fahrer. Nach der ersten Wertung flog die Geschichte dann zu nächst auseinander, mehrere Bruchstellen - und nach zwei weiteren Runden hatte sich dann wieder ein recht großes Hauptfeld gefunden. Ich denke, wir waren immer noch mindestens 20 Fahrer im Hauptfeld. Einige Fahrer hatten den Anschluss verloren, 4 Fahrer hatten sich nach vorne abgesetzt. Bei einem Durchschnittstempo von maximal 42,3 km/h im Feld sagt das auch schon so einiges darüber aus, ob diese 4 Fahrer noch als "Jedermänner" bezeichnet werden können, wenn die sich bei so einem Höllentempo absetzen können. Aber so ist das eben, wenn der Verband unfähig ist, die Fahrer sinnvoll in Leistungsklassen einzuteilen...

Die Rennsituation war also eigentlich recht übersichtlich - bis nach der 4. der insgesamt 6 Wertungen. Da rollte das Spitzenquartett nämlich langsam von hinten heran - und plötzlich fuhr das Führungsfahrzeug schon an uns vorbei. Sind die 4 Spitzenfahrer also gerade wieder von hinten ins Feld reingefahren und haben ihren Rundengewinn vollzogen? NEIN!!! Kurios? Ich weiß nicht, denn wenn die Rennleitung entscheidet, dass das Führungsfahrzeug schon mal am Hauptfeld vorbeifahren soll, dann ist das eben so. Dann ist das Hauptfeld ab sofort wieder die neue Spitze des Rennens. Zumindest ist das so geregelt. Kurioserweise wurden die letzten beiden Wertungen aber NICHT eingeläutet. Gab es also noch diese beiden Wertungen? Wenn man sie nicht mit einem Glockenzeichen einläutet, dann eigentlich nicht. Nach 4 Wertungen war offiziell (!) also Schluss. Ich schätze aber, dass die Rennleitung dennoch Punkte notiert hat - und zwar für die 4 Fahrer, die 100 Meter hinter dem Hauptfeld fuhren. Kurios? Oh ja...

Wenn diese 4 Fahrer den Rundengewinn nicht vollziehen, dann ist das ja deren eigene Dummheit. Das Führungsfahrzeug war schon wieder vor dem Hauptfeld, also war das die neue Spitze des Rennens. Punkte hätte es also für die ersten 4 Fahrer des Hauptfeldes geben müssen. Im Idealfall hätte also ein Fahrer noch 15 Punkte aus den letzten zwei Wertungen holen können. Je nach vorherigem Punktestand hätte das Platz 1 oder 2 bedeutet. Und all das nur, weil die 4 Spitzenreiter den Rundengewinn nicht vollzogen hatten. Denn es gilt ja bei Kriterien: Rundengewinn vor Punktgewinn! Ist man also kurz vorm Rundengewinn, sollte man den auch vollziehen, um auf der sicheren Seite zu sein. Wenn die Rennleitung nämlich das Führungsfahrzeug vors Hauptfeld zieht, gibt es die Punkte wieder fürs Hauptfeld, während die 4 eigentlichen Spitzenreiter keine Punkte mehr holen können. Dieses Quartett hat sich mit seiner Verweigerung des Rundengewinns also eigentlich ins eigene Fleisch geschnitten. Die Rennleitung hat sich aber vermutlich über sämtliche Wettbewerbsbestimmungen für Kriterien hinweggesetzt und die beiden Schlusswertungen für diese 4 Pappnasen eingeläutet, die all diese Kuriositäten vermutlich ganz einfach hätten verhindern können, wenn sie (gar nicht erst am Start gewesen wären) einfach nur den Rundengewinn vollzogen hätten. Hier hatten diese vier Glücksritter wirklich einfach nur Glück, dass die Rennleitung eigene Regeln erfunden hat.

Bitte für die Fahrer, die im Hauptfeld am Ende noch vorne waren und somit u.a. um die doppelte Punktzahl bei der Schlusswertung gebracht wurden. Da wäre eine Podestplatz drin gewesen. Aber nachdem ich letztes Jahr schon beim Samstagskriterium in Kulmbach etwas ganz Neues erleben musste, nämlich dass man mich mit einer Runde Rückstand auf einen Fahrer gewertet hatte, den ICH meinerseits überrundet hatte, hat man eben auch dieses Jahr wieder für zirkusreife Kuriositäten gesorgt. Wozu gibt es eigentlich Wettkampfbestimmungen, wenn die in Bayern scheinbar keinerlei Gültigkeit haben? Ich sage ja immer: Ich fahre lieber Rennen in Thüringen, weil die Rennen dort einfach besser organisiert sind. Und damit meine ich vor allem die Umsetzung der Wettkampfbestimmungen. In Thüringen geht man an den Start und weiß, nach welchen Regeln gefahren wird. In Bayern hingegen weiß man vor einem Rennen gar nicht, wie dieses Rennen gewertet werden wird, nach welchen Regeln es gefahren wird - auch wenn der Streckensprecher zu Rennbeginn immer sagt, dass nach den offiziellen Regeln und Bestimmungen gefahren wird. Wirklich? Wertungsabnahme für 4 Fahrer, die sich 100 Meter HINTER der Spitze des Rennens befinden? Schlussrunde ohne Schlussglocke? Das sollen offizielle Regeln und Bestimmungen sein?!? Wer's glaubt...

Abschließend noch ein paar Fakten, ein paar Zahlenspiele: 2008 beim C-Kriterium hatte ich einen knappen 39er Schnitt, als ich nach 13 Runden vom Feld überrundet wurde. Vermutlich war das Feld zu dem Zeitpunkt also mit einem Schnitt von 42-43 km/h unterwegs. 2011 bei meinem 3. Platz hatte ich einen Schnitt von 39,5 km/h, 2012 und 2013 jeweils einen 40er Schnitt. Tja, und dieses Mal eben einen 42er Schnitt. Wäre ich 2008 schon so gefahren wie heute, hätte ich damals eine Feldankunft bei einem Lizenzrennen schaffen können. Jetzt reichte es nur für eine Feldankunft bei einem Jedermannrennen. Da läuft doch irgendwas falsch, wenn es keinen Unterschied mehr zwischen Jedermann und C-Klasse gibt...