Disclaimer - wenn man so will

In meinem Sport-Blog schreibe ich über meine Sporterlebnisse teilweise ernsthaft, teilweise aber auch mit überspitztem Humor - den Unterschied sollte man erkennen, wenn man mich persönlich kennt ;) Generell gilt: Wer die Dinge, die ich hier schreibe, zu ernst nimmt, ist selbst schuld ;)

Teams 2018

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2018 fahre ich Lizenzrennen für RMV Concordia Strullendorf 1920 e.V. und ausgewählte Jedermannrennen

Sonntag, 30. August 2015

Feldankunft bei 'nem Lizenzrennen - Teil 2 ;)

Die Freude ist nicht so extrem wie in Strullendorf, aber es tut auf jeden Fall schon mal gut, dass ich das Fiasko von Altdorf vergessen machen und mein "Achievement" von Strullendorf bestätigen konnte. Es geht also doch: Ich kann bei Lizenzrennen mit dem Feld ankommen!

Was, wann, wo, wieso? Meine Beine waren nach Altdorf schlecht. Muss wohl auch am kalten Wetter gelegen haben. Rechtzeitig zum Kriterium in Augsburg hatte es aber wieder "mein" Wetter, also fuhr ich nach einem letzten "Beintest" am Samstag zum C-Kriterium in Augsburg. Das Kriterium war neu und ich muss vorweg schon mal sagen, dass der Veranstalter das wirklich toll organisiert hat. Da standen auch nicht plötzlich Busse auf der Rennstrecke oder so, aber wenn der Veranstalter eines Rennens ein Radverein ist, dann ist ja meistens entsprechendes Knowhow vorhanden. Das war auch beim Veloclub Lechhausen der Fall, der dieses Kriterium veranstaltete. Hoffentlich gibt es nächstes Jahr eine Wiederholung, mir hat's getaugt.

Der Kurs an sich war quasi eine Art Rechteck mit breiten, leicht zu fahrenden Kurven. Genau genommen hätte man schon fast mit einem Bahnrad fahren können, weil Bremsen nur unnötiger Ballast waren. Die Kurven waren so breit, dass man sie eigentlich komplett durchtreten konnte. Es gab auch keine Bodenwellen, auf denen das innere Pedal hätte auschlagen können, obwohl die Kurven 3 und 4 schon ein bisschen was zu bieten hatten, worauf man achten musste. Ich fuhr z.B. mal in der Zielkurve (4) durch irgendein kleines Loch. Das gab bei mir einen kurzen Schlag, aber war sonst nicht weiter spektakulär. Bei genauerer Betrachtung fiel mir das Loch dann auch auf. Einfach nur ein kleiner Schaden im Asphalt, der aber generell noch recht neu wirkte. Also es rollte wirklich gut. Auf den beiden langen Geraden gab es vier Verkehrsinseln, die entsprechende Aufmerksamkeit verlangten, aber so weit ich weiß, ist da auch niemand dran hängen geblieben. Nur ob das kleine Loch in der Zielkurve nicht doch zu einem Problem für einen Fahrer wurde, das kann ich nicht sicher sagen. Es war noch im ersten Renndrittel, in einer Wertungsrunde (glaube ich), da fuhr ich die Zielkurve auf der Außenbahn (ja, denn es wurde wie bei C-Kriterien gewohnt in Zweierreihe durch die Kurven gefahren, was aber bei den breiten Kurven heute ganz gut ging). Plötzlich lag da kurz nach Ausgang der Kurve ein Fahrer rechts neben der Bordsteinkante auf dem Boden. Da musste ich einen Schlenker fahren, der so ein bisschen an Altdorf 2010 erinnerte (eines meiner wohl bekanntesten Rennvideos, die ich aber alle bei youtube gelöscht habe, weil youtube keine Rennvideos mit Originalton von der Rennstrecke mag). Ging aber gut, ich habe niemanden behindert, weil wohl auch alle Fahrer so aufmerksam gefahren sind, dass sie diesen Sturz ebenfalls gesehen hatte und mit meiner Ausweichbewegung rechnen konnten. Im späteren Verlauf des Rennens sah ich abermals einen Fahrer mit Rundenvergütung am Wagen stehen, also gab es heute wohl mindestens zwei Stürze, die ich aber alle nicht gesehen habe.

