Disclaimer - wenn man so will

In meinem Sport-Blog schreibe ich über meine Sporterlebnisse teilweise ernsthaft, teilweise aber auch mit überspitztem Humor - den Unterschied sollte man erkennen, wenn man mich persönlich kennt ;) Generell gilt: Wer die Dinge, die ich hier schreibe, zu ernst nimmt, ist selbst schuld ;)

Team 2019

Team 2019

2019 fahre ich Lizenzrennen für RMV Concordia Strullendorf 1920 e.V. und ausgewählte Jedermannrennen

Freitag, 9. Juni 2017

Zwischenfazit nach erster Rennphase 2017

Mit Karbach endete die ersten Rennphase dieser Saison - was offizielle Rennen anbelangt. ;)

In Karbach selbst lief der Start eigentlich ganz gut. Ich begab mich zwar erst recht spät zum Start, aber die Begleitfahrzeuge der U19/Master-Bundesliga musste sowieso noch auf die Strecke fahren, dadurch tat sich eine Gasse auf. Als ein Offizieller die C-Fahrer dann zum Start gewunken hat, ließ ich mich nicht zwei Mal bitten und nutzte die offene Gasse gleich mal für eine Position in Startreihe 2. Als der Start erfolgte, musste ich aber mal wieder feststellen, dass ich ein nutzloses Talent dafür habe, mich hinter Leuten aufzustellen, deren Pedale sich ohne eingeklickte Schuhe scheinbar nicht bewegen lassen. Der Kamerad vor mir kam nämlich nicht ins Pedal und hielt wohl erst mal lieber kurz an statt einfach uneingeklickt loszutreten. Genau kann ich es aber nicht sagen, ob er kurz angehalten hat, weil ich diesmal glücklicherweise links Platz hatte, um ihm auszuweichen. Also generell ein guter Start, wenn eben auch mit doppeltem Glück (Aufstellung und Ausweichmanöver).

Das Glück sollte mir hold bleiben, denn als das Feld zu Beginn der Steigung sehr kompakt unterwegs war, musste wohl mal wieder einer der jüngeren Fahrer unbedingt den Elefanten im Porzellanladen geben. Da sind junge Fahrer dabei, die zu Beginn der ersten Steigung mitten im Verkehr stecken, aber dennoch unbedingt allen zeigen wollen, wie toll sie gleich zu Rennbeginn overpacen können. Da passt man sich nicht an die Pace der Fahrer um einen herum an, nein, da sieht man Löcher, die gar nicht vorhanden sind, und will da volle Kanne reinknallen - denn die anderen Fahrer "machen schon Platz". In einem kompakten Feld klappt das aber nicht, denn um Platz machen zu können, müssen die "Platzmacher" Platz haben, der aber nicht vorhanden war! Und schon knallte der übermotivierte Jungspund, der zwei Positionen links von mir fuhr, an den Lenker des Fahrers links von mir. Wie Dominosteine ging das jetzt von links nach rechts weiter, jeder knallte sich mal gegenseitig an den Lenker, aber zum Glück kam es zu keinem Sturz. Der Fahrer links von mir hielt dem Jungspund dann auch gleich mal einen kurzen Vortrag. Warum können sich junge Fahrer nicht richtig in einem Rennfahrerfeld bewegen?!?! Okay, wenn sie bei ihren Nachwuchsrennen immer nur zu zehnt oder mal mit 20 Leuten unterwegs sind, dann haben sie halt immer viel Platz für unbedachte Manöver, aber wenn man wie in Karbach mit über 80 Fahrern startet, dann muss man halt erstmal auf unbedachte Manöver verzichten. "Es sind ja keine 85 km mehr bis ins Ziel" - man kann mit den Positionskämpfen gar nicht früh genug anfangen oder wie?!? Junge, Junge ... aber mit der Zusammenlegung der U19 mit den Senioren 2 in der Bundesliga will der BDR ja auch erreichen, dass die Nachwuchsfahrer besser lernen, sich in größeren Fahrerfeldern vernünftig zu bewegen. Das Problem hat der BDR also erkannt und bemüht sich um eine Lösung - und das ist gut und richtig!

