Disclaimer - wenn man so will

In meinem Sport-Blog schreibe ich über meine Sporterlebnisse teilweise ernsthaft, teilweise aber auch mit überspitztem Humor - den Unterschied sollte man erkennen, wenn man mich persönlich kennt ;) Generell gilt: Wer die Dinge, die ich hier schreibe, zu ernst nimmt, ist selbst schuld ;)

Teams 2018

Team 2018

2018 fahre ich Lizenzrennen für RMV Concordia Strullendorf 1920 e.V. und ausgewählte Jedermannrennen

Samstag, 22. Oktober 2016

Worte aus der Saisonpause - Teil 3: Jahrestrainingsplan und Rennkalender

Die Motivation für die nächste Saison war durch den Riderman so groß, dass ich mich gleich danach an den Trainingsplan für die nächste Saison setzen wollte. Vorher habe ich aber die Selbsteinschätzungsfragen von Friel nochmal beantwortet, wobei sich erwartungsgemäß nicht allzu viel geändert hat. Vor allem hat sich nix daran geändert, dass ich laut Friel bei allen Stärken und Schwächen NUR Schwächen habe. Das bezieht sich bei Friel generell auf die 3 Bereiche Klettern, Sprint und EZF. Er verwendet dabei eine Skala von 1-5. Vor einem Jahr hatte ich bei Sprint eine 1, bei Klettern und EZF immerhin eine 2. Jetzt, ein Jahr später, ergab die Selbstbewertung eigentlich eine deutliche Verbesserung bei zwei Punkten, aber laut Friel ist alles, was maximal 3 hat, eine Schwäche, weswegen sich unterm Strich doch nicht viel geändert hat - falls man dieser Selbstbewertung zu viel Bedeutung schenkt. Das tue ich aber nicht. Ich nehme es einfach nur zur Kenntnis. Bei der Trainingsplanung wird es zwar auch nicht komplett ignoriert, aber da ich nach dem Riderman schon wusste, dass ich mich nächstes Jahr auf Klettern und EZF konzentrieren will, ergeben sich die Dinge sowieso mehr oder weniger von selbst. EZF blieb übrigens auf 2, daran hatte ich ja auch nicht wirklich gearbeitet, aber Klettern und Sprint haben sich auf 3 verbessert, was meine subjektiven Trainingseindrücke auch bestätigt. Motivation und Konzentration haben sich auch verbessert, bei Kraft, Technik und Ausdauer blieb die Selbstbewertung unverändert - und somit alles andere als gut. Hol's der Kuckuck, aber ich habe die Fragen ehrlich beantwortet. Kraft und Ausdauer haben sich wirklich nicht verbessert?!?!?!? Naja, da ist ja jetzt schon klar, welche Intervall-Codes ich in der nächsten Saison verstärkt auf Strava in den Titel der jeweiligen Aktivität kritzeln werde: K und KA. ;)

Nach der Selbstbewertung ging es dann um die Festlegung des Trainingsbeginns. Ich fange diesmal schon am 7.11. an, wodurch ich 3 Wochen "Vorsprung" im Vergleich zum Vorjahr haben werde. Allerdings würde ich dann mit dem ersten anvisierten Formhöhepunkt 3 Wochen zu früh dran sein, wenn ich den gleichen Plan wie letztes Jahr verfolgen würde, aber das wollte ich ja von vornherein nicht. Ich wollte eigentlich 3 Formhöhepunkt einplanen. Und hier kommt natürlich der Rennkalender ins Spiel: Zu welchen Zeitpunkten sind überhaupt Rennen, bei denen ich gerne in guter Form starten würde? Im Gegensatz zur abgelaufenen Saison werde ich gewiss nicht mehr davon ausgehen, dass ich einfach generell ein so gutes Grundniveau halten kann, dass ich jederzeit durch kurzfristiges Tapering bei einem Rennen die richtige Superkompensation haben werde. Das klappt nicht, das musste ich diese Saison erfahren. Die Konsequenzen sind daher, dass ich nur noch auf konkrete Termine hinarbeite, die mir jetzt entsprechend schon bekannt sind, dass ich erst später in die Saison einsteige und auch generell versuche, etwas weniger Renntage zu haben. Die letzten beiden Konsequenzen sollen vor allem dazu dienen, dass ich noch mehr Zeit für Training habe. In der abgelaufenen Saison blieb ich auch nur 100 Rennkilometer unter meinem persönlichen "Rekord des Wahnsinns" aus 2011 - man sollte schon auf die richtige Mischung achten. Fällt mir ja immer schwer, weil ich lieber Rennen fahre statt zu trainieren, aber für nächste Saison gelobe ich Besserung. ;) Daher steige ich zum einen später ein und zum streiche zum anderen die meisten Kriterien - schon kann ich mehr trainieren oder aber eine Überbelastung durch Übertraining zu riskieren. Neben einem noch besseren Fortschritt durch das zusätzliche Training erhoffe ich mir durch die Reduktion an Renneinsätzen nämlich eher eine geringere statt eine höhere Erschöpfung - und das wird auch ein wichtiger Punkt sein, denn laut PMC-Diagramm von Golden Cheetah hatte ich bei den meisten Rennen einfach einen viel zu hohen Erschöpfungsgrad. Nur bei wenigen Rennen war das anders, u.a. Schleiz, Heideradcup und Riderman - und dort lieferte ich ja im Endeffekt auch meine besten Leistungen ab. Die Erfahrungen dieser Saison und die Erkenntnisse durch die ganzen zusätzlichen Daten mitsamt der Auswertung in Golden Cheetah stimmen mich daher auch sehr optimistisch, dass ich nächstes Jahr speziell bei Lizenzrennen die besseren Trainingsleistungen auch in bessere Rennleistungen umsetzen können werde. :)

