Disclaimer - wenn man so will

In meinem Sport-Blog schreibe ich über meine Sporterlebnisse teilweise ernsthaft, teilweise aber auch mit überspitztem Humor - den Unterschied sollte man erkennen, wenn man mich persönlich kennt ;) Generell gilt: Wer die Dinge, die ich hier schreibe, zu ernst nimmt, ist selbst schuld ;)

Teams 2018

Team 2018

2018 fahre ich Lizenzrennen für RMV Concordia Strullendorf 1920 e.V. und ausgewählte Jedermannrennen

Montag, 8. Mai 2017

Einrollen mit 50 km/h - warum nicht?!?

Okay, okay ... mit "Einrollen" meint man normalerweise das Warmfahren, was bei Profirennen aber häufig zu Rennbeginn erfolgt. Bei Amateurrennen hingegen geht es bekanntermaßen vom Start weg schon richtig sportlich zu, vor allem bei Kriterien, die man auch einfach nur als Ausscheidungsrennen bezeichnen könnte. Die Startphase bei der bayerischen Straßenmeisterschaft toppte das allerdings, denn da ging es gleich mit einer "gefühlten Wertungsrunde" los. Vom Start weg über 50 km/h - erst mit Beginn der Steigung ging das Tempo (logischerweise) runter. Fast 400 Watt musste ich treten - aber im Windschatten!!! Nach 5 Minuten war die "Watt-Batterie" meiner Beine leer und die Leistung sank schlagartig um 100 Watt. Tja, schon vor der Kuppe den Anschluss verloren - so ist das eben, wenn bei KT/ABC gleich vom Start weg voll Ernst gemacht wird.

Unterm Strich machte mir der Start in Baiersdorf aber dennoch Mut, denn ich fuhr in diesen ersten 5 Minuten genau das, was meinen bisherigen Trainingsleistungen entspricht. Im letzten Jahr haderte ich ja u.a. mit dem Problem, dass ich meine Trainingsleistungen bei den meisten Rennen einfach nicht umsetzen konnte, diesmal aber gelang mit zumindest diese Sache. Das bedeutet aber auch, dass ich meine Trainingsleistungen noch weiter verbessern muss, aber genau damit habe ich ja am 1. Mai angefangen. Das Grundlagentraining lief bis Ende April, jetzt steht der Formaufbau Richtung Ingolstadt und Erzgebirgstour im Juli an.

In der ersten Aufbau-Woche habe ich aber einen kleinen Fehler gemacht. Ich hatte das Rennen in Baiersdorf als KA-Ersatz eingeplant, fuhr Mittwoch daher eine AA-Einheit - und erkannte direkt danach, dass ich in Baiersdorf ebenfalls eine AA-Belastung haben werde. Wieso konnte mir das nicht ein paar Stunden vorher einfallen?!? Toller Denkfehler meinerseits. Ich wollte dann heute noch schnell ein paar KA-Intervalle fahren, aber sobald die Straßen mal wieder am Abtrocknen waren, kam heute der nächste Regenguss. Trainingstechnisch fehlen mir 2 Stunden und KA - eine Einheit, die ich möglicherweise zu Beginn der nächsten Regenerationswoche einfach noch draufpacken werde. Und das werde ich auch sehr gerne, denn KA am Berg ist mein Lieblingstraining. :)

Vielleicht noch ein paar Worte zum Rennen in Baiersdorf. Parken konnte man dort gut, aber die Orientierung fehlte. Bei genauerer Betrachtung der Dächer auf dem Schulgelände konnte man aber schon erkennen, was die Turnhalle ist. Dort musste man kurz die Türen probieren, bis man die offene fand. Innen waren WC und Umkleiden dann gut zu finden. Aber wo war die Nummernausgabe zu finden?!? Tja, die war direkt beim Start platziert. Der war aber ein ganzes Stück weit weg von den Parkplätzen, drum ging es erst mal "in zivil" aufs Rad. Der Zufahrtsweg war gleichzeitig die Zielgerade. Hmmmm. Hier fuhren also Fahrer, die ihre Nummer abholten, in beiden Richtungen herum. Natürlich achtet man darauf, dass nicht gerade Fahrer ankommen, die aktuell ihr Rennen bestreiten, aber man stelle sich den gleichen "Abholweg" für die Startnummer mal bei einem Einzelzeitfahren vor. Das wäre eher UNvorstellbar. Dass im Zielbereich wegen der Zuschauer auch noch alles sehr eng war, kam dazu. Insofern ging schon mal einiges an Zeit für das Abholen von Nummer und Transponder drauf. Das schreit nach einer organisatorischen Optimierung und zwei Optionen kommen einem schnell in den Sinn: Zum einen könnte man die Nummernausgabe auf die andere Seite vom Start machen, also "außerhalb" der Rennstrecke, damit die Teilnehmer die aktuell laufenden Rennen von vornherein nicht stören können. Noch besser wäre es aber nach dem Vorbild aus Cadolzburg: Startnummernausgabe an den vorgesehenen Parkplätzen bzw. in der Schulturnhalle. Aber egal, ob diese Optimierung vorgenommen wird, ich hoffe einfach mal auf ein C-Rennen im nächsten Jahr. Der Kurs an sich war wirklich nett, auch wenn es sich durch die kleine Schleife nicht wirklich wie ein Straßenrennen anfühlte, aber die Strecke war auch optimal abgesichert. Rennorganisatorisch hat der neue Veranstalter hier auf Anhieb voll und ganz überzeugt!

