Disclaimer - wenn man so will

In meinem Sport-Blog schreibe ich über meine Sporterlebnisse teilweise ernsthaft, teilweise aber auch mit überspitztem Humor - den Unterschied sollte man erkennen, wenn man mich persönlich kennt ;) Generell gilt: Wer die Dinge, die ich hier schreibe, zu ernst nimmt, ist selbst schuld ;)

Team 2019

Team 2019

2019 fahre ich Lizenzrennen für RMV Concordia Strullendorf 1920 e.V. und ausgewählte Jedermannrennen

Montag, 30. Dezember 2013

Saison-Rückblick 2013

2013 fing mit meinen anhaltenden "undiagnostizierbaren" Knieproblemen links an. Als der Schnee langsam taute, traute ich mich dennoch wieder aufs Rad. Hilfreich waren dann Termine beim Physio-Therapeuten, der eigentlich am Rücken etwas bearbeiten sollte. Nachdem ich meine Probleme aber genau so wie jedem Arzt zuvor geschildert hatte, wusste der gleich wo er ansetzen musste: am äußeren Oberschenkelmuskel! Ilio-Tiabiales-Syndrom - und bald war der Spuk am linken Knie vorbei. Voller Vorfreude nahm ich also das Training Richtung Cadolzburg auf - und eine Woche vor dem Rennen zwickte plötzlich das rechte Knie. Aber noch schlimmer als links ...

Ich hatte aber schon bezahlt, weil bei Barzahlung eine "Nachmeldegebühr" fällig geworden wäre (der Begriff an sich ist blanker Hohn, denn man meldet sich ja schließlich nicht nach - aber lästern werde ich im dazugehörigen Läster-Beitrag #2 vermutlich), also quälte ich mich dennoch an den Start. Ich hielt mit Schmerzen gerade so durch und lieferte gleich mal meine schlechteste Leistung in Cadolzburg ab, aber das war ja zu erwarten. Danach konnte ich fast gar nicht mehr trainieren, zumindest kein Radfahren (Fußball ging komischerweise), aber sobald das Problem rechts, das ebenfalls dem Ilio-Tibiales-Syndrom geschuldet war, wieder okay war, ging es quasi ohne Training gleich ins erste Doppelwochenende der Saison: Kulmbach und Nürnberg! Quasi ohne Training gleich zwei Rennen an zwei Tagen? Ist das sinnvoll?!? Normalerweise nicht ;)

Es lief aber überraschenderweise besser als erwartet. In Kulmbach fand das Kriterium sogar trotz Regens vor und nach unserem Rennen auf trockener Fahrbahn statt, aber es war trotzdem so kalt, dass ich aufgrund meiner Erfahrung mit unterkühlender Muskulatur lieber Beinlinge anzog. War auch die richtige Entscheidung. In der heißesten Rennphase verlor ich zwar den Anschluss ans Hauptfeld, brach aber nicht vollkommen ein und fuhr am Ende sogar wieder ins bummelnde Hauptfeld rein - nur die Wettkampfleitung bekam das nicht mit. Wurst, denn die Wahrheit liegt im Radsport auf der Straße. Zur Hölle mit dem Ergebniszettel. ;) Tags darauf war es noch kälter bei Dauerregen in Nürnberg. Ich verlor ohne das notwendige Training erwartungsgemäß auch schon in Runde 2 am "Burgberg" den Anschluss an die Spitze, obwohl der Burgberg auch für mich als Anti-Kletterer mit dem notwendigen Training normalerweise kein Ding ist. Also keine wirklich gute Leistung, aber am Ende sogar Platz 2 in der AK, wodurch ich auch an der "Siegerehrung" teilnehmen sollte. "Siegerehrung" in Anführungszeichen, weil man das in Nürnberg nochmal üben sollte ...

Weiter ging es nach etwas richtigem Training schon bald in Schleiz, wo bei Kälte und Nässe abermals die Beinlinge angezogen wurden. Bei meiner dritten Teilnahme erstmals die Top Ten verpasst, aber Podest in der Altersklasse und Sieg in der Teamwertung - hat wieder Spaß gemacht, vor allem wegen der letzten Kilometer, die meine bis zu dem Zeitpunkt beste fahrerische Leistung der Saison gewesen sind, würde ich sagen. In der Folge traute ich mich dann auch mal zur Dienstagabendserie in Kulmbach, wo der Schnitt in den beiden Vorjahren immer so bei 41 lag. Das traute ich mir am Anfang zwar noch nicht zu und rechnete mit einer Überrundung, aber zu meiner Überraschung kam ich mit dem Feld ins Ziel - und das sogar mit einem 42er-Schnitt! Das sollte dieses Jahr auch das Niveau in Kulmbach werden. Ich konnte dieses Niveau zwar halten, aber hatte keine Chance mit Ausreißversuchen und tat mir auch bei den Sprints sehr schwer. Eine Saison zum Vergessen, was die Gesamtwertung der Dienstagabendserie anbelangte, aber das sportliche Niveau war auch höher als in den vorherigen beiden Jahren.

