Disclaimer - wenn man so will

In meinem Sport-Blog schreibe ich über meine Sporterlebnisse teilweise ernsthaft, teilweise aber auch mit überspitztem Humor - den Unterschied sollte man erkennen, wenn man mich persönlich kennt ;) Generell gilt: Wer die Dinge, die ich hier schreibe, zu ernst nimmt, ist selbst schuld ;)

Team 2019

Team 2019

2019 fahre ich Lizenzrennen für RMV Concordia Strullendorf 1920 e.V. und ausgewählte Jedermannrennen

Montag, 27. Mai 2013

Erstes Feedback zum Wettkampfwochenende

Nachdem ich vorletzte Woche zwei Fußballspiele am Wochenende hatte, standen diesmal zwei Radrennen an. Doch wie sollte das klappen? Einen Monat lang schmerzte das Knie durch das Beugen beim Radfahren, einen Monat lang konnte ich kaum und wenn, dann eigentlich nur locker fahren. Letzte Woche probierte ich die Schraube etwas anzuziehen und versuchte es zwei Mal mit Kraftausdauer auf kurzen Distanzen: 40 und 54 km. Das Knie hielt, also ging es Samstag nach Kulmbach.

Als ich ankam, waren die Straßen dort dummerweise nass. Hmpf. Ich kann doch bei nasser Fahrbahn nicht schnell um Kurven fahren! Oder wie Kollege Tilman sagen würde: Das einzige, was ich da abräumen würde, wären andere Fahrer. Ja, der gute Tilman ... die Diesel-Lokomotive. Der war mit zwei weiteren Speichen zu meiner Überraschung am Start. Ebenfalls am Start war eine Armada von lizensierten Aufstiegsverweigerern des Jedermann-Teams, das in Deutschland das wohl negativste Image aller Jedermann-Teams hat. Und mittlerweile ist sicherlich auch festzustellen, dass es ihnen einfach egal ist. Auch ihren Sponsoren scheint das Negativ-Image egal zu sein, denn schließlich sponsern sie das Team weiterhin. Aber sie liefern halt Ergebnisse ab. Das könnte einigen Sponsoren wichtiger sein als ein positives Image. Wer weiß?

Wegen der Nässe ließ ich mir auch lange Zeit mit dem Beginn des Warmfahrens. Eine Runde zum Dienstagabend-Kurs, wo Stefan aus Reichenbach zu meiner Verwunderung plötzlich erschien, und wieder zurück. Stefan hatte sich spontan zur Teilnahme entschieden, bei all der Eile aber leider nicht mein Trikot eingepackt. Drum startete ich zwar fürs Radsportteam Reichenbach, aber nur in meinem "team-neutralen" Trikot meines Supporters Porzellanhandel24.de, einem Überbleibsel des Team-Projekts von 2011. Ich glaube, am Start war ich dann der einzige Fahrer mit Beinlingen, aber bei 10 Grad und ohne Form war mir das reichlich egal. Ich kann es derzeit wirklich nicht gebrauchen, dass mir meine Muskulatur unterkühlt. Und so schlecht lief es eigentlich auch gar nicht. Die Aufstiegsverweigerer mit Lizenz, die das Jedermann-Kriterium ganz unverschämt und arrogant "zum Warmfahren fürs Lizenz-Kriterium" missbrauchten, taten natürlich gleich mehr als sich nur warmzufahren. Sie trieben den Schnitt mal eben auf 42 km/h. Ich konnte das Tempo zu meiner Überraschung die ersten Runden sogar noch mitgehen, aber irgendwann ließ ein Fahrer ein paar Positionen vor mir die Perlenkette reißen und dann versuchten wir als Trio vergebens das Loch zum Hauptfeld zu schließen. Das war ganz gemein, denn mehrere Runden lang lagen wir nur so 50 bis 100 Meter hinter dem Feld. Das variierte. Dann waren wir sogar zwischendurch mal auf 30 oder 20 Meter wieder rangekommen, ich fuhr mit gesenktem Kopf um möglichst wenig Luftwiderstand zu bieten - und stürzte dann fast. In der langgezogenen Rechtsbiegung nach Start und Ziel waren Fräßstreifen auf der Straße. Und die waren zu dem Zeitpunkt leider auch noch etwas nass. Da man an der Stelle schon nach rechts einbog, sorgte diese Mischung dafür, dass mein Vorderrad wegrutschte. Ich konnte den Lenker aber zum Glück noch halten, das Hinterrad rutschte meiner unfreiwillig geänderten Fahrlinie hinterher und nach dieser Schrecksekunde lief es ganz normal weiter.

