Disclaimer - wenn man so will

In meinem Sport-Blog schreibe ich über meine Sporterlebnisse teilweise ernsthaft, teilweise aber auch mit überspitztem Humor - den Unterschied sollte man erkennen, wenn man mich persönlich kennt ;) Generell gilt: Wer die Dinge, die ich hier schreibe, zu ernst nimmt, ist selbst schuld ;)

Team 2019

Team 2019

2019 fahre ich Lizenzrennen für RMV Concordia Strullendorf 1920 e.V. und ausgewählte Jedermannrennen

Sonntag, 8. Januar 2012

Saisonrückblick 2011 - Teil 6

Der August begann mit dem Gartenstadt-Kriterium in Bamberg. Nach Platz 3 im Vorjahr musste ich voll auf Angriff fahren, um mich zu verbessern, denn Maik und Lukas waren wieder am Start. Ich hatte also eigentlich schon vor dem Start keine Chance, aber beim Start selbst verlor ich richtig stark an Boden. Ich kam zwar nicht sofort ins Pedal, aber alles in allem hätte es schlimmer sein können. Das Feld dachte sich aber scheinbar, dass das Startsignal das Kommando zum Zielsprint gewesen sei und so musste ich mich erst mal mühselig im Feld nach vorne arbeiten, um eine Rennübersicht zu bekommen. Als das nach 1,5 Runden geschehen war, sah ich Maik schon einer Spitzengruppe um Lukas herum nachjagen. Das Feld ließ abreißen und ich setzte natürlich alles auf eine Karte, schließlich war die Messlatte aufgrund des Vorjahresergebnisses sehr hoch angesetzt. Zu meinem Erstaunen konnte ich das Loch zu Maik und Lukas, die auch Christian Weis noch im Schlepptau hatten, alleine zufahren und freute mich innerlich schon, als Maik den ersten Prämiensprint in Runde 3 leider zu einer zusätzlichen Tempoverschärfung nutze. Ich kam nicht mehr mit, das Feld aber hatte mittlerweile doch wieder Fahrt aufgenommen und dann waren auch die verbliebenen Pünktchen bei der ersten Wertung dahin. Ähnlich gefrustet wie in Strullendorf spulte ich die restlichen Runden noch ab, holte sogar bei der 2. Wertung noch den letzten verbliebenen Punkt beim Sprint aus dem Feld heraus, aber hatte am Ende einfach nur ein Frusterlebnis mehr. Die 15 Runden sind halt auch einfach zu wenig und wenn das Rennen nicht nur 1 Stunde Anfahrtweg hätte, würde ich auch nicht mehr mitfahren. Organisatorisch hat die Concordia Strullendorf aber wieder einmal beste Arbeit abgeliefert.

Die Woche drauf endete die Dienstagabendserie in Kulmbach. Es lief eigentlich gar nicht gut, ich konnte kein einziges Mal punkten und verpasste auch die entscheidende Gruppe, aber bei der Schlusswertung ertönte zu meiner Verwunderung dann doch wieder das Glockensignal fürs Feld. Und siehe da: Im allerletzten Sprint des Feldes konnte ich erstmals bei dieser Kriteriumsserie das Grundtempo in der Wertungsrunde mitgehen, eine brauchbare Ausgangsposition erkämpfen und auch den Turbo anwerfen. Ich zog an allen vorbei, weil ich einfach meinen Tritt beim Sprint mal wieder gefunden hatte. Das machte mir Mut für das offizielle Kriterium in Kulmbach ein paar Tage später. Dort war das Sprintgefühl immer noch vorhanden und ich konnte mit u.a. einer gewonnenen Sprintwertung den 3. Platz ersprinten. Das hat mal echt Spaß gemacht! Auch super organisiert, nur das Fahrerfeld war erschreckend klein. Es gibt einfach noch viel zu viele Jedermänner, die ein Kriterium für 8 Euro Startgebühr über erfreuliche 40 km (!) nicht zu schätzen wissen. Dabei gab es ja sogar für jeden Teilnehmer von vornherein zwei gratis Getränke des Sponsors! Es sieht ganz so aus, als ob das Jedermann-Kriterium dennoch keine einmalige Sache war, was wiederum heißt, dass ich mich 2012 auf ein neues Lieblingskriterium freuen kann. Denn nachdem Strullendorf nur noch Frust war und auch Altenburg ziemlich dämlich für mich gelaufen war, hatte ich außer auf die Dienstagabendkriterien eigentlich schon gar keinen Bock mehr auf die Teilnahme an Kriterien.

Die Form schien also doch endlich zu kommen. Schon in Bamberg deutete sich das an, als ich anfangs Lukas und Maik ganz alleine aufholen konnte, auch wenn ich danach jämmerlich weggeplatzt war. In Kulmbach ging der Knoten dann auch beim Sprint auf und ich sah mit Zuversicht dem Rundstreckenrennen in Weißenburg entgegen. Das habe ich nämlich nach Zögern und Zweifeln doch noch kurzfristig in meinen Rennplan aufgenommen, weil die Pause zu Nürnberg sonst zu lang geworden wäre. Allerdings folgte dann eine kleine Zwangspause, weil ich bei Platzregen in der Zielkurve auf super glitschigen Steinplatten plötzlich Bodenkontakt hatte und gar nicht wusste, wieso eigentlich. Mein Sturz passte aber zu dem nervigen Rennverlauf, bei dem das Tempo im Feld ständig an den - leider - richtigen Stellen eingebremst wurde, damit man sich im Feld nicht besser nach vorne fahren und in eine Angriffsposition bringen konnte. Dennoch packte ich auf der langen Gegengeraden zwei Mal die Brechstange aus und versuchte mehr Zug ins Feld zu bekommen, aber es brachen nur zwei Fahrer weg - und das restliche Feld hatte an Tempoarbeit auch kein Interesse. Zudem hatte ich an dem Tag irgendwie schlappe Beine. Das mag an der Schwüle gelegen haben, die mir noch nie gut bekommen ist, oder einfach an der "falschen" Tagesform. Jedenfalls würde ich dort nicht mehr fahren, weil ich auch bei trockener Straße schon wie auf rohen Eiern auf diesen Steinplatten um die Kurve gefahren war. Ich wusste ja, dass der Grip auf so etwas extrem niedrig ist. Aber dass der Grip bei plötzlich einsetzendem Regen gar so niedrig sein würde, dass ich wie auf einer Eisplatte wegrutschen würde, hätte ich halt auch nicht gedacht. Aber die Kurve überfordert mich technisch einfach und ich könnte dort niemals auch nur einen Blumentopf gewinnen! Also bleibe ich Weißenburg besser fern - besser für mich, besser für die anderen Fahrer, damit sie nicht in Folge eines Sturzes meinerseits ebenfalls zu Fall kommen ...

Das wäre es mit dem August. Im letzten Teil geht es um den goldenen September mit Nürnberg und dem Napoleoncup.

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