Und genau das könnte mir sogar was gebracht haben. Ich zog mir nach Schleiz zwar eine dumme Gehirnerschütterung beim Altherrenfußball zu (Altherrenfußball ist KRIEG!!!), aber dennoch folgte beim ersten Auftritt nach einer weiteren Trainingszwangspause überraschenderweise fast mein 1. Rennsieg in Meiningen. Bis zur Zielkurve sah's noch gut aus, dann ließ ich mich von der Strecke drängen, kam aus dem Pedal - und wurde auf Platz 3 zurückgestuft. Das war bitter und zugleich ein Deja Vu, hatte ich doch bereits 2010 beim gleichen Rennen in der gleichen Kurve einen fast identischen Vorfall erlebt. Damals nahm ich mir vor, dass ich ab sofort in Kurven genau so rücksichtslos wie Andere fahren würde - ein Vorsatz, den ich dummerweise vergessen hatte. Die Gehirnerschütterung muss daran Schuld gewesen sein ;)

Nach zwei frustrierenden Mini-Rennen auf Kriteriumskursen in Altenkunstadt und Strullendorf, die leider auf Endspurt ausgetragen wurden und entsprechend sinnfrei waren, ging ich dann zum dritten Mal in Altenburg an den Start. Und das machte dann gleich mal richtig Spaß, denn dort fährt man auf einem Kriteriumskurs wenigstens noch ein Kriterium und hat somit jede Menge Action und Spaß - und das ganz erfolgreich, denn ich konnte zum ersten Mal überhaupt in Altenburg punkten. Die Form wurde weiterhin besser, denn ich konnte endlich ohne Trainingszwangspausen agieren, und gipfelte mit meinem zweiten 3. Platz in Bamberg, obwohl ich an dem Tag ziemlich in den Seilen hing und schon überlegte, ob ich dort überhaupt an den Start gehen sollte. Es entwickelte sich aber zweifelsohne zu einem absoluten Saison-Highlight, denn fast alles, was im Hobbybereich sprinten kann, war dort am Start. Sich dann aufs Podest zu kämpfen, das macht dann schon Spaß - denn ein geschenkter 3. Platz war das auf keinsten!

Die Form schien also rechtzeitig zum anvisierten Saison-Highlight zu passen: Die Zollernalb-Tour in Albstadt! Ein Etappenrennen über 3 Tage - ich war schon gespannt, wie ich 3 Tage am Stück verkraften würde. Der erste Tag war mehr oder weniger ein typisches Hobby-Kriterium, aber natürlich auf Endspurt. Bei einem Etappenrennen würden Punkte keinen Sinn machen - es sei denn, man hätte eine zusätzliche Punktwertung. Falls der Veranstalter hier mitlesen sollte, was er aber sicherlich nicht tut, dann wäre das doch mal 'ne Idee, oder? ;) Es war jedenfalls sehr heftig und ich verlor gleich mal über eine Minute aufs Hauptfeld, befand mich in der 2. Gruppe aber eigentlich in guter Gesellschaft. Da waren Leute dabei, die sich bei Lizenzrennen in die Ergebnisliste fahren können. ;) Tag 2 war dann ein Fiasko: 70 km bei Weltuntergangswetter. Und dann auch noch eine Serpentinenabfahrt auf regennasser Fahrbahn - super! Nachdem ich eine Serpentinenabfahrt noch nicht mal bei Trockenheit im Rennen gefahren bin, konnte das ja eigentlich nicht gut gehen. Dennoch steigerte ich mich von Runde zu Runde und war am Ende trotz über 20 Minuten Rückstand auf den Sieger eigentlich noch ganz zufrieden. Ich hatte mich durchgekämpft, was nicht jeder behaupten konnte, war nicht gestürzt und lag noch im Rennen. Wäre schon bitter gewesen, wenn ich zur 3. Etappen nicht mehr hätte antreten dürfen - denn da hatte ich endlich auch mal Spaß! Zwischendurch in der zu dem Zeitpunkt schnellsten Rennrunde vom Feld abgesetzt und als Solist bei Start/Ziel vom Sprecher durchgesagt - YEAH! Am Ende mit dem Hauptfeld ins Ziel gekommen und in der Gesamtwertung auch noch etwas verbessert - weil einige das Ziel der 3. Etappe nicht sahen. Oder den Start. Wie auch immer. Bei einem Etappenrennen gilt der Spruch "To finish first, you have to finish first" eben mehr als bei sonstigen Rennformen. Egal, wie gut man bei einem Etappenrennen auf den einzelnen Etappen sein mag - wenn man die letzte Etappe nicht beendet, dann war alles für die Katz, dann ist man nicht klassiert! Anstrengend war's, eine neue Erfahrung - aber nächstes Jahr versuche ich es wohl nochmal. Aber dann auf der "light"-Distanz, da die mir als Hobbyfahrer sicherlich eher liegen sollte. Ich fuhr ja fast als einziger Hobbyfahrer inmitten eines Heeres von Lizenzfahrern - und da der Veranstalter die ausgeschriebene Teamwertung der "Maxi"-Distanz kommentarlos gestrichen hatte, spielt dieser vermeintliche Bonus auf der Maxi-Distanz auch keine Rolle mehr für mich. Dann gleich als Solist auf der Light-Distanz - und entsprechend konkurrenzfähig ;)

