Disclaimer - wenn man so will

In meinem Sport-Blog schreibe ich über meine Sporterlebnisse teilweise ernsthaft, teilweise aber auch mit überspitztem Humor - den Unterschied sollte man erkennen, wenn man mich persönlich kennt ;) Generell gilt: Wer die Dinge, die ich hier schreibe, zu ernst nimmt, ist selbst schuld ;)

Team 2019

Team 2019

2019 fahre ich Lizenzrennen für RMV Concordia Strullendorf 1920 e.V. und ausgewählte Jedermannrennen

Mittwoch, 24. August 2016

Ausflug in die Pfalz und Rennpause

Nachdem ich beim Rennen in Altdorf ertmals bei einem Radrennen Mobbing erleben musste, das Rennen aber generell wieder ein kleiner Aufwärtstrend war (immerhin mal 10 Runden bei einem offiziellen Kriterium mitgehalten - "Saisonrekord"), ging es am letzten Wochenende mit dem Teambus in die Pfalz nach Rülzheim. Als wir in der Pfalz ankamen, hatte der Regen auch erfolgreich die Sonne verdrängt, aber es war ja noch etwas Zeit bis zum Start und die Prognose war eigentlich so, dass es 20 Uhr trocken sein sollte.

Als wir dann an der Rennstrecke ankamen, fragten wir erstmal aus dem Fenster heraus: "Wo kann man denn hier parken?" Ein Mensch mit Aggro-Gesicht antwortete: "NEIN, KÖNNT IHR NICHT!!!" Okay, alles klar?!? :) Wir fanden jedenfalls einen Parkplatz direkt an der Zielgeraden und stellten fest, dass der Regen tatsächlich aufhörte. Die Straßen waren natürlich noch nass, aber wir liefen die Strecke einfach erst mal zu fuß ab. Hui, ganz schön eng und "gullydeckelig" - bei nasser Fahrbahn schien uns das richtig schön gefährlich zu sein, aber an einigen Stellen wurde es ja während des Einrollens schon trocken. Als es noch einige Minuten bis zum Start war und noch niemand an Start/Ziel stand, fuhren wir halt doch noch eine Runde mehr - und schon war's das mit dem geplanten Start aus Reihe 1, denn die ersten 2 Reihen waren dann schon dicht. Heutzutage muss man sich wirklich idealerweise schon 15 Minuten vor Rennstart aufstellen - wobei dann ja meistens noch ein anderes Rennen läuft. ;)

Das Rennen am 1. Tag war ein Rennen auf Endspurt. Wer jetzt ein etwas gemütlicheres Rennen vermutet hätte, der wurde schnell eines besseren belehrt: Es wurden gleich mal Prämienwertungen für die ersten 3 Runden angekündigt. Dementsprechend war das Renntempo auch jede Runde hoch, denn die Prämien gab es nicht nur in den ersten 3 Runden, sondern fast in jeder. Ich weiß gar nicht, in wie vielen Runden es ausnahmsweise keine Prämie gab. Ständig Vollgas. Für mich war's aber ein kurzes "Vergnügen". Nein, nicht wegen der nassen Straßen, sondern einfach wegen den doch recht engen Kurven, die ich einfach nicht hinbekommen habe. Anbremspunkt, Einlenkpunkt, Ideallinie, Beschleuningspunkt - ich hab so ziemlich alles verpatzt, was man im Zusammenhang mit einer Kurve verpatzen kann. Ging also nicht lange gut...

Am 2. Tag dann bei Sonnenschein eingerollt, frühzeitig in die Startaufstellung begeben und einen Platz in Reihe 1 gesichert. 10 Minuten waren es noch bis zum Start - da flüchteten die Fahrer plötzlich aus der Startaufstellung. Was war passiert? Tja, es goss plötzlich wie aus Eimern. Kurz vorm Start war der Schauer zwar vorbei, aber wir würden voll im Nassen starten. Der Streckensprecher wollte dann noch das Führungsfahrzeug signalisieren, dass es sich bereitmachen sollte: "Führungsfahrzeug bereit?" Ich übersetze diese Frage mal ins Nicht-Pfälzische: "Fahrer ab!" - denn aus irgendeinem Grund rollten plötzlich alle Fahrer los. :D