Ein bisschen Chaos gab es dann noch beim Start. Das fällt dann aber eher in den Bereich von Zeitmessfirma und Streckensprecher. Bei der Zollernalbtour gab's da auf der 1. Etappe letztes Jahr genau das gleiche Chaos - und auch damals wurden die Fahrer verantwortlich gemacht. Fahrer verhalten sich zwar manchmal auch dämlich, aber in diesem Fall ist das ein ungerechtfertigter Vorwurf, denn hier wurden den Fahrern einfach die notwendigen Informationen vorenthalten! Eines meiner Mottos ist ja "Information ist alles" - und genau das hätte hier das Chaos verhindert. Der Start verschob sich schon mal von vornherein um 20 Minuten. Darüber informierte uns der Streckensprecher auch optimal, da war jeder auf dem Laufenden. Allerdings waren das auch 20 Minuten, in denen der Streckensprecher mal erwähnen können hätte, WO die Startaufstellung dann erfolgen soll. Stattdessen gab es plötzlich nur die Ansage "Elite-Fahrer zum Start" - und genau das machten die Fahrer auch. Die meisten Fahrer standen dabei in der Nebenstraße "außerhalb" der Rennstrecke, denn "innerhalb" waren die ganzen Zuschauer. Diese Nebenstraße befand sich aber vor (!) dem Start, weshalb klar war, dass ein Großteil der Meute dann von vorne in die Startaufstellung reinlaufen würde. Hinter dem Start hingegen musste die Straße wegen dem Zieleinlauf der noch laufenden Rennen freigehalten werden - und links sowie rechts der Straße war nur etwas Wiese und Acker. Es war also eigentlich klar, von wo die meisten Fahrer zur Startaufstellung gehen würden...

Als dann wie erwähnt das Signal des Streckensprechers kam, taten die Fahrer dann auch genau das, was halt zu erwarten war - und plötzlich wurden die Verantwortlichen ganz hektisch. Der Streckensprecher sagte dann nur, "nein, NICHT an der Startlinie aufstellen!!!" Hääää?!? "Die Transponder lösen sonst nicht aus - an der GRAUEN Linie aufstellen!" Öh ... es waren NUR graue Linien auf der Straße?!? Aber gut, die Fahrer, die jetzt zwischen den diversen grauen Linien standen, hätten ja ohne Probleme nach hinten rücken können, wenn die weiter hinten stehenden Fahrer einfach auch entsprechend nach hinten gerückt wären. Leider wollten die das nicht und machten nur eine sehr enge Gasse auf, damit die Fahrer, die vorne standen, nach hinten konnten. Also ein richtiges Chaos, das aber dadurch entstanden ist, dass man den Fahrern einfach die Information vorenthalten hatte, dass wir uns nicht an der Start-, sondern an der Transponderlinie aufstellen sollten ... die sich optisch aber nicht mal von der Startlinie unterschieden hatte!!! Bei der Zollernalbtour gab's das letztes Jahr, wie gesagt, auch schon. Ich denke aber nicht, dass man hierfür den Veranstalter kritisieren sollte. Gut möglich, dass der ebenso wie wir Fahrer einfach im Dunkeln gelassen wurde, wo man sich aufstellen soll. Denn Tatsache ist: Sowohl jetzt in Baiersdorf als auch letztes Jahr bei der Zollernalbtour war die gleiche Zeitmessfirma im Einsatz. Bei Rennen mit anderen Zeitmessfirmen habe ich so ein Start-Chaos noch nicht erlebt. Insofern würde ich mal vermuten, dass diese Zeitmessfirma einfach nicht richtig mitdenkt und davon ausgeht, dass die Fahrer etwas wissen, das man ihnen gar nicht gesagt hat. Aber das war halt auch nicht das erste Radrennen, bei dem diese Firma die Zeitmessung übernommen hat. Irgendwann sollte man da mal draus lernen, wenn man am Start jedesmal so ein Chaos hat, das es bei anderen Zeitmessfirmen nie gibt...

Ach ja, wenn man sich die ersten Sekunden des Berichts des BR (Link zur Website des BR) genau ansieht, erkennt man gelbe Schuhe. ;)

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