Irgendwann wurde aus unserem Trio ein Duo, das Feld entschwand langsam, aber dann kam das Spitzentrio der Fahrer, die einfach nicht gut genug zu sein scheinen, um ausnahmsweise auch mal einen richtigen Erfolg zu erzielen wie z.B. den Aufstieg in die B-Klasse. Das kann halt nicht jeder. Ich bin ja auch so einer, der nicht das Zeug dazu hat, in die B-Klasse aufzusteigen. Ich würde nicht einmal ein C-Rennen mit dem Feld beenden können. Ich versuchte mich jedenfalls kurz dranzuhängen, aber das Tempo war mir zu hoch. Mein Begleiter packte es aber. Ich fuhr dann ein paar Runden alleine, der Schnitt sank auf 40,2 km/h ab, aber dann kam ein Quartett mit drei Speichen. Deren Tempo war dann optimal für mich und kurz vor Schluss konnte ich mit ihnen gemeinsam wieder ins Hauptfeld fahren, was also eine so genannte "Rückrundung" war. Ich beendete das Rennen also ohne Rundenrückstand, was mich positiv überraschte. Der Schnitt von 40,7 km/h war auch auf Niveau des Vorjahres, als wir allerdings bestes Radwetter hatten und ich natürlich schon ganz normal im Trainings- und Rennbetrieb war. Insofern kann ich mir meine Leistung nicht wirklich erklären. Vor zwei Jahren kroch ich sogar bei einem 39er-Schnitt auf dem Zahnfleisch ins Ziel. Komisch, komisch. Das Ergebnis müsste ich nach Auswertung des Videos noch nachliefern, die Wettkampfleitung hat nämlich leider nur die ersten 7 Plätze richtig notiert. Danach wurde gewürfelt. So schaffte Jan z.B. das Kunststück, im offiziellen, aber völlig falschen Ergebnis auf Platz 8 zu sein, während mein Name gar nicht auftauchte - obwohl Jan so früh zurückfiel, dass er von der Spitze sogar zwei Mal überrundet wurde und nur durch eine Rückrundung mit einer Runde Rückstand ins Ziel kam - also auch eine Runde Rückstand auf mich. Aber im offiziellen Ergebnis vor mir platziert. Einem fairen Sportsmann wie Jan gönne ich so ein Glück bei der Lottoziehung aber ;)

Am Sonntag war es dann bei 5 Grad und Dauerregen in Nürnberg zum Kotzen. Vor dem Start suchte ich auch verzweifelt nach den expresso-Trikots, dem Team von Heiko Löb, für das ich als Gastfahrer starten wollte. Drum musste ich auch diesmal wieder im "team-neutralen" P24-Trikot antreten. Während des Rennens merkte ich dann am lächerlich kurzen "Burgberg" das fehlende KA-Training und knickte im oberen Drittel immer ein. Die ersten zwei Runden konnte ich mich immer wieder an das Hauptfeld mit vermutlich 12 Fahrern rankämpfen, bei einer Attacke in Runde 3 klappte das aber nicht mehr. Das Spitzenfeld zerfiel in 2 Gruppen mit einigen Einzelfahrern dazwischen, u.a. Heiko und mir. Ich konnte die Lücke zu Heiko dann noch schließen und wir fuhren das Rennen dann also Duo zuende. Dabei überholten wir noch 2 aus der Spitzengruppe zurückfallende Fahrer und konnten uns gleichzeitig mit ungefähr 2 Minuten vor einer fünfköpfigen Gruppe ins Ziel retten, die aus der ehemaligen Spitzengruppe von den ersten drei Runden übriggeblieben war. Total durchnässt und unterkühlt war's das dann bei einem so chaotischen Rennen, bei dem man tatsächlich nur per Transponder-Technik ein Ergebnis erstellen konnte. Anders wäre das nicht möglich gewesen. Es gab für uns auf der 30er-Strecke nicht mal einen Rundenangabe, wir mussten selbst mitzählen. Auch die Zieldurchfahrt ging im Endeffekt total im Regen unter. Keine Durchsagen, kein sonstwas. Aber genau so etwas hatte ich ja auch erwartet, drum war das alles keine Überraschung. Eine Überraschung wäre es gewesen, wenn das Rennen nicht so ein unübersichtliches Chaos gewesen wäre. Diese Überraschung ist den Organisatoren in Nürnberg aber nicht gelungen.

Dafür gab es eine andere Überraschung: Mit einem bescheidenen Schnitt von 35,7 km/h auf einem Kurs, auf dem man in Form und bei 20 Grad Plus mit Trockenheit normalerweise über 40 km/h haben sollte, reichte es für Platz 6 und sogar für Platz 2 in der AK-Wertung, weshalb ich bei der Siegerehrung, die genau so unübersichtlich durchgeführt wurde wie das gesamte Rennen, einen Beutel bekam, in dem sich u.a. ein Schreibblock und Buntstifte befanden. Toll, das kann ich super für die Schule gebrauchen. Werde ich den anderen Kindern in meiner Klasse mit Stolz zeigen. ;)

Videos folgen irgendwann und auch noch etwas mehr Text zu dem ausgewürfelten Ergebnis in Kulmbach ... für das der veranstaltende Verein NICHTS kann, das will ich hier glasklar festhalten! Das liegt im Verantwortungsbereich der Wettkampfleitung. Der ATS Kulmbach hat das Rennen wieder top organisiert. Unproblematische Anmeldung (Stefan konnte sich eine Viertel Stunde vor Rennstart noch nachmelden - da können sich so einige Veranstalter eine Scheibe von abschneiden!), perfekt abgesicherte Rennstrecke, wie immer Parkmöglichkeiten direkt an der Rennstrecke (in Nürnberg unvorstellbar), zwei gratis Getränke für jeden Teilnehmer - und das alles für eine Startgebühr von 10 Euro. Nur die Wettkampfleitung ... ach herrje ...

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