Nach Albstadt ging es dann noch in Grünwald bei bestem Wetter an den Start - und durch einen eigentlichen Anfängerfehler (inneres Pedal in der Kurve unten) nahm ich mir aussichtsreich liegend selbst eine Top-Platzierung, indem ich mir das Pedal an einer Bordsteinkante und den Reifen an einer weiteren Bordsteinkante schrottete. Der Schnitt lag bei fast 43 km/h und war Beleg für meine eigentlich gute Form dieses Jahr, obwohl ich eigentlich erst ab Anfang Juli normal trainieren konnte. Da müsste 2014 doch eigentlich was gehen - falls ich noch fahre. Ich bin ja immer noch am Überlegen. Nach Grünwald wollte ich das Rad eigentlich in die Ecke stellen oder verkaufen. Stattdessen brachte ich es "intuitiv" zur Reparatur - und nachdem ich nochmal Geld ins Rad gesteckt hatte, musste ich doch noch was fahren.

Ohne Radtraining, aber dafür mit Muskelkater durch intensives Fußballtraining, ging es nach Begutachtung der Wetterprognosen nicht nach Freising, nicht nach Grimma, sondern nach Zeitz - und dort folgte aus dem "Vorruhestand" heraus mit Platz 3 ein weiterer Podestplatz! Ich wollte dann auch noch das Kriterium in Aichach mitnehmen, wo ich aber schon merkte, dass das fehlende Training und vor allem der mentale Abschluss mit der Saison nach Grünwald langsam bemerkbar werden würde. Nur mit Ach und Krach konnte ich den Anschluss ans Feld halten, ersprintete mir bei der Schlusswertung aber dennoch irgendwie 2 Punkte, was mich im Ergebnis lustigerweise auf Platz 6 brachte - viel besser als ich es an diesem Tag verdient hatte! Und weil das Wetter Ende Oktober ausnahmsweise auch nochmal richtig gut war, nutzte ich das Kirtarennen bei Dingolfing als Saisonabschlussfahrt. Auch dort war ich in meinem Rennen scheinbar einer von eher wenigen Hobbyfahrern - und die am Start befindlichen Lizenzfahrer standen auch offensichtlich noch viel besser im Saft als ich, der eigentlich nur als "Touri" wegen des guten Wetters am Start war. Dadurch glich das Rennen eher einer Mischung aus Einzel- und Paarzeitfahren, was natürlich nicht ganz so spaßig war, aber das lag auch vor allem daran, dass trotz des guten Wetters viel zu wenig Fahrer am Start waren. Da bricht die Sache eben viel schneller auseinander. Ich glaube sogar fast, dass weniger Fahrer als bei dem wesentlich schlechteren Wetter der vergangenen Jahre am Start waren. Das bringt mich wieder zu einer der typischen "Ausreden" mancher Jedermänner, warum sie manche Rennen nich fahren: "Wetter zu gut, Sonne zu warm, Himmel zu blau" ;) - aber mehr zu diesem Thema demnächst ...

Unterm Strich also eine ganz gute Saison mit mehreren Podestplätzen und guten Durchgeschnittsgeschwindigkeiten, die ich mir mit so wenig Training eigentlich nicht zugetraut hätte. Aber auch der absolute mentale Tiefpunkt in Grünwald. Momentan zocke ich Fußball und würde gerne 'n festen Tennispartner finden - denn allein macht Tennis keinen Sinn. Wenn das aber nicht klappt, wird es im Sommer dann wohl doch wieder aufs Rad gehen - denn das ist wenigstens eine Sportart, die man auch alleine betreiben kann, wo man nicht von anderen Leuten abhängig ist. Oder was heißt "alleine betreiben KANN"? Eigentlich MUSS man sie alleine betreiben ... doch auch zu diesem Thema demnächst mehr ;)

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