Disclaimer - wenn man so will

In meinem Sport-Blog schreibe ich über meine Sporterlebnisse teilweise ernsthaft, teilweise aber auch mit überspitztem Humor - den Unterschied sollte man erkennen, wenn man mich persönlich kennt ;) Generell gilt: Wer die Dinge, die ich hier schreibe, zu ernst nimmt, ist selbst schuld ;)

Teams 2018

Team 2018

2018 fahre ich Lizenzrennen für RMV Concordia Strullendorf 1920 e.V. und ausgewählte Jedermannrennen

Mittwoch, 18. März 2015

Eine Absage und ein gelöstes Rätsel

Hab heute auf rad-net bemerkt, dass der Frühjahrsklassiker in Cadolzburg abgesagt wurde. Eines von 4 bayrischen C-Rennen in meinem diesjährigen Rennkalender. Tja, aus 4 mach 3. Werde daher wohl bei trockenem Wetter in Weiden bei einem EZF die ersten Wettkampf-Kilometer sammeln. Der Termin hatte ja genügend Überschneidungen. Einen Start beim A-Kriterium in Kulmbach "zum Ausrollen nach dem Jedermann-Kriterium" spare ich mir aber gänzlich. Da ich sowieso schon dort gewesen und warmgefahren wäre, hätte ich mich halt an den Start gestellt und geschaut, wie viele Runden lang ich mithalten kann. Da ging ich aber noch davon aus, dass die Startgebühr bei 8 Euro liegen würde. Bei genauerer Betrachtung ist die Startgebühr aber 15 Euro und somit teurer als beim Jedermann (10 Euro). Auch wenn es zwei gratis Soft-Getränke pro Rennstart gibt, so sind mir 15 Euro dieses kleinen Test dann doch nicht wert. Ich muss halt einfach davon ausgehen, dass spätestens in der ersten Wertungsrunde Schluss für mich wäre. Und Anfang Mai ist sowieso erst Saisonbeginn, da wäre so ein Test ohnehin viel zu früh für mich. Werde ja schon froh sein, wenn ich beim Jedermann wieder gerade so mit dem Hauptfeld mitkomme. Denn für mehr als das reichte die letzten beiden Jahre auch nicht.

Dann gibt es noch ein gelöstes Rätsel. Ich hatte ja letztes Jahr schockiert und voller Unverständnis über das teils höchst sonderbare Fahrverhalten einiger Teilnehmer beim Rennen in Nürnberg berichtet. Wilde Schlenker, langsamer werden beim Zielsprint - und links rüberfahren, dann aber nicht schneller werden und nach vorne fahren, sondern piano machen. Ich hatte letztes Jahr noch vermutet, dass das einige rennunerfahrene Fahrer waren, die nach Verlassen des Windschattens überrascht waren, was für einen Unterschied das macht, wenn man plötzlich im Wind steht. Aber in Nürnberg gibt es ja viele "Gelegenheitstäter", was Rennen anbelangt. Also Fahrer, die man bei den anderen Rennen in der Region, wie z.B. in Cadolzburg (wenn es dieses Jahr nicht abgesagt wäre), nie im Feld sieht. In Nürnberg aber stehen jedenfalls deutlich mehr Fahrer als bei den anderen Rennen der Region am Start (ich spreche von Hobby- und Jedermannrennen, versteht sich). Und kennen diese Fahrer wirklich das Phänomen "Windschatten" nicht? Das glaube ich nicht! Denn so unpopulär Hobby- und Jedermannrennen in der Region um Nürnberg herum auch sein mögen, so populär sind RTFs - und dort fährt man auch mit Windschatten. Was also wäre die Lösung für das Rätsel, dass in Nürnberg so häufig Fahrer links rüber fahren und dann langsamer werden, wodurch die normalerweise schnelle linke Seite plötzlich dicht gemacht wird und verhindert, dass man sich im Feld ein paar Positionen vorarbeiten kann, wenn man das eben gerade vorhat?

Hier ist die Lösung: Während man es als Rennfahrer gewohnt ist, dass man links schneller fährt, sind RTFs ja mehr oder weniger Gruppentrainings - und im Gruppentraining fährt man links rüber, wenn man aus der Führung geht! Man wird also langsamer, wenn man nach links fährt. Jetzt macht dieses unsinnige Fahrverhalten plötzlich doch Sinn - ist unterm Strich aber dennoch Unsinn, weil das automatisch zu Situationen mit erhöhtem Sturzrisiko führt. Auf der linken Seite wird bei einem Rennen eben normalerweise schneller gefahren. Wenn dann jemand ohne sich umzublicken unmotiviert nach links zieht und die Beine hoch nimmt, dann muss ein schnellerer Fahrer von hinten rausnehmen oder sogar bremsen. Hat dieser Fahrer weitere Fahrer am Hinterrad, wird eine Kettenreaktion ausgelöst. Je größer ein Feld, desto stärker kann dann die folgende Bremswelle ausfallen. 2007 hatte ich ja schon in Fürth mehrere dieser Bremswellen im hinteren Teil des Feldes erlebt, bei denen wir teilweise fast zum Stillstand (!) kamen. Ein Kollege, der ganz vorne fuhr, wusste nach dem Rennen nichts von irgendwelchen Bremswellen. Also selbst wenn man einen Schlenker nach links macht, um mal etwas durchzuschnaufen, ist das für den direkt dahinter schneller fahrenden Fahrer nicht unbedingt gleich ein Problem, das zum Sturz führt. Ganz so wild ist es nun auch wieder nicht, aber dieser schneller fahrende Fahrer muss unerwartet für dessen Hintermann bremsen - und dieser Hintermann sieht eben nicht den "schlenkernden" Fahrer, sondern nur das Hinterrad des Vordermannes. Er sieht das Bremsen des Vordermannes also eigentlich gar nicht kommen. Wie gefährlich das in einem Rennen ist, bei dem man ja keinen Sicherheitsabstand fährt, brauch ich glaube niemandem zu erzählen, der solche Situationen schon erlebt hat.

Was kann man gegen dieses Phänomen tun? Eigentlich fallen mir nur 2 Dinge ein: Entgegen der Gewohnheit bei allen anderen Rennen seitenverkehrt denken und handeln (was mir wenig sinnvoll erscheint) oder einfach einen großen Bogen um dieses Chaos-Rennen herum machen. Zumal auch dieses Jahr wieder zeitgleich (!) zwei verschiedene Rennen auf der kleinen 5-km-Schleife durchgeführt werden. Hauptsache möglichst viele zahlende Fahrer auf dem Kurs, die Sicherheit und die sportliche Wertigkeit sind und bleiben in Nürnberg halt sekundär. Ich hatte meine Entscheidung ja schon letztes Jahr getroffen...

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