Tja, und warum habe ich die nicht gesehen? Das dürfte heute schon fast ein Rekord-Teilnehmerfeld für C-Kriterien in Bayern gewesen sein. Knapp 50 Fahrer, schätze ich. Im Video werde ich das mal noch nachzählen. Außer zu Rennbeginn schaffte ich es einfach nie unter die ersten 10 Fahrer. Stattdessen hing ich eher am Feldende und konnte zwischendurch nur wenige Positionen gut machen, die ich aber kurz darauf oftmals wieder verlor. Aber gut, im Gegensatz zu Strullendorf, wo wir im Feld nur einen 40er Schnitt hatten, waren wir heute im ersten Renndrittel mit einem 44er Schnitt unterwegs und am Ende standen noch 42,7 km/h auf meinem Tacho. Und da es auch nicht nur diese knapp über 40 km wie in Strullendorf, sondern 63 km waren, ordne ich meine heutige Leistung auch höher als in Strullendorf ein. Das ungewohnt große Starterfeld war aber teilweise auch ein bisschen unheimlich für mich. Nein, damit meine ich nicht "Oh je, 50 Fahrer in einem Rennen", sondern eher den Anblick, den man vom Feldende hatte, wenn das Feld mal als Perlenkette unterwegs war. Man konnte den Streckenverlauf sehr gut einsehen, deswegen sah man bei den Kurven immer sehr gut die Spitze des Feldes. Das machte mir in der Perlenketten-Formation teilweise aber schon etwas Angst, denn der Abstand zwischen der Spitze und mir war da schon echt happig zuweilen. Das ist dann vor allem nicht der Anblick, den man haben möchte, wenn man bei den letzten Wertungen eigentlich mal versuchen möchte, sich im Feld etwas vorzuarbeiten, um vielleicht einen Punkt zu holen. Und genau das gelang mir auch nicht, ich war stets viel zu weit weg von der Musik, um mal in eine Wertung reinhalten zu können. Aber wie gesagt: Es war ja auch um so einiges schneller als in Strullendorf und auch schneller als in Kulmbach. Und wenn ich schon in Kulmbach so gut wie nie punkten konnte, wie hätte das dann diesmal klappen sollen? Da muss ich einfach auf nächstes Jahr hoffen, wenn ich dann anders trainiere.

Und dieses "andere" Training ist etwas, das Fabian schon kennt. Er war das einzige mir bekannte Gesicht, das ich in Augsburg sah. Das traf sich gut, weil man sich dann gleich mal gemeinsam warmfahren konnte. Wenn ich das alleine mache, dann rolle ich meistens etwas zu schläfrig und mit zu niedriger Kadenz herum, aber mit Fabian gemeinsam hatte ich schon nach dem Warmfahren ein besseres Gefühl. Und dabei unterhielten wir uns halt auch über ein gewisses "Bibel-Training", drum weiß er schon, was ich damit meine, dass ich nächstes Jahr "anders" trainieren werde. In der Vorbereitung zu Augsburg habe ich schon nach dieser Bibel trainiert und es hat mir ja offensichtlich nicht geschadet. ;)

Übrigens: Aus irgendeinem Grund habe ich erneut 20 Runden vor Schluss ein mentales Problem bekommen. Da wollte ich schon wieder fast aufhören. Genau wie in Strullendorf. Der Unterschied ist natürlich, dass die heutige Runde mit offiziell 1,15 km (dürfte auch größtenteils so hinkommen) länger als in Strullendorf ist. Wir sind auch 55 statt 50 Runden gefahren und hatten am Ende wohl so 20 km mehr in den Beinen. Ich denke jetzt also nicht, dass mein Kopf ein Problem damit hat, wenn die "Hobby-Distanz" 20 auf der Rundentafel aufleuchtet. Diese mentale Krise kam heute sicherlich später und ich habe sie auch besser in den Griff bekommen. Dauerte vielleicht nur so 5 Runden, dann war das größtenteils vorbei - zumal ich mich dann in den letzten 11 Runden ja auch auf die Wertungen konzentrieren wollte. Aber wie gesagt: Ich kam im Feld einfach nicht nach vorn. Aber sobald man einen neuen Fokus hat, rollt es sich vom Kopf her doch gleich wieder ein bisschen besser.

Video kommt noch und ich habe jetzt auch meine restliche Planung im Kopf: In Chemnitz fahre ich nicht, weil mehr als eine Feldankunft würde nicht rauskommen. Dafür muss ich dann länger "anders" trainieren, also das ist was für nächstes Jahr. Mitte September starte ich aber erstmals bei einer bayerischen Meisterschaft (Berg als BZF bei Stadtsteinach, ausgerichtet vom ATS Kulmbach - also perfekte Organisation, da werden keine Busse auf der Strecke stehen), am Tag darauf werde ich wohl ein kleines Jedermannrennen als Saisonabschlussfahrt nutzen. To be confirmed...

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