Disclaimer - wenn man so will

In meinem Sport-Blog schreibe ich über meine Sporterlebnisse teilweise ernsthaft, teilweise aber auch mit überspitztem Humor - den Unterschied sollte man erkennen, wenn man mich persönlich kennt ;) Generell gilt: Wer die Dinge, die ich hier schreibe, zu ernst nimmt, ist selbst schuld ;)

Teams 2018

Team 2018

2018 fahre ich Lizenzrennen für RMV Concordia Strullendorf 1920 e.V. und ausgewählte Jedermannrennen

Montag, 10. Juli 2017

Nachbetrachtung Strullendorf

In Strullendorf hatte ich mir eine offensive Fahrweise aus Startreihe 1 vorgenommen, um den Stop-And-Go-Fanatikern aus dem Weg gehen zu können. Das Aufstellen in Reihe 1 klappte schon mal, aber beim Start zog der Fahrer links von mir nach rechts, der Fahrer rechts von mir nach links - vielen Dank, Leute!!! Muss das echt sein, dass man gleich zu Beginn eines Rennens in die Fahrlinien anderer Fahrer reinziehen muss? Sportlich fair ist anders ... fahrt doch einfach nur geradeaus los!!!

Nachdem ich also von Stan & Laurel ausgebremst wurde, war der Start jedenfalls schon mal verbockt, aber ich konnte mich innerhalb der ersten Runde trotzdem recht gut vorarbeiten. In der zweiten Runde kam ich auf der Gegengeraden sogar ganz nach vorn und konnte dir Kurven 3 und 4 endlich mal auf der Ideallinie anfahren - zum einzigen Mal in den 60 Runden! Man geht dann auf der Gerade ganz normal aus der Führung und will sich nur ein paar Positionen weiter hinten wieder einreihen, aber schon das ist zu weit hinten, musste ich feststellen. Spätestens ab Position 10 halten die Fahrer nix davon, dass man Ideallinie fährt und möglichst viel Geschwindigkeit durch die Kurven mitnimmt. Stattdessen quetscht man sich links und rechts neben den vorderen Fahrer, denn zu dritt nebeneinander fährt man ja bestimmt schneller durch die Kurve, was? Ist mir schleierhaft, wo dieses Kurvenfahrverhalten herkommt. Ich hatte es im Beitrag zu Schleiz ja schon ausgeführt, dass ich bei den Hobbykriterien dazu gezwungen wurde, vernünftig durch Kurven zu fahren. Man muss aber auch sagen: Durch die kleineren Starterfelder bei den Hobbykriterien hatte man auch viel eher die Chance dazu, dass man lernen konnte, Ideallinie zu fahren.

Denn man muss klar bedenken: Wenn bei Hobbykriterien mal mehr als 20 Fahrer am Start waren, ging es auch schnell damit los, dass sich immer mal wieder ein paar Fahrer in der Kurve neben einen quetschten, weil sie lieber eine Position durch zu spätes Bremsen und Schneiden der Ideallinie gutmachen wollten statt mit mehr Geschwindigkeit aus der Kurve rauszukommen, wenn sie einfach nur am Hinterrad des Fahrers auf der Ideallinie geblieben wären. Bei Lizenzkriterien sprechen wir aber noch von deutlich mehr Fahrern, die sich durch diese engen Kurven drängeln wollen, in den es aber gerade durch die enge Fahrbahn eigentlich nur eine einzige Fahrlinie gibt: Die Ideallinie! Es gibt ja auch Straßenrennen mit breiten Kurven, teilweise auf Bundesstraßen. Da kann das Feld dann auch locker in Zweier- oder Dreierreihe rumziehen und es geht kaum Geschwindigkeit verloren. Bei Kriterien aber ist das anders - und das muss man dann auch erst mal lernen.

Insofern muss man klar sagen, dass ich von den vielen Hobbykriterien profitiert habe. Ich konnte dort lernen, was ich bei Lizenzkriterien in dieser Form eigentlich nicht lernen könnte - und das ist wohl auch der Grund, weshalb so viele C-Fahrer so ein "ausbaufähiges" Kurvenfahrverhalten haben. Das ist so eine Art Teufelskreis: Wenn sich das Feld vor den Kurven immer staut, kann man nie lernen, mit welcher Geschwindigkeit und zu welchem Zeitpunkt man an welcher Stelle wie scharf einlenken muss, um mit möglichst viel Geschwindigkeit durch eine Kurve knallen zu können. Und so lange man das nicht gelernt hat, wird es wohl immer wieder zu Fehlverhalten kommen, die zu eben jenen Staus vor den Kurven führen. Insofern verkommt so ein Rennen dann für 90 % des Starterfeldes eher zu einem exzessiven Antrittstraining, was für die 10 % vorne umso besser ist. Die sparen Runde für Runde und Kurve für Kurve zahlreiche Körner, die sie dann in den Wertungsrunden nutzen können, während der Großteil des Feldes immer nur gefühlt "aus dem Stand" mit 1000-Watt-Antritten Runde für Runde sinnfrei Energie verpulvert.

Neu ist dieses Kurvenchaos ja nicht, ich habe das im letzten Jahr schon mehrmals erlebt und habe daher damit gerechnet, aber es ist mir halt einfach nicht gelungen, ein passendes Gegenmittel zu finden. C- bzw. BC-Kriterien sind eine Art Rätsel, das man lösen muss. Das Ziel ist es, dass man stets unter den ersten 10 Positionen fährt und bloß nicht in den Teil des Feldes zurückfällt, der sich in den Kurven gegenseitig auf die Schultern klopfen will. Fällt man doch in den Teil des Feldes zurück, den man auch als das "Feld der Verdammten" bezeichnen kann, wäre das Ziel, dass man irgendwie wieder unter die ersten 10 kommt. Mit der Brechstange gelang mir das sogar einmal, aber dann war der Akku erst mal so leer, dass ich auf der nächsten Geraden aus den Top Ten wieder rausfiel und ich bei der Anfahrt zur Kurve schon wieder von links und rechts in die Mangel genommen wurde, obwohl ich gar keinen Abstand zum Vordermann gelassen hatte. Da war keine Lücke. Wo wollten die Fahrer links und rechts von mir also überhaupt hin?!? Warum bleiben die nicht einfach auf der Ideallinie?!? Fragen über Fragen, die man als C-Fahrer aber irgendwie beantworten muss, wenn man auch mal in die Ergebnisliste kommen will. Und in Strullendorf würde ich das eigentlich schon ganz gern! Hat dieses Jahr aber wieder mal nicht geklappt, also muss ich es nächstes Jahr erneut probieren. Die Fahrer, die es ins Ergebnis geschafft haben, konnten das "Mysterium Lizenzkriterium" schließlich auch erfolgreich lösen...

1 Kommentar:

  1. Schöner Blog mit sehr ausführlicher Beschreibung.
    Vielleicht wären noch etwas mehr Bilder gut, würde den Blog allgemein freundlicher darstellen.

    LG Basti

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