Disclaimer - wenn man so will

In meinem Sport-Blog schreibe ich über meine Sporterlebnisse teilweise ernsthaft, teilweise aber auch mit überspitztem Humor - den Unterschied sollte man erkennen, wenn man mich persönlich kennt ;) Generell gilt: Wer die Dinge, die ich hier schreibe, zu ernst nimmt, ist selbst schuld ;)

Teams 2018

Team 2018

2018 fahre ich Lizenzrennen für RMV Concordia Strullendorf 1920 e.V. und ausgewählte Jedermannrennen

Mittwoch, 1. Juni 2016

2x in Kulmbach gefetzt, jetzt 2x Saisonhöhepunkte

Nach dem schweren Rennen in Sonneberg, war es letzte Woche Dienstag ganz schön frisch in Kulmbach. Also waren wieder Beinlinge angesagt und das Feld schlug auch ein niedrigeres Tempo an. Wir hatten am Ende nur einen Schnitt von knapp über 40 km/h und in der zweiten Rennhälfte war eigentlich keine Runde mehr über 42 km/h - mit Ausnahme einer Runde, in der ich mich mal zu einer Solo-Attacke für etwas mehr als eine Runde entschied. Julius, der Jungspund von den Altenkunstädtern, war gerade seinerseits eine Solo-Attacke gefahren, als ich mich spontan zu einer klassischen Konterattacke entschied. Auf meinem Ätsch habe ich eigentlich eine tolle Seite eingerichtet, die mir speziell für Attacken bei Kriterien hilfreiche Infos liefern sollte. Zu Rennbeginn blickte ich auch noch jedesmal auf meinen Ätsch, wenn ich vom Gefühl her an eine Attacke dachte. Die Daten sagten mir aber, dass ich das besser sein lasse, wenn mein Puls eh schon mehrere Schläge über der Schwelle ist. ;)

So hilfreich die modernen Radcomputer auch sein können, so wenig hatte er dann im Endeffekt mit meiner erfolgreichen Attacke zu tun. Als ich mich zu der Konterattacke entschied, geschah das vollkommen spontan. Ich hatte keine Ahnung, ob ich überhaupt die Reserve dafür hatte oder wie viele Runden es noch bis zur nächsten Wertung waren. Zum Glück hörte ich bei der Zieldurchfahrt aber gleich die Glocke und sah, dass das Feld nicht die große Entschlossenheit bei der Verfolgung an den Tag legte. Ich selbst fühlte mich zwar alles andere als stark und spulte einfach nur mit einer vermeintlich kleinen Übersetzung eine Kadenz über 100 ab, aber ich konnte den Vorsprung sogar ausbauen! Reines Glück, dachte ich. Vom Gefühl her war ich vielleicht mit einem 40er- oder 41er-Schnitt unterwegs. Es schien, als ob das Feld mich einfach gewähren ließ. Am Ende wurde ich zwar noch von der A-Rakete namens Benny in gewohnt beeindruckender Manier abgefangen, aber ich fuhr dennoch meine ersten 3 Punkte dieses Jahr ein! In der Endabrechnung war das dann Platz 7 und in der Gesamtwertung brachte es mich auf Platz 11.

Bei der Auswertung der Daten fiel mir hinterher auf, dass ich wirklich einen guten Zeitpunkt gewählt hatte: Ich fuhr gerade im Grenzbereich zwischen Trainingsbereich 3 und 4 nach Friel - also relativ "ausgeruht" für ein Rennen. Und auch das Tempo meiner Attacke war richtig gut, denn ich war mit einem 43er-Schnitt unterwegs! Da wir nur einen 40er-Schnitt hatten, hätte mir ein Blick auf den Ätsch also gesagt, dass ich schneller als das Renntempo unterwegs war, was mir also gleichzeitig gesagt hätte, dass die Attacke Erfolg haben könnte. Die Daten, die ich mir vom Ätsch anzeigen lasse, sind also keineswegs so verkehrt. Sie können einem schon helfen, die Erfolgschancen einer Attacke einzuschätzen und sich nicht sinnlos zu verausgaben. In diesem Fall aber sah ich während der gesamten Attacke kein einziges Mal auf den Ätsch, was aber nicht heißen soll, dass er unnütze ist, sondern dass man eben auch weiterhin ohne modernen Radcomputer schnell radfahren kann. Wäre ja auch schlimm, wenn das nicht so wäre. ;)

Gestern war dann wieder kurz/kurz-Wetter angesagt - und schon ging's rund. Wir fingen mit einem 44er-Schnitt an - und hörten auch damit auf. Mehr gibt es eigentlich nicht zu sagen. Natürlich keine Punkte für mich, aber das bisher schnellste Rennen meines Lebens. Hatte ich in Augsburg letztes Jahr noch in der ersten halben Stunde ständig einen 44er-Schnitt auf dem Tacho und konnte das damals kaum glauben, ist das jetzt schon fast gar nix besonders mehr - obwohl das diesmal ja fast 73 Minuten waren. Ich bezeichne das mal als Fortschritt und deute es auch als Erfolg des Trainings nach System.

Am Wochenende steht dann planmäßig der erste Saisonhöhepunkt an: Schleiz. Für mich persönlich das schönste Rennen des Jahres, daher ein fester Termin. Zwar immer wieder doof, wenn man am Sonntag mitten in der Nacht aufstehen muss und nicht ausgeschlafen ist, aber die anderen Fahrer können ja auch nicht länger schlafen. Mal sehen, was dann also geht. Letztes Jahr verlor ich zu Beginn der Steigung auf der Bundesstraße den Anschluss ans "1. Hauptfeld", danach in der kurvigen, abfallenden Passage durch den Wald nach zwei Fast-Stürzen den Anschluss an das "2. Hauptfeld". Die Wetterprognose ist leider auch dieses Jahr nicht viel besser, die gleiche Passage könnte wieder nass sein. Da muss ich nochmal im Radladen vorbeisehen, denn der Hinterreifen ist schon ganz schön abgefahren - und das Hinterrad war es ja, das mir letztes Jahr zwei Mal weggerutscht ist.

Nächste Woche steht auch noch der zweite Saisonhöhepunkt an, die Zollernalb-Tour. Endlich mal wieder ein Etappenrennen! Leider mit einem kurzen Zeitfahren, bei dem auch Spezialmaterial verwendet werden darf, was dann zwar die Spezialisten freut, aber die reinen Rennfahrer nur zusätzlich Zeit kosten wird. Denn sind wir doch mal ehrlich: Die guten Zeitfahrer werden auch bei gleichem Material besser als die reinen Rennfahrer sein. An der Reihenfolge auf der Ergebnisliste wird sich also nicht viel ändern. Die Zeitabstände werden halt nur größer ausfallen, was bei einem Etappenrennen natürlich ärgerlich sein kann. Ich schätze mal bei der Distanz, dass man durchaus 30 bis vielleicht sogar 50 oder 60 Sekunden durch den Materialunterschied verlieren kann. Da auf der Königsetappe aber viel größere Zeitabstände zu erwarten sind, sollte das am Ende nicht allzu viele Plätze in der Gesamtwertung ausmachen.

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