Aber gut, nach dem kurzen Domino-Spielchen zog sich das Feld dann doch schon etwas in die Länge. Wer jetzt seine Körner gleich zu Rennbeginn verschießen wollte, hatte auch die Möglichkeit dazu. Ich selbst wollte nur einigermaßen vernünftig mittels Wattmessung pacen und nicht aus dem Hauptfeld rausfallen. Das klappte auch ganz gut, obwohl ich schon das Schmitz-Trikot an mir vorbeifahren sah - und das markiert zu Rennbeginn in der Regel das Feldende. Eine gute Orientierungshilfe. ;) Spoiler Alert: Dieses Schmitz-Trikot fuhr am Ende als Zweiter über den Zielstrich. ;) Ich drehte mich nicht um, aber scheinbar hatten schon einige Fahrer an der ersten Steigung den Anschluss ans Hauptfeld verloren. Es ging auch wirklich recht sportlich los. An der zweiten Steigung wurde es dann auch für mich zu heftig: Ich fuhr zu weit hinten im Feld in die Rampe rein und versuchte einfach nur dranzubleiben - bei anfangs fast 600 Watt!!! Bis zur "ersten Kuppe" ging das noch gerade so gut, aber das schwierige am Kurs in Karbach, das für mich persönlich schwierigste Rennen in Bayern, ist einfach, dass beide Hauptsteigungen nochmal zwei kurze "Nachschläge" bieten. Und da kann man dann sehr gut einbrechen. Mich erwischte es halt schon an der ersten Kuppe. Ich gurkte dann eigentlich nur noch irgendwo zwischen Leistungsbereich 2 und 3 hinter dem Feld her. Beim Umdrehen sah ich hinter mir auch keine Fahrer mehr, also konnte ich nur möglichst gleichmäßig weiterkurbeln und hoffen, dass ich mich schnell genug erhole. Das Begleitmotorrad hinter dem Feld fuhr dann kurz vor Beginn der Abfahrt an mir vorbei, was erst mal demotivierend wirkte, aber ich ging kurz aus dem Sattel und nahm etwas Fahrt für die Abfahrt auf. Der Rückstand zum Feld wurde schon ein bisschen geringer. Am Ende der Abfahrt folgt dann eine Rechts-Links-Rechts-Kurvenkombination, die man alleine schneller fahren können sollte als das große Feld - und dem war auch so! Hinter der Kurvenkombination hatte ich den Rückstand schlagartig deutlich verkürzt, aber das Feld zog nun zunächst als Perlenketter weiter. Ein paar Sekunden später breitete sich die Perlenkette aber schon zu einem breiten Fächer aus - das Feld nahm raus und ich rollte wieder ran. Puh, erst mal durchatmen...

Eine ereignisreiche erste Runde also - und eines der wenigen Male, dass es mir geglückt ist, solo wieder ans Feld ranzufahren. Aber klar war auch, dass das nicht lange gutgehen würde, wenn im Feld weiterhin mit so viel Watt die Steigungen hochgefahren werden würde. Zu Beginn der 2. Runde fiel ich dann auch recht schnell zurück, fuhr aber weiterhin einfach gleichmäßig weiter - mehr kann man in so einer Situation halt auch nicht tun. Zumindest dann nicht, wenn man schon in der unteren Hälfte einer Steigung zurückfällt. Weiter oben könnte man auch mal kurz etwas overpacen, um noch dranzubleiben, das ist klar. War aber nicht der Fall. Am Ende der zweiten Runde rollte dann eine Gruppe von hinten ran, in die ich mich einordnen konnte. Gemeinsam ging es dann relativ gleichmäßig mit Rundenzeiten von um die 30 Minuten dem Rennende entgegen. Ungefähr 14 Minuten Rückstand auf den Tagessieger - bei diesem Rennen ein Rückstand, den ich als Verbesserung erachte. In der Vergangenheit hatte ich bei vergleichbaren Rennen häufig über 20 Minuten Rückstand. Das war schon ganz okay, aber wenn ich an die Wattleistung im Vergleich zu anderen Fahrern denke ... hmmm ... dann bin ich wohl einfach immer noch zu fett. :(

Alles in allem aber meine bisher beste Leistung in Karbach (bei der 4. Teilnahme) und ein durchaus positiver Abschluss der ersten Rennphase, nachdem ich in Kulmbach schon überraschend mit dem Feld durchkam. Zwei C-Rennen bisher, jedesmal die Zielflagge gesehen und nicht überrundet worden. Dürfte gerne so weitergehen. ;) Und wo ich bei Kulmbach bin: Bei der Dienstagabendserie habe ich zwar immer schlechte Beine gehabt, aber dennoch stehen nach 3 Teilnahmen schon 30 Punkte auf meinem Konto - so einen hohen Punkteschnitt hatte ich dort noch nie! Ist aber auch nur eine Momentaufnahme, denn allzu oft werde ich Dienstag dort nicht mehr mitfahren können.

Beim nächsten Blog-Eintrag gehe ich mal wieder etwas auf das systematische Training ein, das im Mai durchwachsen verlief, aber jetzt langsam wieder an Qualität gewinnt. Natürlich kann ich schon diverse Erfahrungen aus dem Vorjahr gewinnbringend nutzen, aber es gibt weiterhin auch genügend Fragezeichen. Das betrifft vor allem auch die Leistungsdiagramme, die ich beim nächsten Blog-Eintrag mal posten werde.

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