Disclaimer - wenn man so will

In meinem Sport-Blog schreibe ich über meine Sporterlebnisse teilweise ernsthaft, teilweise aber auch mit überspitztem Humor - den Unterschied sollte man erkennen, wenn man mich persönlich kennt ;) Generell gilt: Wer die Dinge, die ich hier schreibe, zu ernst nimmt, ist selbst schuld ;)

Teams 2018

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2018 fahre ich Lizenzrennen für RMV Concordia Strullendorf 1920 e.V. und ausgewählte Jedermannrennen

Samstag, 21. Januar 2012

Saisonrückblick 2011 - Teil 8

Nach dem Rennen in Nürnberg fühlte es sich an, als ob mir jemand komplett den Stecker gezogen hätte. Ich wollte die Saison über meine Grenzen der Belastbarkeit austesten und habe lange nicht wirklich gemerkt, dass ich zu wenig Entlastung bei zu viel Belastung hatte. In der Woche nach Nürnberg hing ich dann aber richtig in den Seilen, war aber irgendwie zum Start in Grünwald und Freising "gezwungen" - gleich zwei Kriterien an zwei Tagen! Wieso gezwungen? Weil beide Rennen mit Vorüberweisung waren, ich also schon gezahlt hatte. Aber so viele Unwegheiten ich bei Anreisen zu Rennen auch schon erlebt hatte, diesmal gab es eine Premiere: Kurz vor Alfeld blieb das Auto auf der A6 liegen. Der Pannendienst ließ sich ewig nicht blicken, also fiel Grünwald flach - aber auch für Maik, nur mal nebenbei bemerkt. Der wurde nicht von einer Panne, sondern von einem üblen Stau auf der A9 eingebremst und kehrte dann um, weil die Zeit zu knapp wurde.

Ich meinerseits machte aus der Not eine Tugend und fuhr stattdessen zum Straßenrennen unserer Vereinsmeisterschaft, die wie alle Jahr wieder "erfreulicherweise" auf den Termin eines offiziellen Rennens gelegt wurde. Da ich nur mein Kriteriumsrad dabei hatte und meine Beine nunmal so platt waren, sah es aber nach einem kurzen Vergnügen bzw. Leiden aus: Es galt nämlich mal wieder dieser höchst fragwürdige Verfolgungsmodus, bei dem in verschiedenen Gruppen mit Zeitvorgaben gestartet, aber am Ende gemeinsam abgerechnet wird. Die Einteilung in die Gruppen erfolgte dabei bisher nicht nach Leistung, sondern nach Status: Ob man Lizenz hatte, ob man ein aktiver Rennfahrer war, ob man schon Ü50 ist und so in der Art. Dieses Jahr gab es ja Ende Juni zunächst ein EZF. Da ich wegen Grünwald eigentlich nicht teilnehmen konnte, hatte ich mir die diesjährige Gruppeneinteilung gar nicht erst angesehen, hatte aber eigentlich angenommen, dass sie auf der Leistung des EZF basieren würde. Das war aber seltsamerweise nicht der Fall! So durfte der Dritte des EZF in der vorletzten Gruppe starten, die ganz schön groß war. Der Vierte startete gar noch weiter vorne. Ich als Fünfter hingegen musste mit dem Sieger von ganz hinten zu zweit starten. Falls sich das unsinnig anhören sollte, dann kann ich das leider auch nicht ändern. Leid tat es mir nur für Daniel, der nunmal der Sieger des EZF gewesen ist und jetzt mehr oder weniger alleine der vorherigen Gruppe nachjagen musste. Der Kurs beginnt nämlich immer mit einem langen Anstieg, an dem ich natürlich keine Unterstützung für Daniel sein konnte. Stattdessen overpacete ich komplett beim Versuch an ihm dran zu bleiben und konnte ihm dadurch nach Ende der Steigung nicht noch helfen - denn ich platzte komplett weg! Wir hätten insgesamt 3 Runden zu je 20 km fahren müssen, aber es hieß ja auch mal "EZF ist eine Runde" - also stieg ich nach einer Runde Alleinfahrt entkräftet und super gefrustet aus.