Aber zurück zur Festlegung der Formhöhepunkte: Gar nicht so einfach! Da ich in dieser Saison aber im September einiges umwerfen musste, habe ich schon eine gewisse Erfahrung damit gemacht, wie man vom Schema F bei Friel erfolgreich abweichen kann. Er hat ja auch einige Fallstudien, bei denen im Endeffekt sogar mehr als 3 Formhöhepunkte Platz haben. Ich werde beim Trainingsplan also etwas flexibler sein und nutze die 3 Wochen "Frühstart" auch dazu, dass ich u.a. aus den 4 Wochen "Grundlage 3" 6 Wochen machen werde. Die 3 anvisierten Formhöhepunkte sind dann die Zollernalbtour, Ingolstadt und der Heideradcup. "Halbe" Formhöhepunkte plane ich zusätzlich für Attenzell (oder Karbach) und den Riderman ein. Bei Attenzell und Karbach handelt es sich nur um eine Woche Unterschied, deswegen ändert sich vom Zeitpunkt her nicht allzu viel. Beide Rennen bin ich in der Vergangenheit schon gefahren, aber letztes Jahr ergab sich das bei keinem. Vermutlich wird es aber Attenzell.

Nach Festlegung der Höhepunkte und Trainingsphasen, geht es dann natürlich wieder an die "Wochenarbeit". Für die ersten beiden Trainingsphasen habe ich da schon Grundgerüste in den Plan geschrieben. Da hat man eh nicht viel Spielraum, ist ja größtenteils A2-Training, also Grundlagenausdauer. Leistungstests habe ich auch noch für die gesamte Saison terminiert. Dadurch, dass ich etwas weniger Rennen fahren werde, passen die auch immer super in rennfreie Wochen rein. Generell sieht der Jahrestrainingsplan jetzt schon sehr motivierend aus für mich. :)

Abschließend noch zum Rennkalender: Einstieg vermutlich Ende April, erstmals in Münchenbernsdorf. Kann sich aber noch ändern, falls Cadolzburg an dem Termin stattfindet. Die letzten Jahren war das ja eigentlich eine "traditionelle" Überschneidung. Leider hat Cadolzburg noch keinen Termin für nächstes Jahr bekanntgegeben, aber ich hoffe mal, dass das nicht daran liegt, dass das Rennen nächstes Jahr möglicherweise ausfällt. Ich gebe ja zu, dass ich den Kurs an sich nicht besonders mag, aber die Organisation ist dort immer top, deswegen stehe ich dort auch wegen der etwas kürzeren Anreise als sonst sehr gerne am Start. In der ersten Mai-Woche finden dann wieder die LVM EZF und Straße statt, wobei sich abermals zeigt, dass man niemals nie sagen sollte: Die LVM Straße ist in Baiersdorf, weshalb ich also wohl doch mal bei einer LVM Straße (Elite) am Start stehen werde, trotz KT/ABC und trotz "Marathon-Distanz" - bei der Renndistanz orientiert man sich bei der LVM ja nicht an der C-Klasse, sondern an der A-Klasse. Die Aussicht auf eine Zielankunft ist daher entsprechend gering, aber ich will einfach mal sehen, wie lange ich im Feld mithalten kann. Eine Woche drauf wäre ein möglicher Start im GCC beim Rennen am Hockenheimring angesagt, aber ich will es halt wie gesagt auch nicht mit Renneinsätzen übertreiben...