Kam dann gefühlt eigentlich so gut und "locker" in ein Rennen wie noch nie in der Saison. Das Gefühl hat zwar nicht ganz, aber etwas getäuscht, wenn ich meine Pulsdaten so ansehe. Ich war schon nicht ganz so angespannt wie bei den meisten offiziellen Rennen dieses Jahr, aber das Pulsdiagramm glich immer noch eher einer Flatline statt einer Wellenbewegung, wie das bei den guten Leuten der Fall ist, halt entsprechende Reserven haben, während ich in den ersten Runden immer am Limit fahre. 71 Starter waren wir, also hoffte ich, dass ich wenigstens nicht ganz so schnell ans Feldende durchgereicht werden würde. Das war generell auch nicht der Fall, zumal ich mit der Nässe und den Kurven heute erfreulicherweise keine Probleme hatte, das lief richtig gut. Dummerweise ging die Leistungsschere so weit auseinander, dass wohl schon mehrere der 71 Starter so früh zurückfielen, dass ich im Endeffekt auch viel zu früh schon am Ende des Hauptfeldes war. Und das gleiche Lied wie in der gesamten Saison bei allen offiziellen Kriterien: Nach einer Kurve konnte ich nicht mehr wie ein Pferd antreten, schon riss das Loch. Die Anzahl und Qualität der Antritte ist einfach nicht mit dem vergleichbar, was ich letztes Jahr bei den Kriterien in Strullendorf und Augsburg erlebt hatte. Ob es am Kurs liegt oder an der Qualität der Fahrer - ich weiß es nicht. Kontrollieren kann man aber sowieso nur seine eigenen Antritte, also muss ich die SK1-Antritte von Friel in der nächsten Saison mal doch etwas mehr trainieren. Das kam viel zu kurz, weil ich dachte, dass ich das eigentlich nicht brauchen würde. So kann man sich täuschen...

Auf dem Rückweg erfuhr ich dann noch, dass das Rennen in Chemnitz auf grobem Kopfsteinfplaster ist. Ich finde ja Kopfsteinpflaster bergauf ganz interessant, aber NUR bergauf - in allen anderen Fällen hasse ich es wie die Pest, drum habe ich Chemnitz gestrichen. Ein Glück, dass mir da ein Frusterlebnis erspart wurde. Gleichzeitig zeigt das auch erneut eine Problematik auf, die ich schon neulich angesprochen hatte: Wie soll man sich Ziele setzen, wenn es an den notwendigen Informationen fehlt, welche geeigneten Rennen es überhaupt geben wird? Insofern habe ich den Jahrestrainingsplan jetzt kurzfristig etwas abgeändert. Hoffentlich funktioniert das auch so und wird nicht zum Bumerang. Tatsache ist aber, dass ich bis zum Heideradcup jetzt erst mal kein Rennen mehr habe. Dabei ist derzeit endlich mal bestes Radwetter, gerade zu diesem Zeitpunkt mangelt es aber an Rennmöglichkeiten. Dabei sehe ich ja auch schon über den Beckenrand und durchforste die Terminlisten der angrenzenden Landesverbände, aber da kommen halt auch eher Absagen statt Ausschreibungen raus, wie zuletzt im Falle von Sebnitz. Immer mehr Rennen brechen weg, die Gründe dafür werden aber kaum genannt. Hat dann auch keinen Wert zu spekulieren, woran es lag. Und selbst wenn die Gründe genannt würden, hätte man als Fahrer vermutlich sowieso nicht die Möglichkeit, um irgendwas dran zu ändern. Man kann eigentlich nur hoffen, dass die Veranstalter nicht die Flinte ins Korn werfen und auch nach einer Absage ihr Rennen für nächstes Jahr erneut planen und dann nicht die Probleme haben, die in diesem Jahr zur Absage führten.

Die Problematik mit der Durchführung von Rennen scheint aber auch von Landesverband zu Landesverband bzw. von Region zu Region gänzlich unterschiedlich zu sein. Der Zuspruch durch die Bevölkerung dürfte da keine unwesentliche Rolle spielen, denke ich. In der Pfalz gibt es ja unglaublich viele Rennen, wenn man auf rad-net in die Liste sieht. In Rülzheim konnten wir dabei feststellen: Es gibt dort auch unglaublich viele Prämien und Zuschauer. Ohne den notwendigen Zuspruch wird ein Veranstalter sicherlich nicht so viele Prämien aufbringen können. Und die Anzahl der Zuschauer, die mit Begeisterung an der Strecke stehen, ist ja auch ein Indiz für den Zuspruch. Bei Rennen in Landesverbänden, wo es halt generell weniger Rennen gibt, muss man ja oftmals feststellen, dass bestenfalls Betreuer/Begleiter der Fahrer an der Strecke stehen, aber "richtige Zuschauer" kaum. Und gelegentlich hört man mal einen Passanten, der sich über "dieses scheiß Radrennen" aufregt. Warum es solche Unterschiede beim Stellenwert von Radrennen gibt, das sei mal dahingestellt. Die Begeisterung für Radsport in der Pfalz fand ich jedenfalls super. Das sportliche Niveau ist dort bei einem C-Rennen aber höher als in Bayern bei einem B-Rennen, habe ich den subjektiven Eindruck gewonnen. Heftig, heftig. Da muss das Training für nächste Saison also optimiert werden, um einen notwendigen Leistungssprung zu machen, denn generell würde ich nächstes Jahr gerne noch öfter in der Pfalz Rennen fahren. Soll aber nicht heißten, dass ich Rennen in Bayern dann nicht mehr fahre - dazu müsste es diese Rennen erst mal geben. Hoffen wir mal, dass die Vereine also weiterhin den Willen haben und auch die Energie aufbringen, um den aktiven Fahrern über die Saison hinweg genügend Startmöglichkeiten zu bieten. Aber ohne Mobbing, bitte - das ist ein NO GO...

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