Am nächsten Tag in Freising wollte ich mich zunächst mit Matthias etwas warmfahren. Es war brühend heiß, vor allem aber schwül - und als Matthias mal eben locker wie im Vorjahr eine Berg- und Talfahrt zum Aufwärmen angehen wollte, brach ich das Warmfahren entkräftet ab. Das sah gar nicht gut aus! Ich schleppte mich zurück zur Parkzone bei Start/Ziel und stand erst mal etwas rum. Dann kam ich mit Maik ins Gespräch und als er startklar war, hing ich mich an ihn etwas dran. Zum Glück fuhr er sich komplett in der Ebene ein - und schon schien es mir etwas besser zu gehen. Ich gönnte mir dann noch diesen Multipower-Riegel, den es in Nürnberg im Starterbeutel gab (endlich erfuhr ich dadurch, dass Multipower keine Elektronikfirma ist, sondern Sportnahrung herstellt), und das Zeug wirkte Wunder! Ich fühlte mich von Minute zu Minute besser und war dann doch wieder der Hoffnung, dass ich das Rennen vielleicht im Hauptfeld würde durchstehen können. Genau das schien in den ersten 5 Runden auch der Fall zu sein, ich konnte die Pace mitgehen. Klingelingeling - erste Wertungsrunde, zweite Kurve, erster Sturz - Feld bricht komplett auseinander. Super! Ich war aber nunmal gut drauf und bin dementsprechend entschlossen weitergefahren. Dabei sah ich zunächst Armin vor mir, der sich an Matthias' Hinterrad versuchte ranzukämpfen. Ich hatte Geschwindigkeitsüberschuss und fuhr daher gleich an beiden vorbei, in der Hoffnung, dass Matthias sich gleich an mich dranhängt. Immerhin war er natürlich wieder der Teamkapitän unseres großen Zweier-Teams. Ich fuhr dann das Loch zur zweiten Gruppe zu und musste dort erst mal parken. Matthias zog aber von meinem Hinterrad aus gleich vorbei und fuhr seinerseits das Loch zur Spitzengruppe mit den anderen Favoriten zu - Armin im Gepäck. Wer jetzt gedacht hätte, dass die neue Spitzengruppe in dieser neuen Besetzung endgültig davonziehen würde, der irrte sich! Es lief wieder zusammen. Ich konnte danach zwar keine Punkte mehr holen, aber immerhin einen Prämiensprint souverän für mich entscheiden. Wer hätte gedacht, dass ein 20-km-Kriterium beim Jahresrückblick so viele Eindrücke hinterlassen könnte? Aber so war es nunmal. Die Vorgeschicht, das Warmup, der Sturz, die Aufholjagd (wie im Vorjahr übrigens), der Prämiensprint - Freising war trotz der kurzen Renndistanz wieder mal sehr unterhaltsam, sehr ereignisreich - und mit feinen Geldprämien garniert. Meiner Meinung nach ganz klar das beste Kriterium in Südbayern! Dennoch dürfte es vorerst mein letzter Auftritt dort gewesen sein, weil die weite Anreise für ein 20-km-Rennen durch die Kriteriumsserie in Kulmbach einfach zunehmend unsinniger erscheint ...

Und hey - schon wieder gelingt mir kein kurzer Rückblick, weil das Wochenende Grünwald/Freising einfach wesentlich mehr als nur die bloßen Rennergebnisse brachte. Da war so einiges an zusätzlichen Erlebnissen. Also folgt der Napoleoncup in Teil 9 ... vermutlich mitsamt einer Übersicht über die Rennen, die ich allen Hobbyfahrer wärmstens empfehlen kann. Das leitet dann auch schon fast meinen Ausblick für 2012 ein, aber der erfolgt dann wiederum in einem einzelnen Blogeintrag.

Ach ja: Diese Woche konnte ich mal wieder draußen trainieren, war echt super! Temperaturen um 0, blauer Himmel, Sonnenschein - das war herrlich! Leider ist gerade wieder Regenzeit angesagt. Die langen Regenphasen sind in diesem Winter sehr auffällig, ebenso wie der viele Westwind. Durch letzteres sind die Temperaturen eigentlich optimal für Straßentraining im Winter, aber ersteres treibt einen Hobbyfahrer natürlich überall hin, nur nicht draußen! An der Stelle beneide ich Lizenzfahrer nicht, auch wenn ich sie dann im Sommer wieder darum beneiden werde, wie sehr viel schneller sie als Rad fahren können als ich ... und dass sie längere Renndistanzen fahren können ... und dass sie richtig nette Prämien gewinnen können ... hmmm ... naja ...

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