Eine Woche nach dem Hockenheimring steht dann eine Terminüberschneidung mit Attenzell und dem GCC in Leipzig auf dem Plan. Sollte in Attenzell aber wie 2015 wieder ein C-Rennen stattfinden, wäre ich dort auch hoch motiviert am Start. Durchfahren, idealerweise im Feld - das wäre mein Ziel. Falls Attenzell doch kein C-Rennen anbietet, werde ich das Tapering so gestalten, dass der erste "Halb-Formhöhepunkt" stattdessen auf Karbach eine Woche später fallen würde. Das wäre der Mai, im Juni ist momentan noch ein "Loch", weil der Termin für Schleiz noch fehlt. Hoffentlich findet Schleiz nächstes Jahr eine Woche später statt, denn die Zollernalbtour tut es - und dafür habe ich ja den ersten "richtigen" Formhöhepunkt geplant. Wäre Schleiz zwei Wochen vorher, wäre das trainingstechnisch eine gewisse Kopfnuss, die ich da zu knacken hätte.

Weiter geht es nach einer kleinen Pause Anfang Juli mit dem Kriterium in Strullendorf. Neben sporadischen Auftritten bei der Kriteriumsserie in Kulmbach mein einziges derzeit fest geplantes Kriterium. In der Woche drauf fahre ich vielleicht bei der Seniorenmeisterschaft in Görlitz mit, aber trotz Masters-Lizenz dürfte ich dort wohl nur beim Jedermann mitfahren. Für Senioren 1 gibt es bei der Seniorenmeisterschaft vermutlich sonst keine Startmeisterschaft. Alternativ zu Görlitz könnte ich aber auch einfach eine "Rennersatz-Einheit" machen, weil mir die dieses Jahr auch richtig Spaß gemacht hat. Ist eine ganz motivierende Alternative zu einem Rennstart oder einer normalen Entwicklungseinheit. So oder so will ich noch etwas klettern, denn eine Woche drauf steht wieder ein Höhepunkt an: Ingolstadt. Jetzt kenne ich den Kurs und seine Schwierigkeiten. Hatte zwar vorher schon eine Fahrer zu dem Rennen befragt, aber auf die scheint der Kurs einfach anders als auf mich zu wirken. Das ist generell schon immer so gewesen, wenn ich andere Fahrer zu Rennen befragt habe, die sie schon gefahren sind und die ich erstmals fuhr. Sämtliche Beschreibungen und Tips waren in der Regel für die Katz, weil halt jeder Fahrer ein Rennen nach seinen persönlichen Stärken und Schwächen beurteilt. Daher hole ich mir ab sofort auch besser keine Tips mehr ab, sondern fahre neue Rennen beim ersten Mal einfach zum Kennenlernen. Sich selbst ein Bild machen - das ist im Endeffekt immer am besten. Bin jedenfalls sehr zuversichtlich, dass ich nächstes Jahr in Ingolstadt deutlich besser als dieses Jahr abschneiden werde.

Ende Juli habe ich mir dann wieder den GCC am Nürburgring notiert, aber das ist auch nur ein großes Fragezeichen. Ein Start könnte aber umso wahrscheinlicher werden, wenn der August so leer wie bisher bleibt: Ein Pfalz-Wochenende mit dem Straßenrennen in Bellheim würde hier anstehen, aber wann genau, das weiß ich noch nicht. Der Termin steht noch nicht auf rad-net. Vermutlich wäre am Tag davor ein Kriterium - mein zweites offizielles Kriterium nach Strullendorf. Viel wird da nicht gehen, denn ich müsste für Kriterien eine große Baustelle im Training bearbeiten. Der Schwerpunkt liegt aber nunmal auf Klettern und EZF, daher die Streichung der meisten Kriterien ... weil ein Start ohne das passende Training einfach nicht sinnvoll wäre.

September ... "In which month of pregnancy..." (google it, youtube it) ;) ... ja, im September steht dann der Heideradcup an, mein dritter planmäßiger Formhöhepunkt. Eine Woche drauf stehen dann mit Sebnitz und Ansbach zwei Lizenzrennen am gleichen Tag in meinem Kalender. Andere Lizenzrennen stehen im September (wie dieses Jahr) nicht in meinem Kalender. Hmmm. Ist halt so. Zwei Wochen drauf wäre dann zum Abschluss noch der Riderman, falls die Wetterprognose passt. Bei Regen stelle ich mir den Riderman mit seinen vielen Kurven und Abfahrten nämlich nicht besonders spaßig vor.

Der Jahrestrainingsplan steht also, die Schwerpunkte sind gesetzt und auch die anvisierten Saisonziele: Heideradcup Podest auf der 70-km-Strecke (was ja diese Jahr um 4 Plätze nicht geklappt hat), in Schleiz unter den ersten 30 (und unter 2:20 h Fahrzeit - falls Schleiz stattfindet; andernfalls suche ich mir noch ein anderes Saisonziel) und in Ingolstadt wahnwitzigerweise ein Platz in den Top Ten - will man viel erreichen, muss man sich auch viel vornehmen!!! ;)

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